Forum: Politik
André Poggenburgs Abgang: Gut für die AfD. Leider
DPA/ Philipp von Ditfurth

André Poggenburg hat die AfD verlassen - die Rechtspopulisten können feiern: Auf ihrem Europaparteitag geben sie sich geläutert, angeblich frei von rechtsextremen Kräften. Wenn es nur wirklich so wäre.

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bötzow33 13.01.2019, 22:38
40. Den Linken macht es niemand recht, auch nicht die AfD

Mit oder ohne Poggenburg - die Feinde der AfD werden nie Ruhe geben mit ihrer Stigmatisierung, ihren Verleumdungen gegen die neuen Konservativen, weil diese den Altparteien die so liebgewonnenen politischen und materiell äusserst lukrativen Erbhöfe abgetrotzt haben und weiter abtrotzen werden. Um nichts anderes geht es, und dabei ist der inflationär gebrauchte Nazivegleich die bequemste rethorische Allzweckwaffe, um die Anhänger dieser neuen Rechten in den Senkel zu stellen. Und dabei ist eben die grössenwahnsinnige und rücksichtslose Weltrettungs-Politik der Altparteien zum Nachteil der "schon länger hier lebenden" genau der Humus, die hilfreiche Hebamme, der die AfD immer stärker wachsen und gedeihen lässt. F.J. Strauss hat sinngemäss einmal angemerkt, dass jede Kritik des politischen Gegners die eigenen Reihen stärkt, jedes Lob hingegen die Alarmglocken läuten lassen muss, dass etwas schief gelaufen sein muss in der eigenen Programmatik. Die AfD ist also auf gutem Wege...

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Nania 13.01.2019, 23:29
41.

Zitat von curiosus_
...gar nicht ernst gemeint war - warum ist er dann gegangen? Irgendwie unlogisch, oder? Und zu "Als rein konservative Partei hätte die AfD auch deutlich weniger Wählerpotential": Na ja, der Poggenburg-Flügel schreckt nicht so ganz weit rechts stehende potentielle Wähler ab. Und das Wählerpotential dürfte deutlich größer sein.
U.a. hier: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/andre-poggenburg-tritt-aus-der-afd-aus-a-1247481.html können Sie die Gründe für Poggenburgs Austritt nachlesen.

Ich habe außerdem nicht von "ernst gemeint" geredet, sondern von Kosmetik. Die AfD gibt also nach außen etwas anderes vor als sie innerlich vertritt und aktuell, da die Beobachtung durch den Verfassungsschutz droht, ist zudem die Bereitschaft da, sich sprachlich etwas zurückzunehmen. Da passt jemand wie Poggenburg, der sich den Mund nicht einschränken (ich schreibe hier bewusst nicht verbieten) lassen möchte, eben nicht ins Bild; auch wenn man dessen Gedanken schon vertritt. Und in schöneren Worten ist Gauland davon nicht weit entfernt. Nur als Beispiel.

Und zum zweiten Punkt:

Diejenige, die jetzt noch die AfD wählen, nach all ihren Ausfällen, nach all dem Unvermögen über Jahre hinweg sich mit den rechten Kräften in den eigenen Reihen auseinanderzusetzten und die Rechtsextremen bereitwillig als Steigbügelhalter zu akzeptieren, sind in meinen Augen nicht mehr konservative Protestwähler, sondern Menschen, die bereitwillig Leute wählen, die in Teilen Neonazis mehr als nahstehen.
Der Poggenburg/Höcke-Flügel schreckt da niemanden ab. Den gibt es schon seit langen Jahren.

Und wir haben - ob Sie es glauben oder nicht - mit der CDU immer noch eine konservative Partei und das dürften auch die meisten konservativen, aber nicht-rechten Wähler durchaus auch so sehen. Nur heißt konservativ heute eben nicht mehr das Bewahren der Werte von vor 50 Jahren. Auch Konservative müssen mit der Zeit gehen und die ändert sich nun mal.

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quark2@mailinator.com 13.01.2019, 23:30
42.

