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Armut in Großbritannien: Als Kris Thomas ohnmächtig zusammenbrach - vor Hunger
Thomas Victor

Großbritannien ist das fünftreichste Land der Welt - doch 14 Millionen Einwohner gelten als arm. Nach der Finanzkrise stieg die Zahl der Tafeln enorm. Die Familie von Kris Thomas hätte sonst keine Chance.

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cosmose 21.05.2019, 12:35
40.

Zitat von espressotime
Solche Menschen gibt es auch in Deutschland. Aber mal ganz ehrlich; diese Ausrede ich finde keinen Job kann ich nicht mehr hören. Wenn ich eine Stelle ausschreibe, bewerben sich nicht viele, obwohl ich über Tarif bezahle und die Arbeit nicht schwer ist. Trinkgeld können meine Mitarbeiter zu 100% behalten. Aber es ist immer einfacher nichts zu tun und vom Amt Geld bekommen.
Sehr richtig.
Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist aktuell so arbeitnehmerfreundlich wie selten.
Voraussetzung ist natürlich, dass man zumindest eine vernünftige Ausbildung gemacht hat.
Ich habe mich, mehr zum Spaß, im März dieses Jahres beworben, obwohl ich eigentlich sehr zufrieden in meinem jetzigen Job bin/war.

Tja, was soll ich sagen... Im August fange ich meine neue Stelle an. Die Konditionen waren einfach zu verlockend, um Nein zu sagen.

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scoopx 21.05.2019, 12:36
41. Die Vollbeschäftigungslüge

Zitat von brux
GB hat faktisch Vollbeschäftigung. Es gibt Jobs. [...]
In GB gibt es genausowenig "Vollbeschäftigung" wie in den USA. Die Arbeitslosenstatistik ist eine Fabrikation. Und die "Jobcenter" dienen zum Auspressen und Drangsalieren der Bedürftigen. GB wollte schon immer die Armen loswerden, das hat schon mit dem Poor Law aus dem 16. Jahrhundert begonnen, das Gefängnis und sogar Sklaverei für die "idle poor" vorsah, und ging weiter mit den berüchtigten Arbeitshäusern im 19. Jahrhundert, die Dickens in "Oliver Twist" beschrieben hat.

In der Zeit von Robert Malthus konnte man immerhin noch argumentieren, das Land könne die nichtsnutzigen Armen nicht ernähren. Aber in der heutigen Zeit mit den fallenden Agrarpreisen und den Überproduktionskrisen ist das ein Witz. Noch unverständlicher ist, daß sich die Armen nicht zusammenschließen und endlich auf einen Umsturz des abscheulichen britischen Wirtschaftssystems hinarbeiten.

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Schartin Mulz 21.05.2019, 12:41
42. Auf der anderen Seite

werden die Schröder-Reformen, die die gleiche Richtung hatten, hier immer noch von einer Mehrheit verteidigt. Und immer noch verlangen wir von Ländern wie GR, Frankreich etc, ähnliche Reformen durchzuziehen.
Übrigens haben diese Probelme in GB nichts mit der EU zu tun. In Sachen Neoliberalismus war GB Vorreiter in Europa. Da wurden schon Sozialabbau betrieben, als in Deutschland nicht einmal eine schwarz-gelbe Regierung auf die Idee gekommen wäre.

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scoopx 21.05.2019, 12:43
43. Warum?

Zitat von sabrina74
... und natürlich liegt vieles im Argen. Aber: Warum bekomme ich nur ein zweites Kind, wenn ich schon für das erste kaum aufkommen kann?
Das liegt daran daß die Hoffnung auf Besserung zuletzt stirbt, aber eigentlich der größte Feind der Armen ist. Wenn die Armen die Hoffnung aufgeben, bekommen sie zwar keine Kinder mehr, aber dafür machen sie dann eine Revolution.

Das wollen Sie doch sicher nicht, meine Dame? Aber Sie sind sich nicht zu schade, den Armen unterzuschieben daß sie mit ihrem Kindersegen den Sozialstaat erpressen wollen.

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ddcoe 21.05.2019, 12:44
44. Genau das meinte Kühnert

als er eine Diskussion über die Zukunft unserer Gesellschaft losgetreten hat - und das zu recht. Ganz so weit wie die Briten sind wir noch nicht, aber auf dem Weg dorthin. Immer mehr Rentner werden trotz komplettem Arbeitsleben zu Bettlern degradiert und studieren können bald auch nur noch die Kinder vermögender Eltern. Auch wenn FDP und Union das Problem gerne weiter verdrängen möchten - wir müssen uns fragen, ob es wirklich so weitergehen soll in unserer Gesellschaft.

