Forum: Politik
Arbeitsministerin: Nahles schließt Ausnahmen beim Mindestlohn aus
DPA

8,50 Euro für alle: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles erteilt Forderungen aus der Union nach Ausnahmen vom geplanten gesetzlichen Mindestlohn eine Absage. Auch mit der "Generation Praktikum" soll Schluss sein.

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wauz 09.06.2014, 14:24
450. Die alten NPD-Sprüche, neu verpackt

Zitat von Dirk Ahlbrecht
(...) Deutsche und Migranten konkurrieren hier sehr wohl um die, bezogen auf die Menge an Nachfragern, wenigen prekären Beschäftigungsverhältnisse. Hinzu kommt, daß die Höhe der Zuwendungen des Staates gegenüber dieser gesellschaftlichen Gruppe deren Motivation sinken lässt überhaupt wieder eine prekäre Beschäftigung aufzunehmen. Dem Staat ergo, aus dessen Sicht, gar nichts anderes übrig bleibt als Transferleistungen zu zahlen, eben weil die Menge der Nachfragenden nach solchen Beschäftigungsverhältnissen geringer ist als das diesbezügliche Angebot; und will er, der Staat, nicht riskieren, daß die Leute auf Grund dieser Umstände auf die Barrikaden gehen. Da es erklärte linke Politik ist weiterhin und in besonderem Maße unqualifizierte Leute ins Land zu lassen, die auf Grund dieses Umstandes hierzulande keine Chance auf ein ordentliches Beschäftigungsverhältnis haben, wird sich deren aber auch die gesellschaftliche Gesamtsituation ganz zwangsläufig weiter verschärfen. Und zwar solange, bis es knallt.
"Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg!" und "Ausländer raus!". Das war 1980 und es hat damals schon nicht gestimmt. Billige Rechnung - soundsoviel Arbeitsplätze, soundsoviel Suchende. Stimmt aber nicht, weil es kein Summen-Problem ist, sondern ein Strukturproblem. In der Zwischenzeit noch mehr als vorher. Mit der Hartz-Gesetzgebung wurde praktisch jede Arbeit als zumutbar erklärt, mit der Folge, dass kein Leistungsempfänger mehr einen Job ablehnen kann.
Wenn hier von einer Konkurrenz der Arbeitssuchenden die Rede ist, dann ergibt das ein schiefes Bild. Kein Jobsucher gibt ein "Angebot" ab, in dem er hineinschreibt, für den und den Presi übernehme ich den Auftrag.
Arbeitssuchende sind Bittsteller, die selbstverständlich nicht versuchen, den Preis zu drücken, sondern sie geben eine bewerbung ab oder stellen sich vor. Den Preis gibt der "Arbeitgeber" vor.
Wenn es tatsächlich so etwas wie eine Konkurrenz gibt, dann läuft die über Qualifikation. Und dann kommt es auf die Aufgabe an. Da kann es schon sein, dass ein in detschland geborener junger Mann mit anderem Pass seinem älteren deutschen Nachbarn vorgezogen wird. Z.B. weil ein 25-Jähriger eben besser Säcke schleppen kann als ein 60-Jähriger mit Schmerbauch.
Unsere Arbeitslosigkeit ist strukturell bestimmt: Arbeitslos sind die, die nicht den Vorstellungen der Firmen entsprechen.
Diejenigen, die diese hartz-gestzgebung haben wollten, haben das gewusst. Es ging darum, Leute, die keine Chance am Arbeitsmarkt mehr haben, möglichst billig abzufüttern. Und am besten ihnen gleich die Schuld zu geben, an der Situation.
Sie lassen sich als Lautsprecher und Propagandist für die Interessen einer Wirtschaft einsetzen, die nur eines im Sinn hat: die Lohnkosten niedrig zu halten. Und Arbeitslosengeld 1, Krankenkassenleistungen und Rente sind letztendlich Lohnkosten, weil sie über eine Umlage auf Arbeitsverträge finanziert werden.

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Dirk Ahlbrecht 09.06.2014, 16:06
451.

