Forum: Politik
Anschlag in Manchester: Die Last des Terrors
Getty Images

Kinder als Opfer - furchtbarer kann kein Schrecken sein. Nach Manchester ist Weitermachen keine Lösung mehr. Der Terror muss endlich wirksam bekämpft werden. Dafür braucht es mehr als Waffen.

Seite 1 von 21
jan07 25.05.2017, 11:50
1. Die halbe Wahrheit

Es ist allenfalls die halbe Wahrheit und zugleich der übliche Reflex. Denn die Terroristen des 11. September kamen nämlich beispielsweise keinesfalls aus einem sozial benachteiligten Umfeld, sondern sie waren hoch gebildet und - zumindestens materiell - gut integriert. Der moderne Terror hat aber vielfältige Ursachen: eine islamische Welt, die mit der modernen Welt nicht Schritt gehalten hat. Hinzu kommt die Entwurzelung der Menschen durch eine hemmungslose Globalisierung und die Illusion einer 'Welt ohne Grenzen'. Und nicht zuletzt auch verheerende Fehler und Illusionen der westlichen Welt im Umgang mit diesen Regionen.

Beitrag melden
Oskar ist der Beste 25.05.2017, 11:54
2. was soll das...

...es geht doch nicht darum, wessen Tod schlimmer ist, der eines Kindes oder der eines Erwachsenen? Die entscheidende Frage ist, wie solche Attacken in Zukunft verhindert werden können.
Und das ist eine eminent politische Frage und zeigt auch das ganze Versagen der jetzigen Tory Regierung. So hat man allein bei der Polizei fast 30.000 Stellen gestrichen und durch private Sicherheitsleute versucht zu ersetzen, die meisten unterbezahlt und unqualifiziert; dann natürlich auch die unsinnige Politik, die die britische Regierung seit Blairs idiotischen Irak krieg im Nahen Osten betreibt. Wenn May vor 2 Monate in Saudi Arabien Waffen verkauft, dann bedeutet das weitere zivile Opfer durch die andauernden Kriegshandlungen und entsprechende Reaktionen von IS und seinem Anhängern.
Großbritannien hat aber eine Wahl in 2 Wochen: Jeremy Corbyn will genau an den Ursachen ansetzen und ähnlich wie vor 20 Jahren bei der IRA über Verhandlungen ein Ende der Gewalt erreichen und wer Sicherheit und Schutz will, der hat gar keine Wahl mehr, als für die Labour Partei zu votieren.

Beitrag melden
Newspeak 25.05.2017, 12:01
3. ...

Waffen helfen schon. Aber indirekt. Indem man sie nicht produziert und nicht exportiert und indem Medien ueber den Unsinn schreiben, wenn z.B. Trump meint mit 100 Milliarden Waffenexporten nach Saudi-Arabien Frieden zu stiften. Aber erfuellen Medien diese Aufgabe? Oder sind sie Teil des Problems, weil sie die Gewalt, die von uns ausgeht, militaerisch, politisch, wirtschaftlich, sozial, immer nur schoenreden. Die Kanzlerin z.B. kann ungestraft von der Friedensmacht Europa sprechen und gleichzeitig deutsche Ruestungsgueter verschachern, aber bei der Bundespressekonferenz steht kein einziger Journalist auf, und fragt sie danach.

Beitrag melden
Haarfoen 25.05.2017, 12:05
4. - wenn es denn so einfach wäre ...

Im Kern sicherlich ein guter Denkansatz. Um einen Feind wirksam zu bekämpfen, sollte man ihn zunächst verstehen können. Schon hier scheitert die politische Führung kläglich: Zu gering das Wissen über den Islam, zu gering die historischen Kenntnisse über die imperialistischen Exzesse des Westens im Mittleren Osten. Mangelnde Empathie gegenüber der tristen Realität und Perspektivlosigkeit potentieller Attentäter in den Außenbezirken unserer Städte kommt hinzu - Manchester oder ein Banlieue um Paris sind wirklich deprimierend, wie ich mehrfach selbst feststellen musste. Da ist Deutschland nur vordergründig besser aufgestellt, denn Bildungseinrichtungen versagen auch in unserem Land mangels finanzieller Mittel regelmäßig, so dass auch hier Brutstätten der bombenden Totalverblödung entstehen. Beispielhaft: Religiöse Betreuung und Korrektur in den Jugendknästen - Fehlanzeige.
Der Kampf gegen den Terror beginnt mit dem Kampf gegen die eigene Ignoranz in diesem Land. Nur wenn wir den Feind verstehen lernen und ihm intelligent die Lebens- und Argumentationsgrundlage entziehen können, dann kann Terrorismus eingedämmt werden. Ich habe viele muslimische Freunde, die Diskussion ist manchmal vehement und anstrengend - bringt aber auch Früchte im Sinne gegenseitigen Respektes und eines zivilisierten Miteinanders. Ansonsten gebe ich Herrn Augstein leider Recht: Auf jede weitere Bombe folgen zwei potentielle neue Attentäter.

