Forum: Politik
Anschlag in Kabul: Seehofer hält an Ausbildungsmission in Afghanistan fest
Omar Sobhani/REUTERS

Nach einem schweren Terroranschlag in Kabul setzte die Bundespolizei ihre Ausbildungsmission in Afghanistan vorerst aus. Innenminister Seehofer kündigte nun eine Fortsetzung des Projekts an.

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filimou 15.09.2019, 09:01
1. Ausbildung ???

Was haben denn die Ausbilder die letzten 18 Jahre gemacht? Irgendwann müssen die Menschen so weit ausgebildet sein, dass sie selbst ausbilden können? Oder soll hier wieder verschleiert werden, was die Deutschen in Afghanistan wirklich tun?

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michidharky 15.09.2019, 09:03
2.

Wie bereits schon einmal geschrieben: Die Bundesländer entsenden keine Bundespolizisten. Im Gegenteil, die teilnehmenden Landespolizisten werden von der Bundespolizei ausgebildet und ausgestattet. Es wird nicht richtiger wenn man es in jedem Artikel wiederholt. Danke für die professionelle Berichterstattung.

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Steve Kadisha 15.09.2019, 09:49
3. Ausbildung im „sicheren Herkunftsland“

Die Ausbildung wird von Landes- und Bundespolizisten gemeinsam betrieben, früher auch in Kunduz und Mazar-i-Sharif. Die Landespolizisten werden zur Bundespolizei abgeordnet und gehen formalrechtlich für die Bundespolizei dorthin und sind dort sich schon gestorbener. Die EU hat ihre Mission beendet. Ein großer Teil der ausgebildeten afghanischen Polizisten ist inzwischen tot, Opfer des Krieges mit Taliban und „IS in Koreshan“. Die Ausbildung hat nicht verhindert, dass immer mehr Landesteile an die Islamisten fallen und immer mehr Zivilisten sterben. Die Sicherheit der deutschen Polizisten ist nicht gewährleistet, jeder weiß das seit dem Feuergefecht am deutschen Konsulat in Mazar und jetzt bestätigt. Trotzdem soll die Mission weitergehen, um weiter aus Deutschland in den Krieg abschieben zu können, sonst hätte man ein Argumentationsproblem zum „sicheren Herkunftsland Afghanistan“. Eine perfide „Logik“ auf dem Rücken deutscher Polizisten.

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räbbi 15.09.2019, 09:59
4.

Zitat von filimou
Was haben denn die Ausbilder die letzten 18 Jahre gemacht? Irgendwann müssen die Menschen so weit ausgebildet sein, dass sie selbst ausbilden können? Oder soll hier wieder verschleiert werden, was die Deutschen in Afghanistan wirklich tun?
Ist wie ein kaputter Motor.
Da können sie solange den Anlasser juckeln lassen, wie sie wollen.
Sobald sie aufhören steht das Dingens wieder.

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claus7447 15.09.2019, 10:11
5. Warum und welches Ziel?

Es gibt den Spruch: gib dem hungernden keinen Fisch, gib ihm die Angel.

Ausbilder ausbilden. Hier oder an einem sicheren Platz. Afghanistan hängt seit 20 Jahren und defakto schon länger in einer endlosen Terrorschleife. Es ist ein Failed State. Korruption, Armut, Religionskriege und unterbezahlt Staatsdiener. Meine Befürchtung: es wird nie das, was wir uns erhoffen.

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carnicle 15.09.2019, 10:13
6. Es geht nur ums Geld

Solange die Deutschen in Afghanistan sozusagen ausbilden, solange fließen unglaubliche Mengen an Geldern da runter.Sonst würden die Afghanen das überhaupt nicht dulden.
Ansonsten hat sich in dieser Zeit überhaupt nichts geändert.Nicht für die Frauen nd nichts für die Kinder. Raugeworfenes Geld.
Man sollte so schnell wie möglich alles abbrechen. Wird sowieso nichts angenommen oder verbessert. Geht nur ums Geld.

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Bernhard.R 15.09.2019, 10:26
7. "erfolgreich"?

Das ist nur eine der vielen Lügen, um den Krieg gegen dieses Land zu rechtfertigen. Brunnen bohren und Schulen bauen. So hatte man sich das vorgestellt. Leider haben die Afghanen das nicht begriffen. Sie hatten das schon 1842 gegen die Briten und 1989 gegen die UdSSR nicht begriffen. Die wollten und wollen alle Besatzer rauswerfen.

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manicmecanic 15.09.2019, 10:39
8. erfolgreiche Mission ?

Also das ist die pure Propaganda u.o. totale Frechheit zu versuchen uns dieses absolute Desaster mit Afghanistan zum xten Mal als gut zu verkaufen.Da gibts nur noch eine Aktion die gerechtfertigt ist und zwar ein sofortiges Ende dieser "Auslandsmission".

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danubius 15.09.2019, 10:45
9. Verlorene Liebesmüh

Egal ob Afghanistan oder Irak - jegliche Bemühungen um eine Stabilisierung solcher Staaten scheitert generell daran, dass wir versuchen, in die dortigen Gesellschaftssyteme unsere Werte einzubringen und diese Gesellschaften in ihrem bisherigen Verständnis (z.B. Glaube, Stolz, Treue) zu ändern. Deren Vorstellungen von Demokratie & Co sind mit den unseren seit Jahrzehnten nicht kompatibel. Hinzu kommt, dass die ausgebildeten Polizisten zwar formal ihrem Staat Afghanistan ein Treuegelöbnis aussprechen, in Wirklichkeit jedoch überwiegend ihren Clanchefs gehorchen (z.B. in der Provinz Herat ist einer der Familienchefs auch gleichzeitig der Gouverneur, Ismail Khan - der i.Ü. die Zentralregierung in Kabul bekämpft). Insofern ist das, was wir dort investieren nur hinausgeworfenes Geld, das wir besser in Deutschland investieren sollten ...

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