Forum: Politik
Ankaras Lösung für die Flüchtlingskrise: Ein teurer Deal und drei Fragezeichen
AFP

Tausche illegale für legale Migranten: Auf dem Gipfel von Brüssel hat Ankara der EU einen umfassenden Deal zur Lösung der Flüchtlingskrise angeboten - doch der Preis für Europa ist hoch.

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bogeydealer 08.03.2016, 11:55
40. Wahrheit oder Pflicht

Wenn in der Schlusserklärung zum vergangenen EU Gipfel steht, dass die Balkanroute offen bleibt und EU Parlamentspräsident Schulz einen Tag später im Fernsehen erklärt die Balkanroute sei weiterhin geschlossen, stellt sich für jeden die Frage: Wie glaubwürdig sind dann alle anderen Erfolgs-Statements, die von dieser Veranstaltung verkündet werden?

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detlef.drimmer 08.03.2016, 11:55
41.

Zitat von devcom
Für das europäische Totalversagen und die disaströse Politik ist die Erpressung durch die Türkei. Erdogan wird Merkel &Co. zukünftig die Politik diktieren. Auswandern ist die einzige Lösung. USA oder Canada.
Genau diese Staaten haben auf Sie gewartet... Träumen Sie weiter.

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japhet 08.03.2016, 11:55
42. Deal mit Pferdefüssen

Wie sagt die Kanzlerin noch Ende Januar: Viele Flüchtlinge, die sich derzeit in Deutschland aufhalten, müssten in ihre Heimatländer zurückkehren, weil nur ein geringer Teil habe Anspruch auf klassisches Asyl habe. Nun gehören aber eben genau die Syrer zu denjenigen, welche kein Anrecht auf Asyl haben, sondern als Bürgerkriegsflüchtlinge nur subsidiären Schutz genießen. Wenn ich jetzt aus dem Munde von Frau Merkel das Wort "Umsiedlung" höre, befürchte ich aber, dass es um dauerhafte Entscheiden geht.

http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise-merkel-die-meisten-werden-zurueckkehren-muessen-14043375.html#/elections

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klugscheißer2011 08.03.2016, 11:55
43. Pakt mit dem Teufel

Was für ein dreckiger Deal, aus Bequemlichkeit, aus Verantwortungslosigkeit, und aus Angst vor Rechtspopulisten daheim - wird ein Pakt mit dem Teufel Erdogan geschlossen,
Dann kann sich Europa auch gleich noch von der Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen verabschieden.
Denn ab sofort ist wegzusehen, wenn Erdogan wieder mal ein Redaktionsgebäude durch die Polizei stürmen lässt, in dem Journalisten arbeiten, die versuchen, einen ehrlichen Job zu machen.
Dann muss Europa auch nicht mehr den Finger erheben, wenn Erdogan, Panzer, Raketen und Flammenwerfer gegen die Zivilbevölkerung in kurdischen Gebieten einsetzt.
Dann hält Europa in Zukunft auch den Mund, wenn Erdogan extremistische Kräfte in Syrien mit Waffen unterstützt.

Was wäre die Alternative gewesen?
Dass Europa in befreiten Gebieten in Syrien eigene Aufnahmelager für Flüchtlinge einrichtet, von denen aus die vom Krieg bedrohten Menschen dann ganz legal auf alle (!!!) EU-LÄnder verteilt würden, um dort möglichst schnell integriert zu werden.
Schleppern, von denen die meisten vermutlich von der Türkei aus agieren, würde so die Verdienstgrundlage für ihr dreckiges Geschäft genommen.
Es würde etliche Millarden weniger kosten, die man nun in den nächsten Jahren Erdogan in den Rachen wirft, der dieses Geld sicher gut anglegen wird - für neue Waffen (vermutlich auch deutsche), die er gegen die Kurden und wer weiß eines Tages vielleicht auch gegen Griechenland, Zypern oder Russland einsetzen kann.

Nach solch einem Deal wird Erdogan alles daran setzen, dass das Flüchtlingsproblem nicht abnimmt, sondern noch sehr lange anhält, denn besser als jetzt und mit Hilfe der EU, kann er an dem Elend nicht verdienen.
Warum also sollte er es beenden wollen?

