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Arbeitsministerium: Heil legt milliardenschweres Konzept für Grundrente vor
DPA

Sie ist eines der Kernprojekte der SPD im Koalitionsvertrag: die Grundrente. Jetzt legt Arbeitsminister Heil ein Konzept vor. Demnach sollen die Altersbezüge früherer Geringverdiener um 447 Euro monatlich aufgestockt werden.

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mundusvultdecipi 03.02.2019, 10:44
1. Ein Leben lang hart gearbeitet...

..haben auch viele, kleine Solo Selbständige.Nein sie haben nicht in die Sozialkassen eingezahlt und auch keine eigene Alterversorgung aufbauen können.Aber auch die haben Steuern gezahlt und waren Teil der Wertschöpfungskette.Warum werden diese Menschen anders behandelt als die Sozialversicherten?
p.s viele wurden auch vom Jobcenter in die Selbstständigkeit geschickt(Ich AG)

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Godoitis 03.02.2019, 10:45
2. Wieder ein Levenszeichen...

... von der SPD. So wird sich diese ehemelas soziale Partei im Rückblick auf die Ära Merkel immerhin den Mindestlohn und die Grundrente auf die Fahne schreiben können, sofern Heil diese durchbekommt. Beide Veränderungen fallen aufgrund drastisch steigender Mieten nur leider für viele Regionen viel zu gering aus, um den Rentnern und Geringverdienern wirtschaftlich anständige Verhältnisse zu garantieren.

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Koana 03.02.2019, 10:49
3. Traumland

Im Traumland träumt der gew öhnliche Mensch, die politische Führung würde den lebenslang ausgebeuteten schlicht die Hälfte Ihrer Versorgungsrückstellungen p.a. überschreiben.
Die "Führer" hätten dann immer noch das etwa fünffache der Höchstrenten (jene die praktisch 40 Jahre die Beitragsbemessungsgrenze mit ihrem Verdienst überschritten.... und somit die maximal mögliche Höchstrente für das gemeine Volk erhalten).
Die Rückstellungen betrugen 2018 bereits über 10 Milliarden Euro - würde man davon die Hälfte in den Topf Rückstellungen für Geringverdiener abtreten, hätten sechs Millionen wenigstens etwas mehr - ca. 10.000 Privilegierte müssten etwas weniger privilegiert Ihren Ruhestand genießen.

Das wäre mal ein Signal der Politprofis (ich fürchte die LINKE würde ebenso empört ablehnen, als die FDP Wesen, die dergleichen erwarten dürfen) - eben Traumland.

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Nordstadtbewohner 03.02.2019, 10:49
4. Nichts verstanden

"Es sei ein milliardenschweres Programm, das für drei bis vier Millionen ehemalige Geringverdiener die Rente um bis zu 447 Euro monatlich aufstocken werde"

Wer solche Programme einführt, hat die Fehlkonstruktion der gesetzlichen Rentenversicherung nicht verstanden. Die Zahl derer, die mehr Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen als sie eingezahlt haben, wird sich durch Hubertus Heils Programm noch mehr erhöhen. Die jungen Menschen, die ohnehin schon die gekniffenen sind und immer mehr Alte finanzieren müssen, obwohl sie weniger haben werden als die Alten von heute, müssen jetzt auch noch jene subventionieren, die in ihrer Lebensarbeitszeit kaum etwas eingezahlt haben. Ob nun über Steuergelder oder über die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung: Die Jungen müssen mal wieder zahlen, ob sie wollen oder nicht. Ich kann nur hoffen, dass die jungen Menschen die Chancen der Globalisierung nutzen und sich dort niederlassen, wo sie sich diesen Zwangsbelastungen entziehen können.

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legeips62 03.02.2019, 10:52
5. Ah, jetzt

wird klar woher das Geld kommen wird. Soli wird abgeschafft, Rentensoli wird kommen. Dazu noch eine "Elektroabgabe" statt einer Mineralölsteuer für PKW und LKW. Was leider in Deutschland keinen mehr aufregt, ist die Besteuerung der aktuellen Renten. Da wird von den 447 € (dann Brutto) nicht mehr viel übrig bleiben. Herr Heil sollte mal bei Herrn Ex Kanzler Schröder (SPD) nachfragen.

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rabandie 03.02.2019, 10:56
6. Guter Anfang!

