Forum: Politik
Atomausstieg: Propheten der Angst

Technische Pannen und Patzer in der Kommunikation - die Kernkraft wird zum Wahlkampfthema. Dabei wird wohl kaum ernsthaft über Sinn und Risiken der Technologie debattiert werden, denn alles, was "Atom" heißt, beschwört in diesem Land mächtige Feindbilder und Ängste herauf.

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systemfeind 11.07.2009, 16:25
1. lächerlicher Unsinn

Zitat von sysop
Technische Pannen und Patzer in der Kommunikation - die Kernkraft wird zum Wahlkampfthema. Dabei wird wohl kaum ernsthaft über Sinn und Risiken der Technologie debattiert werden, denn alles, was "Atom" heißt, beschwört in diesem Land mächtige Feindbilder und Ängste herauf.

es gibt keinen Atomausstieg . Begreift es endlich . Einen Reaktor kann man vom Netz nehmen aber erst nach mehreren Jahren der Nachkühlung abschalten . Warum sollte man funktionierende Reaktoren zurückbauen ? Es gibt keinen Grund . Sind tatsächlich Teile der Anlage defekt werden diese eben instandgesetzt .

Ob Vattenfall nun Murks gebaut hat oder nicht ist für eine politische Entscheidung irrelevant ; sollte die Firma diese Technik nicht beherrschen übernimmt eben eine andere Betreibergesellschaft die Anlage .

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malaki 11.07.2009, 16:38
2. Pro Atomstrom

Zitat von sysop
Technische Pannen und Patzer in der Kommunikation - die Kernkraft wird zum Wahlkampfthema. Dabei wird wohl kaum ernsthaft über Sinn und Risiken der Technologie debattiert werden, denn alles, was "Atom" heißt, beschwört in diesem Land mächtige Feindbilder und Ängste herauf.
Deutschland, bzw die Menschen sind nunmal eher technologiefeindlich. Alle haben angst das ein Atomkraftwerk explodiert, dabei ist es bei modernen Reaktoren garnicht mehr möglich, das es zur Kernschmelze kommt.
Natürlich reicht das Uran auch nicht ewig und man hat das Problem der Endlagerung. Aber besser in 500Jahren fragen müssen: Verdammt wohin damit jetzt? (Menschen sind zwar dumm aber 500Jahre sollten reichen um eine Lösung für das Problem mit dem Uran im Keller zu finden), als CO2 Endlagerung direkt in der Atmosphäre.

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jayjay1982 11.07.2009, 16:39
3. so ein Quatsch

So etwas Nichtiges hat man ja schon lange nicht mehr gelesen. Wo sind sie denn die "Argumente" der Autorin? Außer der (Noch-) Nicht-Rentabilität von Windkraft und Sonnenenergie (was übrigens ebenfalls nicht für viel Technikzuversicht spricht), ist bei mir von neunmalklugen Belehrung nichts hängen geblieben. Die Einwände der Atomkraftgegner werden angesprochen - und ihnen nichts entgegengesetzt. Stichwort Tschernobyl: ich lebe zur Zeit in Kiew, nur ein paar km vom damaligen Katastrophenort entfernt. Ist es jetzt kopflose Panik und emotionsverwirrte Unvernunft, wenn ich meine, das könnte an einem ähnlichen Ort wieder passieren? Noch besser das Schlussargument, die Bekehrung der einstigen Atomkraftgegnerin. Exakt genau so könnte man eine Renaissance des Rechtsextremismus rechtfertigen - die weise Umkehr des ehmals linken Horst Mahler... Naja, hauptsache man hat einen Doktortitel. Viele Grüße aus Kiew

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Andreas Rolfes 11.07.2009, 16:43
4. Wir (Deutschen) haben nun mal ein Problem:

Unsere Vergangenheit, die auch noch weitere 924 Jahre unsere Zukunft bestimmen wird. Darum können oder wollen viele auch nicht in die Zukunft schauen, selbst wenn es um so zentral Fragen wie die Energieversorgung geht, mit der so gut wie alles steht und fällt in modernen Gesellschaften.
Dabei wird am Ende des Textes ein schönes Beispiel aufgezeigt: Schickt alle Technikfeinde, Skeptiker und Schulklassen doch mal in Kernkraftwerke um sich ein Bild zu machen, ebenso wie alle hier schon mal in Gedenkstätten der jüngeren deutschen Vergangenheit geschickt wurden, um sich ein Bild zu machen.
Vielleicht hilft es ja wirklich, die Leute positiver zu stimmen. Falls nicht, würde ich empfehlen: 7 Tage lang den Strom in ganz Deutschland abschalten. Mal sehen, ob einige dann immer noch glauben, der Strom kommt einfach so aus der Steckdose. Zudem hätte es sicher noch andere positive Nebenwirkungen: Da die Leute ja wieder Zeit hätten, könnten sie sich mal wieder mit sich selbst und ihren Liebsten beschäftigen. Und so dem demographischen Wandel entgegenwirken. ;)

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OlafKoeln 11.07.2009, 16:45
5. ...

Zitat von sysop
Technische Pannen und Patzer in der Kommunikation - die Kernkraft wird zum Wahlkampfthema. Dabei wird wohl kaum ernsthaft über Sinn und Risiken der Technologie debattiert werden, denn alles, was "Atom" heißt, beschwört in diesem Land mächtige Feindbilder und Ängste herauf.

Jedes AKW ist mit einer Haftpflicht von 2,5 Milliarden "abgesichert". Selbst der Bundeswirtschaftsministerium rechnet mit Ernstfall mit einem wirtschaftlichen Schaden von 5 Billionen (da läßt man das menschliche Leid schon unter den Tisch fallen).

