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Angeblicher No-Deal-Kurs: Schottische Premierministerin nennt Johnsons Regierung "gef
Jane Barlow/ AP

Deutliche Worte aus Edinburgh: Schottlands Premier Nicola Sturgeon vermutet, dass Boris Johnson Großbritannien insgeheim ohne Deal aus der EU führen will. Darüber könne alles "Getöse" nicht hinwegtäuschen.

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alfredo24 30.07.2019, 09:19
60. Eine schöne Ablenkung der Deutschen.

Je mehr in deutschen Medien inkl. der zahlreichen Kommentaren Großbritannien bedauert wird, dass sie einen Menschen wie Boris Johnson nun an der Spitze haben und dass sie so leiden müssen, wenn sie aus der EU ausgetreten sind, um so mehr denke ich, dass gerade das Gegenteil eintreten wird. Man wehrt sich in Deutschland enorm, dass Großbritannien aus der EU austritt und zwar mit allen Mitteln. Alle Menschen in Deutschland, die nicht richtig nachdenken, können dies alles nicht verstehen. Großbritannien wird bedauert, weil ihre Politiker so viele Fehler machen und vergessen dabei völlig, was die Politik und die Medien in Deutschland mit den Menschen machen.

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cobaea 30.07.2019, 09:19
61.

Zitat von stedaros
Gegen eine Ablösung ist das Gleiche wie Verbleib - "Bei einer ersten solchen Abstimmung 2014 hatten sich noch 55 Prozent der Schotten gegen eine Ablösung von dem Vereinigten Königreich ausgesprochen. Bei dem Brexit-Referendum im Juni 2016 hatten sie aber mehrheitlich für einen Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU gestimmt." Tolles Statement
Sie haben ungenau gelesen: Das eine Mal geht's um die Ablösung Schottlands vom Rest-UK. Das zweite Mal um den Verbleib in der EU. EU und UK sind nun wirklich nicht das Gleiche, Man kann durchaus dafür sein, dass das ganze Land in der EU bleibt und gleichzeitig dagegen sein, dass sich Schottland von England, Wales und Nordirland. trennt. Oder man zieht den Schluss "ich will in der EU bleiben, der Rest des Landes nicht, also mache ich mich selbständig". Weshalb man aus den beiden Abstimmungsergebnissen alleine keine Schlüsse darauf ziehen kann, wie ein Unabhängigkeits-Referendum ausginge.

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j.vantast 30.07.2019, 09:20
62. Wow

"Der Premier will neben seinem Austrittskurs auch neue Investitionen in Höhe von 300 Millionen Pfund (rund 334 Millionen Euro) für Schottland, Wales und Nordirland verkünden."
Na, was ist BoJo doch für ein Gönner. 334 Millionen Euro, das ist nicht einmal die Hälfte der Kosten für die Elbphilharmonie. Das ist ja ungefähr so als wenn man einem Bettler 1ct in den Becher wirft und dabei einen gönnerhaften Blick aufsetzt.

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Adrianstein 30.07.2019, 09:22
63. Der vorliegende Deal sollte als Brücke fungieren

Durch das "Getöse" der Brexiteers und "Leave means Leave" Stakkato -Parole wird völlig ignoriert , dass

1. die Abstimmung zugunsten eines EU Austritts nichts zur zukünftigen Stellung zwischen EU Herrschaftsgebiet und indirekt angeschlossenen Staaten wie Schweiz und Norwegen sowie dem UK ausgesagt wurde. Hier wartet eben Arbeit .
2. der jetzige Deal ja nur ein Übergangsrahmen der wie eine Brücke zwischen Vorher- Nachher funktionieren sollte, ohne endgültig Zölle und gemeinsame Gremien oder Gerichtsbarkeiten vorwegzunehmen
3.dass der Austritt ohne Vertrag ohnehin nicht bleiben wird , WTO Zölle mit der EU Wirtschaft und Grenzkontrollen ohne gemeinsame EU Spezifikationen langwieriger als mittlerweile zwischen Osaka und Antwepen werden.
4. dass die Grenzziehung zwischen Nordirland und dem EU Mitglied Republik Irland ohnehin ein albtraumähnliches Problem im Alltag und in der Politik ( Ulster Partei in der Regierungsmehrheit)
zu werden verspricht

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cobaea 30.07.2019, 09:23
64.

