Forum: Politik
Armuts- und Reichtumsbericht: Opposition ruft nach Vermögensabgabe
dapd

Die Reichen in Deutschland häufen immer größere Vermögen an - und der Abstand zu den Armen wächst. Das zeigt der neue Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung. Opposition und Sozialverbände sind empört. Die SPD will die wachsende Armut zum Wahlkampfthema machen.

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kaffeepause9h30 18.09.2012, 15:15
1. optional

Die Dummschwätzer von SPD und Grünen haben vergessen, dass sie es waren, die den Spitzensteuersatz von einst 53% auf jetzt 42% gesenkt hatten.

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BerndBerndsen 18.09.2012, 15:32
2. Katastrophe

Die Vermögenssteuer, wie sie in Teilen der linken Parteienlandschaft (nicht bei allen) vertreten würde einer Katastrophe gleichkommen.

Ein höherer Spitzensteuersatz auf hohe Einkommen - das kann sicherlich jeder verkraften.
Ebenso ist eine Steuer auf Kapitalerträge sinnvoll (Kapitalertragssteuer).
Aber eine Steuer auf ruhendes Vermögen (nicht auf die Erträge aus eben diesem) ist eine Enteignung.

Diese Enteignung soll ja nicht nur die Gebrüder Albrecht und Quandts dieses Landes treffen.
Schauen wir uns doch mal an, was da propagiert wird. Die Forderungen gehen bis zu einer 5%igen Besteuerung ab einem Vermögenswert von 200.000 €.
Na, was bedeutet das für Euch, liebe Foristen? Habt Ihr eine Wohnung in einer etwas teureren Lage? Ein durchnschnittliches Einfamilienhaus? Eine kleine Eigentumswohnung in Normallage und etwas Erspartes? Herzlich willkommen bei "uns Reichen".

Wir z.B. das Einfamilienhaus mühsam zu 80% abbezahlt (4 Kinder, fast aus dem Haus) - Wert ca. 250.000 €.
Wovon soll ich denn bitteschön 10.000 € jährlich (5% vom Wert des Hauses abzüglich Restschuld) bezahlen???
Da bleibt nur der Verkauf.

Aber was nach dem Verkauf? Mieten? Die anderen Hausbesitzer müssen ja auch ihre Immobilie "Vermögensbestuern". Das bedeutet im ersten Schritt die Mieten werden ins unermessliche steigen (auch für Geringverdiener) - nämlich um ca. 0,4 % des Immobilienwertes PRO MONAT (!!!).
Keiner kann sich mehr Mieten leisten, aber auch keiner möchte mehr Immobilien erwerben (wer kann damit schon >5 % im Jahr erwirtschaften?). Die Immobilienpreise werden ins Bodenlose sinken und de facto ist damit jeder und zwar JEDER Immobilienbesitzer (und sei es nur eine 1-Zimmer Wohnung für 20.000 €) enteignet.

Willkommen in der Welt der Linken.

Übrigens, selbst wenn die Steuer nur 1% oder 2% beträgt wird o.g. Spirale anfangen sich zu drehen, nur eben langsamer.

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KT712 18.09.2012, 15:39
3. Jawoll!

Zitat von sysop
Die Reichen in Deutschland häufen immer größere Vermögen an - und der Abstand zu den Armen wächst. Das zeigt der neue Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung. Opposition und Sozialverbände sind empört. Die SPD will die wachsende Armut zum Wahlkampfthema machen.
Mindestlohn rauf auf 100 Euro die Stunde und für alle, die mehr als 200.000 Euro im Jahr verdienen, 100% Steuern. Dann gehts uns allen prächtig!

Ich kann dieses Armutsgesülze nicht mehr hören. Nie ging es den Deutschen (auch im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn) besser als heute. Übrigens: Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60% des Durchschnittseinkommens deutscher Haushalte hat. Läge das Durchschnittseinkommen bei 1 Mio. im Jahr, wären z. B. alle, die nur 500.000 Euro pro Jahr haben, arm.

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Superjhemp 18.09.2012, 15:39
4. Vergessen

... wird in dem Zusammenhang auch gerne mal, dass die 10 % der Bevölkerung mit den höchsten Einkommen 75% der Staatsausgaben finanzieren....

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Plasmabruzzler 18.09.2012, 15:44
5.