Was, wenn die AfD damit weitermacht und die braune Soße wirklich los wird ? Wird die Linke in der Lage sein, das zu sehen, zu akzeptieren und den Hass zu beenden, oder bleibt man einfach dabei, weil man dran gewöhnt ist und ein Feindbild braucht ? Am Ende des Tages gibt es keine andere bundesweit sichtbare Partei, die sich offen der EU-Förderierung entgegen stellt. Wen soll man wählen, wenn man das nicht durch die Hintertür will ? Persönlich wäre mir eine wirklich demokratische EU lieber, so daß man solche Parteien nicht braucht. Und für mich kömmt die AfD auch nicht in Frage, weil sie ein neoliberales aund somit antisoziales Wirtschaftsprogramm hat. Aber dennoch, das was diese Art Parteien stark macht, ist die EU-Politik der Bundesregierung.

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4.mueller 14.01.2019, 00:32
43. Treffende Analyse!

Mit dem Abgang Poggenburgs wird die AFD wohl sicher zunächst einige Prozentpunkte verlieren - das sind die Wähler die in der Vergangenheit die Ultrarechten Gruppierungen (NPD, DVU, REP....) unterstützt haben. Das ist dann auch stets eine unbelehrbare Restmasse, die irgend wo an der Grenze zur Bedeutungslosigkeit herumkrebst. Augenscheinlich unvermeidbar, zwar bedauerlich und für Normaldenkende nicht nachvollziehbar, aber keine ernsthafte Gefahr für eine starke Demokratie, die eben auch mit solchen Auswüchsen fertigwerden muss. Letztendlich wird die AFD aber die Verluste überkompensieren - nämlich aus dem bürgerlich-konservativen Lager der enttäuschten CSU/CDU und SPD-Gefolgschaft. Diese wiederum können sich mit den vergleichsweise gemäßigten Positionen von Leuten wie Gauland, Meuthen oder Pazderski arrangieren - würden aber nie im Leben auf die Idee kommen, bei einem Höcke oder Poggenburg das Kreuzchen auf dem Stimmzettel zu machen. Letzendlich könnte sich dann sogar die AFD zu einer koaltionsfähigen konservativen Größe entwickeln, vergleichbar mit den Tories im UK oder der Republikanischen Partei in den USA. Das mag sicher dem einen oder anderem nicht schmecken, aber etwas vergleichbares hat die deutsche Parteienlandschaft aktuell nicht anzubieten.

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ceroc 14.01.2019, 00:52
44. Stimmt

Rechts von der AfD wird es keine legitime Volkspartei geben.
Höcke könnte gerne auch noch gehen.

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linksrechtsmitte 14.01.2019, 02:41
45. Macht, ist das Zauberwort - #1

