Forum: Politik
Atomabkommen: Iran setzt EU Frist von 60 Tagen
DPA

Am Dienstag wollen Vertreter der EU und des Iran die Zukunft des Atomabkommens besprechen. Der iranische Chefunterhändler stellt Forderungen an Europa - und erteilt neuen Gesprächen mit der USA eine Absage.

Seite 1 von 12
lepuslateiner 14.05.2018, 02:59
1. Der narzist

Trump wird mit allen Mitteln bis hin zur wirtschaftlichen und finanziellen Erpressung gegen die EU und
Großbritannien (die werden wahrscheinlich am ehesten ausscheren) vorgehen, um jegliche weitere Aufrechterhaltung des Abkommens zu torpedieren. Misserfolge treffen ihn ins tiefste Mark. Vernünftige Deals sind ihm ein Graus - mit geradezu diebischer Zielsetzung versucht er sie zu ihm persönlich genehme Deals umzubiegen : fest die "Midterms" und auch vor allem schon seine Wiederwahl im Blick !!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gs_49 14.05.2018, 03:13
2. Ohnmächtig

Die von Thomas Walde sehr gut geführten Interviews mit Heiko Maas und Peter Altmeier haben keinen Zweifel gelassen: Deutschland wie die EU stehen den brüskierenden Alleingängen von Trump ohnmächtig gegenüber. Die USA sitzen bei den Iran-Sanktionen am deutlich längeren Hebel und vor die Alternative gestellt, ob die deutsche Wirtschaft sich im Iran oder in den USA engagieren will, ist die Antwort nicht schwer zu erraten. Ob das gut ist für Entwicklung im Nahen Osten? Ob dies dem transatlantischen Bündnis dient? Ob dies dem Iran den Weg zur Atombombe verbaut? All das ist dem völlig irrational handelnden Präsidenten Trump völlig egal. Er hat sich die Mission gegeben, alles rückgängig zu machen, was sein Vorgänger Obama auf den Weg gebracht hat, koste es was es wolle. Und die Bomben auf den Iran darf dann Israel werfen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
timo51796 14.05.2018, 03:15
3. Trump & Affenzirkus

Ich sagte schon USA ist der größte Finanzterrorist der Welt und droht EU sogar mit Erpressung und unseren Politikern trauen sie sich nicht mal das Word Erpressung zu sagen. Nun kann EU sein wahres Gesicht zeigen. Demokratie, Moral, Gerechtigkeit und Menschenrecht sowie Völkerrecht oder Geld!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nixblicker00 14.05.2018, 04:24
4. Feund-Feind Erkennung völlig verzerrt

Klar ist Herr Trump ein Trampeltier. Nach einem Jahr sollten wir uns daran gewöhnt haben, statt uns mal wieder unisono über Partei- Medien- und Forengrenzen hinweg inbrünstig zu ereiffern. Beschleicht denn bei soviel Einigkeit wirklich keinen das Gefühl, dass wir hier vielleicht nicht richtig nachgedacht haben und falsch liegen?

Jetzt regen wir uns darüber auf, dass die USA einen im Sinne des Verzichts auf Kernwaffen leider völlig WIRKUNGSLOSEN Vertrag kündigen. Das ist keine Kriegserklärung. Lediglich wollen die USA unter den gg. Umständen mit Iran nur eingeschränkt oder garnicht Handel treiben. Zugegeben, andere Handelspartner werden gerade bedrängt, sich der Haltung anzuschließen. Dafür werden aber in USA gerade keine Puppen und Iranische Flaggen verbrannt.

Zum Iran hingegen schreibt Amnesty International für 2017/2018: "The authorities heavily suppressed the rights to freedom of expression, association and peaceful assembly, as well as freedom of religion and belief, and imprisoned scores of individuals who voiced dissent. Trials were systematically unfair. Torture and other ill-treatment was widespread and committed with impunity. Floggings, amputations and other cruel punishments were carried out. The authorities endorsed pervasive discrimination and violence based on gender, political opinion, religious belief, ethnicity, disability, sexual orientation and gender identity. Hundreds of people were executed, some in public, and thousands remained on death row. They included people who were under the age of 18 at the time of the crime."

Außenpolitisch unterstützt der Iran nachweislich Terrorgruppen und droht Israel wiederholt mit Vernichtung. Mit welchen Waffen würde das denn besonders wirksam sein?

