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Analyse zu Landtagswahlen II: AfD punktet bei Jungwählern in Sachsen, SPD bei Seniore
Robert Michael/dpa

Die CDU wird in Sachsen stärkste Kraft, die SPD in Brandenburg. Ein maßgeblicher Grund dafür: ältere Wähler. Bei den Jungen ist das Ergebnis überraschend.

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hyichbindas 02.09.2019, 08:07
10. Die Alternative

Ich arbeite in BW mit Jugendlichen aus ALG II-Familien.
Dabei sind auch AFD-Sympatisanten.
Fragt man sie warum AFD, ist die Antwort ganz einfach:
Deutschland braucht eine Alternative.
Fragt man was diese "Alternative" denn vorhat, kommt so gut wie nichts.
Der Begriff "Alternative für Deutschland" ist für sich genommen leider sehr anziehend, Lucke sei dank!

Es wäre schön, wenn die Medien den Begriff Alternative im Zusammenhang mit der AFD als solchen deutlicher angreifen würden. Die AFD ist eben alles andere als eine Alternative!

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thobie2 02.09.2019, 08:09
11.

Zitat von Hans-Dampf
Finde nur ich es seltsam, dass bei einer anonymen Wahl am Ende festgestellt werden kann, aus welcher Altersgruppe und aus welchen Berufen die entsprechenden Parteien gewählt wurden? Oder stand auf den Wahlzetteln drauf, dass man Alter und Beruf(sgruppe) nennen soll?
Was ist daran seltsam. Die Zuordnung erfolgt einerseits anhand von Wählerbefragungen. Anderersseits kann man statistisch die Zusammensetzung von Wahlbezirken erfassen. Was ist denn daran so schwer?

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thobie2 02.09.2019, 08:12
12. Schafe wählen ihren Schlachter selber

Der Spruch fiel mir ein, als ich den Anteil Arbeiter sah, der die AfD gewählt hat. Nachdenken und Lesen von Parteiprogrammen scheint in dieser Schicht nicht weit verbreitet zu sein. Denn wirtschaftpolitisch ist die AfD eher neoliberal oder marktradikal. Für Arbeiter und kleine Leute ist nichts drin in der Wundertüte. Aber vermutlich zieht bei dieser Gruppe das Argument "Ausländer raus". Wobei gerade diese Gruppe viele Tätigkeiten, die von Migranten ausgeübt werden, kaum übernehmen würde. Stichwort ist da der Erntehelfer.

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fördeanwohnerin 02.09.2019, 08:17
13. -

Zitat von Darkqueen
Ich verstehe nicht warum die AfD bei den Arbeitern so punktet denn wenn man sich mal genauer mit der AfD befasst ist es die Berufsgruppe,für die die AfD am wenigsten über hat
Wenn man das Wahlprogramm nicht liest, sondern nur darauf zählt, dass die schon was "gegen die vielen Ausländer tun wollen, die einem nicht nur die Arbeitsplätze wegnehmen, sondern später auch die Rente, ohne jemals auch nur einen Finger gerührt zu haben", dann ist das nicht verwunderlich, finde ich.
Leider kann man niemanden dazu zwingen, Wahlprogramme zu lesen und/oder zu hinterfragen, was einem versprochen wird.

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f.loeffelhardt 02.09.2019, 08:22
14. Datenquelle

Zitat von Hans-Dampf
Finde nur ich es seltsam, dass bei einer anonymen Wahl am Ende festgestellt werden kann, aus welcher Altersgruppe und aus welchen Berufen die entsprechenden Parteien gewählt wurden? Oder stand auf den Wahlzetteln drauf, dass man Alter und Beruf(sgruppe) nennen soll?
die Daten stammen nicht von der Wahl sondern einer (hoffentlich repräsentativen) Befragung, unter der Grafik zu lesen ist: Daten aus der Wahltagsbefragung von infratest dimap für die ARD.

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fuchsi 02.09.2019, 08:24
15. Diese Ergebnisse verwundern nicht

Ältere Erwachsene müssen eben immer noch auf ihre "Kinder" aufpassen, um den Rechtsextremisten Einhalt zu gebieten. Dass die AfD bei den Arbeitern so stark ist, verwundert ebensowenig, man müsste nur mal NSDAP ausbuchstabieren. Während jedoch der Anteil dieser Berufsgruppe an der Gesamtbevölkerung seit Jahren wegen des Strukturwandels schrumpft, sind die zahlreichen Ultrarechtswähler U30 schon Anlass zur Sorge.

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playintime 02.09.2019, 08:27
16.

Zitat von fördeanwohnerin
Interessant wäre jetzt noch einmal der Vergleich zwischen Stadt und Land sowie eine Analyse des Bildungsgrades. Allerdings muss ich mich doch wundern, dass diejenigen, die noch am besten wissen, wie es damals in der DDR war, tendenziell weniger AfD gewählt haben. Da kann man jetzt doch endlich auch mal die Älteren loben.
Ich lobe die Älteren nur in Brandenburg. Die in Sachsen haben eine CDU, die nur ein kleines bisschen besser als die AfD ist, gewählt.

