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Analyse zur Österreich-Wahl: So gelang Van der Bellen die Aufholjagd
AFP

Noch gibt es keinen Sieger bei der Präsidentenwahl in Österreich. Doch Van der Bellen überrascht schon jetzt: In vier wichtigen Lagern konnte der Grüne dazugewinnen und zu FPÖ-Mann Hofer aufschließen.

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cato. 23.05.2016, 11:49
60.

Zitat von Corry Fehe
Da es bei dieser Wahl u.a. auch - oder vor allem? - um Flüchtlinge ging, ein paar Anmerkungen. Spannend finde ich, dass in Wien, Salzburg, Graz, Klagenfurt. Innsbruck und Linz (höherer Migrantenanteil als im ländlichen Österreich) van der Bellen gewonnen hat und die blau-brauen da besonders stark sind, wo es gar keine bis ganz wenige Migranten gibt. Mit einer konservativen Grundhaltung lässt sich dieses Phänomen nicht ausreichend erklären. Niemand verlässt die Heimat freiwillig und ohne Not. Flüchtlinge sind eine Tatsache, die wir anerkennen müssen. Und diesen Menschen muss geholfen werden. Hier und jetzt. In Deutschland, in Österreich und im Rest von Europa. Wir sind dazu in der Lage! Und mittel- bis langfristig ist dafür Sorge zu tragen, dass Fluchtursachen bekämpft werden. Weder für die kurz-, noch mittel- und langfristige Lösung hat der rechte Rand einen gangbaren Lösungsvorschlag. Leider kommen die einfachen Parolen bei vielen Menschen an. Menschen sind eben verführbar. Ich stelle mir gerade vor, was gewesen wäre, wenn die amerikanischen und australischen Ureinwohner die Flüchtlinge (Auswanderer) ins Meer zurück getrieben hätten. Die Geschichte der Menschheit ist auch eine Geschichte der Fluchtbewegungen. Ohne Flüchtlinge, Aus- und Einwanderer gäbe es diese Welt und diese kulturelle Vielfalt nicht. Und noch etwas: ich habe keine Angst, dass mir ein Flüchtling mein Vermögen wegnehmen möchte Eines sollten wir uns unbedingt vergegenwärtigen: unser Wohlstand gründet sich nicht nur auf unseren eigen Fleiß, sondern u.a. auch auf die Ausbeutung der armen Länder (Rohstoffe für Mobiltelefone, Gold, Kaffee, Tee, Banannen etc pp). Oder: wir fischen die afrikanischen Gewässer leer und überschwemmen die lokalen afrikanischen Märkte mit Hühnerabfall, weil wir nur die Brüstchen essen wollen und dadurch wird der lokale Markt zerstört. Und jetzt kommen die Menschen und wollen auch ein Stück vom Kuchen. Ist doch ganz normal - oder? Sie wollen wirklich nur ein Stück vom Kuchen und nicht die ganze Bäckerei.
Sie wollen uns also mit dem Schicksal der amerikanischen Ureinwohner von der Sinnahftigkeit Überzeugen Millionen von Kulturfremden Einwanderern aufzunehmen?

2. Ihre These das sich unser Wohlstand auf der Ausbeutung anderer Teile der Welt basiert ist schlicht falsch. Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel und vom Handel haben beide Seiten massiv profitiert.
3. Sie können gerne ihr Stück vom Kuchen verschenken, ich möchte meines selber essen, ist doch ganz normal oder?
4. Viele Menschen fliehen auch ohne Not, es gibt sogar Asylanten die machen in dem Land Urlaub, dass sie angeblich verfolgt. Hier müssen wir eine differenzierte Debatte führen, wer der nach Deutschland oder Österreich kommt flieht tatsächlich aus einem Asylgrund und wo war die Flucht abgeschlossen schon in der Türkei oder doch eher beim erreichen der EU? In Österreich wird jedenfalls niemand verfolgt, insofern gibt es keinen Fluchtgrund weiter nach Deutschland.

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romeo_mike 23.05.2016, 11:49
61.

