Forum: Politik
Anwalt bestätigt: Puigdemont ist nach Belgien ausgereist
DPA

Seit Tagen herrscht Ungewissheit über den Aufenthaltsort von Carles Puigdemont. Nun bestätigte ein Anwalt: Kataloniens einstiger Regierungschef hält sich in Belgien auf.

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knok 31.10.2017, 10:56
100.

Ein Asyl in einem Europäischen Land wäre wohl für alle Beteiligten das beste, für Puigdemont, der wohl kaum nach Katalonien bzw Spanien zurückkehren kann, als auch für die Zentralregierung, die ganz sicher keinen Märtyrer schaffen will. Sollte das vertraglich in einem EU-Land nicht gehen, so könnte sich vielleicht ein Drittstatt wie die Schweiz anbieten. Eine Verurteilung in Anwesenheit Puigdemonts, auch wenn das einige zentristische Hardliner fordern, wäre jedenfalls das Schlechteste.

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abc-xyz 31.10.2017, 10:59
101. Illegale Sezession gescheitert

Ich bin eigentlich für ein Referendum in Katalonien aber nicht, was da letztens veranstaltet wurde. Eine Minderheit ist wählen gegangen, insbesondere die Befürworter Spaniens wählten fast geschlossen nicht. Es war eine Farce. Es ist nur nachvollziehbar, dass der Architekt dieser Farce nun flieht. Katalonien hat das ganze Gezetere nur schwer geschadet.

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Mallorquinsky 31.10.2017, 11:00
102. Parallelen

Europas Top Populisten verhalten sich ja irgendwie alle gleich. Ähnlich wie beim Brexit wird das Volk mit fadenscheinigen Versprechungen aufgehetzt. Wenn es ernst wird duckt man sich weg und stiehlt sich aus der Verantwortung. Zurück bleibt ein riesiger Scherbenhaufen, den andere ausbaden dürfen. Die Wunden und Zerwürfnisse innerhalb der Gesellschaft und der Wirtschaft bleiben. Die Französichen Katalanen, die der Wahnisinnige ja (vergeblich) auch motivieren wollte haben das Spiel zum Glück nicht mitgemacht. Ich hoffe es findet jetzt ein ordentliches Aufarbeiten der Situation statt. Die Millionen die die Regierung in Propagandamassnahmen gesteckt hat sind zwar verloren, aber die Perspektive ist da, daß dies nun ein Ende hat und die von der Bevölkerung erwitschafteten Gelder sinnvoller verteilt werden als zur Unterstützung Separatischer Machenschaften, die von der Mehrheit nicht getragen wird.

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garfield53 31.10.2017, 11:02
103. mmm

Warum wollen einige Provinzen im "postfaschstischen" Spanien nicht zur "Krone" stehen?
Weil sich trotz "Pseudodemokratisierung" und nie aufgearbeiteten Faschismus im Verhältnis zu den Autonomiebestrebungen der Völker nie eine Entscheidung getroffen wurde.

Mit der Installierung der Monarchie im Verbund der fundamentalistisch-franquistischen katholischen Kirche wurde jegliche gesellschaftliche Entwicklung und Veränderung verhindert, obwohl mit Francos Tod die Zeit reif war für eine demokratische spanische "Bundesrepublik".
Aber wie gesagt, von der franquistischen Elite und der Kirche im Verbund mit willfähigen "Pseudodemokraten" vor allen in der rechten Sozialdemokratie wurde diese Entwicklung erfolgreich verhindert, schlimmer noch, unter dem Deckmäntelchen der Monarchie wurde der franquistische Krieg gegen jegliche Autonomie- oder Unabhängigkeitsbestrebungen blutig weiter geführt.
Trotz politischer und wirtschaftlicher sowie gesellschaftlicher Krisen wird an der im Geiste Franco eingesetzten Monarchie mit allen Mitteln festgehalten und die bedingungslose Solidärität der meisten, nach rechts trifftenden EU-Staaten ist denen sicher.
Woher kommen die Madrider Machteliten der geduldeten Regierung, aus den Lokus des spanischen Faschismus.