Zitat von BerndBerndsen
Wir z.B. das Einfamilienhaus mühsam zu 80% abbezahlt (4 Kinder, fast aus dem Haus) - Wert ca. 250.000 €. Wovon soll ich denn bitteschön 10.000 € jährlich (5% vom Wert des Hauses abzüglich Restschuld) bezahlen??? Da bleibt nur der Verkauf.
Was Sie da schildern bereitet mir auch Kopfzerbrechen. Das war u. a. ein Grund, weswegen ich mir keine Immobilie leisten werde.
Schauen Sie einmal nach Griechenland (s. Immobilien-Abgabe: Griechenland macht mobil gegen Monstersteuer - SPIEGEL ONLINE). Das könnte über kurz oder lang auch bei uns kommen, denn Deutschland steuert immer weiter Richtung negativer finanzieller Eskalation. Und dann liegt es natürlich nahe, irgendwelche Abgaben auf Immobilien zu verlangen (z. B. die sog. Dichtheitsprüfung Dichtheitsprüfung - Stadt Köln), denn wie der Name schon sagt, sind Immobilien nicht mobil.
Es ist nicht einfach, den in meinen Augen wirklich reichen Menschen das Geld wieder abzunehmen. Beispiel: steigt das Gehalt in einer Firma um x Prozent (vom Chef bis zum Arbeiter), kann der Chef sich y Packungen Milch pro Monat mehr leisten als der Arbeiter, der sich z Packungen leisten könnte. Wobei y >> z ist.

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KT712 18.09.2012, 15:53
6. Ach nö

Zitat von Superjhemp
... wird in dem Zusammenhang auch gerne mal, dass die 10 % der Bevölkerung mit den höchsten Einkommen 75% der Staatsausgaben finanzieren....
Das ist jetzt aber nicht nett. Warum müssen Sie denn mit so bösen Fakten kommen? Hätte man das nicht verheimlichen können? Mit klaren Feindbildern lebt es sich für viele doch wesentlich leichter.

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Oliver Gnutz 18.09.2012, 15:54
7.

Zitat von KT712
Ich kann dieses Armutsgesülze nicht mehr hören. Nie ging es den Deutschen (auch im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarn) besser als heute.
Das mag in Ihrer "gated community" gelten - aber wenn man sich in der realen Welt mal mit offenen Augen umschaut entdeckt man doch reichlich Menschen, die trotz 40h-Berufstätigkeit echt zu knapsen haben.

Zitat von KT712
Übrigens: Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60% des Durchschnittseinkommens deutscher Haushalte hat. Läge das Durchschnittseinkommen bei 1 Mio. im Jahr, wären z. B. alle, die nur 500.000 Euro pro Jahr haben, arm.
Lustiges Wortspiel...
Fakt ist :
Der Median beträgt ca. 1600 EUR netto im Monat.
60% des Median gelten als armutsgefährdung => 960 EUR
Dies betrifft schätzungsweise >15% der Bevölkerung.

Unterhalb dieser Gruppe liegen dann aber noch reichlich echte Verarmte - ein tolles Bild für einen (angeblich so reichen) Staat im Zentrum Europas.

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olivar666 18.09.2012, 15:54
8. Vermögenssteuer bringt nur Staat etwas

Die Fokussierung auf Vermögenssteuer u.Ä. ist gefährlich. Sie bringt nur dem Staat Mehreinnahmen, den Bürgern gar nichts. Wichtig ist der Kampf gegen Armut an seinen Wurzeln, d.h. an den geringen Einkommen durch Minijobs, halbierte Löhne durch Leiharbeit und niedrige Löhne generell. HIER verdienen die Menschen ihr Geld, nicht mit der Reichensteuer. Dass die SPD dieses Thema nicht kämpferisch angeht, wird schon seine Gründe haben.

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olivar666 18.09.2012, 15:58
9.

Zitat von BerndBerndsen
Habt Ihr eine Wohnung in einer etwas teureren Lage?
In Berlin gibt es seit einiger Zeit das Problem, dass weniger wohlhabende Menschen durch steigende Mieten aus den bürgerlichen Bezirken in Randbezirke gedrängt werden. Wer sich darüber beklagt, bekommt dann von Gutbürgerlichen mit mehr Vermögen (Hauseigentum etc.) zu hören, wer sich die steigenden Mieten nicht leisten könne, habe kein Recht auf die Wohnung und müsse halt umziehen. Warum sollen jetzt also die Menschen ohne Hauseigentum Rücksicht auf Menschen wie Sie nehmen?

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