Zitat von wauz
"Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg!" und "Ausländer raus!". Das war 1980 und es hat damals schon nicht gestimmt. Billige Rechnung - soundsoviel Arbeitsplätze, soundsoviel Suchende. Stimmt aber nicht, weil es kein Summen-Problem ist, sondern ein Strukturproblem. In der Zwischenzeit noch mehr als vorher. Mit der Hartz-Gesetzgebung wurde praktisch jede Arbeit als zumutbar erklärt, mit der Folge, dass kein Leistungsempfänger mehr einen Job ablehnen kann. (...) Sie lassen sich als Lautsprecher und Propagandist für die Interessen einer Wirtschaft einsetzen, die nur eines im Sinn hat: die Lohnkosten niedrig zu halten. Und Arbeitslosengeld 1, Krankenkassenleistungen und Rente sind letztendlich Lohnkosten, weil sie über eine Umlage auf Arbeitsverträge finanziert werden.
Ich lasse mich, lieber wauz, vor niemandes Karren spannen sondern denke selbst; und habe auch vor dies in Zukunft zu tun. Das die NPD schon damals auf ihre ganz eigene Art auf bestimmte Zusammenhänge (hier vor allem im prekären Beschäftigungsbereich) hingewiesen hat, ist nicht mein Problem. Die Nazis haben auch geatmet jedoch werden wir deshalb wohl nicht das Atmen einstellen.

Ich lasse mich auch nicht als "Lautsprecher und Propagandist" von Wirtschaftsinteressen einspannen. In meinen vorherigen Beiträgen in diesem Forenstrang bin ich auf diesbezügliche Zusammenhänge eingegangen; und vertrete vielmehr die Auffassung das wir in D ganz andere Löhne, gerade und auch in den prekären Beschäftigungsverhältnissen zahlen könnten, wenn man nicht ständig ganz grundsätzliche ökonomische Zusammenhänge offenbar absichtlich und fortwährend ignorieren würde. Und der Staat den Leuten darüber hinaus nicht permanent in die Tasche fassen würde, um dieses Geld alsdann sinnlos überall herumzuverschenken.

Ferner halte ich Ihre Behauptung, wir haben es in D überwiegend mit struktureller Arbeitslosigkeit zu tun für eine Chimäre. Friseure, Kraftfahrer, Müllmänner, Hausmeister, Handwerker, Maurer, Fliesenleger, Kanalarbeiter etc. unterliegen struktureller Arbeitslosigkeit? Weshalb denn, wauz: Weil beispielsweise keiner mehr Haare auf dem Kopf hat, um sich diese Haare schneiden zu lassen? Solche Aussagen, wauz, sind, mit Verlaub, einzig eines: Unsinn.

Trotz aller gegenteiligen Ankündigungen und Behauptungen aus Politik und Wirtschaft ist einzig eine Berufsgruppe, nämlich die prekär Beschäftigen in D, seit Jahren einem permanenten und destruktiven "Wettbewerb" um Arbeitsleistung ausgesetzt. Echte Solidarität, die ja allenthalben gefordert wird, gegenüber den prekär Beschäftigten in D könnte man allein dadurch zeigen nicht ständig Nachfrager nach prekären Beschäftigungsverhältnissen ins Land zu lassen. Bittsteller, lieber wauz, sind die Leute einzig deshalb, weil die Politik diese Menschen dazu gemacht hat.

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freekmason 09.06.2014, 17:39
452.

