Forum: Politik
Annäherung an Havanna: Kerry will Kuba von US-Terrorliste streichen
AFP

Kuba könnte schon bald von der US-Terrorliste gestrichen werden. Eine entsprechende Empfehlung erteilte John Kerry dem Weißen Haus. Zum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren trafen sich nun die Außenminister beider Staaten zu einem Gespräch.

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KurtT. 10.04.2015, 19:09
20. Realpolitik:

Nach vielen Bürgerkriegen und Militärputschen in Lateinamerika, bei denen fast immer die CIA "mitmischte", normalisieren sich nun also die Beziehungen zwischen den USA und Kuba. Dabei denkt Obama ganz sicher auch schon an die nächsten Wahlen, denn die Hispano-Wählerschaft wird immer größer. Und der Präsident muss ja ebenso die Interessen der nationalen Wirtschaft in seine Gewichtungen einbeziehen, an die für diese zunehmend interessanter werdende Bedeutung Mittel- und Südamerikas als Käufer ihrer Waren und Dienstleistungen > die vom konkurrierenden "Geostrategen" China schon lange erkannt wurde: der dort bereits ganz groß investiert, z.B. einen Kanal in Nicaragua baut, Bergwerke sowie für die Landwirtschaft geeignetes Land kauft oder langfristig pachtet und Regierungen viele Milliarden leiht ...

Das alles geschieht vor dem Hintergrund, dass Lateinamerika immer selbstbewusster wird – was sich etwa darin zeigt, dass man dort den US-Krieg gegen die Drogen als "gescheitert" bewertet, die auch damit legitimierten "Einmischungen" Nordamerikas in die Innenpolitik als "Eingriff in die Souveränität" ablehnt.

Was der US-Präsident und seine Berater also derzeit tun, ist eigentlich "nüchterne Realpolitik" - und korrigiert bzw. verbessert gleichzeitig sein reichlich infrage gestelltes Image als "Friedensnobelpreisträger"!

Wünschen wir ihm dabei Erfolg – doch Europa und die ganze Welt dürfen auch nicht diese Warnung vergessen: Neben einem Elefanten sollte man nicht einschlafen > er könnte sich umdrehen!

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optism 10.04.2015, 19:39
21.

Das lustige hieran ist ja, dass Kuba überhaupt auf dieser Liste steht.

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KurtT. 10.04.2015, 21:43
22.

Zitat von optism
Das Lustige hieran ist ja, dass Kuba überhaupt auf dieser Liste steht.
In der Zeit des Kalten Krieges wurden z.B. in Afrika viele "Stellvertreterkriege" geführt, und aufseiten jener, die gegen "vom Westen" installierte und unterstützte Regimes rebellierten, kämpften sehr viele Kubaner, oft auch als Ausbilder und Ärzte. Diese "Befreiungskämpfer" wurden meistens von den Russen bzw. dem Ostblock (ČSSR, DDR, ...) mit Waffen und/oder anderem Material ausgerüstet - so wie ebenso die in Lateinamerika gegen die von den USA/der CIA unterstützten Regimes kämpfende Guerilla; der bekannteste von ihnen ist wohl Che Guevara, dessen politische Laufbahn an der Seite des Fidel Castro begann > der Kuba erfolgreich vom Batista-Regime befreite, das die "Zuckerinsel" zum Bordell, Spielcasino und Stützpunkt für jede Art von Geschäften (Kokain, ...) der US-Mafia gemacht hatte, zulasten des einfachen Volkes. Und aus der Sicht der US-Regierungen und ihrer Geheimdienste waren eben fast alle Kämpfer gegen ihre nationalen Interessen "Terroristen" > darum auch das Handelsembargo. Als die SU und der Ostblock noch existierten, konnte Kuba - vor allem als Lieferant seines Zuckers - noch einigermaßen "überleben", aber nach der Wende war es den Russen zu teuer, den Kubanern weiterhin zu helfen. Darum wurden die Konsequenzen des Embargos für die Kubaner immer krasser spürbar > und das dürfte auch einer der Gründe sein, warum Raúl, der einige Jahre jüngere Bruder von Fidel Castro, einige Bereiche der kubanischen Wirtschaft sukzessive liberalisierte, sozusagen "entfesselte" - und nun sogar eine vorsichtige Öffnung in Richtung USA erlaubte ...

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nofreemen 11.04.2015, 02:52
23. der Grosse Bruder

Wer eine andere Meinung hat ist Terrorist, klar. Fragt sich nur wer sich gewandelt hat; Kuba oder die USA. Der grosse Bruder scheint müde geworden zu sein das Leid weiter zu tragen. Schämt euch und dann noch so zu tun als ob man im Recht ist. Genau so wie zu Hause bei vielen Familien.

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Banause_1971 12.04.2015, 00:43
24. Man kann es gar nicht oft genug erwähnen...

aber die plötzliche Freundschaft bricht gerade jetzt aus, da Russland auf Kuba einen nur 160 Kilometer von der amerikansichen Küste entfernten Hochposten wieder in Betrieb nehmen will. Es kann ja nicht angehen, dass Russland Amerika auf die Pelle rückt. Das darf nur die Nato mit der Osterweiterung in Europa.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/putin-russland-will-auf-kuba-abhoerstation-fuer-die-usa-errichten-a-981246.html

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jamguy 12.04.2015, 01:12
25.

Zitat von frank57
wer hat denn schon mal was von kubanischen terroristen gehört? Die Amis machen sich ihre eigene Welt....und bekriegen weltweit andere Länder! Da stellt sich die Frage wer denn hier der Terrorist ist?
Kennst Du das Brettspiel "Risiko"Also es ist zwar nur ein Spiel und ich bin ein friedlicher Mensch,hab aber immer versucht so viel Einfluss wie möglich zu erreichen da Wir immer um die Welt spielten und glaub mir man fühlt sich irgendwie sicher.

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Isegrim1949 12.04.2015, 23:42
26. Und falls die Nato doch ....

Zitat von Banause_1971
aber die plötzliche Freundschaft bricht gerade jetzt aus, da Russland auf Kuba einen nur 160 Kilometer von der amerikansichen Küste entfernten Hochposten wieder in Betrieb nehmen will. Es kann ja nicht angehen, dass Russland Amerika auf die Pelle rückt. Das darf nur die Nato mit der Osterweiterung in Europa. http://www.spiegel.de/politik/ausland/putin-russland-will-auf-kuba-abhoerstation-fuer-die-usa-errichten-a-981246.html
noch näher an Russland heranrückt könnte ja wieder die Statiomierung russischer Raketen auf Kuba zur Debatte stehen. Pfiffig sind die Amis wirklich.

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