Forum: Politik
Anschlag in Afghanistan: Deutsche Soldaten erschossen drei Demonstranten

Beim tödlichen Zwischenfall im afghanischen Talokan Mitte Mai hat die Bundeswehr offenbar mehr Demonstranten erschossen als bisher bekannt. Nach SPIEGEL-Informationen geht ein Uno-Bericht von drei Toten aus*- und nicht von einem.**Die deutschen Soldaten hätten aber "angemessen" reagiert.

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Wigers7 04.06.2011, 21:39
60. Angemessen? Angemessen!

Schwierige Situation, angemessen reagiert.

An der üblichen Hetzjagd auf die Bundeswehr will ich mich nicht beteiligen, entscheidet ohnehin jeder selbst, welchen Quellen er nun Glauben schenken will, daran würde kein noch so subjektiv überzeugender Kommentar (denn objektiv können sie ja nicht sein!) etwas ändern. Ohne unterschiedliche Meinungen wärs ja auch langweilig.

Die Taliban instrumentalisieren sicherlich die Bevölkerung, stacheln sie auf, bedrohen unsere Soldaten. Da ist Gegenwehr ohnehin angebracht, unabhängig davon, wie man den Einsatz als Ganzes beurteilt.

Die Alternative ist sicherlich ein Abzug, könnte man sich auch sparen das Ganze, wär ja preiswerter. Aber mir ists recht. Ob das Geld jetzt für Griechenland-Hilfen draufgeht, für irische Banken oder für spanische Gurkenbauern? Da kann man auchnoch was für Afghanistan abzweigen. Von einer friedlichen Welt sollte man sich aber verabschieden, viele setzen da zu hohe Ziele. Selbst im schlimmsten Szenario ist die jetzige Situation immernoch eine befriedigende Situation. Und wenn dann bald mal gebildete Afghanen von den Schulen kommen, kann man langsam an einen Wandel in der Gesellschaft glauben. Das geht nicht in einem Jahr. Da kann man auch die Russen fragen.

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alnemsi 04.06.2011, 21:40
61. ...

Zitat von hanspeter.b
Wo war in diesem konkreten Fall ein Fehler in "der Politik"? Der "Fehler" lag auf Seiten der "Demonstranten".
Als allererstes möchte ich Sie an Post 40 verweisen, was mögliche Schießbefehltheorien klären wird.

Des weiteren liegt der Fehler natürlich in der Politik, denn deren Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass diese extrem gewalttätige Gesellschaft aufgrund strukturellen Aufbaus beruhigt wird.

Was genau hat sich denn seit dem Sturm auf das Unogelände vor kurzem an der deutschen Afghanistanstrategie und -taktik verändert?

Auch hier wäre die Politik gefragt gewesen.

Die Demonstrationen gewalttätiger Art sind doch hier nur Symptom, die Ursache es ist doch viel entscheidender.

Situationsbedingt haben die Soldaten wahrscheinlich richtig gehandelt, das Verhalten der Menge ist zweifelsohne inakzeptabel.

Die Frage jedoch ist:
Warum kam es überhaupt zu einem derartigen Gefühlsausbruch seitens der Afghanen?
Und hätte man dem nicht früher entgegenwirken können?
Die BW dient in dem Fall nur als letztes Mittel.

Und hier wiederum sehe ich eklatantes Versagen seitens der Politik.

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hanspeter.b 04.06.2011, 21:43
62. Seh ich anders

Zitat von Sommerlager
Ich denke nicht, daß man das so sehen kann. Soweit ich weiß und auch berichtet wurde, wurde die Demonstation von Leuten unterwandert, die mit einer friedlichen Demonstration nichts am Hut haben.
Mag ja alles sein.
Es behauptet auch niemand, dass jeder einzelne Demonstrant gewaltbereit war.
Aber jedem Demonstranten sollte klar geworden sein, dass die Situation wegen der (für alle sichtbaren) Radikalen brenzelig wurde.
Immerhin gab es für alle ersichtlich verschiedenartige Warnschüsse.
Wer dann (auch friedlich) weiterdemonstriert, der geht eben ein Risiko ein.

