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Anti-Islam-Demonstration in Hannover: Gewalt bei Hagida-Demo - viele Verletzte
DPA

Flaschen und Böller flogen, Pfefferspray wurde versprüht: Bei Ausschreitungen zwischen islamkritischen Hagida-Demonstranten, deren Gegnern und der Polizei wurden in Hannover Dutzende Menschen verletzt.

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new_eagle 27.01.2015, 09:46
10. Mehr Infos gibts hier:

Zitat von thunderstorm305
"Aus dem Artikel kann man leider nur schwer herauslesen was tatsächlich geschah und woher die 29 Verletzten kamen."
Hier gehts zur Pressemitteilung der Polizei Hannover: http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/66841/2935372/pol-h-nachtragsmeldung-erneut-demonstrationen-fuer-hannover-angezeigt-einsatzkonzept-der-polizei

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theo66 27.01.2015, 09:49
11. Feindbilder

Seit dem Erscheinen von Pegida reden wir wieder über Feindbilder, Ausländerhetze, Patriotismus, "Leitkultur", die bösen Politiker und nun wird auch über die hiesige Presse geschimpft.
All diese Themen wurden vor der Wende in Westdeutschland bereits mehrfach in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert, dies hatte hier seit den 70ern eine lange Tradition und ist nicht zuletzt den Medien zu verdanken. Dabei kristalisierten sich differenzierte Betrachtungsweisen heraus, an denen die Bürger rege Anteil nahmen. So läßt sich auch erklären, weshalb die Pegida in Westdeutschland weniger Chancen hat, da friedliche Koexistienz und Toleranz im Westen seit Jahrzehnten möglich ist und gelebt wird. Durch Pegida wird diese Errungenschaft mit Füßen getreten. Ferner führten ihre undifferenzierten Parolen zu einer Radikalisierung der Demonstrationen, da nun wieder Rechtsradikale mit Linksradikalen eine Plattform für ihre Straßenschlachten bekamen. Wer in diesen Zeiten, insbesondere an diesem heutigen Tag im Gedenken an Auschwitz, nicht differenziert und radikalen Parolen, Fremdenfeindlichkeit und Volksverhetzung Vorschub leistet, hat aus der Geschichte nichts gelernt. Er schadet der Demokratie, unserer Gesellschaft und unseren Errungenschaften.

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urban_warrior 27.01.2015, 09:51
12. Meinungsfreiheit

Man kann zu PEGIDA stehen wie man mag. Aber laut Gesetz gilt die Meinungsfreiheit erst mal für Alle. Dann stelle ich mir die Frage, ob die Gegenbewegung ihre Meinung nicht auch gewaltlos äußern kann? So wie es scheinbar gelaufen ist, hat es für mich den Eindruck, als ob man "Andersdenkende" doch wieder mit Gewalt "bekehren" will ... in wie weit ist man dann besser als PEGIDA? Wenn bei den Demonstrationen Leute "auffällig tätlich" werden, sollten sie gleich "aussortiert" werden hüben wie drüben ...

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Beobachtender Beobachter 27.01.2015, 09:53
13.

Was Spiegel schreibt, glaube ich sowieso nicht mehr. Da lese ich doch lieber direkt den Original-Polizeibericht. Und was steht da? Die Hagida-Teilnehmer wurden festgenommen wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot und Mitführen von pyrotechnischen Gegenständen. Körperverletzungsdelikte gab es - wie meist üblich - nur bei den linken Gegendemonstranten.

Zitat von
Die Beamten leiteten insgesamt 22 Strafanzeigen gegen Teilnehmer der "HAGIDA"-Versammlung ein. Unter anderem wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz (Mitführen von pyrotechnischen Gegenständen). Gegen Teilnehmer der Gegenveranstaltungen wurden insgesamt 29 Strafanzeigen gefertigt, insbesondere wegen Körperverletzungsdelikten, Widerstandes gegen Polizeibeamte sowie Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.
http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/66841/2935372/pol-h-nachtragsmeldung-erneut-demonstrationen-fuer-hannover-angezeigt-einsatzkonzept-der-polizei

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Wildes Herz 27.01.2015, 09:57
14. Falsche Zahlen?

Also irgendwie stimmt diese Meldung hinten und vorne nicht richtig mit der Pressemitteilung der Polizei Hannover überein.

Darin heißt es zu Verletztenzahlen:

"Durch Übergriffe der Teilnehmer der Spontanversammlung wurden am Platz der Weltausstellung vier Einsatzkräfte durch Pfefferspray und einer durch einen Tritt verletzt. Fünf verletzte Versammlungsteilnehmer der Gegenveranstaltung wurden der Polizei bekannt."

Das ergibt für mich insgesamt 5 verletzte Polizeibeamte und 5 verletzte Demonstranten. Also ZEHN Verletzte. Woher stammt aber nun die Zahl von "29 Verletzten" oder "dutzenden Verletzten"?

Insgesamt wirkt die Darstellung in dem Artikel ziemlich manipulativ, denn auch ohne jede Sympathie mit "Hagida" muss man doch feststellen, dass von diesen wohl offenbar keine Gewalt ausging, sondern vielmehr gegen das Vermummungsverbot verstoßen und Böller mitgeführt wurden. Warum heißt es dann nicht in der Überschrift: "Gewalt bei Anti-Hagida-Demo - viele Verletzte"...? Das wäre doch zutreffender?

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hanswurst66 27.01.2015, 10:04
15.

