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Arbeitsministerin: Nahles schließt Ausnahmen beim Mindestlohn aus
DPA

8,50 Euro für alle: Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles erteilt Forderungen aus der Union nach Ausnahmen vom geplanten gesetzlichen Mindestlohn eine Absage. Auch mit der "Generation Praktikum" soll Schluss sein.

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Oskar ist der Beste 10.06.2014, 07:35
460.

Zitat von naklar?
... hat schon längst unseren Mehrklassen-Arbeitsmarkt verstanden. Logischerweise werden Produktionsarbeitsplätze und Arbeitsplätze in anderen Branchen auch weiterhin (aufgrund des technischen Fortschritts) abnehmen. Wachsen werden auf jedenfall Jobs, welche direkt am Menschen sind (Pflege, Krankenhaus usw.) In Summe aber werden wir nicht genug Arbeit (40Std/Woche) für alle Arbeitsfähigen haben. Noch lachen viele über das BGE; aber auch um einen Mindestlohn tobt schon ein Jahrzehntelanger Streit in Deutschland. Zumindest kommen beim Mindestlohn erste Einsichten. Die Mütterrente dient letztendlich auch nur, daß nicht noch mehr junge Frauen auf den Arbeitsmarkt drängen.
Was Sie hier anführen, ist nicht zutreffend. Tatsächlich hat der technische Fortschritt zu einer Zunahme von Arbeitsplätzen geführt in der Gesamtsumme. Die wirkliche Herausforderung ist die Frage, wie die Produktivitaetszuwaechse in einer Gesellschaft verteilt werden. Hier versagt die Ökonomie völlig, weil sie fälschlicherweise in ihrer Mehrheit annimmt, dass man nur über billige Arbeit und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit (gegenüber wem eigentlich und warum?) die eigene Marktposition verbessern kann als Volkswirtschaft. Tatsächlich und das laesst sich empirisch nachweisen, kann man eine Volkswirtschaft am Besten entwickeln lassen, wenn man die Produktivitaetszuwaechse auf die Einkommenssteigerungen umlegt.

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wauz 11.06.2014, 23:34
461. Keine Ahnung, davon aber viel

Zitat von Dirk Ahlbrecht
Das Schließen einer einzigen Schreibmaschinenfabrik in Wilhelmshaven, wauz, wollen Sie mir als Beispiel für strukturelle Arbeitslosigkeit verkaufen? Ist das Ihr ernst? Hätten Sie beispielweise vom Niedergang des deutschen Schiffbaus geschrieben, so hätte dies zwar nichts mit meinem vorherigen Beitrag zu tun gehabt; wäre aber zumindest ein Beispiel für eine strukturelle Arbeitslosigkeit gewesen. (...)
Wieder beweisen Sie auf's Neue, dass Sie von den tatsächlichen Fakten null,nix Ahnung haben. Ich habe meine Beispiele mit Bedacht gewählt, weil ich mich in der Gegend auskenne. Ja, In Deutschland werden nicht mehr viele Schiffe gebaut. Und Trotzdem ist strukturelle Arbeitslosigkeit in anderen Branchen mehr entstanden. Warum?
Weil Schiffbau Stahlbau ist. Wer Schiffe zusammenschweißen kann, kann auch andere Stahlbauten zusammenschweißen. Die guten Kräfte wurden vom Arbeitsmarkt aufgesogen. Übrig blieben Alte, Kranke, Immobile. Und eben die Hilfskräfte. Inzwischen werden Schweißer deutschlandweit gesucht. Dringend. Aber es gibt nicht mehr genügend.
In Wilhelmshaven blieben von Olympia die angelernten Bandarbeiter(innen) übrig. Genauso vom ebenfalls geschlossenen AEG-Kleinmotorenwerk. Oder, etliches später, die Maschinenbediener und Putzer vom Peguform-Werk, das drastisch verkleinert wurde. Oder die Frauen, die in der Bahlsen-Keksfabrik die Kekse in die Packungen sortiert haben. Das geht inzwischen maschinell. Da wurden und blieben viele arbeitslos. Ebenfalls hat die Umstellung auf Digitalfotografie veile Frauen von CEWEcolor arbeitslos gemacht.

Sie reden von wirtschaftlichen Zusammenhängen und begreifen doch nichts. Sie heben keine Ahnung, wer arbeitslos ist, und warum. Vielleicht sollten Sie tatsächlich mal mit dem Fahrrad fahren, damit Sie etwas von Ihrer Umgebung mitbekommen.

