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Apec-Gipfel in Peking: Auftritt einer Weltmacht
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Die Führung in Peking scheut auf dem Apec-Gipfel keine Mühen, sich als freundliche Großmacht zu präsentieren. Doch Chinas Ambitionen ängstigen seine Nachbarn. Was fängt das Land mit seinem neuen Selbstbewusstsein an?

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Worldwatch 11.11.2014, 07:46
1. China vertritt seine Interessen ...

... weniger verschaemt als frueher, steht den unverschaemten Interessenforderungen der USA indes noch weit hinterher.
Die heute lauter werdenden Inteessenforderungen Chinas dienen aber auch der Beruhigung von nationalistischen hardliner im Lande, sowie aber auch der Reduktion von zunehenden Unzufriedenheiten im Volk. Denn der "deal" zwischen Partei und Volk lautet, "keine Demokratie, aber wachsender Wohlstand".
Gerade dazu aber kommt chinas Fuehrung in schwierigere Fahrwasser aufgrund der weltweiten, insb. von den US of A verursachten Finanz- und Absatzmarktkrisen. So wird alle Kraft darauf ausgerichtet die Job- und Absatzkrise zu ueberwinden.

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jjcamera 11.11.2014, 08:03
2. Zeit

Die chinesische Politik hat etwas, was demokratische Länder nicht haben: Zeit.
Die chinesische Führung muss nicht auf die Wahl in 4 oder 5 Jahren schauen, um dann zu entscheiden, wie sie handelt. Sie plant für ein Gesellschaftsmodell in 100 Jahren. Davon können wir uns eine Scheibe abschneiden, wenn wir sehen, dass wichtige und dringende Reformen bis zum nächsten Wahltermin verschoben werden...
Die individuelle Freiheit einzelner Personen kann in einem Vielvölkerstaat mit mehr als einhundert verschiedenen Kulturen und Sprachen und rund 1,4 Milliarden Bewohnern nicht die gleiche Bedeutung haben, wie für uns. Wer glaubt, China ließe sich zur Demokratie nach unserem (ach so guten Vorbild) Vorbild bewegen, hat von Politik keine Ahnung oder ist einfach nur dämlich.

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rreshron 11.11.2014, 08:17
3. die latent china-unfreundliche Sicht

kommt ja nun genug zu Tragen. Was heute als diffuses Unbehagen gegenüber den Entwicklungsmöglichkeiten des Riesenreiches transportiert werden soll, kam früher, zu politisch unkorrekteren, aber auch unverblümteren, Zeiten, als "gelbe Gefahr" daher. Nun gut, wenn solcherlei Schwingungen mit Inhalten befördert werden, kann man sich mit den Inhalten auseinandersetzen. Formulierungen wie "Das Gerede vom 'chinesischen Traum'...." lassen eine seltsam anmutende Abfälligkeit aufscheinen, die wohl einer ebenso seltsam anmutenden Sehnsucht entspringen mag, journalistische Arbeit als "Geschreibe" verstanden wissen zu wollen.

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ermanerich 11.11.2014, 08:33
4. Und auf dem geschilderten Missverstehen

Zitat von jjcamera
Die chinesische Politik hat etwas, was demokratische Länder nicht haben: Zeit. Die chinesische Führung muss nicht auf die Wahl in 4 oder 5 Jahren schauen, um dann zu entscheiden, wie sie handelt. Sie plant für ein Gesellschaftsmodell in 100 Jahren. Davon können wir uns eine Scheibe abschneiden, wenn wir sehen, dass wichtige und dringende Reformen bis zum nächsten Wahltermin verschoben werden... Die individuelle Freiheit einzelner Personen kann in einem Vielvölkerstaat mit mehr als einhundert verschiedenen Kulturen und Sprachen und rund 1,4 Milliarden Bewohnern nicht die gleiche Bedeutung haben, wie für uns. Wer glaubt, China ließe sich zur Demokratie nach unserem (ach so guten Vorbild) Vorbild bewegen, hat von Politik keine Ahnung oder ist einfach nur dämlich.
beruht auch der aktuelle Tanz mit Putin.

Russen wie Chinesen sind langfristig denkende Pragmatiker, die zuerst an ihr eigenes Volk und Machtgefüge denken. Nicht aber sich den Ideen sogenannter Demokratien beugen, die selbst nach der Weltmacht streben.

Langfristig gibt es zwei Szenarien:
- entweder der westen begreift, dass sein Weg der Dauerexpansion als Wachstumsgarant ein Irrweg ist oder
- die autoritären Regime zerreissen an ihren inneren Gegensätzen.

Nach Stand der Dinge - siehe China - ist letzters eher unwahrscheinlich.