Jeder PKW ist heute mit rund 30 Millionen Haftpflichtversichert. Legen wir die gleichen Maßstäbe wie bei einem AKW an, dann würde auch hier eine Haftpflicht von 15.000 Euro reichen (eine offensichtlich lächerliche Größenordnung).

Das Risiko des Betriebs von AKW's ist komplett sozialisiert, der Profit komplett privatisiert.

Das keine Versicherer solch eine notwendige Versicherung übernimmt (auch nicht als Konsortium), ist schon Aussage genug. Die rechnen sich das Risiko nämlich nicht schön. Schon in den 70igern war bei den (Rück)Versicherern der Klimawandel ein großes Thema ... ihr Risiko berechnen sie schon sehr realistisch.

Würde solch eine Versicherung dann in den Strompreis eingepreist werden, würde die Atom-KWh über 50Cent kosten ... das Märchen vom "billigen" Atomstrom wäre dann endlich vom Tisch.

Ein AKW kann nie 100%ig sicher sein. Das Risiko ist nicht beherrschbar, auch ohne Terroristen, die möglichen Folgen dramatisch.

Da braucht man eigentlich nicht einmal auf die Kleinigkeit fehlender Endlager, der ASSE-Katastrophe etc. hinweisen.

Das einem da Angst und Bange wird, sollte eigentlich völlig normal sein.

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Satiro 11.07.2009, 16:52
6. Propheten der Angst

Propheten =>Scharlatane =>Wahlkämpfer => Beispiel Gabriel

http://www.faz.net/s/Rub594835B67271...~Scontent.html


Ein Leser- Kommentar, der es auf den Punkt bringt:

Zitat von
Mein Gott, wie schlecht muß es der SPD gehen, daß sie mit diesem lächerlich durchschaubaren Theater glauben, Wählstimmen zu gewinnen.

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eberego 11.07.2009, 16:58
7. Pannen und Patzer ?

Zitat von sysop
Technische Pannen und Patzer in der Kommunikation - die Kernkraft wird zum Wahlkampfthema. Dabei wird wohl kaum ernsthaft über Sinn und Risiken der Technologie debattiert werden, denn alles, was "Atom" heißt, beschwört in diesem Land mächtige Feindbilder und Ängste herauf.
Es geht überhaupt nicht um Pannen und Patzer sondern um die ungelöste Frage der Endlagerung !

Die geldgieriege Atomlobby hat die deutsche Bevölkerung durch die Art der "Entsorgung a la Asse" - mit Hilfe der Politik - in eine zukunftsbedrohende Situation gebracht.

Auch ein GAU kann keineswegs ausgeschlossen werden !

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Stawrogin aus Berlin 11.07.2009, 16:59
8. Nicht ermittelbare Kosten und Risiken

Jeder halbwegs mit technischem und wirtschaftlichem Sachverstand ausgestattete Mensch muss erkennen, dass Atomkraft weder wirtschaftlich noch sicher ist. Jedes von Menschen ersonnene und betriebene System birgt das Risiko von Fehlern und von Ausfällen. Das fängt bei einem Fahrrad an und hört bei komplexen Systemen wie Raumfähren, Flugzeugen oder eben Atomreaktoren auf. Flugzeuge können abstürzen, ich kann mit meinem Fahrrad in Straßenbahnschienen hängen bleiben und vom nächsten Auto überrollt werden - das sind kalkulierbare Risiken, die die Nutzer der Systeme eingehen, sie abwägen können. Bei Atomkraftwerken ist das anders. Die Risiken und die Kosten für Atomstrom sind nicht ermittelbar. Bei den Kosten ist es doch so: keine Versicherung der Welt ist bereit, den Betreiber eines AKW eine Police auszustellen, um ihn gegen einen Super-GAU wie Tschernobyl abzusichern. Den massiven Einsatz von Militär, Rettungskräften, die Umsiedlungen, etwaige Schadensersatzansprüche usw. usf. zahlt der Steuerzahler. Mich würde mal interessieren, auf welchen Versicherungsbetrag ein Rückversicherer kommen würde und wie hoch dann die Stromrechnung unserer angeblich preiswerten AKWs aussehen würde. Das gleiche gilt für die Endlagerung. Kein Mensch kann doch die Kosten hierfür ermitteln und diese auf die laufenden Kosten umlegen. Auch die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen gegen Terrorangriffe werden fein mit Steuermitteln bezahlt. Also was leisten wir uns für den Strom aus der Steckdose? Wir riskieren unsere Gesundheit, unser Leben und sogar die Existenz unserer Gesellschaft und nebenbei brummen wir eine nicht überschaubaren Anzahl von Generationen das Problem der Endlagerung auf. Also eine smarte Lösung für den Energiebedarf sieht anders aus.

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abita 11.07.2009, 16:59
9. .

Es sind doch immer die gleichen ollen Kamellen, die zu diesem Thema Pro und Kontra aus der Mottenkiste hergekramt werden.Wenn die Autorin Fr. Stephan den kalten Krieg bemüht, um die Ängste der Deutschen zu belegen, ist das sicher nicht von der Hand zu weisen. Schliesslich galt damals der Rhein als absolut zu verteidigende Ostgrenze. Deutschland war den Westmächten Wurst - um nicht zusagen Kanonenfutter.
Aus meiner Sicht ist doch auch nicht egal ob ein KKW oder ein konventionelles Kraftwerk in die Luft fliegt. Das werden auch die Befürwoter nicht abstreiten können.
In diesem Sinne : Weiterhin heftige Diskussionen.

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