Forum: Politik
Anschlag auf Karikaturisten: Mit Härte gegen den Hass?

Vier Jahre nach Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen wurde einer der Zeichner beinahe Opfer eines Anschlags, und wieder wird der Ruf nach härteren Reaktionen lauter. Ist Härte die Antwort auf Hass - oder die Niederlage der Werte, die verteidigt werden sollen?

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Turikan 03.01.2010, 14:00
50. Warum?

Ich verstehe nicht, was dadurch gewonnen werden kann, wenn irgendeine muslimische Vertretung nun laut verkündet: "Tut uns leid, wie schrecklich, darf nicht vorkommen, verurteilen wir, bla bla bla"
Wenn in Nordirland Katholiken protestantische Schulkinder mit Steinen beschmeißen, weil sie durch die "falsche" Straße müssen, fühle ich mich als Katholik hier in Deutschland nicht für diese Verbrecher verantwortlich.
Ein 'mea culpa' bringt doch nichts, außer, dass die Leute eine z.B. türkische Migrantenvertretung in Deutschland mit einem mörderischen Somalier in Dänemark in Verbindung bringen würden. Die haben die Religion gemeinsam, sonst nicht viel. Ich bin als Christ auch nicht verantwortlich für die Morde, das Chaos und wasweißichwas die neokonservativen Kreuzritter im Irak angestellt haben. "Die" Muslime, aber nie "die" Christen?
Wenn ein junger Mann mit einer Axt bewaffnet einen anderen Menschen umbringen will, ist es doch eigentlich egal, warum? Ob es religiöse, rassistische, politische, kriminelle Motive sind: Er ist ein gemeingefährlicher Verbrecher und wir haben einen Rechtsstaat für solche Leute (und uns).
Ähnlich sehe ich es mit diesen ganzen islamistischen Terrorgruppen, sie haben die linksextremen Terrorgruppen der 70er abgelöst; es ist kein sozialistisches Utopia mehr, sondern man möchte Dar-al-islam und Dar-al-harb deutlich voneinander trennen. Das Prinzip bleibt: einige wenige morden für eine spinnerte Idee. Anders ist nur, dass sich die Terroristen nunmehr in den Osten verlagert haben, nicht mehr aus unseren Bürgerhäuschen stammen ein religiöses Ziel vor Augen haben.
Dennoch bleiben es wenige und man sollte seinen Kopf anstrengen, nicht alle Gläubige einer Religion als Terroristen oder heimlich Terrorsympathisanten abzustempeln.

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Samba Bugatti 03.01.2010, 14:01
51.

Zitat von olga.tokar
Nicht für mich werter Forist. Ich halte es wie Rosa Luxemburg: die Freiheit ist immer die Freiheit des anderen. Wir - der Westen - waren noch nie soweit, und sind es nach wie vor nicht, diese ihre Worte zu richtig verstehen.
Sie würden natürlich auch nicht für unsere Freiheit einstehen, nehme ich mal an. Solange die Mehrheit nicht so denkt wie Sie, bin ich beruhigt. Sobald aber Leute wie Sie, die die Freiheit gering achten, in der Mehrzahl sind, wird es kritisch. Gefährlich ist nicht der Islam, eine totalitäre Steinzeitideologie, gefährlich ist die sogenannte 5. Kolonne, die dem Treiben der Extremisten tatenlos zuschaut. Die Biedermänner.

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tipota 03.01.2010, 14:02
52. Bravo

Zitat von Palmstroem
Leider hat das "Alte Europa" bei der Verteidigung der Freiheit schon lange den Schwanz eingezogen. Es ist Bush zu verdanken, daß er den Kampf gegen den Terror aufgenommen hat. All die Schönschwätzer, die glauben, man könne mit Feinden der Freiheit Frieden schließen, liegen wie die Wirklichkeit zeigt, falsch. Freiheit gibt es nie umsonst - man muß sie stehts neu erkämpfen - notfalls mit aller Härte!
Großartige Analyse, wirklich. Bush lässt in Tora-Bora durch die atemberaubend dusselige Strategie von Herrn Dummsfeld erst Mal Herrn Bin Laden entkommen. Dann fängt er seinen kleinen Krieg in Irak an, den er für eine Wiederwahl braucht, der dann aber leider ein ziemlich übles religiös-ethnisches Dauermassaker wird. Weil man sich ja von "Dieb von Baghdad" Achmed Chalabi ein schmerzhaft naives Szenario hat verkaufen lassen, in dem Rosenblätter und keine Handgranaten geworfen werde.