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aude_sapere 11.11.2014, 08:46
5. Weltmacht

China exportierte im Jahr 2013 in absoluten Zahlen weniger als Deutschland, obwohl es in puncto Bevölkerung (und Fläche) 15 Mal grösser ist als Deutschland. In Bezug auf Umwelt-, Arbeitnehmerschutz und soziale Sicherheit ist es wahrscheinlich 15 Mal schlechter als Deutschland. Angeblich kann man sich das auf Kosten des Wirtschaftswachstums ja nicht leisten, obwohl die obigen Zahlen die Unrichtigkeit dieses Arguments belegen). 51% der chinesischen Exportleistung gehen auf ausländisch-investierte Unternehmen zurück (inklusive auslandschinesischen Investments). Dasselbe gilt für 11% der urbanen Jobs sowie etwa 20% der Wirtschaftsleistung und des Körperschaftseinkommens. Das Wirtschaftswachstum flacht sich (vermutlich stärker als zugegeben) ab, weshalb die chinesische Regierung beginnt, Rohstoffe nicht mehr zu kaufen sondern zu erobern (siehe Philipinen, Japan, etc.). Wenn das eine Weltmacht ist, frage ich mich, wie der Begriff definiert wird. ME hat es da vielmehr einer not, laut autzutrumpfen. Das pazifiische Jahrtausend ist jedenfalls noch nicht ausgebrochen (und wird auch nicht mehr, da die Chinesen in Asien mittlerweile ja so beliebt sind wie die Russen in Osteuropa).

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Pless1 11.11.2014, 08:53
6.

Wenn man das so liest erinnert das doch sehr an die USA. Die beglücken auch die 99% der Welt mit ihrem Way of Life. Und ob die Beglückten das nun gut finden (wie wir Westeuropäer) oder nicht (mittlerer Osten) ist nicht so wirklich entscheidend.

Bei China wird das ähnlich sein. Man muss wohl keine Angst haben, dass die Chinesen irgendetwas vom Zaun brechen, was die guten Geschäfte und das eigene Wachstum gefährdet. Gleichwohl hat auch China Hegemonialansprüche, denen sich insebsondere naheliegende Mächte im Vorgarten Pekings nicht werden entziehen können. Das werden insbesondere die Japaner merken, denn diese werden ihren regionalen Führungsanspruch nicht aufrecht erhalten können - der ihnen vor dem Hintergrund der Größenverhältnisse ja ohnehin nie zustand. Für Asiaten ist so ein Rückfall allerdings weitaus schwerer zu verkraften als für Europäer, eine Mentalitätsfrage. Insofern muss man sich auch fragen, in welche Richtung ein an Bedeutung verlierendes Japan dann politisch steuern wird. Ein bisschen eine Analogie zum Schicksal von Großbritannien.

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guenther2009 11.11.2014, 09:00
7. Es glaubt

doch niemand, dass China, nach erreichen des militär. Gleichstandes mit USA, sich einbremsen wird. Dann werden die Chinesen rücksichtslos ihre pol. u. wirtschaftlichen Ziele allen aufoktruieren, egal was sonst noch ist. Es ist richtig, dass die Diktatur sehr langfristig denkt und daher unserer Art von "Demokratie", die durch Geheimverträge eingeschränkt ist, überleben wird. Wann werden unsere Politiker endlich munter???

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chiefseattle 11.11.2014, 09:02
8. unverständlich

Chinas Politik der Nichteinmischung provokiert keinen Regime-change, wie das ja vom Westen immer initiiert wird. Xi will wirtschaftlichen Fortschritt im pazifischen Raum, (Apec macht jetzt schon 50% der Weltwirtschaft), und nähert sich wieder seinem Nachbarn Russland. Langfristige Planung zahlt sich halt aus.

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localpatriot 11.11.2014, 09:16
9. Warum das Land nicht ein wenig erklären

Es ist ein wichtiges Ereignis - APEC, Asia Pacific Economic Forum ist die Zone mit dem grossen Wachstum und diese Zone ist Kriegsfrei. Und wie man hier sieht, man zankt zwar ein bisschen, redet jedoch trotzdem miteinander.
Zur Zone gehören die Riesenwirtschaften der Welt, USA, China, Russland, Japan und dann noch Australien und sogar Neuseeland und Kanada.
Man kann sich in Europa gar nicht vorstellen welche geballte Wirtschaftskraft da zusammentrifft.
Man muss nur darüber denken dass man von Schanghai oder Hong Kong mit den ICE beinahe bis nach Vladivostok in Sibirien fahren kann, oder ununterbrochen auf der Autobahn bis an die russische Grenze.
Herr Reinhold sollt doch mal sein Negativbrille absetzen, und sehen was da wirklich vor sich geht. Nicht nur im Beijing, sondern weit ausserhalb.
Also Herr Reinhold, machen sie zwei Wochen Ferien und schauen sie sich das Land an und dann berichten sie noch einmal.
Ganz nebenbei: Die Chinesen erkennen die Ausarbeitungsarbeit Deutschlands in Bezug auf das Verhalten der deutschen Regierung klar an und wünschten sich dass Japan sich daran wenigstens ein kleines Beispiel nimmt. Fragen sie ruhig ihren Betreuer.

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