Zitat von Dirk Ahlbrecht
...politisch gewollte Masseneinwanderung....da das Lohnniveau ohne Masseneinwanderung....konsequente Folge der Masseneinwanderung ist... jene Massen von Einwanderern...
eine fixe idee ist besser als gar keine. feiern Sie eigentlich die abwanderung auch so?
Zitat von Dirk Ahlbrecht
Dies wird, und da braucht es keine Prophetie, in einer Katastrophe enden.
die katastrophe hat sich jetzt 30 jahre aufgebaut, daher brauchen wir ja den mindestlohn.
Zitat von Dirk Ahlbrecht
Ich lasse mich, lieber wauz, vor niemandes Karren spannen sondern denke selbst; und habe auch vor dies in Zukunft zu tun. Das die NPD schon damals auf ihre ganz eigene Art auf bestimmte Zusammenhänge (hier vor allem im prekären Beschäftigungsbereich) hingewiesen hat, ist nicht mein Problem. Die Nazis haben auch geatmet jedoch werden wir deshalb wohl nicht das Atmen einstellen.
der unterschied ist nur, dass atmen keine aufgebauschte wahnvorstellung ist.
Zitat von Dirk Ahlbrecht
So reden, klausbrause, nur Leute, die keine Ahnung haben. Bestimmte Parteien (möglicherweise sind Sie ja auch ein Wähler derselben), die die ganzen Leute ins Land holen, die dann das hiesige Lohnniveau unter Druck setzen, sind doch die besten Helfershelfer jener, die nach entsprechenden Dumpinglöhnen rufen. Hier arbeiten die linken Weltenretter und die sog. "Kapitalisten" Hand in Hand. Leider sind die Leute so uninformiert und merken den Schwindel nicht.
wie meinen? die "linken weltenretter" sind doch dieselben "kapitalisten", die "die ganzen leute ins land lassen", seit gefühlten 150 jahren also merkel und co. wenn also die union für Sie "linke weltenretter" sind, Sie die halluzination der "masseneinwanderung" so plagt und ein ungelernter rumäne ohne deutschkenntnisse Ihnen den arbeitsplatz wegnimmt, sind Ihre probleme ganz andere, als einwanderer.

wem die horden von einwanderern den traum von der eigenen dönerbude vermiesen, kann ja eine auf mallorca aufmachen.

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freespeech1 09.06.2014, 18:10
453.

Zitat von wauz
"Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg!" und "Ausländer raus!". Das war 1980 und es hat damals schon nicht gestimmt.
Das ist aber leider die banale Wahrheit, dass der Arbeitgeber junge, noch leistungsfähigere Bewerber anstellt, die bereit sind, sich am niedrigen Lohnniveau ihres Herkunftslandes zu orientieren und dem heimischen Arbeitssuchenden, der evtl. eine Familie ernähren muss und älter ist, den Laufpass gibt. Sonst hätten wir nicht nach wie vor Massenarbeitslosigkeit in Deutschland. Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie man solche offensichtlichen Zusammenhänge leugnen kann. Versuchen Sie mal, als 50jähriger eine neue Arbeit zu finden, auch wenn Sie sehr qualifiziert sind.

Warum wird denn vom Kapital und seinen Parteien so viel Wert auf Massenzuwanderung auf den Arbeitsmarkt gelegt. Je höher das Angebot an Arbeitskräften, desto niedriger der Lohn. Das alles dient nur dem Lohndumping.

Zitat von wauz
Mit der Hartz-Gesetzgebung wurde praktisch jede Arbeit als zumutbar erklärt, mit der Folge, dass kein Leistungsempfänger mehr einen Job ablehnen kann.
Eben, daher haben wir echte Massenarbeitslosigkeit. Zwischen 1962 und 1970 gab es faktisch keine echten Arbeitslose. Jeder hatte Arbeit, und zwar zu einem für die damalige Zeit guten Lohn.

Zitat von wauz
Arbeitssuchende sind Bittsteller, die selbstverständlich nicht versuchen, den Preis zu drücken, sondern sie geben eine bewerbung ab oder stellen sich vor. Den Preis gibt der "Arbeitgeber" vor.
Das ist aber nicht naturgegeben, sondern Ausdruck eines kaputten Arbeitsmarktes. Früher waren die Arbeitgeber die Bittsteller und die Bewerber haben die Lohnforderung vorgegeben.
Wem nutzt das gegenwärtige Ungleichgewicht, wer profitiert davon? Warum tun die Altparteien alles, um den Arbeitsmarkt zulasten der Arbeitnehmer mit Bewerbern zu fluten?

Zitat von wauz
Wenn es tatsächlich so etwas wie eine Konkurrenz gibt, dann läuft die über Qualifikation.
Das stimmt doch einfach nicht und ist völlig weltfremd. Je mehr Bewerber, desto niedriger der Lohn.

Es wird Zeit, den Zugang zum Arbeitsmarkt zu regulieren entsprechend der Nachfrage, so dass sich Angebot und Nachfrage ausgleichen. Dafür ist auch die SPD verantwortlich, auch wenn sie jetzt mit Mindestlöhnen einen Teil des von ihr verursachten Desasters ausgleichen will

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hotgorn 09.06.2014, 20:21
454.

