Forum: Politik
Arabischer Frühling: Islamisten zu Demokraten!

Tunesien, Libyen, Ägypten - der Arabische*Frühling hat islamistische Parteien stark gemacht. Ist das*Verrat an der Freiheit? Keineswegs.*Der Erfolg der Religiösen*zeigt nur, dass sich die politischen Verhältnisse normalisieren. Nun beginnt das Experiment, Islam und Demokratie zu versöhnen.

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**Kiki** 30.10.2011, 12:44
190. .

Zitat von gerd2006
"Auch Islamisten dürfen Demokraten sein, und umgekehrt." Diese Aussage macht ungefähr so viel Sinn wie "Auch Neonazis dürfen Demokraten sein. Und umgekehrt." Es gibt eben Dinge, die sich logisch und politisch ausschliessen. Wenn Allah die Gesetze vorgibt, kann der Mensch sie nicht ändern, auch in der Demokratie nicht. Deshalb Scharia und Auslegung der Koransuren in Fatwas statt einer offenen Gesellschaft. Eigentlich nicht so schwer zu verstehen, warum wollen Sie uns etwas anderes vorgaukeln?
Jetzt lassen Sie die Kirche (bzw. Moschee) doch mal im Dorf. Eigentlich gilt nämlich alles, was Sie schreiben, grundsätzlich auch für die christliche Religion, und es ist auch noch gar nicht so lange her, da fand etwa der Vatikan eine weitere autoritäre Herrschaft in Europa unter christlichen Vorzeichen (das nämlich, dachte man, werde man mit Hitler bekommen) sehr viel unterstützenswerter als eine Demokratie.

Eine offene, pluralistische Gesellschaft war in den Augen überzeugter Christen etwas, das bekämpfenswerter war als eine heraufziehende Diktatur, jedenfalls dann, wenn die Diktatur vermeintlich unter christlichen Vorzeichen stand. Dem Vatikan gefiel an Hitler außerdem, daß er katholisch war - man erhoffte sich im mehrheitlich protestantischen Deutschland dadurch einen wieder zunehmenden Einfluß. Daß der Hauptfeind in den Augen des Vatikans weder die Nazis noch die Atheisten, sondern die Protestanten waren, sei am Rande dabei noch erwähnt, weil es aus heutiger Sicht doch ein wenig kurios klingt.

Solange der Staat noch Kirchensteuern einzieht und an staatlichen Schulen Religionsunterricht gegeben wird, ist die Trennung von Staat und Kirche meiner Meinung nach noch nicht ausreichend vollzogen. Trotzdem läßt sich nicht abstreiten, daß sich bei dieser Trennung in den letzten Jahrzehnten einiges bewegt hat. In jungen Jahren fand ich die Rolle der Kirchen bei der politischen Meinungsbildung nämlich um einiges bedenklicher als heute. Das hat sich erheblich gebessert. Dafür haben wir aber jetzt die Grünen, also haben wir unter dem Strich nicht so arg viel gewonnen ... aber das ist ein anderes Thema.

Ich glaube, in Tunesien und Libyen haben sie mit dem Islam gerade eine Chance, den Islam mit einem demokratischen System zu versöhnen. Der Islam und Demokratie passen genauso gut oder schlecht zueinander wie das Christentum und die Demokratie - eigentlich, nimmt man die jeweilige religiöse Lehre für bare Münze, nämlich überhaupt nicht. Aber wenn es beim Christentum geklappt hat, dann sollte es auch mit dem Islam hinzukriegen sein.

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Meskiagkasher 30.10.2011, 13:06
191. Nein.

Zitat von tommy_tom
Auch im Buddhismus u.Hinduismus sind dieselben faschistischen Aspekte zu sehen, sobald sie POLITISIERT werden.
Das ist eine Argument wofür?
Zitat von tommy_tom
Gibt es eine Säkularität des Staates, ist das faschistische Element einer funktionalisierten Religion aber schon weitgehend ausgeschlossen.
Abrahamische Religionen sind stets politisiert und immer totalitär. Der biblische/koranische Gott duldet keine andere Glaubensformen und schon gar keine säkularen Staatsformen. Es ist lediglich den bürgerlichen Revolutionen zu verdanken, dass in Europa die Kirchen an die Kette gelegt wurden. Hätten die Kirchen die Möglichkeit, würden sie auch heute noch Leute verbrennen. Scharia und "christliche Werte" sind substanziell identisch. Man muss nicht nach Iran oder Saudi-Arabien gucken, um Theoktraten zu finden. Fakt ist, dass weder dort noch hier eine Vermischung von Staatswesen mit Religion/Ideologie erlaubt werden darf (bei uns hieße das z.B. die ersatzlose Abschaffung der widerlichen Artikel 4 (1, 2) und 7 (3, 5) des Grundgesetzes).

Viele Grüße,
Cush

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Ernst August 30.10.2011, 13:23
192. Die Fahne des Frühlings

Nun beweisen.

Die Fahne der Revolution in Bengasi.
Keine Fotos sondern ein nicht wegzuleugnendes Video.


http://www.youtube.com/watch?feature...&v=ZAfBoOsYK1c

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methusa 30.10.2011, 13:34
193. Wo haben Sie denn...

Zitat von Meskiagkasher
Abrahamische Religionen sind stets politisiert und immer totalitär. Der biblische/koranische Gott duldet keine andere Glaubensformen und schon gar keine säkularen Staatsformen. Es ist lediglich den bürgerlichen Revolutionen zu verdanken, dass in Europa die Kirchen an die Kette gelegt wurden. Viele Grüße, Cush
...das her?