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linus23 11.06.2014, 00:00
462.

Zitat von Obstbau am Ende
.. ist der Mindestlohn nichts anderes als eine indir. Steuer. Die höheren Kosten für Arbeiter müssen Unternehmen an den Endverbraucher weitergeben. Und der Bürger zahlt es dann im tägl. Leben - das Leben wird wieder teurer. Das ist auch der Grund warum plötzlich viele Löhne nicht mehr zum Leben reichen, da durch ständige „Manipulationen“ die Lebenskosten massiv steigen. .., dass sie sich Sozialausgaben für lästige Aufstocker, die finanzielle Unterstützung brauchen, spart. So bleibt den Politikern wieder mehr Geld zum verprassen, sei es für Großprojekte oder im Selbstbedienungsladen, zur eigenen Diatenerhöhung .... Es gibt aber viele Branchen, die können nicht einfach ihre Preise erhöhen und die Kosten an den Endverbraucher weiter reichen, weil sie unter Konkurrenzdruck zu günstigeren EU-Ländern stehen. Mein Obstbaubetrieb: Heidelbeeren werden in Polen zu Stundenlöhnen von 2,30 € produziert und gelangen in die dt Regale. Im dt. Anbau ist es deshalb schon schwierig vom Handel 0,40 € / 100g, also 4 € kg zu erhalten. Heidelbeeren zur Saison oft bereits mit Endverbraucherpreis von 0,40 € / 100g im Regal! Für den hohen Ernteaufwand ist man idR auf Rentner angewiesen - wer sonst kann kurzfristig für ein Monat einspringen. Mehr als 2-3 kg /h pflückt aber idR kein Rentner. ... Nehmen wir an der Rentner schafft 2,5 kg /h und erhält den Mindestlohn von 8,50 €, so verursacht ein kg Heidelbeeren bereits 3,40 € Pflückkosten, d.h. pro kg bleiben nur noch 0,60 €. Und das reicht überhaupt nicht um die zahlreichen anderen Betriebsausgaben (z.B. Düngung, Schnitt, Haftplicht, KV, .. Verpackung und Logistik usw.) und den Unterhalt eines Betriebsleiters zu decken. Da zahlt man drauf. Dank an Nahles von der "SPD". Sie haben mit dem Mindestlohn ohne Ausnahme meine Existenz vernichtet und ich kann demnächst H4 beantragen. Vielleicht stehen auch mal genug Leute gegen diese Regierung auf wie in anderen Ländern ! .
Wenn man so etwas liest, stellen sich einem buchstäblich die Haare ..

Löhne sind für Sie also eine indir. Steuer .. Sie finden's also ok, daß in Ihrer unproduktiven Plantage Leute mit einem Hungerlohn abgespeist werden, damit nachher die Allgemeinheit die Aufstockerei bezahlen darf .. am liebsten würden Sie wohl 0,50 Euro/Std. zahlen ..

4-7, ja 8 kg/h schafft ein Pflücker und Ihr Schnittspreis von 4,00 Euro/kg gilt für Industrieware, für welche man einen Vollernter zum Einsatz bringen sollte.
D ist DAS Land, in welchem sich die Heidelbeerflächen seit ca. 2000 so stark vermehrt haben, wie in keinem anderen europ. Land, eben wg. diesen miserablen Löhnen. Hören Sie mit dieser unerträglichen Heulerei auf und zahlen Sie so, daß die Leute davon leben können ohne H4 beantragen zu müssen. Enweder Sie bewegen sich oder aber Sie haben das falsche Geschäftsmodell - Dann gibt's auch für SIE immer noch H4, oder steht dies nur andern zu ?

Kommen jetzt noch die Teppichweber und die Krabbenpuhler, welche durch unsere Lohnmisere Ihre großartigen Unternehmerqualitäten hierzulande entdeckt haben ? pfui Teufel !

http://www.landwirtschaft.sachsen.de...et_Heidelb.pdf

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linus23 11.06.2014, 00:18
463.