Zitat von dedoors
Selbst wenn er mit minimalem Vorsprung gewinnen sollte stellt sich die Frage, was es ihm bringt wenn er weiss das 49% der Wähler gegen ihn gestimmt haben. Mit normalem Verstand ein Gewinn aber kein Sieg.
Einverstanden. Nur zählt das natürlich für BEIDE Kandidaten!

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Corry Fehe 23.05.2016, 11:50
62.

Zitat von wolly21
das Auszählen von ca. 745.000 Brief-Stimmen länger als das Auszählen von 4.000.000 "Wahl-Urnen" Stimmen?
Spielen Sie mit 20 Freunden Wahl. Verteilen Sie 4.000 Stimmzettel auf ihre Freunde und zählen selber (also alleine) 745 Zettel aus. So bekommen Sie die Lösung zu ihrer Frage.

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Peter Bernhard 23.05.2016, 11:51
63. Verzweifacht

Vereinfache ich mir das Kreuzchen Grün oder Natonal präsidentiell-fundamental, so assoziiere ich unüberlegt wie folgt: Grün - alle erst mal herein - aber...aber, wer soll's bezahlen, geht das. FPÖ - aller erst mal aussen vor - aber ... aber: wie bewache ich die Grenzen, wie... mit Befehlen? Erst Position führt zur Auseinandersetzung mit der wirtschaftlichen Verfassung - dabei fällt mir auf: das ist eine innere, nationale Angelegenheit. Konträr FPO: wie mache ich eine Grenze dicht, in der Situation Krieg speziell: das ist eine internationale Angelegenheit. Dazu fällt mir Lexikalisches ein: "innere" und "äußere" Solidarität. Wenn ein Verschwinden der "Volksparteien" beklagt wird, dann liegt das bei A (Bevölkerung/Wohlstand) daran, dass bei einer "Explosion" von Bevölkerrung die "innere Soidarität" zu einer äußeren wohl wird - es ist zunächst zu klären, wer denn drin ist und dazugehört zu einer Solidargemeinschaft, in der Steuern immer mehr nicht an irgendeinen abstrakten Staat sondern an sich selbst und somit den anderen nicht also "gezahlt" sondern gerecht verteilt werden - undsoweiter. Interessant mir gerade B: äußere Solidarität in Gestalt einer Zollbarriere kann zu einer inneren werden, indem: da muss ich nun völlig abstrakt eine Kooperation von DDR und BRD mir illusionieren, die also ganz theoretische Türkei/Griechenland oder Marokko/Spanien, USA/Mexiko entspricht, somit also sehr illustrativ zuspitzen kann, was hier also innere Solidarität bedeutet: ein Bündnis gegenüber somit Außenstehenden. Aus Platzmangel ebenfalls nur erwähnt gleich: verstehe nun besser Le Pen, die sich "Anti-Merkel" nannte, sowie das Statement, das sei so, dass die Schließung (der Balkan-Route) den Strom von Flüchtlingen kappte. Das Fallen der Binnengrenze war eine Angelegenheit innerer Solidarität - das erinnert mich an das Konzept der "Freihandelszone", theoretisch: auch da ist bei Verzicht auf inneree Grenzen nicht automatisch klar, dass gegen Nichtmitglieder eiin einheitlicher Außenzoll eingerichtet wird. Oder anders gesagt: wirklich spürbar wird "äußere Solidarität" der europäischen Vollindustrialisierten erst bei B, Frage der Bewachung.

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prince62 23.05.2016, 11:52
64. Lt. Wahlforscher im ORF kommt das genau hin

Zitat von tko2
Der Vorsprung von Hofer beträgt ca. 144.00 Stimmen. Die ORF-Hochrechnung für die ca. 800.000 Briefwahlstimmen muss dann etwa wie folgt aussehen. Van der Bellen 328+144=472 Tsd., Hofer 328 Tsd. Mit anderen Worten: Van der Bellen 59%, Hofer 41%. Ist das realistisch oder unseriös?
Da ich den ORF empfangen kann, habe ich gestern die ZiB 2 gesehen, da war ein "Wahlforscher" in den NAchrichten der davon berichete, daß wohl ca. 60% der Briefwahlstimmen für v. d. Bellen gestimmt hätten,

kommt also ungefähr hin:-)

