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Angebliche Fremdenangst: Aufregung um Lindners Bäckerei-Anekdote
AFP

Auf dem FDP-Parteitag erzählte Christian Lindner eine Anekdote über angebliche Fremdenangst in der Bäckerei-Schlange: Im Netz sorgte das für so viel Aufregung, dass der Parteichef seine Aussagen noch einmal erläuterte.

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Palmstroem 13.05.2018, 16:38
40. Der Herr Lindner sollte wieder mal seine Brötchen selbst kaufen

Man merkt, dass Herr Lindner schon lange keine Brötchen mehr gekauft hat. Denn sonst würde ihm auffallen, wie viele Menschen, die anders aussehen und gebrochen Deutsch sprechen, hinter der Theke stehen und die Deutschen vorne bedienen. Denn wie viele Deutsche sind noch bereit, für 800 Euro netto um fünf Uhr morgens
mit der Arbeit zu beginnen oder bis 22 Uhr abends im Laden zu stehen.

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Meckerameise 13.05.2018, 16:40
41.

Wie schön sich so mancher sich da gerade blamiert hat. Da hat einer etwas falsch interpretiert und poltert los, als wäre er die moralische Höchstinstanz. Dieser Chris Pyak hat internettypsich gestern mal ein Megafail hingelegt. Gratulation dazu! Und schön, dass da so mancher auf diesen pseudomoralischen Zug aufgesprungen ist, um der Welt mal wieder zu zeigen, wie kosmopolitisch und toll man wäre. Obermegafail. Leider hat nicht immer derjenige Recht, der am lautesten schreit, egal, ob diese Stimme von links oder rechts kommt.

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Aberlour A ' Bunadh 13.05.2018, 16:48
42. Danke Herr Lindner für dieses Beispiel

Das wurde ja auch höchste Zeit, dass dieses wichtige Thema mal jemand anspricht. Ich kaufe nämlich nur noch Aufbackbrötchen, seit ich nicht mehr sicher sein kann, dass in der Schlange bei meinem Lieblingsbecker wirklich nur rechtschaffende Menschen stehen. Dabei kostet das einfache Mehrkornbrötchen dort schon 0,70 Euro. Aber immer noch stehen nicht deutsch aussehende Leute in der Schlange. Wenn noch nicht mal mehr über den Preis diskriminiert werden kann, fühlt man sich als rechtschaffender Deutscher wirklich nicht mehr wohl. Echt jetzt.

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Elrond 13.05.2018, 16:54
43. Uns täte allen etwas mehr Gelassenheit

gut im Umgang mit Menschen beim Bäcker in der Schlange. Vielleicht kommt man mit dem ein oder anderen ins Gespräch und kommt vergnügt zurück nach Hause und erzählt dem anderen oder den anderen von einem netten Plausch beim Bäcker um die Ecke. Das ist interessant, nicht aber die Frage, welchen Aufenthaltsstatus der ein oder andere jetzt gerade hat. Ins Gespräch kommen, sich verständigen ist das Motto, was uns voranbringt. Ich kann nur immer wieder betonen, Vielfalt ist ein so großes Geschenk. Einfalt ist auf Dauer öde. Eine pluralistische Gesellschaft bringt mehr Ideen voran, schafft neue Arbeitsplätze.

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weltverkehrt 13.05.2018, 16:54
44.

Zitat von heijfis
Jeden Tag, wenn ich unsere Brötchen holen gehe, dann verabschiede ich mich von meiner Frau, als ob es zum letzten sei. Wer weiß, wem man in der Schlange begegnet. Herr Lindner, gehts noch ?
Das Problem ist, dass selbst Gewalttäter - egal welcher Herkunft - in unserem Rechtsstaat sehr lange nichts zu befürchten haben, während als Paradebeispiel GEZ-Verweigerer monatelang im Knast sitzen, weil sie die Rundfunkgebühr nicht zahlen konnten oder wollten. Und die Gerichte und Staatsanwaltschaften sind mehr und mehr überfordert. In Berlin werde viele Verbrechen gar nicht mehr verfolgt. Dort werden teilweise Drogendelikte gar nicht mehr verfolgt - wohlgemerkt: Egal ob es sich um harte oder weiche Drogen handelt.

Somit ist es eigentlich viel schlimmer, als Lindner sagte. Der illegale Aufenthalt ist angesichts der Nichtverfolgung/-Sanktionierung schwerer Gewalttaten nur ein Problem von einem ganzen Rattenschwanz an Problemen, die das Versagen des Rechtsstaates markieren.

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FrieFie 13.05.2018, 16:56
45. Nein.

