Forum: Politik
Angewandte Sozialdemokratie: Nehmt's den Armen und gebt's den Reichen
Ralph Orlowski/ REUTERS

Kaum ein Thema bewegt Sozialdemokraten so sehr wie die steigenden Mieten. Kleiner Schönheitsfehler: Ausgerechnet die von der SPD favorisierte Europapolitik ist für den Irrsinn am Immobilienmarkt verantwortlich.

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Der Volkswirt 10.05.2019, 08:22
160. Das ist leider die unangenehme Wahrheit

Die Analyse von Fleischhauer trifft leider im Großen und Ganzen in Schwarze, wie ich als Volkswirt bestätigen muss. Euroland kann sich durch die Niedrigzinspolitik nur kurzfristig vom Konkurs der Südstaaten freikaufen. Für die Länge einer Legislaturperiode reicht das. Langfristig müsste Griechenland und andere sich durch ihre eigene Währung abkoppeln, das wäre besser für alle. Durch den vergleichsweise starken Euro kaufen die Griechen nun billigere Tomaten aus Holland und Kartoffeln aus Ägypten, während die Jugend arbeitslos ist. Ein völliger Wahnsinn, den kann man durch Geld drucken nur verzerren, mit entsprechenden Kollateralschäden auf dem Immobiliienmarkt, aber nicht lösen.

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max-mustermann 10.05.2019, 08:26
161.

"Ich glaube nur, dass man als Spitzenkandidat nicht gut beraten ist, die Folgen einer Politik anzuprangern, die man selbst fordert."

Das ist wohl war noch peinlicher ist allerdings wenn mann sich wie AKK hinstellt und die soziale Marktwirtschaft als das beste aller Systeme preist obwohl genau diese von der Union zusammen mit der SPD konsequent abgeschafft wurde und auch weiterhin alles getan wird um deren Rückkehr zu verhindern.

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thom3 10.05.2019, 08:26
162. die Eurozonen-Geldpolitik der SPD anzulasten ist ein fieser Witz

Fleischauer hat von Makro-Ökonomie zudem keine Ahnung, auch Deutschland gehörte mit seiner speziellen ökonomischen Schieflage nach der Wiedervereinigung zu den Verursachern der EZB-Geldpolitik. Das Fehlen eines Mindestlohns erzeugte bei großer Arbeitslosigkeit und steil anwachsenden Arbeitskräfteangebot (geburtenstarke Jahrgänge, Frauen, Zuwanderer) sowie HArtz IV die riesigen Niedrigstlohnsektoren mit deflationären Auswirkungen in Deutschland. Von konservativer wie auch von liberaler Seite kam jahrzehntelang NICHTS zur makroökonomischen Lösung dieser Schieflage - man hatte nämlich gar nichts gegen diese gewaltige Umverteilung von unten nach oben - außer extrem dusseligen, fiesen, psychologischen Schuldzuweisungen, indem man etwa die EZB und die Banken zu Sozialdemokraten erklärte.

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quidquidagis1 10.05.2019, 08:59
163. ...

Zitat von zeisig
zum Thema "Überschätzte Bekanntheit von Politikern" ausgerechnet Barley und Habeck zu nennen - na ja. Bei mir persönlich ist es so, daß der Bekanntheitsgrad von Politikern direkt proportional zu der Präsenz in ARD und ZDF ist, speziell in den Nachrichtensendungen und in den Talkshows. Jedenfalls ist das bei mir so der Fall. Und deshalb muß ich an dieser Stelle Herrn Fleischhauer widersprechen. Seit Monaten vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Habeck oder Barley oder Beide auf dem Bildschirm zu sehen sind. Bekannter ist eigentlich nur noch Angela Merkel.
...und Herr Bosbach:-)

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vegefranz 10.05.2019, 09:12
164. mal wieder ein Highlight

alles sehr schön auf den Punkt gebracht

(die Auswirkungen der Einwanderungspolitik auf die Wohnungsknappheit sollte man tatsächlich eher verschweigen)

Nach einem solchen Artikel sorgt man sich immer um die persönliche Sicherheit von F beim Spiegel: Die intellektuell klar unterlegenen Kollegen dürften doch wohl bei jedem offenen Joghurt im Kühlschrank auf dumme Gedanken kommen....

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spiegelleser987 10.05.2019, 09:13
165.

Es kam in den vergangenen Wochen in Zeitungen, dass die Regierung von Berlin die Mietpreise begrenzen wil. Ebenso kam vor zwei Wochen, dass die Wasserpreise stabil sind. Und am Wochenende konnten wir im Radio etwas anderes erfahren. Die Mieten werden dieses Jahr steigen. Berlin will die Grundsteuer erhöhen. Zusätzlich sollen die Abwassergebühren steigen und es sollen die Müllentsorgungsgebühren erhöht werden. So erhöht man die Mieten über die Nebenkosten. So müssen alle zahlen und Berlin verdient mehr Geld.