Zitat von lindenbast
Genau. Spätestens dann, wenn der Messias wiederkömmt.
Laut Frau Nahles ist der Mindestlohn dazu da groben Missbrauch einzudämmen und sie hat tatsächlich gesagt das niemand sein ganzes Erwerbsleben mit 8,5€ fristen muss sondern nach einer Weile darüber. Ich sage wer 30 ist und immer noch für 8,5€ die Stunde arbeitet hat den Schuss nicht gehört und sollte sich lieber im Sozialstaat einrichten. Ist Frau Nahles der Messias oder etwa ich?

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hotgorn 09.06.2014, 20:25
455.

Zitat von Obstbau am Ende
Im Prinzip ist der Mindestlohn nichts anderes als eine indirekte Steuer. Denn die gesteigerten Kosten für Arbeitskräfte müssen Unternehmen eben wieder an den Endverbraucher weitergeben. Und der Bürger zahlt es dann im täglichen Leben - das Leben wird wieder etwas teurer. Und das ist auch heute der Grund warum plötzlich viele Löhne nicht mehr zum Leben reichen, da durch ständige „Manipulationen“ die Lebenskosten massiv gestiegen sind. Die Koalition hat den Vorteil, dass sie sich Sozialausgaben für lästige Aufstocker, die finanzielle Unterstützung brauchen, spart. So bleibt den Politikern wieder mehr Geld zum verprassen, sei es für irrsinnige Großprojekte oder im Selbstbedienungsladen Staatskasse zur eigenen Diatenerhöhung (wie in 2014 um ca. 10% erfolgt). Nun gibt es aber viele Branchen, die können nicht einfach ihre Preise erhöhen und die Kosten an den Endverbraucher weiter reichen, weil sie unter starken Konkurrenzdruck zu günstigeren EU-Ländern stehen. Eine kleine Rechnung für meinen Obstbaubetrieb: Heidelbeeren werden in Polen zu Stundenlöhnen von 2,30 € produziert und gelangen in die deutschen Regale. Im deutschen Anbau ist es deshalb schon schwierig vom Handel 0,40 € / 100g, also 4 € kg zu erhalten. Heidelbeeren stehen zur Saison oft bereits mit Endverbraucherpreis von 0,40 € / 100g im Regal! Für den hohen Ernteaufwand ist man auf Hilfskräfte angewiesen. Das sind in der Regel Rentner - wer sonst kann schon kurzfristig für ein Monat einspringen. Mehr als 2-3 kg pro Stunde pflückt aber in der Regel kein Rentner. Es geht natürlich alles etwas gemächlicher. Nehmen wir an der Rentner schafft 2,5 kg in der Stunde und erhält den Mindestlohn von 8,50 €, so verursacht ein kg Heidelbeeren bereits 3,40 € Pflückkosten, d.h. pro kg bleiben nur noch 0,60 €. Und das reicht überhaupt nicht um die zahlreichen anderen Betriebsausgaben (z.B. Düngung, Schnitt, Betriebshaftplicht, Krankenversicherung, Aufreinigung, Verpackung und Logistik usw.) und den Lebensunterhalt eines Betriebsleiters zu decken. Da zahlt man drauf. Vielen Dank Frau Nahles von der „sozialen“ Partei Deutschlands. Sie haben mit dem Mindestlohn ohne Ausnahme meine Existenz vernichtet und ich kann demnächst Hartz 4 beantragen. Vielleicht stehen auch mal genug Leute gegen diese arrogante Regierung auf wie das bereits in anderen Ländern passiert ist! Wer hat den Nutzen vom Mindestlohn? Wenn viele Obstbaubetriebe in Deutschland vernichtet werden wird wieder Produktionsvolumen frei und Kapitalisten wie Investmentbanker etc. können in neue Betriebe im billigen Ausland (z.B. Polen ) investieren und durch den Verkauf in Deutschland Gewinne scheffeln. Dieser Agrarkapitalismus wuchert schon seit vielen Jahren immer stärker und unsere Politiker scheinen die Handlanger dieser Lobby zu sein. Mit der Bekräftigung von Frau Nahles, eines „kompromisslosen Mindestlohn ohne Ausnahme“, ist ja klar, dass es nicht um eine soziale Verbesserung geht. Sonst würde mehr die jeweilige Branchen und ihre Situation analysiert. Ein Mindestlohn ohne Mindestpreis wird ein Existenzkiller.
Rentner die Heidelbeeren für einen Großbauer pflücken soso