Zitat von Sommerlager
Es reichen doch 2-3 Personen mit Handgranaten oder was weiß ich, um die Stimmung anzuheizen und eine aufgebrachte Menge brutaler aussehen zu lassen, als es ursprünglich geplant war. Wäre dieses Szenario wirklich so neu und außergewöhnlich?
Nein, das kann durchaus so gewesen sein.
Dennoch müssen die Soldaten in kürzester Zeit eine Entscheidung treffen.
Und die konnte nach mehrmaligen Warnschüssen eben kaum anders ausfallen.

Wie hätten Sie denn reagiert?

Zitat von Sommerlager
Eine aufgebrachte Menge an Zivilisten, die gegen die vorherigen Anschläge der Truppen demonstriert hat, ist doch ganz einfach aufzustacheln, anzuregen, zu unterwandern mit Waffen, die die Zivilisten überhaupt nicht mal hatten.
Welche "Anschläge" der deutschen Truppen meinen Sie?

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nachthai 04.06.2011, 22:01
63. Reflexhaft

Zitat von Sozialist
Nach meiner Auffassung dürften sich überhaupt keine Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan befinden. Wer hat denn von "Handgranaten" berichtet? Im Stuttgarter Schlossgarten bewarfen die Demonstranten die Polizei angeblich zunächst mit Pflastersteinen. Später musste man kleinlaut einräumen, dass es sich um Kastanien gehandelt habe usw.
Sie haben selber geschrieben, dass Sie nicht hinter unseren Soldaten stehen!

Jetzt plötzlich sind Sie gegen den Afghanistan Einsatz!

Möglicherweise betrachten Sie beides aus so großer Distanz, dass es für Sie gleich aussieht.

Wer etwas von Handgranaten gesagt hat? Der SPON hat es berichtet: http://www.spiegel.de/politik/auslan...766641,00.html

Aber wenn Sie den Bericht zu diesem thread gar nicht gelesen haben, dann war Ihr Beitrag nicht mehr als der pawlowscher Reflex eines politisch Manipulierten, es nicht Wert sich weiter damit zu beschäftigen.

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Sommerlager 04.06.2011, 22:09
64. ...

Zitat von hanspeter.b
Wie hätten Sie denn reagiert? Welche "Anschläge" der deutschen Truppen meinen Sie?
Von Anschlägen der "deutschen" Truppen habe ich nicht gesprochen, sondern nur von Truppen.
Dieser Satz bezog sich darauf, wie das afgh. Volk auf die vorherigen Angriffe nun durch diese Demonstration reagiert hat. So wie ich das verstand wurde allgemein demonstriert, in dem Fall in der Nähe der BW, obwohl sie - die BW - an dem vorherigen Angriff mit toten Zivilisten keinen Anteil hatte. Es wurde demonstriert und diese Demonstration gefährlicher gemacht von einigen Leuten als ursprünglich geplant von den Demonstranten.
Und nun zu dem Begriff "Anschläge", ich bin mir sicher daß ich Angriffe schreiben wollte. Warum Anschläge, ich kann es Ihnen wirklich nicht sagen.

Und zu dem was ich getan hätte: Das kann ich nicht sagen, aber ich mache keinem dt. Soldaten einen Vorwurf, in keinster Weise.

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Wilder Eber 04.06.2011, 22:09
65.

Zitat von bourne
Grob gesagt ist das was derzeit in Afghanistan passiert, dort wo es passiert, schon immer so passiert. Wenn die Afghanen nicht gerade irgendwelche Besatzer aus ihrem Land vertrieben haben, haben sie sich gegenseitig die Köpfe eingeschlagen.
Ehrlich gesagt habe ich kein Interesse, das was derzeit passiert und schon immer so passiert ist, in den nächsten 20 Jahren mit meinen Steuergeldern zu unterstützen, weil es in den letzten 20 Jahren immer so passiert ist, wie es jetzt passiert.