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regiles 02.09.2019, 08:31
17. Ich wage eine These

Und zwar zielt meine These auf die Nutzung von Social-media, allen voran Facebook. Sicherlich gibt es noch mehrere andere Gründe, ich fokussiere mich aber jetzt nur mal da drauf.
Dass Rentner eher weniger AfD wählen, die mittlere Altersgruppe am häufigsten und die jungen wieder weniger, halte ich in großen Teilen für eine Folge von social-media Beeinflussung.
Die alten haben damit weniger am Hut, sind somit für die Lügen- und Angstpropaganda der AfD bspw. auf Facebook, nicht erreichbar. Die mittlere Altersgruppe hingegen, nutzt diese Medien bereits sehr ausgiebig, es fehlt aber eine gewisse Aufgeklärtheit hinsichtlich Unterscheidungsfähigkeit zwischen Fake und Echt, da diese Medien erst im Laufe ihres Lebens neu auftraten und diese Altersgruppe das dort Geschriebene eher als Wahr empfinden. Die Jungen wiederum sind damit aufgewachsen und beherrschen den Umgang besser und sind wieder kritischer.
Wie gesagt, das soll nicht der alleinige Grund sein, aber ich vermute, er spielt eine große Rolle.

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Gegen Zensur bei Spon 02.09.2019, 08:32
18.

Zitat von hyichbindas
Ich arbeite in BW mit Jugendlichen aus ALG II-Familien. Dabei sind auch AFD-Sympatisanten. Fragt man sie warum AFD, ist die Antwort ganz einfach: Deutschland braucht eine Alternative. Fragt man was diese "Alternative" denn vorhat, kommt so gut wie nichts. Der Begriff "Alternative für Deutschland" ist für sich genommen leider sehr anziehend, Lucke sei dank! Es wäre schön, wenn die Medien den Begriff Alternative im Zusammenhang mit der AFD als solchen deutlicher angreifen würden. Die AFD ist eben alles andere als eine Alternative!
Das sieht der Wähler schlicht anders

Was machen Sie denn, wenn:

A: Sie keine Lust auf Stillstand haben?
B: Keine Lust auf Postengeschacher?
C: Keine Lust mehr auf "Analogistan"?
Deutschland ist beim Breitband der zweitschlechteste Staat Europas, nur Weißrussland ist schlechter
D: Eine auf Rentengeschenke ausgerichtete Politik
E: EIne Justiz, die spgar für Ladendiebstahl Jahre zur Abarbeitung braucht
...
Die Liste ist endlos

Oder so banale Dinge wie ein BER oder ein S21, wo die Politik 1 komplette Generation benötigt, um es hin zu bekommen

Das ist doch leider Realität
Und wer da eine Alternative will, der geht eben nicht zu den Winzigparteien, die vielleicht die ein oder andere Exotenlösung hat, sondern sucht bei größeren Gruppierungen

Und die AFD behauptet, oft Lösungen zu haben
Ob es dann so ist, das ist eine ganz andere Frage

Das Problem jedoch ist simpel: CDU CSU und Co sind voller Personen, deren oberstes Mantra ist zu schreien: Die anderen taugen nichts, wir können nichts dafür, es ist leider so, es geht nicht weil....

Da kommt keiner auf die Idee, obige Punkte konsequent abzuarbeiten
Stattdessen ist es Alltag, Energie auf das bashen andere zu vergeuden

Und genau deswegen wird die CDU und die CSU als Volkspartei untergehen
Und Personen wie Merkel, AKK oder Söder sind die Totengräber, denn die Verwalten nur den Istzustand, und den will keiner (mehr), ausser die Generation 60+

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david82wierer 02.09.2019, 08:34
19. Traurig

Schlimm das Menschen Protest wählen, obwohl sie gar nicht wissen was diese Partei vor hat. Lassen wir mal die Ideologie dieser Partei weg, die schlimm genug ist. Die Leute wissen anscheinend nicht das die Arbeitslosenversicherung abgeschafft werden soll, sämtliche Sozialleistungen gekürzt werden sollen und vieles mehr. Viele Menschen lesen/sehen auch nur die Zeitungen bzw. Nachrichten, die ihnen nach dem Munde redet. Das Populismus dabei ist übersehen viele. Viele Versprechungen werden nicht umsetzbar sein. Leute vergessen schnell und wünschen sich die schlimmen Zeiten zurück. Es ist anscheinend einfacher den Versprechungen glauben zu schenken, als sich mit der Gesamtsituation auseinander zu setzen. Es wurde soviel Gutes in diesem Land geschaffen. Ja, es wurden Fehler gemacht, ja es ist heutzutage nicht einfacher geworden. Doch diese Partei ist keine Alternative. Die Eigenverantwortung ist leider schon fast abgeschafft. Der Mensch erwartet alles vom Staat, was dieser nicht richten kann!! Um Veränderung zu schaffen sind mutige Menschen wichtig, die nicht nur den bequemen Weg gehen wollen.

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