Beitrag melden
B.Borowski 25.05.2017, 12:10
5. Unglaublich, ...

.. ist beim Herrn Jakob Augstein eine Gehirnwäsche vorgenommen worden? Das ist ja geradezu ein hetzerischer Artikel von einem sonst so multikulti-begeisterten Kommentator - da kann doch irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugehen. So ein Sinneswandel, diese Einsicht in die Realität. Zwar spät – aber besser als gar nicht. Allerdings wäre es spannend zu erfahren, wie denn seiner Ansicht nach die geforderte Bekämpfung dieser Probleme aussehen sollte. Die durch eigene undurchdachte „Willkommens-Kultur“ geschaffenen Probleme hinterher zu beklagen und den anderen die (nicht mögliche) Reparatur zu überlassen ist eine wohlfeile Art sich aus der Verantwortung zu schleichen.

Beitrag melden
dubsetter 25.05.2017, 12:10
6. es werden...

noch mehr anschläge stattfinden,
da helfen auch
keine 100% polizei /sicherheitskräfte....

vielleicht sollten wir uns verabschieden von
unserem"sicheren" westen....


und vor allem mal ursachenforschung betreiben.

Beitrag melden
tomrobert 25.05.2017, 12:10
7. Richtig, dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Kern des Problems und seine Ursachen sind vor allem soziale Verwerfungen: Hunger,
Benachteiligung, Ausgeschlossen sein.
Absolute Gewinner produziert auch immer absolute Verlierer. Die Einen sind schwer wieder runter zu holen, die Anderen nur schwer wieder aufzurichten zu integrieren.
Das zeigt auch zu deutlich das der Kapitalismus, insbesondere in den USA, gescheitert ist. Mittlerweile geht es um unseren Planeten, um unser aller Überleben!
Die totalen Verlierer sind neben den Armen vor allem viele Tiere und die ganze Erde.Somit infolge der Ausplünderung unsere Lebensgrundlage!

Beitrag melden
latrodectus67 25.05.2017, 12:12
8. Krieg gegen den Terror

den Krieg gegen den Terror führen wir seit 2001. Das Resultat kann man sich ansehen. Die Saat die seit 2001 gelegt wurde, die ernten wir nun. Und kein schönes Wort, Strategie oder Erkenntnis kann daran noch etwas ändern. Weder zuhause oder im Wohnzimmer.
Solange "wir", also die NATO Staaten, nicht aufhören unsere Stellvertreter-, Ideologieexport- und Besatzungskriege im mittleren Osten zu führen, solange wird, vgl Entwicklung seit 2001 bis 2017, auch der Terror schlimmer werden.

Beitrag melden
olli118 25.05.2017, 12:14
9. Ja, super, Herr Augstein

Ach, wenn es doch so einfach wäre.....Bomben und militärische Einsätze bringen nichts? Das stimmt erst mal so nicht. Ohne militärisches Eingreifen hätte sich der IS noch viel weiter verbreitet und noch viel mehr Menschen getötet oder versklavt. Und ein stärkerer IS hätte noch viel mehr Anziehungskraft auf junge, fanatisierte Menschen gehabt. Den Terror hierzulande hätte man so oder so nicht verhindern können. Dass man daran arbeiten muss, dass junge Menschen sich gar nicht erst für den IS begeistern lassen, ist sicher richtig. Aber das ist die schwerste Aufgabe überhaupt. Es gibt ja nicht nur DEN Terroristen. Die Herkunft und die Wege der Radikalisierung sind so unterschiedlich: Flüchtlinge wie hier Geborene; Männer mit niedrigem Bildungsgrad wie Studierte; Menschen, die schon immer tief religiös waren wie solche, die jahrelang entgegen den Weisungen des Koran gelebt haben. Wo wollen Sie da anfangen? Dazu müsste man erst mal wissen, wie und wodurch sich Menschen radikalisieren. Radikalisiert werden z.B. viele durchs Internet. Würde man vorschlagen, dass soziale Medien konsequent Nutzer ausschliessen, die islamistische Progaganda verbreiten oder unterstützen? Oder dass Seiten mit solchen Inhalten vom Netz genommen werden? Da sehe ich schon, wie die Netzliberalen zum Sturm blasen. Oder findet die Radikalisierung in Moscheen statt? Müssten die dann konsequent geschlossen werden, wenn dort nachweislich radikale Botschaften verbreitet werden? An diese Themen WILL doch gar keiner dran. Die sind zu komplex, würden u.U. zu Massnahmen führen, die politisch nicht gewollt sind oder zum Einverständnis führen, dass wir diesem Terror nichts entgegenzusetzen haben.

Beitrag melden
Seite 1 von 21
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!