Zitat von upalatus
Ja, Boris tingelt mal wieder im Land herum und will die Menschen, mal wieder, in großartige Traumwelten rüberlabern, und verspricht als zuckrige Kirsche oben drauf massig Pfunde. Leider ist der Mann das Beste, was UK politsch derzeit aufbieten kann. Nicht so eine Zirkusfigur frisst einem die Zukunftszuversicht an, sondern der Zustand einer Masse, die solche Qualitäten als Führer etabliert.
Das sind nicht "massig Pfunde", was er da verspricht. Nordirland bekommt heute von der EU jährlich 430 Mio. Euro für die Landwirtschaft und aus dem Strukturfonds. Wenn BoJo da 300 Mio. "zusätzlich" für Schottland, Wales und Nordirland verspricht, haben die Nordiren ein Loch in der privaten (Bauern) und der Staatskasse.

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schwerpunkt 30.07.2019, 09:24
65.

Zitat von isi-dor
Die Regierung Johnson hat bisland noch keinen Vertragsvorschlag an die EU gemacht, der auch durch das britische Parlament gegangen wäre. Johnson hat dem Parlament auch noch überhaupt gar nichts vorgelegt, über das das Parlament überhaupt nur abstimmen könnte. Es dürfte daher klar sein, dass Johnson auch kein anderes Abkommen mit der EU anstrebt, sonst müsste er erstmal im eigenen Land aufräumen und einen Konsens erreichen. Wie aber soll er einen Konsens erreichen in einem Land, in dem er weder im Parlament, noch beim Volk eine Mehrheit hat? Es gibt nur eine einzige ehrliche Maßnahme: Neuwahlen!
Angesichts der Aufgaben und ihrer Reihenfolge, sowie Komplexität erscheinen dafür 3 Jahre als äußerst ambitionierter Zeitrahmen. Bis zum 31.Oktober sind es aber nur noch 3 Monate.
Also wenn nicht noch irgend ein unvorhergesehenes Wunder geschieht, wird GB am 31.Oktober die EU ohne Vertrag verlassen. Mit allen Konsequenzen für die EU-Staaten, aber vor allem für GB selbst.

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cobaea 30.07.2019, 09:25
66.

Zitat von Hinrich7
und wer macht den großen Reibach? Johnson ist so wenig Luftikus wie etwa Trump, die Wirtschaftsfreunde machten nie einen Hehl aus ihren wahren Absichten und das Wahlvolk läuft Ihnen nach. Wir haben jetzt auch noch eine Kommissionspräsidentin die beweisen kann ob ihre Beziehungen zur Berater- und Großindustrie hilfreich sind bei den Gesprächen mit den Cambridge- und Oxfordpolitikern. Ansonsten gehts nur nach Westen zum großen Bruder USA.
"Wir" haben noch einen EU-Kommissionspräsidenten und keine Präsidentin. Die tritt ihr Amt erst am 1. November an. Wenn BoJo seine Versprechen wahr macht, ist das UK am Tag zuvor aus der EU ausgeschieden. Bis dahin verhandelt Barnier unter Kommissiionpräsident Juncker - sofern überhaupt jemand verhandelt.