Wo kommt so plötzlich das das wie eine Hostie vorgeführte spanische "Nationalgefühl" her, wo wir als "Besucher" des Landes, egal wo wir waren, ob Balearen, Kanaren oder das Festland, großen regionalen Stolz erfahren haben, diese Menschen ein eigenbestimmtes Leben fern von Madrid führen wollen..

War das alles nur Fiktion, oder wird die Welt getäuscht, über die wahren Zustände in Spanien?

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doktordoktormueller 31.10.2017, 11:03
104. Hat Katalonien auf Jahrzehnte hin für

Investoren schwierig gemacht. Damit dürfte er Katalonien einen schweren Schaden zugefügt haben.
Die Investoren wollen sowieso auf den spanischen und nicht auf den katalanischen Markt.
aber Barcelona war doch da die erste Adresse.
das ist jetzt vorbei.

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gatopardo 31.10.2017, 11:04
105. Augen auf vor SantaMaría,

denn sie ist nun sowas wie die Gouverneurin Kataloniens und hat gute Chancen, einmal die Merkel von Spanien zu werden. Eigentlich ist sie mir nicht unsympathisch, aber für Progressive in der falschen Partei, nämlich der PP, wo sich auch konservative Hardliner befinden. Natürlich wird sie überzeugte Abspaltungskatalanen niemals überzeugen. Es drängt sich der historische Vergleich mit der Gouverneurin der spanischen Niederlande im XVI.Jahrhundert auf, die aber dort geboren wurde und als Habsburgerin Margarita von Österreich hiess. Sicher wird sie demnächst von den Katalanen zitiert und als Beispiel für Unterdrückung herhalten müssen, wenngleich ja nun Spanien heute ein Rechtsstaat ist und man ihn nicht mit der damaligen absoluten Monarchie vergleichen kann. Aber welche abstrusen Thesen haben wir über das demokratische Spanien nicht schon lesen müssen. Auch hier im Forum !

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chardon 31.10.2017, 11:08
106. Verstehe nichts

Welches "Volk" wurde oder wird unterdrückt? Welcher "Befreier" dieses "unterdrückten" Volkes riskiert oder hat sein Leben dafür riskiert? Völliger Schwachsinn, auch von so manchen Foristen, die durch eine ganz eigenartige Brille gucken, oder völlig verblendet in ihrer eigenen Welt leben. Ist Puigdemont wirklich der grosse "Held" für den er sich ausgibt, für den ihn seine "Jünger" und hier die Anhänger halten? Oder ist er nur eine Marionette von wem auch immer in einem erbärmlichen Schmierentheater . Puigdemont haut ab, also ist er sich seiner Sache nicht so sicher und zweifelt selbst, im Recht zu sein. Mit Demokratie hat das alles nichts zun tun, im Gegenteil sie wird von Puigdemont und seinen grössenwahnsinnigen(?) Kumpanen verhöhnt!

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fatal.justice 31.10.2017, 11:15
107. Kafkaesk...

Zitat von chrisol
Dieser Politik-Zirkus made in Katalonien ist so surreal, da würde sich selbst Dalí die Augen reiben. Als kleines Detail, der Herr Puigdemont ist zur Präsidentschaft in Katalonien gelangt ohne eine einzige Wahl für dieses Amt zu gewinnen. Er wurde als Kompromisskandidat hauptsächlich von der CUP (Anarcho-Komunisten) ausgewählt, nachdem der gewählte Präsident gegangen wurde. Ein nicht gewählter Präsident ruft die Unabhängigkeit seiner Region aus, um sein Land aus den undemokratischen Diktat Madrids zu befreien.
... sind auch Äußerungen zu nennen, deren Kritik sich einzig darauf bezieht, dass der nach spanischem Recht verfassungsgemäß gewählte katalanische Präsident nicht demokratisch legitimiert sei. Aus dem gleichen wirren Grund könnte man mäkeln, dass das Amt des deutschen Bundeskanzlers nicht direkt vom Volke legitimiert wäre.