Sie werfen ja alles durcheinander!

Die RKK, die Lehre Jesu,
die Dikatatur Mohammeds, Allah oder Jahwe: Alles ein Einheitsbrei.

Vielleicht gelingt mal ein differenzertes Statement, oder sich einfach mal ausklinken, wenns nichts zu sagen gibt.

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A.D.H. 30.10.2011, 14:04
194. Islamisten vs. Christen

Zitat von wolfgangl
Endlich mal ein normaler Artikel ohne Hetze. In unseren ach so sekularisierten, westlichen Welt haben mehrheitlich die christlichen Parteien das sagen. Das ist für uns ganz normal. Warum sollen also in islamistischen Ländern nicht die Islamisten die Regierung stellen, auch das ist ganz normal. ...
Sie irren sich, denn "Islamisten" können Sie nicht einfach mit Christen gleichsetzen, da Islamisten islamische Fundamentalisten sind, und Sie wollen doch nicht ernsthaft behaupten, das christliche Fundamentalisten die Parteienlandschaft in Europa beherrschen?!

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A.D.H. 30.10.2011, 15:12
195. -

Zitat von hat0
Sie haben keine Ahnung. Die Scharia ist jeweils das Werk von demjenigen, der sie auslegt. Das geht von Steinigung in Saudi Arabien bis Abtreibungsrecht in Tunesien!
Das ist die übliche Nebelkerze. Es bleibt abzuwarten, wie sich Tunesien entwickelt.

Zitat von
- Im Andalus, unter moslemischer Herrschaft, haben Juden friedlich und gerne unter Moslems gelebt. Sie durften sogar ploitische Ämter bekleiden. - Sie kamen aus anderen Regionen Europas zum Andalus, weil Sie dort Toleranz und Frieden erleben konnten. - Judenverfolgung gab es nicht! ...
Das sind nichts weiter als islamische Mythen:

"Islamisches Spanien: Das Land, wo Blut und Honig floss"
800 Jahre lang stand Spanien unter islamischer Herrschaft. Die maurische Epoche gilt als das goldene Zeitalter der kulturellen Blüte und der religiösen Toleranz unter Muslimen, Christen und Juden. Der Mythos von al-Andalus – zu schön, um wahr zu sein.

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/200...d-wo-blut.html

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tommy_tom 30.10.2011, 18:27
196. Wofür denn wohl?

Zitat von Meskiagkasher
Das ist eine Argument wofür? Viele Grüße, Cush
Selbstverständlich für die Säkularität jedes Staates und die Privatheit jeder Religion od. einer nichtreligiösen Auffassung.
Das geht doch klar aus meiner Darstellung hervor.
Der Wertekonsens, den alle Staaten eingehen könnten, ist die völlige Privatheit der Religion und ihre Trennung von der Politik.
Da ist die Garantie der religiösen Wahlfreiheit od. einer nichtreligiösen Ausrichtung im GG schon wichtig, aber der Säkularität nicht übergeordnet.
Als universelle Werte haben wir die Menschenrechte.

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Maga 01.11.2011, 10:36
197. Probleme mit den Grundrechten?

Zitat von Meskiagkasher
Das ist eine Argument wofür? Abrahamische Religionen sind stets politisiert und immer totalitär. Der biblische/koranische Gott duldet keine andere Glaubensformen und schon gar keine säkularen Staatsformen. Es ist lediglich den bürgerlichen.....
Hmm, die "widerlichen Artikel" 4(1, 2) und 7 (3, 5) des Grundgesetzes. Ich zitiere Artikel 4 (1,2):
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
Mir scheint, Sie haben Probleme mit der Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

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tommy_tom 02.11.2011, 10:14
198. Problem

Zitat von Maga
Hmm, die "widerlichen Artikel" 4(1, 2) und 7 (3, 5) des Grundgesetzes. Ich zitiere Artikel 4 (1,2): (1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. (2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet. Mir scheint, Sie haben Probleme mit der Meinungs- und Versammlungsfreiheit.
Nein, der Forist findet es lediglich problematisch, dass die Säkularität in D bislang die freie Religionsausübung nicht in die Privatheit verbannt, wo sie auch hingehört.
Ansonsten können ja auch Islamisten, die sich durch Politisierung ihrer Religion auszeichnen, den Staat u. sein GG missbrauchen.
Gut gemeint, ist noch lange nicht gut getan.
Die Demokratie muss sich auch schützen.Das kann sie nur durch die Überordnung der Säkularität. Die widerum schützt ihre Bürger vor Verfolgung durch Fanatiker, Hassprediger, u. Faschismus, der Konvertierung verfolgt od. auch fordert. Das passiert ja ungestraft täglich in D.

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tretulaio 02.11.2011, 11:42
199. Wenn Sie nur wüssten.......

Zitat von Meskiagkasher
Das ist eine Argument wofür? Abrahamische Religionen sind stets politisiert und immer totalitär. Der biblische/koranische Gott duldet keine.....
Tja, nur leider ist das vollkommen falsch. Zumindest trifft Ihre Behauptung nicht auf den Islam zu. Denn hier wird strikt im Koran verboten jemanden im Bezug auf bspw. seinen Glauben zu zwingen. Der Koran legt viel Wert auf diese Artikel. Demnach sind islamische Fundamentalisten wohl eher die besseren Demokraten. Vorrausgesetzt sie halten sich strikt an den Koran und nicht an diesen Schwachsinn namens Scharia.

Wenn Sie sich mal intensiv mit allen Religionen beschäftigt hätten, dann wüssten Sie das.

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