Forum: Politik
Armut in Großbritannien: Als Kris Thomas ohnmächtig zusammenbrach - vor Hunger
Thomas Victor

Großbritannien ist das fünftreichste Land der Welt - doch 14 Millionen Einwohner gelten als arm. Nach der Finanzkrise stieg die Zahl der Tafeln enorm. Die Familie von Kris Thomas hätte sonst keine Chance.

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KarlRad 21.05.2019, 13:04
50. Klar ist er für den Brexit!

Wenn ich mich abgehängt fühle, verarme und dann auch noch sehe wie einige Wenige, aufgrund des Umverteilungssystems EU, immer reicher werden, wähle ich natürlich den, der dagegen kämpft. Egal welche Konsequenzen das hat. Wenn ich nicht profitiere, soll auch kein anderer profitieren. Da hat die EU versagt!

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Ontologix II 21.05.2019, 13:07
51. Sie haben Recht

Zitat von Lobhudel
Sehr wunderlicher Beitrag! Bislang dachte ich der Neoliberalismus sei vor allem eine britische Erfindung (remember Mrs. Thatcher?) und jetzt erzählen Sie mir, dass alles vom Kontinent rübergeschwappt ist, und sich die Briten in ihren undichten NeoLib-Gummistiefeln mit dem Brexit nur retten wollen? Verkehrte Welt!
Es war Margaret Thatcher, die die Liberalisierung der Finanzmärkte anstieß. In Reagan fand sie einen willigen Bundesgenossen. Und Nobelpreisträger Milton Friedman leistete akademischen Beistand. Wie mir bis heute unerklärlich bleibt, gelang es Tony Blair nach Thatcher, die sozialistische Klassenpartei Labour auf seine neoliberale Seite zu ziehen. Von diesem Schwenk hat sich Labour bis heute nicht erholt. Als Blair mit Bush jr. in den Irakkrieg zog, wurde er als Pudel der Amerikaner verspottet. https://www.dailymail.co.uk/news/article-114626/Im-Bushs-poodle-insists-Blair.html

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DerBlicker 21.05.2019, 13:08
52. Sie kapieren es nicht

Zitat von Krokodilstreichler
Kein Wunder, dass die Briten die EU verlassen wollen, wenn man bedenkt, wie sehr der Neoliberalismus hier große Teile der Bevölkerung in die Armut drängt.
Was bitte hat die EU damit zu tun, dass die Regierung Cameron die Sozialleistungen zusammen gestrichen hat? Ihr Kommentar beweist nur, dass der Brexit eine ganz dumme Idee war. Man wollte eigentlich die unsoziale Politik von Cameron abstrafen, und hat dafür die EU als Blitzableiter genommen. Und man muss es so klar sagen, das britische Volk war zu dumm, das zu erkennen.

Um es auch Ihnen zusagen, zumindest den Brexiteers vom rechten Rand wie Boris Johnson und Nigel Farage war die EU viel zu sozial, deshalb wollten sie die EU verlassen, die wollen den Manchester Kapitalismus wieder.

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reinplat 21.05.2019, 13:11
53. In Großbritannien herrscht Vollbeschäftigung

Die Beschäftigungsquote ist höher als jemals zuvor. Eine so niedrige Arbeitslosenquote hat es in den letzten 45 Jahren nicht gegeben. Es gibt offene Stellen wie Sand am Meer, so dass permanent Arbeitskräfte aus dem Ausland importiert (legal und illegal) werden. Wer in UK arbeiten will, findet Arbeit. Herr Thomas scheint ein seltenes Talent zu haben, überall anzuecken und 'rauszufliegen. Traurig für die Kinder.

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oliver9997 21.05.2019, 13:13
54. Fünftreichstes Land?

Unter https://www.laenderdaten.info/durchschnittseinkommen.php sieht man, das dies - pro Kopf gerechnet - bei weitem nicht stimmt. UK liegt da mit 36.000 EUR pro Kopf und Jahr auf Platz 22. Deutschland liegt mit 39.000 auf Platz 19, die USA mit gut 52.000 auf Platz 9. Davor kommen dann nur noch kleine Länder. Bei Wikipedia gibt es ähnliche Übersichten, leicht anders in der Reihenfolge, aber vom 5. Platz ist UK da überall ganz weit weg.

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herbert nau 21.05.2019, 13:15
55. Beispiele machen schreckliche Zahlen nachvollziehbar!

Zitat von brux
GB hat faktisch Vollbeschäftigung. Es gibt Jobs. Ich will das Schicksal des Mannes nicht beurteilen, aber einiges reimt sich nicht. Wenn das Kind im Krankenhaus ist, muss man nicht der Arbeit fernbleiben. Man kann Urlaub nehmen und sich mit dem Partner abwechseln. Und man muss auch kein internet haben um täglich seine emails zu lesen. Rs gibt in GB öffentliche Hotspots, die gratis sind. Man kann auch ein Café besuchen und bei einer Tasse Tee sein Leben organisieren. Das heisst nicht, dass in GB kein rauhes soziales Klima herrscht (übrigens will es eine Mehrheit der Wähler seit mehr als 40 Jahren so), aber mit den Beispielen muss man vorsichtig sein.
brux,

lt. Artikel gelten 14 Millionen Einwohner in GB als arm, darunter 4 Millionen Kinder. Das ist eine Größenordnung, die man nicht mit Ratschlägen wie den Ihrigen versuchen sollte zu realisieren oder "den betroffenen Menschen in die Schuhe zu schieben".