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churchilla 23.05.2016, 11:52
65. Es fehlte die 3. Option

Leider fehlt bei Persoenlichkeits Wahlen , wie Praesidentschaftswahlen, die Option : "Keiner der aufgefuehrten Kandidaten".
Die erste Runde der Wahlen haette dieser Option eine starke Mehrheit eingebracht.
So konnten sich die Oesterreicher nur entweder fuer einen Kandidaten oder "den anderen Kandidaten verhindern" entscheiden.

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verinet 23.05.2016, 11:57
66. das sehen sie falsch

Zitat von geando
So wie ich das sehe, hat der BP in Österreich auch nicht weitreichende Kompetenzen, ähnlich wie in Deutschland. Er ist eine Repräsentationsfigur. Natürlich hat das ganze einen exemplarischen Charakter für die Stimmung im Lande Österreich. Aber weder wird ein Van der Bellen die Balkan-Route wieder öffnen, noch wird ein Hofer Österreich aus dem Euro rausbringen können. Egal wie: Viele Menschen wollen einen klaren Wandel und diesem Wunsch kann die FPÖ scheinbar aktuell am besten entsprechen.
...der BP in Österreich hat viel weiterreichende Kompetenzen als der BP in Deutschland. Die Kompetenzen des BP in Österreichs entsprechen eher denen des RP in Deutschland während der Weimarer Republik so kann er jederzeit die Regierung auflösen und ist Oberbefehlshaber des Bundesheeres etc.

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vielflieger_1970 23.05.2016, 11:57
67.

Zitat von sarkasmis
Von den SPÖ-Wählern hat ein Drittel lieber Hofer als van der Bellen gewählt. Das halte ich für einen beachtlichen Erfolg Hofers. Österreich hat auch die BZÖ-Jahre überlebt. Haider war kein Hitler, Hofer ist auch keiner. Liebe Linksliberale, übt euch doch einmal in dem was ihr predigt: (politischer) Toleranz.
Stimmt, Haider war ein homosexueller Dämagoge, also eher in der SA zu verorten:-) . Mir als Bayer ist es egal, wer in Österreich regiert. Wer von den AfD-Fans hier glaubt, das würde 1:1 nach Deutschland übertragbar sein, dem halte ich Griechenland oder Spanien entgegen.

Ich habe nicht unbedingt was gegen Konservative, jedoch gegen reaktionäre Dummköpfe, wie sie leider im Ostteil der AfD und bei Pegida an der Spitze desöfteren anzutreffen sind.

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ackergold 23.05.2016, 11:58
68.

Zitat von sarkasmis
Von den SPÖ-Wählern hat ein Drittel lieber Hofer als van der Bellen gewählt. Das halte ich für einen beachtlichen Erfolg Hofers. Österreich hat auch die BZÖ-Jahre überlebt. Haider war kein Hitler, Hofer ist auch keiner. Liebe Linksliberale, übt euch doch einmal in dem was ihr predigt: (politischer) Toleranz.
Gegenüber Nazis kann man nicht wirklich tolerant sein. Das können Sie weder von irgendwelchen "Linksliberalen", noch von den neutralen Außenstehenden verlangen. Nein, Hofer ist wahrscheinlich kein Hitler, aber Leute wie Hofer, der in der ideologischen Tradition von Schuschnigg und Dollfuß steht, haben einem Diktator letztlich den Weg geebnet, ob sie es wollten oder nicht.

Allein darum geht es: den Anfängen zu wehren und dem Hass keine Chance zu geben.

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onkel bama 23.05.2016, 11:58
69. Einfache Rechnung

50 % haben für Hofer gestimmt,
20 - 30 % haben für v.Bellen gestimmt,
die restlichen v.Bellen-Wähler haben nur für ihn gestimmt, weil sie Hofer verhindern wollten.
Vielleicht wäre Frau Griss die bessere Alternative für Österreich gewesen.

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