Weil die Aussenpolitik ansonsten auf der "Achse des Bösen" weiterrollt, was in der Folge den moderaten Khatami in Iran absägt, Ahmadinejad and die Macht und Nord-Korea in den besitz einer halbwegs funktionierenden Atom-Bombe bringt.

Während der möchtegerntexanische "Nicht-Schwanz-Einzieher" weiter pompös durch die Weltpolitik trottelt und noch eine saftige Wirtschaftskrise vorbereitet, erholen sich derweil die Taliban in Afghanistan und Pakistan kräftig.

Ja, das ist wirklich grandiose Strategie, die nicht den Schwanz einzieht, dafür aber offensichtlich das Gehirn ausschaltet. Heck of a job.

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Oma Peters 03.01.2010, 14:04
53. Korrektur

Zitat von olga.tokar
...Ich halte es wie Rosa Luxemburg: die Freiheit ist immer die Freiheit des anderen...
"Freiheit ist immer nur Freiheit des anders Denkenden."

Sehen Sie den Unterschied? Abgesehen davon verstehe ich nicht, warum Sie hier Rosa Luxemburg bemühen. Was wollen Sie damit zum Ausdruck bringen? Für wessen Freiheit wollen Sie einstehen? Für dessen, der Karrikaturen zeichnet oder für dessen Freiheit, der ihn dafür mit der Axt erschlagen will?

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dr pferdekuss 03.01.2010, 14:05
54.

Ganz nacht unten gebrochen, haben wir die Reaktion von Homo Sapiens auf die Demütigung durch andere Homo Sapiens. Jede Demütigung erzeugt beim Gegenüber Hass ganz gleich ob das Aussehen die Religion oder de Intelligenz beleidigt wird oder ein Schüler ständig gemobbt wird. Trotz allem kulturellen Überbau wie Religion, Aufklärung, Sitten bzw. Gewohnheitsrecht bleibt der Mensch ein einfaches biologisches Wesen dessen Reaktion Hass auf Demütigung einfach genetisch unausweichlich ist.

Räumt man kulturell dem Recht auf Beleidigung mehr Raum ein, dann liefert man natürlich auch Grundlagen für mehr Hass in der Gesellschaft. Umgekehrt hat man eine friedlichere Gesellschaft. Allerdings wird dann das Recht des Stärkeren (heutzutage Witzigeren, Intelligenteren und Selbstdarstellerischen) auf autonome Lebensgestaltung beschnitten, sprich das Abheben von Menschen, die man nicht zu seinen Freunden zählen möchte.

Das Beleidigungen wie die Karrikaturen ja eigentlich einen gesellschaftlichen aufklärerischen Zweck erfüllen halte ich für Heuchelei. Sie sind einfach lustig und unterhaltsam und befriedigen das Bedürfnis von Homo Sapiens nach Häme.

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ddorfer 03.01.2010, 14:05
55.

Zitat von Cedric Noles
Das Problem wird durch dessen Vertuschung und Verniedlichung nur noch größer - der Politik der letzten 20 Jahre sei dank.
Das ist richtig.Viele Muslime sehen die europäische Politik der Toleranz und Multi-Kulti, als ein Zeichen der Schwäche und der Feigheit.

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Sascha292 03.01.2010, 14:06
56. Wie bitte?

Zitat von Kurt G
....Muslims meine, das Recht selbst in die Hand nehmen zu dürfen, und Andersdenkende umzubringen. Vollständig inakzeptabel ist jedoch, wenn deutsche Soldaten in Afghanistan im Vernichtungsfeldzug agieren und Dutzende von Afghanis massakrieren. Hat nichts miteinander zu tun ? Wenn Sie das meinen.... Kurt G

Ich musste das jetzt glatt zweimal lesen bevor ich mir sicher war das da wirklich das steht was ich glaubte zu lesen. Was tun deutsche Soldaten in Afghanistan? Mir springt gleich der Draht aus der Mütze. Ich bin selber Soldat und war da unten. Bezeichnen Sie mich etwa als Mörder?