Liebe Frau Merkel, ich achte Ihre Haltung in der Flüchtlingsfrage sehr, aber in diesem Punkt irren Sie: die Türkei ist kein Partner, wenn man das Problem an den Ursachen packen will. Die Türkei, die sich längst auf das Geschäftsmodell Flüchtlinge eingestellt hat, ist Teil der Ursache!

Ein totales Exportverbot für Waffen aus europäischen, amerikanischen, russischen und chinesischen Fabriken wäre die bessere Lösung. Dann hätten die in Syrien bald nichts mehr, womit sie schießen und bombardieren könnten. Sicher, das würde Arbeitsplätze kosten. Aber wenn von der Polizei Drogendealerringe oder illegale Bordelle ausgehoben werden, kostet auch das "Arbeitsplätze". Und regt sich darüber jemand auf?
Außerdem hat ja die EU genug Millarden, wie der Türkeideal zeigt. Damit lässt sich ja dann das Elend der arbeitslosen Waffenhersteller abmildern.

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enzio 08.03.2016, 11:55
44. Überrumpelungstaktik hat nicht funktioniert

Die türkischen Geldforderungen sind nicht das große Problem, die in der Türkei ungelösten Menschenrechtsfragen auch nicht, die Eröffnung von neuen Kapiteln für die Beitrittsverhandlungen eigentlich auch nicht, denn der Prozess bleibt lang, und da kann auf dem Weg immer noch etwas passieren, es beginnt schwierig zu werden bei dem Thema "Visaerleichterungen", und ganz kompliziert wird es für die EU bei der legalen Einreise von zusätzlichen Asylanten aus der Türkei im Tausch gegen das Rücknahmeangebot aller Flüchtlinge. Das setzt Verteilung innerhalb der EU voraus. Da werden die Visegradstaaten nicht mitmachen und die baltischen Staaten, Frankreich, Großbritannien, Dänemark und Schweden auch nicht. Wer sich überhaupt darauf einlassen will, steht in den Sternen. Alle Neinsager haben jetzt eine Woche lang die Möglichkeit, ihr Vorgehen abzusprechen. Denn die Überrumpelungstaktik, auf die sich die EU, Deutschland und die Türkei verständigt hatten, hat nicht funktioniert.

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niva 08.03.2016, 11:56
45. Ganz einfach

wenn die Türkei nicht mal effektiv gegen Schlepper vorgeht, Menschenrechte missachtet, usw... dann SANKTIONEN !! Da werden wir mal sehen, wer wirtschaftlich in 2 Minuten einknickt, wenn kein Handel und keine Touristen mehr kommen ...

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Walter987 08.03.2016, 11:56
46. Dieser Deal ist schlecht für Europa!

Ich weiß nicht, was an diesem Deal für Europa gut sein soll. So wie ich das verstehe sieht der Deal folgendes vor.
Die Türkei nimmt jeden Flüchtling zurück, der es schafft nach Griechenland zu kommen. Die Kosten für die Rückführung trägt die EU. Die EU nimmt im Gegenzug für jeden zurückgenommen Flüchtling einen Flüchtling aus der Türkei legal auf. Das hat für die Türkei keinerlei Nachteile. Die Türkei müsste nur dafür sorgen, dass möglichst viele Flüchtlinge nach Griechenland kommen. Die EU würde dann genau diese Anzahl von Flüchtlingen der Türkei legal abnehmen. Wenn die Türkei das geschickt anstellt, dann kann sie alle Flüchtlinge die sich in der Türkei befinden langfristig legal in der EU unterbringen. Und die EU bezahlt das alles. Was ist das für ein Deal?