Poggenburg und die Dame aus dem Norden dürften nur der Anfang sein.
Es fehlen noch der Oberlehrer aus Lünen und die Herzogin von Oldenburg a.D., dann sind sie Koalitionsfähig, so hoffen die Granden der AFD. Die ehemalige Grande Dame aus NRW, F. Petry wollte auf Oppositionspartei machen. Der Herr "Gau"land und sein Kumpel aus Schwaben aber wollen an die Macht, sie ging! Mit Poggenburg, einem recht einfach gestrickten, aber auf der extrem rechten Seite recht gut vernetzten Typen aus der Führungsriege ist nun ein weiteres Hindernis für den Machtanspruch der AFD - Granden aus dem Weg geräumt. Demnächst sind Landtagswahlen in, na sagen wir mal, Sachsen, wo es spitz auf Knopf zugehen wird. Die AFD könnte nach meiner Einschätzung in Sachsen bei Einzug von 5 oder 6 Parteien in den Landtag des Freistaates die absolute Mehrheit gewinnen. Wenn sie dies nicht kann, könnte trotz allem eine komplizierte Situation entstehen, bei der sich die CDU zwischen ex - SED und AFD entscheiden müsste. Da ist es doch gut, wenn die momentanen "Säuberungen" innerhalb der AFD die Partei in ein, deutschlandweit gesehen, besseres Licht setzten. Dem muss ich allerdings entgegenhalten, dass die AFD, gerade in Sachsen, einem nationalsozialistischen Gedankengut sehr nahe steht. Sie wird in Sachsen auf Jahre oder Jahrzehnte hinaus die dominierende Kraft sein, die CDU hat meiner Meinung nach bei den Sachsen alle Glaubwürdigkeit verspielt, die ihr unter Biedenkopf mal auf Vorschuss gegeben wurde. SPD und Grüne sind recht bedeutungslos und die Linke hat 60% ihrer Wähler an die AFD verloren, da die AFD, zumindest in Sachsen, das gleiche Horn in anderer Tonart bläst. Es ist irgendwie unreal, was da gerade passiert, aber die AFD macht sich hübsch für die CDU! Ich bin gespannt, wie das ausgeht, die Welt wird sicher nicht untergehen, jedoch sollten Presse und Parteien sich darauf vorbereiten, dass eine neue Macht in Deutschland antritt, die alles verändern könnte. Bei allem Gruseln sollten wir berücksichtigen, dass die Granden der AFD, so widerlich einige Sprüche sein mögen, keine echten Nazis sind. Sie sind Rassistisch - ja, sie sind zum Teil überkommen im Frauenbild - ja, aber ich glaube nicht, dass sie wirklich Nazis sind. Bei besagter ehemaliger Herzogin aus Oldenburg und dem Oberlehrer aus Lünen lege ich meine Hand nicht ins Feuer, jedoch bin ich mir sicher, dass die entweder an die Kette gelegt oder vor den Wahlen entsorgt werden. Die Gesellschaft braucht Antworten, die die nationalistisch gesinnten Schwestern und Brüder da an Fragen auftürmen, Antworten und nicht Verunglimpfungen.

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linksrechtsmitte 14.01.2019, 02:42
46. Macht, ist das Zauberwort #2

Die AFD, Pegida und all die seltsamen Auswüchse des so genannten Patriotismus sind nicht der Ausdruck einer verblödeten Bevölkerung sondern die Antwort auf Phrasen, wie eines führenden sächsischen CDU - Typen in einer Phoenix - Sendung mit handverlesenem Publikum "Da soll ich jetzt in 5 Minuten einen komplexen Sachverhalt darlegen - typisch!"! Typisch ist die Ratlosigkeit, gepaart mit Arroganz. Das Volk - ich mein es mit Volk als einfachem Bürger ernst - braucht aber einfache Antworten, denn es hat genug mit dem täglichen Überleben zu kämpfen. Wenn die Antwort der AFD zu jedem Thema disruptive Migration ist, dann muss nicht unbedingt die Kontroverse die Antwort sein, sondern die konkrete Aktion zur Beseitigung des möglichen Misstandes. Auch das Thema Migration muss in Form von Zuwanderungsgesetzen geregelt werden - was soll man denn für Argumente bringen, wenn man damit konfrontiert wird. Und wenn die Neonaziszene 6000 Arschlöcher aus ganz D nach Chemnitz karrt, dann sollten sich die Journalisten bitteschön darüber Gedanken machen, wie die 250.000 Chemnitzer vor diesen Bösewichten geschützt werden können, anstatt wieder eine sächsische Großstadt als Nazidorf zu verunglimpfen. Dadurch - und zu großen Teilen dadurch - ist die AFD jetzt in der Lage, sich für die CDU hübsch zu machen! Danke, lieber Sensationsjournalismus, dass Du mir meine Heimat kaputt gemacht hast! Ich sage nur eins - NPD 13% war schlimm, jedoch langfristig zu ändern; aber AFD 40% + x% = Katastrophe, die nicht hätte sein müssen und sich so schnell nicht mehr ändern lässt! Wenn der Brückenkopf Sachsen steht, wird erst Ostdeutschland genommen werden, und dann der Westen infiltriert - so geht Macht, mal sehen, ob ich richtig liege.