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olga.tokar 03.01.2010, 14:06
57.

Zitat von Samba Bugatti
Sie würden natürlich auch nicht für unsere Freiheit einstehen, nehme ich mal an. Solange die Mehrheit nicht so denkt wie Sie, bin ich beruhigt. Sobald aber Leute wie Sie, die die Freiheit gering achten, in der Mehrzahl sind, wird es kritisch. Gefährlich ist nicht der Islam, eine totalitäre Steinzeitideologie, gefährlich ist die sogenannte 5. Kolonne, die dem Treiben der Extremisten tatenlos zuschaut. Die Biedermänner.
Wenn Sie die Karikaturen für gutheissen, dann würde ich mich nicht für Sie einsetzen, das haben Sie sehr richtig erfasst.

Ich setze mich grundsätzlich nicht für Menschen ein, die andere Menschen verachten, mit welchen Mitteln auch immer.

Medien sind Mittel, und zwar die einflußreichesten.

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ddorfer 03.01.2010, 14:08
58.

Zitat von Simpso
Dieser "Anti-Terror"-Kreuzzug begann nach dem ein paar Nasen im Namen des Islam am 11.09.01 losgelegt hatten.
Terroristen besiegt man aber nicht indem man zwei Länder besetzt.Die USA hätten mit ihrer Fülle von Geheimdiensten wahrlich noch andere Optionen gehabt.
Außerdem schrieb ich,dass die Bush-Poltik den Hass nur noch bestärkt hat,nicht dass sie Auslöser war.
mfg

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Schwencky 03.01.2010, 14:09
59.

Wie war das noch mit öffentlicher und veröffentlichter Meinung.

Wir diskutieren darüber, ob es den Schweizern je zu verzeihen ist, sich gegen Minarette zu stellen, während Muslime in Europa Freiheiten nicht ertragen können, die sie natürlich, (wenn sie dänischge Fahnen verbrennen,) selbst in Anspruch nehmen.

Von der muslimischen Gemeinde, ausser ein paar Lippenbekenntnissen, wieder keine ernsthafte Distanzierung zu hören. Damit will ich nicht sagen, dass alle Muslime das Begangene gut heißen, aber offensichtlich finden sie es nicht so schlimm, dass sie sich auch nur ansatzweise damit kritisch auseinandersetzen. Auch wenn Umgekehrtes kaum vorstellbar ist, bin ich mir sicher, es würde in Deutschland Lichetrketten von Hammburg bis München geben aus Solidarität für die angegriffenen Muslime.

Da läuft was extrem schief. Ich presönlich habe für kahlrasierte Schwachköpfe, die muslimische Kulturtreffs atackieren genauso wenig übrig wie für Muslime, die Karikaturisten angreifen. Das ist genauso dämlich und unverzeilich. Dennoch hab ich das Gefühl in der öffentlichen Wahrnehmung wird in diesen Fällen unterschieden bzw sind die Empfindungen die selben nur die veröffentlichte Meinung ist eine andere, um die political korrectness zu wahren.

Das wir hier überhaupt diskutieren müssen, wie man mit diesen verblendeten Radikalen umgeht?! Verständnis...im Leben nicht!!! Die Meinungs- und Pressefreiheit steht nicht zur Disposition. Das einzige was Radikale erreichen ist der Zorn der Bevölkerung und die muslimische Gemeinde tut sich keinen Gefallen damit, wenn sie den Kopf in den Sand steckt und so tut als würde sie die Angelegenheit nichts angehen. Das wird ganz fies zum Boomerang, wie die Schweiz gerade gezeigt hat. Das Attentat wurde im Namen des Islam begangen, dann erwarte ich auch das gemäßigte Muslime sagen, dass das Mist ist. Wenn sie aber nichts sagen und sich nicht klar dagegen positionieren, dann wird das Vertrauen noch weiter schwinden. Und das zu recht.

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