Es mag durchaus stimmen, dass der Iran sich bisher an den hier diskutierten Atomvertrag gehalten hat. Ein Vertrag der etwa so sinnlos ist wie nachts die Haustüre abzuschließen, obwohl die Fenster noch nicht eingebaut sind. Ein Vertrag, der es dem Iran erlaubt, ALLE TECHNOLOGIEN zum Bau von Kernwaffen zu entwickeln, zu besitzen und die Prozesse einzuüben, ohne dabei Sanktionen zu erfahren. Denn: Wer die Anreicherung von Uran beherrscht, kann mit der exakt gleichen Technologie entweder große Mengen Uran für den Betrieb von Kernkraftwerken (rund 100t je Beschickung) oder vergleichsweise winzige Mengen (paar Dutzend Kilo je Stück) hochangereichertes Uran für Bomben herstellen.

Die Bewertung der derzeitigen US-Administration, dass es sich um einen sehr schlechten Vertrag handelt, ist also nicht unbegründet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gartenkram 14.05.2018, 04:39
5. Mh.

Die atombehörde bescheinigt iran die einhaltung des abkommens, der "präsident" beruft sich bei der aufkündigung auf beweise, die das gegenteil zeigen (sollen). Was für beweise? Abgesehen von der glaubwürdigkeit der usa hinsichtlich sog beweise aus der vergangenheit - ähnlich "überzeugende" wie im fall skripal? Die usa werden sich irgendwann wundern, wo ihre vormaligen partner u verbündeten abgeblieben sind, wenn sie weiter mit diesem "präsidenten" an der spitze durch die welt ziehen wie die axt im walde. Ich glaube denen erst, dass die sonne scheint, wenn 7ch selber eine gesehen habe.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sven2016 14.05.2018, 04:50
6.

Die iranische Einschätzung ist vermutlich richtig. Die EU ist willens, das Uranabkommen weiterzuführen, aber wahrscheinlich nicht in der Lage dazu.

Wie sollen EU-Staaten Unternehmen dazu bewegen, im kleinen Markt Iran tätig zu bleiben/werden, wenn dann im großen Markt USA Strafen drohen?

Aus der Zwickmühle kommen sie nicht heraus. Russland wird seine Reaktoren in Iran weiterbauen, die anderen werden sich ducken.

Vermutlich könnte man die USA nur durch Aufhebung des Atomwaffensperrvertrags zum Nachdenken bringen. Das wäre noch riskanter. Trump zockt gerne.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
YourSoul Yoga 14.05.2018, 04:59
7. Verständlich

Eine Frist zu setzen ist eine verständliche Reaktion. Rohani muss jetzt den Balanceakt hinbekommen, die Falken in der Regierung ruhig zu stellen und gleichzeitig die Partner des Abkommens einzubinden. Außerdem braucht der Iran natürlich Planungssicherheit und dazu gehört das Commitment der Vertragspartner, zu dem Abkommen zu stehen. Rohani weiß, dass die europäischen Partner unter starkem Einfluss der USA stehen. Sollte Deutschland, Frankreich und UK vor den USA einknicken, würde der Iran sein Atomprogramm wieder hochfahren und sich zeitgleich unter den Schutzschirm von Russland und China begeben, und so etwas kann nicht im Interesse der europäischen Vertragspartner sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
eunegin 14.05.2018, 05:10
8. zusammenraufen

Iran und die EU müssen sich zusammenraufen. Ja, alle stehen unter Druck, aber sich von einem Bully an die Wand drücken zu lassen, kann nicht im gegenseitigen Interesse liegen. ich verstehe die iranische Frist; das Land steht jetzt auch innenpolitisch unter Feuer der Hardliner. Zeit, sich von den USA zu emanzipieren. Wenn nicht jetzt, wann?? Das heißt nicht, dass man nicht miteinander redet, aber es gibt Grenzen der Folgsamkeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dirk1962 14.05.2018, 05:16
9. Altmaier erklärt Trump die Welt?

Wie naiv ist das denn? Ich denke es wird kaum etwas geben, was nicht die EU, Macron oder Merkel schon als Argument gebracht haben. Altmeier ist wirklich vieles, aber eben nicht überzeugend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 12