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silverhair 08.03.2016, 11:56
47. Da sind keine Fachleute , nirgendwo

Zitat von theodor_st
Gutes Gelingen,meine Damen und Herren... ich will den hochrangigen Politikern nicht ihre Kompetenz absprechen da sie ja immerhin Fachleute auf dem Gebiet sind und schon weitaus mehr als wir Laien wissen/gelernt/erfahren haben,ABER....die gesunde Logik...die Ratio...lässt eigentlich nur auf eine permanente Veränderung der Konstitution der Staaten innerhalb der EU schliessen...folgenlos werden diese einschneidenden Vorgänge/Entscheidungen nicht bleiben!
Ähm, die hochrangigen Politiker haben eine Ausbildung als Theaterspieler .. nicht mehr!
25 % des. dt.Parlaments bestehen aus Juristen (das gleiche Theater), der Rest aus Beamten hauptsächlich ohne Wirtschaftlich wissenschaftliche Ausbildung!

Faktisch regieren da Leute, die noch nicht mal wissen wie man einen Nagel in die Wand einschlägt, geschweige den eine Bilanzlesen können, Rechnen nie gelernt haben, Naturwissenschaften sowiso nicht .. und Bauen und sonstige Reale Fähigkeiten NULL.

Die Fachleute .. vor allem Naturwissenschaftler , Unternehmer , die Finden sie dort nicht .. mal sehr vereinzelt einen Mediziner , aber dann dann wie wir gelernt haben mit viel Vitamin B.

Keiner hat auch nur den Dunst einer Ahnung wie sich moderne Technologien auswirken, und das Wirtschaftsmodel was man im kopf hat stammt aus Ackerbau und Viehzucht zeiten .. vollkommen falsch und unbrauchbar!

Also lassen wir das mit den Fachleuten besser mal sein .. dort finden sie einfach keine.. es ist ein Theaterplatz mit vorgefertigten und längst veralteten Drehbüchern was da vorgespielt wird!

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prisma-4d 08.03.2016, 11:56
48. ...gau...

Genau so wird aus einer humanitären Geste welche nicht klar abgegrenzt wird, ein politischer (Super) GAU.

Warum müssen wir (EU) uns vor der Türkei so klein machen... weil Merkel keine klare Ansage macht wer mit Asyl gemeint ist.

Warum müssen wir (Deutschland) uns vor der EU so klein machen... weil Merkel eine Welle losgetreten hat die keiner bewältigen will. Und wir stellen fest das auch die restlichen EU Partner mitbekommen haben, das ein paar Milliarden hin oder her seit Griechenland Peanuts sind.

Und warum muss sich der Deutsche so klein machen... weil immer und überall der Nazi vermutet wird. Der, der die Flüchtlingsbaraken anzündent... ist kein Straftäter... nein es ist der Nazi, der gleiche Nazi der bei Pediga mitläuft und der gleiche Nazi der AfD wählt. Mit dem Nazi ist die Welt relativ einfach!... Und mit Nazis redet man nicht... wundert sich aber das dann die Leute die man als Nazis beschimft, hier die PEDIGA selber nicht mehr reden wollen... Stichwort "Lügen..."

Ich hätte nie gedacht das ein "Mißverständnis" in der Wiedergabe des Asysparagraphen Europa zerstören könnte.

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Hirndummy 08.03.2016, 11:56
49. Zeit für ein fettes Statement aus Berlin

Es bietet sich an, zunächst in all die Töpfe für Krisenintervention und Umverteilung usw. der EU eine Pipeline zu legen und an den Staaten der Koalition der Unwilligen vorbeizuleiten. Ich hätte - auch wenn es vielleicht bockig und unvernünftig scheint - auch kein Problem, wenn Berlin sich vorerst weigert, einige der Umverteilungstöpfe gen Osten zu bedienen und dies mit Leistungen an die Türkei (und auch Griechenland) zu verrechnen. Vermutlich war es eh der entscheidende Fehler auch in Berlin, die Unterstützung der bestehenden Flüchtlingslager auszutrocknen. Mehr Porzellan als bereits zerschlagen, dürfte kaum noch in den Regalen zu finden sein. Die EU kann eh nicht so weitermachen, als sei nichts passiert, sondern muss neu erfunden werden. Wie auch immer. Dann wäre das auch mal ein fettes Statement aus Berlin, um die Diskussion etwas zu versachlichen - heißt auf den Kern der Dinge zu bringen: das Geld.

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