Zitat von thunderstorm305
Ob man nun für oder gegen die Forderungen der sogenannten Pegida ist muss man feststellen, dass die Gewalt vor allem von den Gegendemonstranten ausgeht die anscheinend sogar mit Pfefferspray bewaffnet gegen die Polizeikräfte vorgehen. Aus dem Artikel kann man leider nur schwer herauslesen was tatsächlich geschah und woher die 29 Verletzten kamen. Ich frage mich auch welches Demokratieverständnis wir haben, wenn man hier unterstützt dass ordnungsgemäß angemeldete Demonstrationen dadurch verhindert werden, dass die Teilnehmer erst gar nicht zum Versammlungsort kommen?
die hagida Demo in Hannover wurde von Hildesheimer FAP Grössen organisiert. Da waren keine "besorgten Bürger" auf der Strasse sondern Neonazis, die versuchen auf den Dresdener Pegida-Zug mit aufzuspringen, Es ist doch wohl klar dass man solche Leute keinen Meter spazieren lässt.

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giesela14 27.01.2015, 10:06
16. Umgekehrt wird ein Schuh draus ...

Zitat von Kimmerier
Der von mir als Künstler verehrte Herbert Grönemeyer warnt zu Recht davor, dass man nicht die Angehörigen einer (anderen) Religion oder Volksgruppr als Zielscheibe bzw. Ventil für die eigenen Ängste verwenden sollte. Und sicherlich zeigen viele Äusserungen aus dem PEGIDA-Umfeld, dass diese Warnungen berechtigt sind. Wenn aber jetzt sofort der dicke "Nazi-Hammer" herausgeholt wird und alle Positionen von Symphatisanten der PEDIDA-Bewegung mit dem Argument weggefegt werden sollen, dass die Nationalsozialisten in Teilbereichen ähnliche Positionen besetzten, der verkennt das Gesamtpaket. In Zeiten, in denen sich etwa in der Ukraine Menschen gegenseitig umbringen, weil sie darüber streiten, ob Russisch oder Ukrainisch die dominierende Sprache sein soll, oder in Erinnerung eines Bürgerkrieges (?) im ehemaligen Jugoslawien, wo die einst unter kommunistischer Herrschaft scheinbar friedlich miteinander lebenden Religionsgruppen sich in blutigen und grausamen Kämpfen gegenseitig zerfleischten, muß es nicht nur erlaubt sein darüber nachzudenken, wieviel kulturelle Unterschiede in einer Gesellschaft existieren können, ohne dass es zu wirklichen Konflikten kommt. Die Geschichte hat allzu oft gezeigt, dass wir Menschen eine gemeinsame Kultur brauchen, um ein geregeltes und friedliches Zusammenleben innerhalb einer Gesellschaft zu ermöglichen.
Nicht eine "gemeinsame Kultur", die ja wohl das ''Fremde" aussschließt, zumindest aber nicht als gleichwertig ansieht, ist die Grundlage für den gesellschaftlichen Frieden, sondern das kulturelle Miteinander. Dei Ukraine bricht nicht auseinander, das ehemalige Jugoslawien ist nicht auseinandergebrochen wegen einer angeblich fehlenden "gemeinsamen Kultur", sondern weil Nationalismus, Intoleranz (mit Verweigerung des gesellschaftlichen Diskurs als Mittel der Auseinandersetzung) und Rassismus, geschürt und organisiert von interessierter Seite, Überhand gewannen. Also genau das, für das Pegida und Artverwandte steht.

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egoneiermann 27.01.2015, 10:13
17.

Zitat von Kimmerier
In Zeiten, in denen sich etwa in der Ukraine Menschen gegenseitig umbringen, weil sie darüber streiten, ob Russisch oder Ukrainisch die dominierende Sprache sein soll,
Das ist eine maßlose Verkürzung des Konflikts. Für den Status einer Sprache braucht es wahrlich keinen Einmarsch in ein Nachbarland zumindest nicht im 21 jhrd. Es geht hier alleinig um nationalistische Hirngespenste von einem Großrussischen Reich.

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helau2006 27.01.2015, 10:25
18.

Zitat von OttoEnn
es geht nicht gegen (eine) Religion, sondern im Kleinen gegen Verhaltensweisen und im Großen gegen Ideologien - warum ist das so schwer, dies zu trennen und so unzulässig, es zu benennen ?
Bitte nehmen Sie zur Kenntnis, dass der Begriff PERGIDA oder HAGIDA oder xxxGIDA ganz offensichtlich gegen eine bestimmte Religion gerichtet ist. Wenn es jedoch eigentlich eine Demonstration gegen die derzeitige Politik/Politiker ist, sollte ein anderen Begriff gewählt.

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otto_iii 27.01.2015, 10:28
19. 521

Zitat von hanswurst66
die hagida Demo in Hannover wurde von Hildesheimer FAP Grössen organisiert. Da waren keine "besorgten Bürger" auf der Strasse sondern Neonazis, die versuchen auf den Dresdener Pegida-Zug mit aufzuspringen, Es ist doch wohl klar dass man solche Leute keinen Meter spazieren lässt.
Nein, das ist überhaupt nicht klar!

Gemäß Art. 8 GG haben alle Deutschen das Recht, sich friedlich und ohne Waffen zu versammeln, also auch diejenigen, die Sie für "FAP Grössen" oder was auch immer halten. Im übrigen haben über die Genehmigung einer Demonstration Behörden und Gerichte zu entscheiden, und nicht selbsternannte Antifaschisten.

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