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Annegret Kramp-Karrenbauer: Frau von gestern
DPA

AKK ist die Frau des Apparats, das macht sie zur Favoritin für den CDU-Vorsitz. Leider würde sich mit ihrer Wahl der Verfall der Partei fortsetzen. Rechnet man richtig, liegt die CDU bei 21 Prozent - hinter den Grünen.

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playintime 29.11.2018, 16:38
80.

Zitat von dasfred
Neuanfang geht nicht mit einem Mann, kurz vor der Rente, der im alten Betrieb nochmal da weiter machen will, wo er vor fünfzehn Jahren aufgehört hat. Herr Fleischhauer, Angela Merkel hat weder die SPD geschrumpft noch die AFD gegründet. Sie hat in einer Art und Weise die Regierung durch ein verändertes Europa, eine veränderte Welt gelenkt, ohne dass hier jemand groß Schaden genommen hat. Ihre Klientel ist weiterhin gut versorgt und vor schlimmen Steuererhöhungen verschont geblieben, die niemals CDU Wähler haben jetzt sogar einen bescheidenen Mindestlohn, aber sowas wird gern vom Tisch gefegt, wenn man die Donnerstags Kolumne ins Rechte Licht rücken muss, um seinen Auftrag zu erfüllen. Herr Fleischhauer, ich nehme ihnen die wöchentlich ausformulierte Gesinnung nicht ab. Dazu sind sie zu klug und informiert. Ich akzeptiere allerdings, dass auch sie ihre Brötchen verdienen müssen und sich von daher einer Erwartung anpassen müssen.
Wie sie schreiben: IHRE (Merkels) Klientel ist gut versorgt. Der große Teil von denen, die nicht zu ihrer Klientel gehört, geht leider gar nicht wählen. Und was den wirklich bescheidenen Mindestlohn betrifft, hätten wir niemals mit ihr und ihrer Partei ohne Koalitionspartner SPD und Druck von links, gehabt. Aber stimmt: alles nur nicht Merz.

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phg2 29.11.2018, 16:39
81.

Zitat von burlei
Nur mit Merz als Parteivorsitzender und demnächst Kanzler werden die Konservativen - und sogar Herr Fleischhauer - merken, dass eine CDU der Vergangenheit nur den Konzernen und der Finanzindustrie dient. Der Wähler geht dafür den Bach runter. Das wird den Linken in der Republik (SPD, Die Linke, Grüne) natürlich nicht helfen, denn der Bürger ist durch Erzkonservative, Nationalisten, Rechten Schreihälsen so indoktriniert, dass er bei der übernächsten Wahl dann doch lieber unsere Rechtsextremen wählt. Zwar kommt er dann vom Regen in die Traufe, aber der Bürger muss mal wieder merken, dass Konservative nichts anderes können, als Wirtschaft und Reiche zu hofieren und den Rest der Bevölkerung entweder ins wirtschaftliche Elend oder ins totale Elend zu stürzen.
Ich bin definitiv links von A. Merkel, aber davon habe ich noch nichts mitbekommen ".....den Rest der Bevölkerung entweder ins wirtschaftliche Elend oder ins totale Elend zu stürzen"
Der Mehrheit des Restes geht's gut bis sehr gut, ne'm guten Teil geht's halt so und der Rest dann..........sollte davon ausgehen, dass SPD, Linke und Grüne da nicht viel ändern werden, die AfD natürlich schon gar nicht. (Und ich würde auch nicht auf Merz oder Spahn bauen.)

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peter.stein 29.11.2018, 16:42
82. Merz gilt als Mann von gestern?

Mag sein, aber ich glaube die CDU wäre froh, wenn sie Wahlergebnisse "von gestern" hätte. Aber ich denke auch, die CDU ist bereits so "merkelisiert" dass ihr der Mut für einen echten Umbruch fehlt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und er wählt lieber, das (kalkulierbare) Übel, das er kennt, als etwas Unbekanntes. Und den Preis wird sie dafür in den nächsten Wahlen bezahlen. Ich sage das ohne Häme oder Genugtuung, im Gegenteil. Wir werden die Zeiten der politischen (Parteien)Stabilität noch schmerzhaft vermissen.

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im_ernst_56 29.11.2018, 16:42
83.

