Forum: Politik
Angst vor neuen Flüchtlingsdramen: Wie die EU Libyen retten will
REUTERS

Drei Regierungen, Bürgerkrieg, mittendrin der "Islamische Staat": In Libyen warten Hunderttausende auf die Überfahrt nach Europa. Jetzt hat die EU einen Plan vorgelegt, um das Land zu stabilisieren. Kann das gelingen?

Seite 1 von 3
espet3 18.04.2016, 19:49
1.

Die EU/Deutschland kann nicht Libyen retten. Man würde besser tun, sich selbst zu retten.

Beitrag melden
joG 18.04.2016, 21:38
2. Nachdem man den Diktator entfernte....

....wäre die Zeit gewesen das Land zu befrieden. Dazu war man zu feige und wollte wie gewohnt seine Strategie des Trittbrettfahrens weiter machen. So hat man nun die Konsequenz.

Beitrag melden
Bernd.Brincken 18.04.2016, 22:09
3. Chaos-Begriff

Anstatt auf den "einen Gesprächspartner" zu warten, könnte man in Brüssel oder Luxemburg auch einmal geschmeidig agieren und mit den lokalen Clans verhandeln.
Diese Milizen sind mitnichten wilde Banden, sondern dem ein oder anderen regionalen Clan untergliedert.
Die Wirksamkeit dieser Struktur zeigte sich im Bürgerkrieg bei der Einnahme von Tripolis auf Basis einer Absprache der Clans, unblutig und damit ganz anders als unisono von westlichen Experten prophezeit.

Die gegenteilige Gefahr, dass Libyen zerfallen könnte, besteht IMHO nicht. Es gibt in dem Land durchaus einen Nationalstolz, der historisch etwa an die Figur Omar Mukhtar anknüpft.

Beitrag melden
kostas/ludwig 18.04.2016, 22:13
4.

Allein das wirt "retten" zeigt dass EU gar nichts gelernt hat .
Frankreich bzw Großbritannien haben ein sehr stabiles Land durch ihren Einsatz im Chaos gestützt und jetzt nach 5 Jahre Bürgerkrieg ausgerechnet der EU will die EU das Land retten also vom Ironie kaum zu überbitten.

Beitrag melden
Bono Beau 18.04.2016, 22:45
5. Vergessen wir nicht,

Zitat von Kradfahrer
"dass die US-Amerikaner außer Chaos anzurichten nichts können. Afghanistan, Irak, Syrien (mit tatkräftiger Unterstützung der Türkei), Libyen,..."
den Vietnamkrieg und wie er finanziert wurde. Seither regiert die "Finanzindustrie" auf der Grundlage des Petrodollar.

Noch Fragen?

Beitrag melden
staublungenmessias 18.04.2016, 22:46
6.

Vielleicht sind diese Programme besser als Nichtstun. Sie bleiben aber zwangsläufig Flickschusterei - Voraussetzung für einen grundsätzlichen Wandel ist eine fundamentale Änderung der demographischen Entwicklung auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Wie die zu erreichen sein soll ist mir allerdings schleierhaft.

Beitrag melden
thoerchen 18.04.2016, 23:01
7. Throw money at the problem!

Kann Europa schliesslich am Besten. Und Outsourcen auch. Ergo: Man bezahle eine PMC, lehne sich zurück und warte ab. Natürlich nicht, ohne vorher EU-konforme Verhaltensmassstäbe zu definieren. Soll ja nicht jeder EU-finanzierte Söldner so rüpelhaft daherkommen wie ein gewöhnlicher GI. Kostet Kleingeld, bringt Millionen in Form von Konzessionen, Staatsaufträgen und bilateralen Abkommen. Und wenn es nur halb so gut läuft wie mit Executive Outcomes in Sierra Leone vor 20 Jahren, ist der Spuk zum Jahresende vorbei. Ach ja, und wir sind die Guten. Make or buy? Buy!

Beitrag melden
v.papschke 18.04.2016, 23:12
8. Erst

wird alles zerstört, dann will man retten. Was für eine schwachsinnige Politik ! Europa erntet gerade die Früchte seiner "Arbeit". Langfristiges Denken ist wohl nicht die Stärke europäischer Politik.

Beitrag melden
carahyba 18.04.2016, 23:27
9.

Zitat von Bernd.Brincken
Anstatt auf den "einen Gesprächspartner" zu warten, könnte man in Brüssel oder Luxemburg auch einmal geschmeidig agieren und mit den lokalen Clans verhandeln. Diese Milizen sind mitnichten wilde Banden, sondern dem ein oder anderen regionalen Clan untergliedert. Die Wirksamkeit dieser Struktur zeigte sich im Bürgerkrieg bei der Einnahme von Tripolis auf Basis einer Absprache der Clans, unblutig und damit ganz anders als unisono von westlichen Experten prophezeit. Die gegenteilige Gefahr, dass Libyen zerfallen könnte, besteht IMHO nicht. Es gibt in dem Land durchaus einen Nationalstolz, der historisch etwa an die Figur Omar Mukhtar anknüpft.
Es gibt gegensätzliche Strukturen in Libyen, die nicht ohne weiteres, ohne eine starke charismatische Figur zu lösen sind.
Im Westen des Landes ist es der Gegensatz zwischen Stadt und Land, zwischen Stammes- bzw. Clangesellschaft und der Stadtgesellschaft. Diesen Gegensatz versuchte Ghaddafi aufzulösen, indem er Städte für die Clans und Stämme baute, nicht nur Sirte. Ein grosser Fehler war, das er sich nicht bemüht hat die Berberbevölkerung zu integrieren, was ihn aber in Gegensatz zu den arabischstämmigen gebracht hätte.

Der Osten ist weit komplizierter, weil dort die "Brüder" stark sind ich meine den Senoussi-Orden. Die unterstützen offen Salafisten und insgeheim den IS, weil sie sich nach dem Kalifat sehnen. In der Cyrineika gab es zeitweise bis zu drei Kalifatstaaten.
Die dortigen Stämme und Clans, haben mit den Brüdern nichts am Hut, gehen aber wenn es ihren Interessen dient mit diesen Bündnisse ein. Die östlichen Stämme und Clans achten unerbittlich auf ihre Territorialrechte, obwohl sie in Benghazi ganze Viertel von Ghaddafi zur Verfügung erhalten hatten.
Dieses sehr empfindliche Gleichgewicht, dass Ghaddafi aufgebaut hatte, wurde von aussen von interessierter Seite zu Fall gebracht. Die französischen Anthropologen kannten sich sehr gut aus und wussten wo sie ansetzen mussten um die Geschichte zu Fall zu bringen.

Die Steinmeier-Initiative ist ein Witz. Ich sehe niemanden, der ein monatelanges Zeltpalaver zustande bringen könnte um wenigstens im Westen einen Waffenstillstand herbeizuführen.

Beitrag melden
Seite 1 von 3
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!