Aus meiner Sicht ist es in einer Situation wie der der Fam. Kris Thomas extrem schwierig, das gemeinsame Leben rational zu organisieren. Und die Schuld der Politik wurde ja durchaus verständlich beschrieben.

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mostly_harmless 21.05.2019, 13:16
56.

Zitat von espressotime
Solche Menschen gibt es auch in Deutschland. Aber mal ganz ehrlich; diese Ausrede ich finde keinen Job kann ich nicht mehr hören. Wenn ich eine Stelle ausschreibe, bewerben sich nicht viele, obwohl ich über Tarif bezahle und die Arbeit nicht schwer ist. Trinkgeld können meine Mitarbeiter zu 100% behalten. Aber es ist immer einfacher nichts zu tun und vom Amt Geld bekommen.
Über Tarif bezahlen heisst zunächst mal gar nichts. Vor Einführung des Mindestlohnes gab es 120 Tarifverträge unter 5 Euro. Und wir haben aktuell eine Unterbeschäftigung von 3.3 Mio Leuten. Ihre Behauptungen sind also teil inhaltsfrei, teils sinnfrei.
Aber es ist halt immer einfacher, in seinem weichen Sessel zu sitzen und dümmliche Platitüden über andere zu produzieren als sich mit den Fakten zu befassen

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larsmach 21.05.2019, 13:16
57. Automatisierung und Digitalisierung marginalisieren menschliche Arbeit

Automatisierung und Digitalisierung marginalisieren menschliche Arbeit - und somit deren Entlohnung. Menschen werden trotz zunehmender Qualifikation immer leichter austauschbar, und ihr Beitrag zum (wachsenden!) Bruttoinlandsprodukt sind. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gehört fast ausschließlich Unternehmern und deren Familien (Erben), so dass in den darin enthaltenden Zahlen die simple Begründung für wachsende Prekariate und eine Mittelschicht, die sich mit Leasingschulden durchs Leben hangelt, zu finden sind. In Großbritannien kommt hinzu, dass ein großer Teil des BIP durch produktivitätslose Wettgeschäfte zustanden kommt: Natürlicherweise profitiert nur ein sehr kleiner Personenkreis davon, zum Teil mit Preisen auf reale Güter und Wirtschaft zu spielen. Was eine Stadt wie Frankfurt am Main antreibt, diesen Kelch nicht an sich vorübergehen zu lassen, ist mir schleierhaft: In London lebt ein Heer Besitzloser "Dienstleister" für die Magier der Zockerei und all ihre "Finanzberater".

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joma187 21.05.2019, 13:17
58. Eins zum Anderen

Wenn man sich den Werdegang des Mannes anhört, kann man durchaus auch mal kritisch hinterfragen, ob sich da nicht einiges hätte besser lösen lassen.
Aber aus der Ferne ist das immer leicht. Hoffentlich kommt die Familie wieder auf die Beine!

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Bin_der_Neue 21.05.2019, 13:18
59. Chance - auf was?

Zitat von YourSoul Yoga
....weniger für die da unten. Wer arm geboren wird, hat kaum noch eine Chance. FDP und verschiedene Konservative finden das richtig. Die Liberalen werfen den Armen dann gerne Leistungsdefizite vor, so als bewerte man eine Erntemaschine nach ihrer Ertragsklasse. Großbritannien ist nicht nur eines der reichsten Länder, es ist in Europa auch das Amerikanischste. Schon Erhard wusste: Wohlstand heißt, dass der Großteil des Geldes, dem Großteil der Bevölkerung gehört. Dann funktioniert der Wirtschaftskreislauf. Davon hat man sich schon lange verabschiedet. Der Zulauf zu den Parteien, die Wut und Frust abfedern, ist kein Zufall.
Wer arm geboren wird, hat kaum noch eine Chance - vielleicht in den Kreis der Elitären, Reichen und Superreichen aufzusteigen, es sei denn, er entpuppt sich als Wunderkind oder hat ein glückliches Händchen beim Handel mit Bitcoins oder der Auswahl seine Youtube-Channels. Aber - wer arm geboren wird, hat durchaus eine reelle Chance, seinen Lebensunterhalt für ein einigermaßen normales Leben, mit der einen oder anderen kleinen Annehmlichkeit, mit zwei gesunden Händen selber zu erwirtschaften. Mit ein klein wenig Anstrengung und Interesse daran, auf eigenen Beinen zu stehen. Alles andere sind in meinen Augen Ausreden - aber eben bequem.

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