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Arbeitsministerin Nahles im Interview: "Es gibt zu viele Burnout-Opfer"
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Warum sind so viele Deutsche unzufrieden mit ihrem Job und erkranken deshalb? Arbeitsministerin Nahles setzt auf mehr Qualifizierung und bessere Führung. Ihrer Partei macht die SPD-Politikerin Mut für die kommenden Wahlen.

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weltbetrachter 31.05.2015, 12:54
50. Streß und Erreichbarkeiten

Streß und ständige Erreichbarkeit in der Arbeit ist das eine. ABER wenn ich mich im Bekanntenkreis umsehe, dann ist die ständige Erreichbarkeit im PRIVAT-LEBEN noch schlimmer. Da wird gechattet, gepostet was das Zeug hält. Wer auf Mitteilungen nicht in 3 Minuten antwortet, ist OUT. Geht´s noch ? Früher sind wir auch ohne Messenger im Privatleben ausgekommen. Da ist eine Entschleunigung fast dringender angezeigt als im Arbeitsleben.

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01099 31.05.2015, 12:57
51.

Zitat von infonetz
Aber kommt das wirklich von der Arbeit? Ich meine das die wenigsten "Burnouts" was mit dem job zu tuen haben. Ich meine das die emotionale Erschöpfung ein gesellschaftliches Problem ist und nicht wirklich allzu viel direkt was mit der Arbeit zu tuen hat. Was mir seit langen auffällt ist das immer mehr Bürger allgemein sehr unzufrieden sind. Das geht so langsam in großen Frust über.
Danke für Ihre Antwort. Es stimmt schon, dass für den Ausbruch einer Depression - und das "Burnout" ist nichts anderes - auch genetische oder biographische Voraussetzungen eine Rolle spielen. Es gab da mal eine Untersuchung, bei der die Ausschüttung von Stresshormonen bei gesunden Menschen und bei welchen, die schon einmal eine Depression erlebt haben, gemessen wurde. Ergebnis dessen war, dass bei letztgenannten die Ausschüttung in z.B. Prüfungssituationen, viel höher war als bei gesunden Menschen. Und auch das Wiedereinpegeln des Hormonspiegels, dauerte bei ihnen viel länger. Aber trotzdem denke ich, dass die Arbeitswelt heute dem Stress zuträglich ist und das zur völligen Erschöpfung führen kann. Das hat vielleicht auch etwas mit dem Hierarchie-Denken bei uns zu tun. Und auch anstehende Renten-Desaster wird eine Rolle spielen. Die Menschen haben Angst, glaube ich.

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prince62 31.05.2015, 12:59
52. Die SPD ist der Totengräber der Sozialen Marktwirtschaft.

Zitat von infonetz
An meinem Burnout ist die Politik schuld. Seit GAZprom Schröder ist unsere Gesellschaft sich am spalten. Die einen bekommen alles in den selbigern geschoben und die anderen bekommen ständig was neues schlechteres. ES nervt einfach nur noch und ich habe jedliche Lust an diesem System verloren.
Völlige Zustimmung, früher gab es in Deutschland die von Ludwig Erhard vorgestellte Soziale Marktwirtschaft, diese wurde von der SPD mit Schröder und Müntefering ab 2002 planmäßig und durchgehend abgeschafft,

muß man sich ja mal vorstellen, für was Kohl mit bzw. trotz Lambsdorff sich nicht hergab, selbst er wollte nicht so tief sinken, das hat die SPD mit ihren gekauften Arbeiterverräter an der Spitze in Nullkommanix gemacht,

jetzt nach über 10 Jahren im Tal der Tränen als gut20% Partei ist man immer noch nicht auf den wahren Grund des eigenen Elends gekommen, sondern macht immer weiter, siehe Tarifeinheitsgesetz, wieder ein Schalg gegen die Arbeiter und das einfache Volk, damit auf deren Kosten die Reichen noch reicher werden.

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io_gbg 31.05.2015, 13:01
53.

"Arbeitsministerin Nahles setzt auf mehr Qualifizierung ..."


Qualifizierung: Sie selbst hat nach 20 Semestern (10 Jahre!) gerade mal den Magisterabschluss zustande gebracht, in Neuerer und Älterer Germanistik sowie Politikwissenschaft.

Ansonsten nur eine rein parteipolitische Karriere.
https://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Nahles

Aber von Qualifizierung anderer quatschen – sorry, aber ich kann das nicht anders bezeichnen.

Und diese Madame Salonlinke agiert gegen Arbeitnehmer-/Gewerkschaftsrechte (Gesetz zur Tarifeinheit). Man kann nur hoffen, dass dies gestoppt wird: Gerhart Baum, der ehemalige Innenminister aus der Zeit (vor 1982) als die FDP noch eine honorige Partei war, wird hoffentlich mit seiner Klage gegen das unqualifizierte Gesetz Nahles' durchkommen.