"Wenn stattdessen -- auch in den Mainstream-Medien -- die Frage, wie viele Prozentpunkte mehr oder weniger für eine Partei eingefahren werden und welches dafür der „beste“ Kopf ist (losgelöst von jedweder Grundhaltung), von alles beherrschender Bedeutung ist, haben wir unsere Zukunft jetzt schon verspielt."

Stimmt. Es sollte im Grundgesetz eine Bestimmung geben, dass Bundeskanzler bzw. Bundeskanzlerin nur eine(r) von den Guten werden darf, ausgewählt bzw. geprüft von einer Ethik-Kommission. Dann hätte es die Bundeskanzler Kiesinger und Kohl vielleicht auch Gerhard Schröder nie gegeben.

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im_ernst_56 29.11.2018, 16:43
84.

Zitat von luna_dan
Haupttenor des inzwischen ja überall salonfähigen Merkel-Bashings ist, die Kanzlerin habe die CDU nach links verschoben und damit rechts den Raum frei gemacht für die AfD. Was niemand dabei fragt: Welche Überzeugungen stehen dahinter? Ist es nicht so, dass es in diesem Land schon immer extrem rechte, rassistische und traditionell antisemitische Grundüberzeugungen gab, deren Vertreter in nahezu allen Parteien ihre Heimat hatten und stillschweigend geduldet wurden? Haben wir uns nicht alle mit den institutionalisierten Gedenkritualen und -feiern mit Blick auf die NS-Verbrechen insofern in die Tasche gelogen, als wir diese Veranstaltungen als Beleg dafür fehl interpretiert haben, in den Köpfen aller Menschen habe sich nach 1945 ein grundlegender Wandel vollzogen, der wie selbstverständlich an die nächsten Generationen weitergegeben wurde? Dass dies in vielerlei Hinsicht nicht der Fall ist, bündelt sich nun unübersehbar unter dem Dach der AfD. Und das ist vielleicht gar nicht mal so schlecht, weil sich nun mehr Leute, die so denken, offenbaren. Das macht die Unterscheidung und die Auseinandersetzung, wenn man sie denn will, leichter. Darüber hinaus: Wieso wird so gerne geflissentlich übersehen (verschwiegen), dass die Wahlerfolge der CDU auch daher rühren, dass die Partei durch Angela Merkel plötzlich auch für Menschen aus dem links-liberalen, ökologisch orientierten Bürgertum wählbar wurde? Man darf gespannt sein, wie viele Wählerinnen und Wähler aus diesem Milieu der CDU angewidert den Rücken kehren werden, wenn sie feststellen, dass in Zukunft aus rein macht-taktischen Gründen vorzugsweise die Ressentiments am rechten Rand bedient werden sollen. (Anmerkung in Richtung Jan Fleischhauer: Beispiel Bayern-Wahl gefällig? CSU-Verluste in Richtung Grüne: 170.000, in Richtung AfD: 160.000 Stimmen). Eigentlich sollte es doch darum gehen, dass unterschiedliche Überzeugungen um Zustimmung konkurrieren, wie man diese Welt gestalten und im Idealfall etwas besser machen kann. Wenn stattdessen -- auch in den Mainstream-Medien -- die Frage, wie viele Prozentpunkte mehr oder weniger für eine Partei eingefahren werden und welches dafür der „beste“ Kopf ist (losgelöst von jedweder Grundhaltung), von alles beherrschender Bedeutung ist, haben wir unsere Zukunft jetzt schon verspielt. Es wird der Tag kommen, an dem wir uns die Besonnenheit einer Angela Merkel zurückwünschen. Ich habe in meiner 40-jährigen Wähler-Biografie übrigens noch nie CDU gewählt und werde es auch weiterhin nicht tun.
"Wenn stattdessen -- auch in den Mainstream-Medien -- die Frage, wie viele Prozentpunkte mehr oder weniger für eine Partei eingefahren werden und welches dafür der „beste“ Kopf ist (losgelöst von jedweder Grundhaltung), von alles beherrschender Bedeutung ist, haben wir unsere Zukunft jetzt schon verspielt."

Stimmt. Es sollte im Grundgesetz eine Bestimmung geben, dass Bundeskanzler bzw. Bundeskanzlerin nur eine(r) von den Guten werden darf, ausgewählt bzw. geprüft von einer Ethik-Kommission. Dann hätte es die Bundeskanzler Kiesinger und Kohl vielleicht auch Gerhard Schröder nie gegeben.

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IQwäregut 29.11.2018, 16:43
85.