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wauz 09.06.2014, 21:16
456. Völliger Quark! (1)

Zitat von freespeech1
Das ist aber leider die banale Wahrheit, dass der Arbeitgeber junge, noch leistungsfähigere Bewerber anstellt, die bereit sind, sich am niedrigen Lohnniveau ihres Herkunftslandes zu orientieren und dem heimischen Arbeitssuchenden, der evtl. eine Familie ernähren muss und älter ist, den Laufpass gibt. Sonst hätten wir nicht nach wie vor Massenarbeitslosigkeit in Deutschland. Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie man solche offensichtlichen Zusammenhänge leugnen kann. Versuchen Sie mal, als 50jähriger eine neue Arbeit zu finden, auch wenn Sie sehr qualifiziert sind. (...)
Im unteren Segment spielen die Lohnwünsche eines Arbeitssuchenden keine Rolle. Er kann weder ablehnen (zumindest nur indirekt) noch über den Lohn diskutieren. Da spielen Nationalität oder ethnische Herkunft keine Rolle. Da spielt eine Rolle, ob zu erwarten ist, dass der Betreffende die erwünschte Leistung erbringt. Auch im Zeitarbeitsbereich kommen die Kundenfirmen mit festen Vorgaben, was sie zu zahlen bereit sind. Die nehmen es eher hin, kein Personal zu bekommen, als mehr zu bezahlen.
Über den Lohn (bzw. den Stundensatz kann man bei Spezialisten diskutieren. Schweißern mit mehreren Scheinen und Zerspaner für Bearbeitungszentren etwa. Aber die brauchen sich auch keine Sorgen über einen Arbeitsplatz zu machen und sind für ZA-Firmen nur noch zu bekommen, wenn sie deftige Vorteile bieten. (Da geht tatsächlich etwas bei den Stundensätzen!)
Es gibt tatsächlich Leute, die diskriminiert werden. Alle, die irgendwie "ausländisch" daher kommen, haben schlechte Karten auf dem Ausbildungsmarkt. Egal, wie gut sie sind. Solche leute haben dann aber im ungelernten via ZA bessere Karten als urdeutsche Dummbatzen. Aber irgendwie sollte: Leistung muss sich lohnen! auch für die gelten.
Wenn Deutsche arbeitslos sind, dann liegt es entweder an der Strukturschwäche einer Region, oder aber, in den starken Gebieten, an den Dingen, die das Amt "vermittlungshemmnisse" nennt. Ein großer Posten dabei ist schlechte psychische Verfassung. Ohne jetzt über Henne oder Ei diskutieren zu wollen, man findet das bei Langzeitarbeitslosen häufig.
Dazu kommen veraltete Kenntnisse. Ein Friseuzrlehre von vor 30 jahren berechtigt heute allenfalls noch zum Haare zusammenkehren, wenn keine durchgehende Berufspraxis da ist. Übrigens: ganz egal ob er's kann, der wird nicht zur Vorstellung eingeladen!
Die strukturelle Arbeitslosigkeit war ab Ende der 70er Jahre abzusehen und wurde auch gesehen. Deswegen gab es ja die Forderung nach allgemeiner Arbeitszeitverkürzung. Allerdings hat die IG Metall das damals nur halbherzig gemacht und vor allem ignorisert, dass sie massive Fortbildungsprogramme hätte fordern müssen.
Alle haben gewusst, was ansteht, aber jeder meinte, es reicht, wenn sein Suppentopf gefüllt wird.
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wauz 09.06.2014, 21:26
457. Völliger Quark (2)