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infonetz 31.05.2015, 13:02
54.

Zitat von derwahredemokrat
Sie hatte zum Glück nie Stress. Wenig Bildung, keine Ausbildung und nun ein Job, in dem man nur abkassiert, ohne zu leisten. Schon schön, von der Arbeit der anderen ohne Gegenleistung zu leben. Genaugenommen sind Abgeornete nur H4 Empfänger mit höheren Bezügen.
Das ist aber wirklich so das es unter Politiker so gut wie kein Burnout gibt. Wovon auch!

Als Politiker habe ich so gut wie keinen Druck weder was den "Chef" angeht, noch den Arbeitsplatz (verlust) oder das finanzielle. Zukuntsängste weil die Rente zu wenig sein wird muss man auch nicht haben. Politiker kennen die Gründe nicht weil sie sie selber nicht erfahren.

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nolabel 31.05.2015, 13:03
55. Oh Nahles,

wie wäre es denn mal damit: Den Arbeitnehmer 4.0 als solchen in Frage stellen. Aber sie sieht ja auch keinen Grund, Clement, der jetzt Gabriel heißt, oder die GoKo in Frage zu stellen. Na dann ist in der ollen SPD-Welt ja alles in Ordnung...

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muru 31.05.2015, 13:04
56. Meine Güte

Zitat von Argumentationslogiker
Meine Güte, Sie haben wirklich überhaupt keine Ahnung, um was für ein Krankheitsbild es sich bei Burnout handelt. Ich komme aus einem Beruf, in dem man sehr viele Kollegen wegen Burnout gehen sieht, das sind keine Erfundenen Wehwehchen, das ist eine knallharte Symptomatik. Und es ist eben nicht so, dass es die trifft, die schnell überfordert sind, sondern im Gegenteil. Es sind die, die lange Zeit untragbare Arbeitsbedingungen ertragen, die dann irgendwann völlig auf sind. Eben weil sie weit über eine menschliche Belastungsgrenze hinaus gearbeitet haben.
sie aber auch nicht. Ich kenne doch mehrere Burn-Out-Fälle und immer lag die Ursache hauptsächlich im privaten Bereich, sei es der Tod oder eine schwere Krankheit eines Familienmitgliedes oder die Überschuldung. Die Arbeitsbedingungen sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer besser geworden und die Arbeitsschutzgesetze sind umfassend immer zugunsten des Arbeitnehmers ausgelegt, aber es wäre noch wünschenswert, wenn man jeden Morgen den Arsch gepudert bekäme.

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gast00815 31.05.2015, 13:05
57.

Sehr geehrte Frau Nahles,

ich befinde mich aufgrund von Befristungen seit 2009 am Rande von Erschöpfungszuständen.

Arbeitsunzufriedenheit empfinde ich als Luxusproblem.

Wie wäre es, wenn Sie zunächst erst einmal die menschenunwürdigen Befristungen im öffentlichen Dienst, insbesondere beim Bund/Bundesagentur und damit vor Ihrer eigenen Haustür kerren, bevor sie wieder mal anderen Arbeitsgebern etwas "nahe" bringen wollen?!?!?!

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grafkoks2002 31.05.2015, 13:06
58. Paternoster...

Okay, eine Frau, die selbst für die Fahrten mit einem Paternoster eine Qualifizierung verlangt, wundert sich darüber, dass Menschen irgendwann ausbrennen...

Ich will nicht despektierlich klingen, aber wenn man wie Frau Nahles am Hebel der Macht sitzt und etwa Kleinunternehmen mit unsinnigen bürokratischen Stuss malträtiert, wenn man nicht in der Lage ist, einen Mindestlohn für alle einzuführen, sondern erlaubt,, dass Langzeitarbeitslose etwa regulär als Arbeitnehmer zweiter Klasse behandelt werden, sollte man einfach mal die Klappe halten, wenn es um Themen wie Burnout geht. Sie hätte die Macht, dieses Thema mit Wucht anzugehen...

Allein glaubt dieser Frau das niemand.

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Leser161 31.05.2015, 13:07
59. 2.0? 3.0? 4.0? 0.0?

Wichtiges Thema. Schön wäre es wenn Frau Nahles den Eindruck erwecken könnte sie weiss wovon sie redet? Was genau ist Arbeitswelt 3.0? Und wann war 2.0?

Ansonsten:
Gebt den Leuten derart Aufgaben das sie am Ende von 8 Stunden zufrieden mit dem sein können, was sie geleistet haben. Redet den Leuten nicht immer sein das es nur Supermami und Hartz-IV-Mami gibt und dazwischen nichts.

Moderate Leistung muss sich moderat lohnen, nicht The-Winner-takes-it-all.

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