Forum: Politik
Angedrohter Truppenabzug: SPD wirft US-Botschafter "Feldherrenpose" vor
Klaus-Dietmar Gabbert / DPA

Weil Deutschland zu wenig für das Militär ausgebe, droht US-Botschafter Grenell mit Truppenabzug. SPD-Fraktionsmanager Schneider widerspricht scharf: Man lasse sich "nicht erpressen".

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charlybird 09.08.2019, 13:53
70. Man sollte

Mr. Unverschämt einfach für den Rest seiner Amtszeit ignorieren. Er ist kein Botschafter sondern ein trumpelnder Wirtschafter und so sollte man ihn behandeln.
Den Abzug amerikanischer Truppen, so er denn stattfindet, werden natürlich die bedauern, die von ihnen leben, aber auch die Amis können trotz Trump noch rechnen.
Amerika mag sich hier in Europa neu orientieren wollen und sie werden natürlich bei den Strammstehern und vor allem bei den klammeren Ländern willkommen geheißen, nur mit der von Deutschland großzügig überlassenen und indirekt finanzierten ''Base'', könnte man den Amis doch mal gelassener, wenn nicht sogar forscher gegenübertreten.

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iasi 09.08.2019, 13:55
71. Der Deal war schon immer: Die USA investieren in die deutsche

Sicherheit und im Gegenzug kauft Deutschland Waffen aus den USA. Es fließen schließlich viele Dollars aus den USA nach Deutschland, um die Truppenstärke der NATO in Deutschland zu erhöhen. Mal ganz abgesehen vom Kriegsgerät, von dem man vom US-Militär nicht hört, dass es nicht funktionert. Die Bundeswehr ist doch eher vergleichbar mit dem Berliner Flughafen - am Mangel an Geld liegt es doch wirklich nicht. Den IS fanden wohl fast alle Deutschen so schrecklich, dass man ihn bekämpfen musste - aber eben nur nicht von der Bundeswehr. So halten wir es doch seit Jahrzehnten. Schändlicher Höhepunkt war Sarajevo, als Europa ohne die USA nicht in der Lage war, einzugreifen.

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Atheist_Crusader 09.08.2019, 13:59
72.

Deutschland muss seine Verteidigungsausgaben erhöhen. Wir haben uns zu 2% bis 2024 verpflichtet und fertig. Das hat nichts mit dem orangenen Widerling oder seinem Möchtegern-Statthalter zu tun (der im Übrigen schon vor langer Zeit hätte rausgeschmissen werden sollen), sondern damit dass wir gegenüber unseren Verbündeten - und damit meine ich nicht bloß die USA - eine Verpflichtung eingegangen sind.
Wenn uns die Zahlen nicht passen, dann können wir die ja diskutieren (oder schlimmstenfalls mit den Zahlen tricksen wie viele andere NATO-Mitglieder). Aber einfach "Nö, machen wir nicht." ist peinlich.

Ich persönlich hoffe ja, dass wir früher oder später die NATO zu Grabe tragen und durch eine EU-Armee ersetzen können. Aber bis dahin werden eben trotzdem noch Investitionen fällig. Deutschland kann es sich nicht leisten so zu tun als sei die Welt ein friedlicher Ort, der nur dann gefährlich wird wenn Deutschland ein funktionsfähiges Militär hat.

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claus7447 09.08.2019, 13:59
73.

Zitat von Emderfriese
Was die "Sozis" angeht, so würde eine klare Haltung zu Verhandlungen mit den USA zu einem Abzug ihrer Truppen nach Lage der Dinge sehr wohl Stimmen bringen. Inzwischen hat wohl eine klare Mehrheit der deutschen Wähler begriffen, dass die US-Truppen nicht zu einem "Schutz" in der BRD stehen, sondern um schlicht US-Interessen umzusetzen. Interessen, die nicht nur in der engeren Region Europa zu verteidigen sind, sondern mittlerweile schon beinahe weltweit. Niemand versteht mehr, wieso deutsche Soldaten in Afghanistan einen aussichtslosen Kampf führen, in Syrien und im Nordirak zwischen alle Fronten geraten und vor allem gegenüber dem Iran Trumpsche unglaubliche Positionen vertreten sollen. Und ich garantiere: kommt es zu einer neuerlichen Aufrüstung mit Raketen in Deutschland, wird die alte Friedensbewegung ein lauer Wind gewesen sein. Allerdings: Ich vermute, dass die "Sozis" wie immer vor ihrem eigenen Mut zurückschrecken und dann das Gegenteil von dem tun, was richtig wäre!
Ich glaube weniger das es an den "Sozis" liegt - eher an der Koalition-Zusammensetzung. Aber das Problem heißt Donald, nicht SPD.

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fred_m 09.08.2019, 14:00
74. Sonderregelungen für US-Militär

Zitat von rst2010
wovon der Großteil steuerfrei und mietfrei in Deutschland lebt.
Nicht nur steuerfrei und mietfrei, sondern auch straffrei, weil das Personal der US-Regierung im Ausland Immunität genießt. Eine solche Immunität ist auch Bedingung für US-Teilnahme an UNO-Missionen.