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Wellington 04.06.2011, 22:14
66. Die BW

Zitat von Sozialist
Ich stehe hinter der Bundestagsfraktion von Die Linke, die immer wieder gegen den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan gestimmt hat! Diese Fraktion zeigt für mich das richtige und verfassungsgemäße Abstimmungsverhalten und dieser Fraktion habe ich auch als Wahlberechtigter, meine Stimme gegeben. Oberst Klein hat in meinen Augen ein Kriegsverbrechen begangen. Das die deutsche Justiz die Machenschsaften der Bundeswehr in Afghanistan ehger unterstützt als verurteilt, ist Teil der deutschen Staatsräson. Nein danke, in Sachen Bundeswehr bin ich ein "undeutscher Deutscher".
verteidigt auch diesen rechthaberischen Müll den sie hier verbreiten. Wenn sie hinter einer Partei stehen, die nicht zweifelsfrei auf dem Boden der Verfassung steht, kann ich mir schon vorstellen woher der Wind weht.

Was die BW tut wird angezweifelt, aber die Afghanen, ein Volk, dass schon oft bewiesen hat zu was es fähig ist sagt die Wahrheit.

Ich sag es frei heraus, bevor weiterhin unsere Soldaten, feigen Anschlägen zum Opfer fallen, sollen sie lieber von der Schusswaffe gebrauch machen. Die BW steht mit einem klaren Auftrag in Afghanistan, ob es die dies Linke, Sozialisten oder sonstige Bolschewiken wollen ist dabei ohne Bedeutung.

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nachthai 04.06.2011, 22:15
67. Fehlende Entschlossenheit

Zitat von Bins
Ihr Argument ist richtig, wenn es sich um einen legitimen Einsatz handelt der nicht aus Vasallentreue gegenüber GWB durchgeführt wird. Da die deutsche Bevölkerung mehrheitlich gegen diesen militärischen Einsatz ist und war, das Grundgesetz in dieser Hinsicht eigentlich recht eindeutig ist, ist es eine Schande, dass auch nur ein einziger deutscher Soldat in jenem Lande ist. Ich bin mir sicher, dass die BW-Soldaten überwiegend selber nicht wissen, warum sie in AFG sind und dieser Sch..... am liebsten den Rücken zukehren würden. Schade um jeden Menschen, der dort sein Leben verliert - für nichts und wieder nichts....
Die Rechtslage ist sehr eindeutig und ich kann Ihre Argumentation nicht nachvollziehen.

Allerdings wurden auf deutscher Seite von Anfang an sehr viele Fehler gemacht.

Ein von Anfang an entschlossenes Handeln hätte es ermöglicht den Einsatz schon vor Jahren zu beenden.

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bourne 04.06.2011, 22:16
68. Jo..

@ Wilder Eber
Ich zahle noch nicht mal Steuern, bin Schüler, aber auch ich möchte das Geld der Steuerzahler, dass irgendwann auch meines sein wird, nicht am Hindukusch sehen.
Die Soldaten erfahren meine vollste Unterstützung, die Politik (zumindest in diesem Thema) nicht!

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Plombier 04.06.2011, 22:24
69. Angemessen

Zitat von deuslovult
Wenn ich als Soldat von einer größeren Menschenmenge angegriffen werde, aus welcher Schüsse fallen und Handgranaten geworfen werden, ist es eine angemessene Reaktion, lediglich drei der Angreifer zu töten.
Sie verkennen , dass sie als Soldat gar nichts , aber auch gar nichts in Afghanistan zu suchen haben und das somit jeder Bürger dieses Landes das Recht hat, zu demonstrieren und notfalls auch Besatzer wie sie zu erschiessen .
Umgekehrt würden sie es wohl zu recht mit ausländischen Besatzern hier in Deutschland auch machen .

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