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BerlinOnline 21.05.2019, 12:47
45. Was auch U.K. braucht ist bedingungsloses Grundeinkommen

Auch England wird nicht am bedingungslosen Grundeinkommen vorbei kommen. Man sollte sich zu dem Thema auch mal den Film "I Daniel Blake" aunschauen. Das ist übrigens der wirklich Grund für den Brexit

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kelcht 21.05.2019, 12:52
46.

Zitat von Baalsebul
Die Tafeln waren ja ursprünglich für Obdachlose gedacht. Und nicht dafür, das Versagen des Staates zu lindern, der es nicht schafft, ausreichend für die Bürger "unten" zu sorgen. Es ist NICHT Aufgabe der privaten Tafeln, die Aufgaben des Staates zu übernehmen. Aber der plant das längst ein.
Nicht alles war schlecht an Schröders Reformen in ein paar Punkten gehören diese aber entschärft, bei Hartz4 Sanktionen und der Rente z.B. Das hat die SPD auch vor mit der Respektrente und Reformen bei Hartz4.

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kv21061929 21.05.2019, 12:54
47. Nicht nur in Großbritanien,

leiden viele Menschen Hunger. Auch in Deutschland leiden viele hartz4-Empfänger am Monatsende Hunger, auch ohne sanktioniert zu sein. Aber viele zeigen mit Spot und Hohn auf die Armen. Selbst schuld, zu faul, zu dumm, nur Interesse an Alkohol und vieles mehr. Die RTL Sendung - Armes Deutschland- verspottet diese Menschen zur besten Sendezeit und ein Großteil der Fersehzuschauer klatschen mit Begeisterung Beifall und glauben die Extrembeispiele wären der Normalfall. Was macht das mit unserer Gesellschaft? Hartz4 reicht nicht zum Leben, die Armutsrenten reichen nicht zum Leben ob mit oder ohne SPD-Respektrente.

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lollopa1 21.05.2019, 12:57
48. so etwas gibt es bei uns auch......

und mein Mitleid mit dieser Familie in GB hält sich in Grenzen, er, 27, Kinder 10 und 8 Jahre alt, ausser Kinder in die Welt zu setzen haben die beiden nixx geschafft, aber wie immer sind ja die vielen Ausländer alles schuld, und die bekommen ja auch so viel Geld. Und SPON berichtet mit einem Artikel nahe der Tränendrüse. Und verpasster Termin beim Arbeitsamt, was passiert denn unseren Leuten hier wenn sie unentschuldigt fehlen, eben genau das auch. Und der Manager der tafel, mann, 14.000 Rationen im Jahr, das sind keine 40 am Tag, das machen Tafeln im Ruhrpott in 2 Stunden.

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box-horn 21.05.2019, 13:01
49. Hübsche Sammlung von verbalen Versatzstücken

Zitat von karov
Ganze Bevölkerungsschichten werden durch das Übergewicht der Finanzindustrie marginalisiert. Nachdem Brexit könnte die Party dort vorbei sein, so dass man wieder auf Menschen wie Kris Thomas zurückgreifen muss.
Hauptsache, es klappert hübsch?
Das Problem ist nicht die Finanzindustrie, das Problem ist der Mangel an produzierendem Gewerbe. Davon, was GB einst groß gemacht hat, ist fast nichts übrig geblieben.
Im Übrigen gibt es auf der Insel viel Arbeit - um so mehr, als jetzt infolge des drohenden Brexit zahllose Arbeitskräfte und Dienstleister aller Art vom "Kontinent" die Insel verlassen. Das heißt: es gab die ganze Zeit Arbeit, mehr als genug, auch nach der Finanzkrise.
Warum also ausgerechnet "Thomas" keine Arbeit gefunden hat und Schwierigkeiten, seine Familie zu ernähren, ist wohl einer ein persönliches, und keines, was aus der schlechten Wirtschaftslage resultiert.
Im Übrigen die die Bezeichnung "fünfreichstes Land der Welt" differenziert zu sehen. Fraglos wirft der Finanzsektor ungeheuer viel ab und spült unverhältnismäßig viel Geld in den Staatssäckel.
Fährt man aber über Land, fällt einem auf, wie vergleichsweise arm das Land jenseits der Metropole London ist. Viele Städte, die nicht gerade touristische Highlights sind, sind heruntergekommen und verwahrlost. Der Durchschnittsbrite verdient weniger als der Durchschnittsdeutsche, hat aber sehr hohe Lebenshaltungskosten, was jeder bestätigen kann, der dort je etwa Lebensmittel eingekauft hat.

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