Zitat von freespeech1
(...) Das stimmt doch einfach nicht und ist völlig weltfremd. Je mehr Bewerber, desto niedriger der Lohn. Es wird Zeit, den Zugang zum Arbeitsmarkt zu regulieren entsprechend der Nachfrage, so dass sich Angebot und Nachfrage ausgleichen. Dafür ist auch die SPD verantwortlich, auch wenn sie jetzt mit Mindestlöhnen einen Teil des von ihr verursachten Desasters ausgleichen will
Was Massen betrifft: wir hätten ein noch massiveres Arbeitskräftemangel-Problem, wären nicht ab 90 die ehemalige DDR und dann noch die ehemalige Sowjetunion von Fachkräften (wie auch immer deutscher Abstammung) leergesogen worden. Gleichzeitig hat das den Fachkräftemangel aber verschä#rft, weil damals die Ausbildungskapazitäten zurückgefahren wurden und viele Jungfacharbeiter aus dem Westen in die Hilfsarbeiterschiene gesetzt wurden

Der Arbeitsmarkt ist kein Vollkomener Markt, kommt dazu. Angebot und Nachfrage richten sich nicht nach den Preisen. Das liegt einfach daran, dass die meiste Arbeitskraft nicht beliebig austauschbar ist. Aus einem Elektroingenieur aus der Hochfrequenztechnik macht niemand, mit noch so viel Geld nicht, einen Fachmann für Brückenbau. Allein völlig ungelernte Hilfsarbeiter wären austauschbar. Aber selbst bei denen gilt ja, wie Sie selbst sagen: Jung und kräftig geht vor alt und kränklich.
Die ganze These von der Marktschieflage durch Zuwanderung ist einfach nur Quatsch. Der Arbeitsmarkt sucht hochausgebildete Fachkräfte, die auch durch Zuwanderung nicht daher kommen.
Wir brauchen übrigens die Zuwanderung aus einem ganz einfachen Grund: die Hiesigen (auch die Zuwanderer der letzten 30 Jahre) bekommen zu wenig Kinder. Wir brauchen einfach Leute, die herkommen, hier Kinder kriegen, die in die Kindergärten und Schulen gehen lassen und die dann in ungefähr 20 Jahren nach einer berufsausbildung zur Verfügung stehen. Es war einfach ein Fehler, der Babyboomer-Generation das Kinderkriegen zu vermiesen. (Das war übrigens Dr. kohls Rezept!)

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wauz 09.06.2014, 21:40
458. Der Metzger wird Chirurg

Zitat von Dirk Ahlbrecht
(...) Ferner halte ich Ihre Behauptung, wir haben es in D überwiegend mit struktureller Arbeitslosigkeit zu tun für eine Chimäre. etc. unterliegen struktureller Arbeitslosigkeit? Weshalb denn, wauz: Weil beispielsweise keiner mehr Haare auf dem Kopf hat, um sich diese Haare schneiden zu lassen? Solche Aussagen, wauz, sind, mit Verlaub, einzig eines: Unsinn. Trotz aller gegenteiligen Ankündigungen und Behauptungen aus Politik und Wirtschaft ist einzig eine Berufsgruppe, nämlich die prekär Beschäftigen in D, seit Jahren einem permanenten und destruktiven "Wettbewerb" um Arbeitsleistung ausgesetzt. Echte Solidarität, die ja allenthalben gefordert wird, gegenüber den prekär Beschäftigten in D könnte man allein dadurch zeigen nicht ständig Nachfrager nach prekären Beschäftigungsverhältnissen ins Land zu lassen. Bittsteller, lieber wauz, sind die Leute einzig deshalb, weil die Politik diese Menschen dazu gemacht hat.
Schon die Auswahl ihrer berufsbeispiele zeigt, dass ihre Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge etwa so groß ist, dass sie unter der geschlossenen Tür durchspazieren kann, ohne den Hut abzunehmen.