Menschen, die gearbeitet und lange Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung geleistet haben, müssen im Alter zumindest lebenswürdig versorgt sein. Das gilt nicht nur für Alleinerziehende, sondern auch für Geringverdienende, Niedriglöhner, Geschiedene, die plötzlich große Teile an Rentenpunkten verlieren und die Legionen, die sich während ihres Berufslebens als minimal bezahlte Freischaffende durchs Berufsleben geschlagen haben: Freie Journalisten, Übersetzer, Künstler, Vertreter von Heilberufen usw. Nicht jeder, der eine geringe Rente hat, ist sozusagen "selbst schuld" und jemandem mit kleinen Einkommen fällt der Prozentsatz für die Rentenversicherung genauso schwer, wie jemandem, der diesen Prozentsatz von einem ordentlichen Einkommen bezahlt hat. Im Alter bescheiden aber auskömmlich versorgt zu sein, gehört zur Minimalbasis von Menschenwürde und zwar OHNE Anrechnungen von Erspartem oder bescheidenem Vermögen, wie Haus oder Wohnung, die man sich aufbaute und dann im Alter verkaufen muss, um überhaupt Grundsicherung zu bekommen. Hätte sich die SPD hier bereits im vergangenen Wahlkampf energisch engagiert, wäre Martin Schulz nicht so abgeschmiert - aber immer noch haben die Sozialdemokraten es in der Hand, sich hier ein soziales Profil zurück zu gewinnen. Renten von unter 400 Euro sind einer der stärksten Volkswirtschaft der Welt einfach unwürdig!

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quark2@mailinator.com 03.02.2019, 11:00
7.

Die Grundsicherung bezahlt Menschen die Wohnung und noch so paar Dinge. Ich habe den Eindruck, hier wird nach einem Weg gesucht, armen Rentnern sogar das noch vorzuenthalten. Wenn nach 10 Jahren plötzlich die Miete ein bischen steigt, bekommt jemand in Grundsicherung auch etwas mehr Geld. Aber wenn man dafür sorgt, daß derjenige knapp darüber liegt, dann eben nicht. Tut mir leid, aber im besten Fall sind das hier kosmetische Korrekturen, damit die Zahl der Grundsicherungsempfänger kleiner wird, im schlimmsten Fall ist es eine Verschlechterung für die Betroffenen. So oder so, wir behalten Millionen sehr arme alte Menschen. Die werden bestimmt die Binnennachfrage ankurbeln.

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kamisk 03.02.2019, 11:01
8. neue Grundrente

Sehr guter Vorschlag ! Bisher wurden nur die Verdienste bis 31.12.1991 erhöht, wenn der Durchschnitt aus allen Jahren 75 % nicht erreicht. Die Generation Zeitvertrag und geringeres Gehalt ist erst ab den 2000´er Jahren in Arbeit gekommen. Dann soll die Finanzierung aus Steuermitteln bezahlt werden und nicht wie die Erhöhung der Mütterrente zum 01.07.2014 der Rentenkasse aufgedrückt werden (wie dies Schäuble) gemacht hat. Übrigens sollte nach den Vorgaben von Schäuble nach Ende der letzten Legislaturperiode dieser Punkt nochmals überprüft werden. Also die Kosten für die Mütterrente 2014 und der neuen ab 2019 durch Steuermittel zahlen !!

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bandelier 03.02.2019, 11:04
9. Die SPD hat völlig verlernt, wofür sie

einst gegründet wurde, nämlich, die Interessen der abhängig Arbeitenden zu vertreten. Deshalb befindet sie sich zu recht im Keller. Es kann und darf doch keine Diskussion um eine Respektrente gehen, sondern darum, wieder ehrliche und menschenwürdige Löhne zu bezahlen. Ich erinnere mich an Zeiten, in denen ein ganz normaler Arbeiter seine Familie allein ernähren konnte. Wenn die Frau nebenher eine Putzstelle hatte, konnte man sich sogar ein bescheidenes Häuschen leisten. Heute schaffen beide Eltern und können sich kaum die Miete für eine familiengerechte Wohnung leisten. Das ist ein dickes Brett, das zu bohren ist, doch das geht keine Partei an, wahrscheinlich, weil ihnen die Bohrer fehlen. Stattdessen kündigt Altmaier weitere Steuersenkungen für Unternehmen an. Gleichzeitig wird bekannt, dass Konzerne nirgendwo in der EU angemessene Steuern zahlen. Ich bin absolut dafür, dass der Klempner vor Ort, der auch noch ausbildet, steuerentlastet wird, aber nicht, dass Konzerne, die alle grenzlegalen Möglichkeiten nutzen, sich ihrer gesellschaftlichen Pflicht zu entziehen, sondern ganz im Gegenteil noch staatliche Subventionen einstreichen - wofür? - immer stärker entlastet werden. Das BIP wird erwirtschaftet von anständigen Menschen mir ehrlicher Arbeit, die Zwangssteuerzahler sind. Was spricht dagegen, dass sie am Ergebnis ihrer Arbeit teilhaben? Richtig, die Gier der Manager, die selbst gar nicht produktiv, sondern einkommenskonsumtiv sind. Sie haften nicht einmal für ihr Fehlverhalten, sondern werden mit dem goldenen Handschlag verabschiedet. Die Themen werden der SPD auf dem Silbertablett präsentiert, doch die kapieren nix, vor allen Dingen nicht, dass sie als Partei dringendst gebraucht werden, wenn sie denn die Maxime der SPD beherzigen und umsetzen. Sie würden dann auch wieder Mitglieder und Aktive gewinnen können. Stattdessen fluten sie der AfD, die nun wirklich gar nichts zu bieten hat, Wähler zu. Das ist geradezu grotesk.

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