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mhwse 30.07.2019, 09:29
67. USA Bundesstaaten:

Zitat von mpigerl
sowohl in GB wie auch in DE. Nein die EU nützt nicht den Schuldenstaaten sondern in erster Linie den reichen Industriestaaten! Und GB wird dies auch im nächsten Jahr erfahren. Was nützt der City of London mir ihren Bank, dass kleine England ohne Zugang zum europäischen Markt? Was nützt der britischen Autozulieferindustrie, dass kleine England, wenn Importsteuern auf deren Teile fällig werden? Was nützt der FLugzeugindustrie, Pharamzie und Medizinprodukteindustrie eine englische Zulassung, wenn sie damit nicht auf den europäischen Markt dürfen? Brexit ohne Deal? Ja wird er EU etwas weh tun, aber GB geht damit auf Tauchfahrt und kommt in 10 Jahren auf dem Niveau von Albanien wieder raus (nix gegen Albanien). Es sei denn sie ziehen vorher die Reißleine und werden der 53. Bundesstaat der USA:
"Zurzeit bestehen die Vereinigten Staaten aus 50 solcher Bundesstaaten."
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Bundesstaaten_der_Vereinigten_Staaten

Wer hat das mit den 52 in Umlauf gebracht - selbst meine Frau, die dort aufgewachsen ist sagte letztes Mal 52 ..

Es sind aber aktuell nur 50. (schon eine geraume Zeit)

dazu kommen Territorien:

Puerto Rico, Guam oder der District of Columbia.
(dann wären es aber jetzt schon 53).

das mit den 52 bezieht sich also auf "virtuelle" Staaten.

damit wäre England - ob die anderen das wollen (Schottland, Wales, Nordirland), muss erst erfragt werden, immer erst der 52.

Weil die 51-52 alle Anwärter, beinhaltet.

Puertoricaner haben z.B. die Option, die EU Staatsbürgerschaft zu erhalten, was den USA nicht gefällt, und der EU auch nicht, denn wenn Puerto Rico Teil der USA wäre, könnte damit jeder US Amerikaner die EU Staatsbürgerschaft beantragen, wenn er nach Puerto Rico zieht und sich dort anmeldet ..

Also wenn GB Teil der USA würden, wäre die EU auch Teil der USA - früher oder später ..(oder die USA Teil der EU .. wie man es sehen will ..) - weil es mit Nordirland ein Gebiet gäbe, das beiden Regionen zugehören könnte ähnlich wie Puerto Rico ..

Wäre ggf. nicht schlecht - aber wenn man die Lebensbedingungen in Kanada anguckt, sieht man was die USA davon abhalten, so zu werden wie Europa .. (in Kanada ist es weit angenehmer..)

(und es gibt schon aktuell mit den USA schon eine Reihe rechtsgültiger Abkommen, die zwar etwas angestaubt sind (und die kaum noch einer im Hinterkopf hat), die die klare Grenze z.B. zwischen Deutschland und den USA verwischen ..)

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mantrid 30.07.2019, 09:40
68. Wer hoch pokert...

... kann hoch verlieren. Andere Lautsprecher müssen und werden das auch erleben. Bei Erdogan zeigen sich erste Risse im Machtfundament. Sich ausgerechnet mit Trump anzulegen, der geanuso Krawall-gebürstet ist, aber einer wirtschaftlich und militärisch weit überlegenen Macht vorsteht, zeugt von Größenwahn oder Irrealismus. Dafür hat Trump ein verfassungsrechtliches Ablaufdatum. Putin hat wenigstens noch militärische Macht, ist aber auch Dank der Sanktionen, Präsident eines Wirtschafts-Zwerges. Johnson könnte es schaffen, das Vereinte Königreich zu sprengen und Prime-Minister von Little-Britain statt eines British Empire zu werden.

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TscheffichheißeTscheff 30.07.2019, 09:44
69. Also, wenn das schon zu kompliziert ist,

Zitat von stedaros
"Bei einer ersten solchen Abstimmung 2014 hatten sich noch 55 Prozent der Schotten gegen eine Ablösung von dem Vereinigten Königreich ausgesprochen. Bei dem Brexit-Referendum im Juni 2016 hatten sie aber mehrheitlich für einen Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU gestimmt." Tolles Statement
wird es mit dem umfassenden Verständnis für einen so komplexen und noch nie da gewesenen Vorgang wie den Brexit natürlich ganz schwierig.

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