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dweik01 10.05.2019, 09:20
166. Da fehlt ein Schritt

IN der Tat sind es nicht die Bösen Vermieter / Eigentümer / Investoren, die zu diesem Desaster am Mietmarkt geführt haben. Sie haben sich nur an die bestehenden Regeln des marktes gehalten und - wie jeder andere normale - für sich die günstigste Alternative gesucht (und gefunden). Aus weniger betuchten Bevölkerungsschichten geht ja auch kaum einer in den möglichst teuren Ökoladen um das doppelte auszugeben, als er eigentlich müsste! Nein da werden Schnäppchen gesucht.
Der entscheidende Schritt der hier fehlt ist die Offenbarung, daß es die Linken allesamt sind, nicht nur SPD, sondern vor allem Grüne und auch die Linke, die den Bock zum Gärtner machen und offensichtlich entweder nichts verstanden haben oder nichts zu ende denken. Es war eine Bundesregierung die 13 Jahre lang (im Wohnbau) geschlafen hat und völlig falsche EURO Rettungsstrategien hatte, es waren Kommunen, die das gleiche taten oder gar ihr Tafelsilber für die nächste Wahl verscherbelten, und es ist die EZB die diesen Irrsinn absichert. Die Debatte läuft absolut gegen die falschen. Deswegen wird sie auch nie etwas lösen oder ändern können. Das ist - leider immer wieder - Ergebnis linker Politik, aller Linksparteien, die nichts zu Ende denkt, obwohl sie mit den Zustandsbeschreibungen durchaus richtig liegen würde! und das Allerschlimmste die politisch "Linken" sind, auch bei SPON, offenbar nicht lernfähig.

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schorri 10.05.2019, 09:25
167. Fleischhauer muss sich ändern

Fleischhauer muss sich ändern.
Er beginnt ja ein neues Leben.
Beim Focus.
Einige Talente bringt er schon mit.
Wie die von ihm in der aktuellen Kollumne angesprochene Ahnungs- und Kenntnislosigkeit in Sachen Politik.
Schon mal was.
Aber eines muss er dringend ablegen: Den ebenfalls von ihm angesprochenen "Hang zur Papperei."
Versoricht zwar im ersten Absatz, sich kurz zu fassen, plappert aber dann doch in bekannter Manier ahnungs- und kenntnislos ohne innere Bremse.
Im Bilderblättchen Focus wird er sich umstellen müssen.
Dafür reicht sein schlichtes Weltbild für die neuen Adfressagen sicher gut und gerne aus.

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Tolotos 10.05.2019, 09:38
168. Die deutsche Staatspartei ist die Partei der Wirtschaftslobbyismus!

Die Union führt in Deutschland systematisch die meisten Regierungen an, - der Souverän von Union (und FDP) ist nicht das Volk, sondern die Wirtschaftslobby!

Uns schon allein dies bewirkt, dass deutsche Regierungen systematisch diejenigen bedienen, die sich Wirtschaftslobbyismus leisten können. Und das sind leider nicht Mieter oder Normalbürger, sondern Vermietungsgesellschaften und andere, die Dragis Niedrigzinspolitik ausweichen können.

Un dass Politiker, wie hier Frau Barley, wenig von dem verstehen, worüber sie reden, ist leider so normal, dass es eher der Rede wert wäre, wenn es nicht so ist!

Vermutlich sind diejenigen, die innerhalb der realpolitischen Willensbildung am meisten von dem verstehen, was sie tun, die Wirtschaftslobbyisten. Deren Ziel ist leider nicht die Vertretung der Allgemeininteressen, aber der Mangel an Sachkompetenz der Anderen macht es ihnen besonders leicht, die Interessen ihrer Klientel gegen die der Allgemeinheit durchzusetzen!

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tuedelich 10.05.2019, 09:41
169. Huch

"Angewandte Sozialdemokratie: Nehmt's den Armen und gebt's den Reichen"

Was hat sich Herr Fleischhauer denn dabei gedacht und vor allem, aus welchen Ecken irgendwas irgendwie hervor gekramt? Falls es ihm noch nicht aufgegangen sein sollte der Hinweis, dass die (echten) Sozialdemokraten gerade dabei sind, den schröderschen Wahnsinn zurück zu ändern. Leider ist der Hemmschuh hierbei nicht die Sozialdemokratie sondern vielmehr vor allem die Union mit ihren sonderbaren völkischen "Werte"vorstellungen.
Vielleicht sollte Herr Fleischhauer in einer neuen Kolumne die "Sozialdemokratie" ersetzen durch christlich, rassistisch, national und natürlich auch scheinliberal - dann wird ein Schuh daraus ;-)

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