Um es mit einem Beispiel zu erläutern: wenn ein in Deutschland stationierter US-Soldat im Vollrausch in eine Deutsche Wohnung hineinfährt, dann zahlt der Deutsche Steuerzahler den Schaden. Dieses Beispiel stammt aus einem früheren Artikel zu den Kosten des US-Militärs in Deutschland.

Nur so nebenbei: für Kriegsverbrechen gibt es eine Sonderregelung, den "American Service-Members’ Protection Act", auch bekannt als "The Hague Invasion Act":

https://de.wikipedia.org/wiki/American_Service-Members’_Protection_Act

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Smarty- 09.08.2019, 14:00
75.

Zitat von discuser5
Aber Ihr habt recht, wenn sie gehen wollen, sollten wir Ihnen beim Packen helfen. Doch eines ist auch klar, Europa muss sich auch wieder selbst verteidigen können. Daher sollte der Wehretat von Europa auch in Europäischen Rüstungsprojekten gesteckt werden, anstatt den Wankelmütigen weiter zu subventionieren. Daneben, sollte auch ein Land die Möglichkeit haben sich selbst zu verteidigen. Das hat leider die aktuelle Regierung toll hinbekommen, kein Hubschrauber, kein Boot ist wirklich einsatzbereit... wie soll man da gegen einen Aggressor die Grenzen halten können? Hier ist es löblich, dass vDL endlich das Handtuch geworfen hat und die Nachfolgerin hier (hoffentlich) mehr Erfolg hat. Das ist echt eine Schande, der Zustand der Landesverdeitigung :(
Verteidigen gegen wen? Den bösen Russen? Würden wir die 2% Marke einhalten, würden wir allein so viel Geld für Rüstung rausschmeissen wie die ach so bösen Russen.
Es gab in der Vergangenheit schon diverse Angebote von Russlands Seite, einen Pakt mit Europa zu schliessen, um den Frieden zu sichern. Wurde von EU Seite immer abgelehnt.

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sappelkopp 09.08.2019, 14:01
76. Reisende soll man nicht...

...aufhalten. Es wird Zeit, dass sich Europa auf sich selbst besinnt. Ein Abzug der US-Truppen, ist ein erster guter Schritt dazu. Auch wenn es in einigen Regionen wirtschaftliche Verwerfungen geben wird, diese Verwerfungen haben andere Regionen nach der Verkleinerung der Bundeswehr und der Schließung vieler Standorte auch durchmachen müssen.

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Kaiserslauterer 09.08.2019, 14:01
77. Mein Eindruck

..ist eigentlich auch nicht, dass das weniger Soldaten würden,

interessanter Artikel hierzu.

https://www.deutschlandfunk.de/ausbau-des-us-stuetzpunkts-milliarden-fuer-ramstein.724.de.html?dram:article_id=446289

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Smarty- 09.08.2019, 14:01
78.

Zitat von burlei
"2% des BIP" bedeuten über 60 Milliarden Euro jedes Jahr, über 20 Milliarden Euro mehr als heute. Um mal dem verstocktesten Betonschädel, der sich "konservativ" nennt ein zu gravieren: 20 Milliarden Euro, dafür arbeitet ein deutscher Durchschnittsverdiener 450.000 Jahre! Dafür arbeitet 2/3 der weltweiten VW-Belegschaft 1 Jahr lang! Dafür muss selbst Deutschlands bestverdienender Manager, McDermott von SAP 1.428 Jahre arbeiten. Könnt ihr das verstehen? Kapiert ihr das? Wahrscheinlich nicht. 20.000.000.000 sind eine abstrakte Zahl, die Bedeutung entzieht sich jedem Versuch eines Betonschädels, sie zu ermessen. Und das dreifache dieser Summe wollt ihr in die Rüstung stecken. Wozu? Fühlt ihr euch erregt, wenn ihr einen Panzer oder Kampfhubschrauber oder Jet seht? Dann wird es Zeit, dass ihr euch mal in die Hände eines Psychiaters begebt. Oder sprecht doch einmal mit den Opfern dieser Waffen. Oder mit euren Großvätern, die in Russlands Einöde in diesen Stahlsärgen, Panzer genannt lebendig verbrannt sind. Leider geht das aber nicht mehr. Liebe SPON-Redaktion, ich würde Verständnis haben, wenn Ihr diesen Beitrag löscht. Er musste aber sein, weil mir diese Militaristen unwahrscheinlich auf den Senkel gehen.
Volle Zustimmung. Vielen Dank für diesen Beitrag

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qoderrat 09.08.2019, 14:02
79.

Zitat von Freidenker10
Deutschland ist nun makl in keinster Weise in der Lage sich selbst zu verteidigen, also muss es jemand anderes tun! Wir bezahlen quasi Schutzgeld!
Sie sind also der Meinung, dass wir von der USA geschützt werden, einer Nation die uns gegenüber seit Trump durch wiederholte grobe Erpressungsversuche auffällig wurde?

Ich fürchte diese Idee kann ich bestenfalls als blauäugige Naivität bezeichnen. Die USA hat ihre Stützpunkte bei uns, weil sie hier durch die zentrale Lage ihre geopolitische Strategie am besten durchsetzen kann. Wenn sie hier etwas schützen, dann sind das bestenfalls ihre eigenen Interessen und militärischen Anlagen.

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