Es ist schon interessant, wieviele ein Problem haben mit Menschen, die sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. Während andere ohne Berufsausbildung und Kompetenznachweis (s. Jusovorsitzender) in den Medien hochgejubelt werden.
Natürlich schreckt jemand wie Hr. Merz das politische und journalistische Etablissement auf. Der ist halt unabhängig. Und damit unbequem weil nicht so einfach kontrollierbar.

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hiddensen 29.11.2018, 16:49
86. 40,7 Prozent hat AKK geholt - lesen bildet Herr Fleischhau !

Unverschämt wie hier mal wieder vom Spiegel agiert wird. Beleidigen: " Ende der Volkspartei". Und dann kommen
harte journalistische Fakten 21 % für die CDU unter AKK ! Hä, das gibt nicht eine Umfrage wieder ! AKK mit CSU verkracht, in welchen Parraleluniversum !
Gab es da nicht letztes Jahr mitten in der CDU Krise eine Wahl in Saarland !!
40,7 Prozent für AKK !- Herr Fleischhauer da würden selbst die Bayern jubeln !
PS: Ich kann mich noch gut an Merz Steuermodell erinnern: Stufenmodell: Wer statt 49999 auf 50000 kam, sollte 5000 Euro mehr Steuern zahlen, weil er von 25 auf 35 % Steuern kam. Schwachsinn war das ! Ach ja, er wollte sogenannte Subventionen kürzen und dafür den Reichen die Steuern erlassen ! Als das erste halbfertige Manusskript von Ihm rauskam, hat er selbst eingesehen, was für ein Schwachsinn das war, und ist selbst gegangen. Ähnlich wie die SPD hat er sich damals selbst zerlegt !

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curiosus_ 29.11.2018, 16:50
87. Na ja, der...

Zitat von dasfred
Neuanfang geht nicht mit einem Mann, kurz vor der Rente, der im alten Betrieb nochmal da weiter machen will, wo er vor fünfzehn Jahren aufgehört hat.
...vermutlich größte Neuanfang der letzten Jahrhunderte in der deutschen Geschichte geschah höchst erfolgreich mit einem Mann von 73 Jahren (Konrad Adenauer). Und der hat 1949 da weitergemacht wo er 16 Jahre vorher aufgehört hatte.

Herr Merz ist 63 Jahre alt. Und bei ihm sind es 15 statt 16 Jahre. Passt doch.

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kratzdistel 29.11.2018, 16:50
88. wie man falsch prognostizieren kann

im märz 2012 gewann sie die Wahl im Saarland deutlich vor der SPD mit 35,2 %. meinungsforscher hatten das Gegenteil vorausgesagt, im märz 17 hat sie die wahl mit 40,7 % gewonnen. das muss erst einmal jemand nachmachen. sie ist bescheiden in ihrem auftreten, aber sehr klug und volksnah. sie hat durch das Saarland auch gute Beziehungen zu Frankreich. sie schwebt nicht im Wolkenhimmel, was einige gern erwarten würden.sie hat solide Politik für das Saarland nach dem niedergang des bergbaues und der Stahlindustrie gemacht.die Saarländer sind ein lustiges Völkchen und das ist sie auch. sie war auch die erste frau in Deutschland, die innenministerin
war.sie hat sich bisher bewährt und das ist ihr Bonus.

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peter.stein 29.11.2018, 16:51
89. Ach, ich glaube Sie unterschätzen die Menschen

Zitat von heutemalich
Über Herrn Fleischhauers Text sage ich heute nichts - ist es nicht wert. Aber über Herr Merz: ich hoffe sehr, dass er nicht unser nächster Bundeskanzler wird. Er ist ein Vertreter des Lobbyismus und des Neoliberalismus - Kräfte, die die Erde an den Rand der Zerstörung und die Menschen zur Verarmung getrieben haben. Ich hoffe, das wird zunehmend als "von gestern" gesehen. So wie die Menschen gestrickt sind, ist diese Hoffnung allerdings wohl vergebens.
Die Leute sind vielleicht gar nicht so doof, wie Sie denken. Vielleicht sehen die Leute ja, dass es Ihnen - alles in allem - im ach so bösen Neoliberalismus doch gar nicht so schlecht geht. Insbesondere eingedenk der möglichen Alternativen, sei es aktuelle (Kuba, Venezuela, Nordkorea) oder auch historische (DDR).

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