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timi_moon 31.10.2017, 11:17
108.

Zitat von mrerenoth
Die Geschichte ist voll von Unabhängigkeitserklärungen. Für den Unterdrücker mag das Streben nach Unabhängigkeit eine Straftat sein nicht aber für die nach Freiheit strebenden Menschen. Die Geschichte gibt den Menschen recht. Statt einem Referendum bevorzugt man in Madrid die Entmachtung der katalanische Regierung in Verbindung mit juristischer Verfolgung. Das Ziel ist es wohl politischen Einfluss auf die Zusammensetzung der Regierung in Katalonien zu nehmen. Das werden keine freien Wahlen werden, wenn der katalanische Präsident ins Exil fliehen muss! Demokratie stelle ich mir anders vor. Spanien ist natürlich kein sicheres Land für katalanische Separatisten.
Wie parallel können Welten eigentlich sein?
Reden wir mal von Unterdrückung. Da fällt mir als Beispiel Südafrika ein, wo Schwarze separate Eingänge benutzen mussten, keine Jobs bekamen und in Elendsquartieren am Stadtrand leben mussten. u.s.w. Jetzt bitte ich um nur ein einziges Beispiel, wo Katalanen, auf Grund ihrer Abstammung, in ihren Rechten gegenüber Spaniern benachteiligt wurden. Nur ein einziges Beispiel genügt.
Und .. was soll das heißen: "Spanien ist natürlich kein sicheres Land für katalanische Separatisten"? Ich hoffe doch, Deutschland ist auch kein sicheres Land für Separatisten. Genauso wenig wie es ein sicheres Land für Terroristen ist. Wer gegen Gesetze verstößt, muss mit Strafverfolgung rechnen.
Der katalanische Präsident musste nicht fliehen. Er hat sich vorsorglich der Reichweite der spanischen Justiz entzogen. Eine mögliche Anklage wegen seiner Agitationen scheint ihm gerade wenig passabel... Wir leben doch nicht in einem Fantasy-Märchen.

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antaron 31.10.2017, 11:18
109. Es gibt ja anscheinend viele Anhänger von Sezessionen

Hier scheint es ja ziemlich viele Anhänger von Sezession zu geben. Wahrscheinlich fänden die es auch gut, wenn in Deutschland wieder Kleinststaaten entstünden, weil sich der Hesse vom Mecklenburger nicht verstanden fühlt.
Die Sache ist doch die: solche wichtigen Entscheidungen wie Sezessionen bestimmt man doch nicht in Volksbefragungen und macht es dann sofort. Was sollte denn dabei herauskommen?
Ich hätte es als Auftrag verstanden weiter zu verhandeln um die Defizite in der Beziehung zur Zentralregierung zu verbessern und Lösungen zu finden.
Heute sind wir draussen und morgen wären wir gerne wieder drinnen? So laufen ja Volksbefragungen, gerade so wie der Wind sich dreht. Wenn man irgendwo eintreten will, kann man auch nicht einseitig machen. Da muss der zustimmen, der aufnehmen soll. Genauso muss man eine Trennung auch beidseitig gestalten.
Eine echte generelle Repression der Katalanen durch Madrid in den letzten Jahren kann ich nicht erkennen, auch wenn die Historie sicher nicht unproblematisch war.
Generell soll jedes Volk selbst bestimmen, aber bitte nach den vereinbarten Spielregeln. Deutschland und Österreich haben sich auch irgendwann getrennt (ich meine schon das 19. Jhd.), weil die gemeinsamen Interessen einfach nicht groß genug waren.
Aber wie schon so oft - derjenige der es soweit gebracht hat, hat sich sicherheitshalber schon einmal abgesetzt. Solche politischen Führer hat man gerne. War in UK auch nicht anders mit den Brexiteers.

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