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jianxu 14.01.2019, 02:55
47. Die Kanzlerin und das Recht

War die Grenzöffnung verfassungswidrig? Keine leichte Frage. Es gibt unterschiedliche Einschätzungen dazu, unter anderem ein Rechtsgutachten von Udio di Fabio und eines des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages. In anderen Medien wurde darüber sehr differenziert berichtet. Diese Art der neutralen, informativen Berichterstattung wünsche ich mir auch bei SpiegelOnline zurück.
https://www.cicero.de/innenpolitik/grenzoeffnung-fuer-fluechtlinge-die-kanzlerin-und-das-recht

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linksrechtsmitte 14.01.2019, 03:15
48. Genau!

Zitat von spon_12
Was soll man denn aber auf einen solchen Kommentar antworten, der außer Polemik und Übertreibung so gar nichts zu bieten hat? Haben Sie sich schon Mal eine Debatte im Bundestag angeschaut. Falls nicht - machen Sie einfach Mal. Sie können reingreifen, wo Sie wollen, Sie müssen schon verdammtes Glück (oder Pech - je nachdem) haben, einen Redebeitrag der AfD zu finden, der sich nicht in irgend einer Weise mit der Flüchtlingsfrage beschäftigt. Und sei der Zusammenhang auch noch so konstruiert.
Hab mal letzten Sommer einem AFD - Anhänger die einfache Frage gestellt, welche bedeutenden Programmpunkte die AFD denn so hätte, bei denen die Worte Ausländer, Migranten und Deutsche nicht vorkommen. Da war erst Gestammel zu hören und dann Stille im Garten.

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linksrechtsmitte 14.01.2019, 03:30
49. Diskurs unmöglich!

Zitat von GeMe
zu 1. ja die AfD ist immer rechts. Man höre/lese dazu nur die Berichte vom Parteitag in Risa. Dort sagte Mike Moncsek in seiner Rede, nach der er auf Listenplatz 20 gewählt wurde: "Wenn ich sehe und wenn ich höre, wer sich da diese Position erarbeitet hat in den Parlamenten, dann sage ich Euch, meine Freunde, die müssen wir rausschlagen und wir müssen sie jagen und wir werden sie jagen und erlegen ist uns, mein erklärtes Ziel." Das Bekenntnis der AfD zur Demokratie entspricht dem der NSDAP Anfang der 30er Jahre zur Demokratie. Die AfD inhaltlich anzugreifen ist schwierig: 1. Es gibt quasi keinen Inhalt bei der AfD 2. Es ist den AfD-Anhängern egal, wenn man z.B. das "Sozialprogramm" der AfD kritisiert. Ich habe kürzlich eine AfD-Anhängerin damit konfrontiert, dass die AfD den Sozialstaat abschaffen will. Darauf anwortete sie mir "Die AfD ist die einzige Partei die gegen Ausländer ist, darum wähle ich die. Was die AfD sonst noch will, ist mir egal." Genau das ist die Meinung von ca. 95% der AfD Wähler. Zumindest kommt man zu dem Schluss, wenn man verfolgt, was die AfD und ihre Anhänger auf Facebook und Twitter schreiben.
Meine Erfahrung ist, dass eine Diskussion mit AFD - Anhängern auch Face to Face schwer, wenn nicht unmöglich ist. Argumentativ ist da nichts zu machen, denn die hören, zumindest in Sachsen, nicht mehr zu. Das mag vor allem am öffentlichen Umgang mit DEN SACHSEN in den vergangenen Jahren liegen, aber Essenz ist - man kommt nicht mehr durch. Diese Entwicklung findet seit etwa 5 Jahren statt und ist seit 2 oder 3 Jahren abgeschlossen. Zudem ist die AFD in Sachsen eher eine Nachfolgepartei der NPD, so empfinde ich das, und die haben irgendwie psychologisch extrem gut geschulte hoch manipulative Leute im Hintergrund sitzen. Ich werde damit im allwochenendlichen Leben konfrontiert und gebe Ihnen bei Ihren Beobachtungen in SM vollkommen Recht. Das betrifft auch gebildete Menschen, die früher mal PDS/Linke gewählt haben. Ich habe den Kampf de Facto aufgegeben, konzentriere mich nur noch auf meine Kinder, damit die nicht auch so werden.

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