Strukturelle Arbeitslosigkeit gibt es in verschiedenen Ausprägungen. In Wilhelmshaven zum Beispiel hat eine Schreibmaschinenfabrik zugemacht. Die war der Hauptarbeitgeber gewesen und hat nun eben Schreibmaschinen hergestellt, als die aus der Mode kamen. In Folge dessen sind viele weggezogen undwer geblieben ist, war arbeitslos.
Noch viel krasser auf dem Gebiet der vormaligen DDR.
Es geht aber auch anders. Im Landkreis Oldenburg hat in den 90ern eine Müllentsorgungsfirma die Ausschreibung gewonnen, die mit Hilfe amerikanischer Müllfahrzeugtechnik die beiden Tonnenschieber eingespart hat. In dem Ding sitzt nurmehr ein Fahrer, der Fährt und einen Greifarm steuert. Auch sowas erzeugt strukturelle Arbeitslosigkeit
Was Bäcker, Metzger und Friseure betrifft: wo sind die denn früher alle geblieben, nach der Lehre? Jedenfalls nicht in ihrem Beruf. Mercedes war mal der größte Arbeitgeber für Bäcker. Aber die nehmen inzwischen lieber Leute mit spezifischerer Ausbildung und natürlich am liebsten in Zeitarbeit.
Welche Stadtreinigung hat heute noch Leute mit reisigbesen und Schiebekarre? Das was früher 20 gemacht haben, macht einer mit einem speziellen Saugkehrfahrzeug (gibt es auch in Schmalspur, für Gehwege!)
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Dirk Ahlbrecht 10.06.2014, 23:21
459.

Zitat von wauz
Schon die Auswahl ihrer berufsbeispiele zeigt, dass ihre Kenntnis wirtschaftlicher Zusammenhänge etwa so groß ist, dass sie unter der geschlossenen Tür durchspazieren kann, ohne den Hut abzunehmen. Strukturelle Arbeitslosigkeit gibt es in verschiedenen Ausprägungen. In Wilhelmshaven zum Beispiel hat eine Schreibmaschinenfabrik zugemacht. Die war der Hauptarbeitgeber gewesen und hat nun eben Schreibmaschinen hergestellt, als die aus der Mode kamen. In Folge dessen sind viele weggezogen undwer geblieben ist, war arbeitslos. Noch viel krasser auf dem Gebiet der vormaligen DDR. Es geht aber auch anders. Im Landkreis Oldenburg hat in den 90ern eine Müllentsorgungsfirma die Ausschreibung gewonnen, die mit Hilfe amerikanischer Müllfahrzeugtechnik die beiden Tonnenschieber eingespart hat. In dem Ding sitzt nurmehr ein Fahrer, der Fährt und einen Greifarm steuert. Auch sowas erzeugt strukturelle Arbeitslosigkeit Was Bäcker, Metzger und Friseure betrifft: wo sind die denn früher alle geblieben, nach der Lehre? Jedenfalls nicht in ihrem Beruf. Mercedes war mal der größte Arbeitgeber für Bäcker. Aber die nehmen inzwischen lieber Leute mit spezifischerer Ausbildung und natürlich am liebsten in Zeitarbeit. Welche Stadtreinigung hat heute noch Leute mit reisigbesen und Schiebekarre? Das was früher 20 gemacht haben, macht einer mit einem speziellen Saugkehrfahrzeug (gibt es auch in Schmalspur, für Gehwege!) .
Das Schließen einer einzigen Schreibmaschinenfabrik in Wilhelmshaven, wauz, wollen Sie mir als Beispiel für strukturelle Arbeitslosigkeit verkaufen? Ist das Ihr ernst? Hätten Sie beispielweise vom Niedergang des deutschen Schiffbaus geschrieben, so hätte dies zwar nichts mit meinem vorherigen Beitrag zu tun gehabt; wäre aber zumindest ein Beispiel für eine strukturelle Arbeitslosigkeit gewesen.

Und zeihen mich ferner als unwissend in wirtschaftlichen Fragen, während Sie, auf einem Bonanza-Fahrrad sitzend, dieses den Leuten als schweres Motorrad verkaufen wollen. Lustig ist dies.

Ihre Bäcker, Metzger und Friseure, wauz, müssten zunächst einmal nach der Lehre überhaupt in ihrem jeweiligen Beruf längere Zeit gearbeitet haben, damit man überhaupt von einer strukturellen Arbeitslosigkeit sprechen könnte.

Das was Sie uns als eine "strukturelle Arbeitslosigkeit" verkaufen wollen ist aber lediglich eine am Bedarf vorbeigeplante Ausbildungsinitiative; und nicht mehr. Sie, wauz, würden wohl auch von einer strukturellen Arbeitslosigkeit sprechen, wenn man zu den 5 Bulettenwendern, die heute schon bei MacDonalds am Grill stehen, weitere 20 hinzustellt, die aber kein Mensch braucht.

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