Zitat von Oskar ist der Beste
Was Sie hier anführen, ist nicht zutreffend. Tatsächlich hat der technische Fortschritt zu einer Zunahme von Arbeitsplätzen geführt in der Gesamtsumme. Die wirkliche Herausforderung ist die Frage, wie die Produktivitaetszuwaechse in einer Gesellschaft verteilt werden. Hier versagt die Ökonomie völlig, weil sie fälschlicherweise in ihrer Mehrheit annimmt, dass man nur über billige Arbeit und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit (gegenüber wem eigentlich und warum?) die eigene Marktposition verbessern kann als Volkswirtschaft. Tatsächlich und das laesst sich empirisch nachweisen, kann man eine Volkswirtschaft am Besten entwickeln lassen, wenn man die Produktivitaetszuwaechse auf die Einkommenssteigerungen umlegt.
"Tatsächlich und das laesst sich empirisch nachweisen, kann man eine Volkswirtschaft am Besten entwickeln lassen, wenn man die Produktivitaetszuwaechse auf die Einkommenssteigerungen umlegt"

ein sehr wahrer Satz. Auch die Problematik der Renten würde dies beenden.. Die letzten 20 Jahre sind sämtliche Produktivitätsfortschritte in Form von Unternehmensgewinnen im "Nirwana" verschwunden anstatt den Binnenkonsum zu erhalten und durch geringe, aber stetige RV-Beitragserhöhungen die vielbeschworene "Demographie" in Zaume zu halten. (Stets weniger Junge werden stets mehr Alte immer ernähren können, ansonsten hätten wir Vollbeschäftigung, und viele Alte müssten quasi "verhungern" ..., egal, kapieren die meisten eh nicht, lassen sich lieber für blöd verkaufen ...)

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wauz 11.06.2014, 08:50
464. Keine Ahnung, davon aber viel

Zitat von Dirk Ahlbrecht
Das Schließen einer einzigen Schreibmaschinenfabrik in Wilhelmshaven, wauz, wollen Sie mir als Beispiel für strukturelle Arbeitslosigkeit verkaufen? Ist das Ihr ernst? Hätten Sie beispielweise vom Niedergang des deutschen Schiffbaus geschrieben, so hätte dies zwar nichts mit meinem vorherigen Beitrag zu tun gehabt; wäre aber zumindest ein Beispiel für eine strukturelle Arbeitslosigkeit gewesen. (...)
Wieder beweisen Sie auf's Neue, dass Sie von den tatsächlichen Fakten null,nix Ahnung haben. Ich habe meine Beispiele mit Bedacht gewählt, weil ich mich in der Gegend auskenne. Ja, In Deutschland werden nicht mehr viele Schiffe gebaut. Und Trotzdem ist strukturelle Arbeitslosigkeit in anderen Branchen mehr entstanden. Warum?
Weil Schiffbau Stahlbau ist. Wer Schiffe zusammenschweißen kann, kann auch andere Stahlbauten zusammenschweißen. Die guten Kräfte wurden vom Arbeitsmarkt aufgesogen. Übrig blieben Alte, Kranke, Immobile. Und eben die Hilfskräfte. Inzwischen werden Schweißer deutschlandweit gesucht. Dringend. Aber es gibt nicht mehr genügend.
In Wilhelmshaven blieben von Olympia die angelernten Bandarbeiter(innen) übrig. Genauso vom ebenfalls geschlossenen AEG-Kleinmotorenwerk. Oder, etliches später, die Maschinenbediener und Putzer vom Peguform-Werk, das drastisch verkleinert wurde. Oder die Frauen, die in der Bahlsen-Keksfabrik die Kekse in die Packungen sortiert haben. Das geht inzwischen maschinell. Da wurden und blieben viele arbeitslos. Ebenfalls hat die Umstellung auf Digitalfotografie veile Frauen von CEWEcolor arbeitslos gemacht.

Sie reden von wirtschaftlichen Zusammenhängen und begreifen doch nichts. Sie heben keine Ahnung, wer arbeitslos ist, und warum. Vielleicht sollten Sie tatsächlich mal mit dem Fahrrad fahren, damit Sie etwas von Ihrer Umgebung mitbekommen.

Nebenbei: Ihre Behauptung, Arbeitskräfte, die über den Bedarf hinaus ausgebildet worden sind (weil man billige Lehrlinge missbrauchte) seinen nur strukturell arbeitslos, wenn sie nach der Lehre einige Jahre im erlernten "Beruf" gearbeitet hätten, ist sowas von haltlos und lächerlich, dass es kaum mehr zu glauben ist, dass sich wer so etwas zu schreiben traut. Wenn am Markt vorbei ausgebildet wird, dann IST das ein Strukturproblem!

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