Mit den Mitteln des Rechtsstaates kommt man nicht gegen Misstrauen an und der Aufenthaltsstatus besagt überhaupt nichts darüber, ob ein Mensch "rechtschaffen" ist.
Ich will auch nicht wissen, ob der andere Typ in der Schlange den deutschen Staat um mehrere Hunderttausend Euro Steuern oder die Kunden seiner Firma mit vorgeblich erfülten Umweltstandards betrogen oder letzte Nacht durchgehend gekokst hat, ob die Frau nebenher schwarz als Putze arbeitet oder das Kind das Geld für das Schokokroissant den Eltern aus dem Portmonnaie geklaut hat.
Der Staat kann überhaupt nicht sicher stellen, dass jeder einzelne, der sich im Land aufhält, einen legalen Status hat. Abgelaufene Visa und innereuropäische, unkontrollierte Grenzübertritte machen das schon unmöglich und möchte man nicht wieder komplett geschlossene, kontrollierte Grenzen und einen Überwachungsstaat mit "Blockwarten" haben, muss man sich damit abfinden dass es eben auch Leute gibt, die illegal einreisen und hier leben.
Der Staat kann auch nicht sicher stellen, dass keine anderen Verbrechen begangen werden - und wenn er beim Bemühen Erfolg zu vermelden hat, wird extra betont, dass das "kein Anlass zur Entwarnung" wäre.
In einem Staat, der eben nicht die totale Kontrolle ausübt, gibt es eben immer Grauzonen und Menschen, die Freiräume ausnutzen. Trotzdem leben wir in einem sehr sicheren Staat - was ja einer der Gründe für die Zuwanderung ist, dass einem nicht alle naselang eine Bombe um die Ohren fliegt, dass man nicht von Milizen oder Polizei willkürlich verhaftet und gefoltert wird, dass man nicht für jedes Vergehen in einem feuchten Kellerloch verschimmeln muss.
Man kann aber nicht beides haben, größtmögliche individuelle Freiheit und gleichzeitig größtmögliche subjektive Sicherheit. Wo der Häuslebesitzer keine Überwachung durch Spitzel befürchten muss, kann er leider auch seine Frau vertrimmen, die Partypeople können keine Drogen konsumieren ohne Drogenhandel und die Machtmenschen können sich bis zur sexuellen Belästigung an Schwächeren ausleben... die Mittel dagegen sind vielfältig, aber niemals ein lückenlos alles erfassender Staat.
Lindner sollte insofern mal seine Vorstellung von staatlicher Gewalt überdenken, und wie sie Einfluss auf das subjektive Sicherheitsempfinden hat. Und öfter mal selbst die Brötchen kaufen... in Warteschlangen ergeben sich manchmal interessante Gespräche mit Leuten aus aller Welt.

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weltverkehrt 13.05.2018, 16:58
46.

Zitat von haarer.15
Sorry - sowas ist natürlich Wasser auf den Mühlen von Rechtspopulisten.
Und solche altklugen Floskeln, wie ihre, sind Wasser auf die Mühlen von Dummschwätzern mit verarmtem Wortschatz.

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Denken2018 13.05.2018, 16:58
47. Das ist keine liberale Partei mehr..

Seit heute ist wohl endgültig klar, dass die FDP keine liberale Partei mehr ist. Sie ist nur noch liberal, wenn es um die grenzenlose Freiheit der Finanzmärkte geht.

Was ist nur aus dieser FDP geworden. Ich hoffe, dass sie wieder aus dem Bundestag verschwindet (Wer hat sie dort wirklich vermisst?) und in Bayern im Herbst an der 5 Prozent-Hürde scheitert.

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Hank-the-Voice 13.05.2018, 16:58
48. Keine rechtsfreien Räume dulden

Da hat Herr Lindner recht. Es muss in Deutschland einen verlässlichen Rechtsstaat geben. No Go Areas darf es nicht geben. So muss sich ein Afrikaner in Leipzig genauso sicher fühlen, wie Oma Meier in Berlin-Neukölln.

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manskyEsel 13.05.2018, 17:05
49. Lindner, lassen Sie sich nicht unterkriegen!

Ich weiss nicht, wo Herr Lindner seine Brötchen kauft, aber hier in Wilma'sDorf hab ich noch nie ne Schlange beim Bäcker erlebt. Und wenn ich in einer anstehen müsste, wäre es mir doch piepenhagen, woher die anderen Leute stammen. Dem Herrn Lindner sollte es egal sein, wie die Hühnerhirne seine Worte interpretieren. Die verdrehen jede Aussage, um sich wichtig zu machen.

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