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Atomkonflikt: Bestätigung von Südkorea - Nordkoreas Rakete kann Washington erreichen
AP

Die Angaben Pjöngjangs zur neuen Interkontinentalrakete scheinen nicht nur Propaganda zu sein. Auch laut der südkoreanischen Regierung könnte das nordkoreanische Regime nun Washington erreichen.

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Ein_denkender_Querulant 01.12.2017, 10:10
1. Verteidigungsmassnahme

Nordkorea lebt mit dem Problem, dass es aus ideologischen Gründen durch die USA ausradiert werden soll. Schon im Koreakrieg wollten die USA Nordkorea dem Erdboden gleich machen, hier ist es gut zusammengefasst

"...Bereits im April 1951 ließ der US-Präsident die nächsten Schritte einleiten. Er erlaubte es, neun Atombomben durch die Air Force nach Okinawa zu transportieren. Zudem authorisierte er die Stationierung von B-29-Bombern in der japanischen Stadt, welche in der Lage waren, die Atombomben zu transportieren und abzuwerfen. ..."
https://www.contra-magazin.com/2017/10/koreakrieg-die-usa-wollten-atombomben-ueber-nordkorea-und-china-abwerfen/

Wie soll man als Staat überleben, wenn die größte Wirtschaftsmacht mit allen Mitteln gegen einen Staat kämpft? In Kuba waren die Auswirkungen ähnlich. Ob ein Staat nun unseren Werten entspricht ist nicht das Thema. Natürlich ist das Leben in Nordkorea nur mit dem Wort erbärmlich zusammen zu fassen. Politische Veränderungen müssen von innen getragen werden, nicht von außen.

Nordkorea kann sich jetzt verteidigen. Die Waffen sind zwar noch rudimentär, ein gezielter Wiedereintritt in die Atmosphäre ist nicht möglich, es reicht aber völlig, in 100km Höhe die Atombomben zu zünden, um die USA ohne einen direkten Todesfall in die vorindustrielle Zeit zurückzubomben. Durch einen EMP würde jeder Rechner, jede Steuerung und jeder Chip im Land versagen. Damit bricht die gesamte Infrastruktur und Fertigung zusammen.

Man sollte sich also gut überlegen, ob man Nordkorea im Erstschlag vernichten will. Aber jetzt kann auf Augenhöhe verhandelt werden. bisher wollten die USA Nordkorea mit der Macht ihres Militärapperates, dessen Stärke Trump immer wieder betont, kontrollieren. Der Sicherheitsrat der UN ist solange eine Farce, wie einzelne Länder ein Vetorecht haben.

Ich hoffe weiterhin auf friedliche Lösungen.

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steve_burnside 01.12.2017, 10:21
2. War ja klar.

War ja klar, dass es irgendwann soweit sein wird, wenn man nichts dagegen tut. Wären die Amis mal früher gegen Nordkorea vorgegangen. Wenn Washington nun wirklich erreichbar ist für die Raketen, dann ist es jetzt wohl zu spät.

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JaguarCat 01.12.2017, 10:28
3. Immer schneller

Seitdem Trump an der Macht ist, geht es mit dem nordkoreanischen Atomraketenprogramm immer schneller vorwärts. Vor knapp drei Monaten wurde erstmalig erfolgreich eine Wasserstoffbombe gezündet, jetzt kommt eine Interkontinentalrakete dazu, die von Nordkorea aus fast jeden Punkt der Erde treffen kann, nur Südamerika darf sich noch sicher fühlen. Nun ja, offensichtlich verfehlt das Gepoltere Trumps seine Wirkung nicht, es schweißt die Generäle, Forscher und Ingenieure in Nordkorea zusammen und treibt sie zu neuen Spitzenleistungen an.

Was könnte man tun? Nun, erstens sollten die USA endlich eine Nichtangriffsgarantie für Nordkorea abgeben, so lange es sich friedlich verhält, also niemanden angreift. Und dann sollten sie Handel mit Öl, Kohle, Düngemittel und anderen lebenswichtigen Roh- und Hilfsstoffen wieder zulassen. NUR so kehrt Frieden ein. Je mehr Sanktionen und Drohungen die USA hingegen aussprechen, desto mehr wird Nordkorea testen. Es ist so einfach.

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monolithos 01.12.2017, 10:29
4. Warum Washington

Was wollen die Nordkoreaner denn in Washington angreifen? Microsoft? Seattle? Gehen wir mal von Washington, D.C. (!) als lohnenswertem Ziel aus: Eine ballistische Rakete flöge dann über China, Russland und weite Teile Kanadas und etwas an Alaska vorbei. Da sollte es doch genügend Abfangmöglichkeiten geben.

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almeo 01.12.2017, 10:34
5.

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Nordkorea lebt mit dem Problem, dass es aus ideologischen Gründen durch die USA ausradiert werden soll. Schon im Koreakrieg wollten die USA Nordkorea dem Erdboden gleich machen, hier ist es gut zusammengefasst [...]
Man liest es ja regelmäßig unter Artikeln zur Nordkorea, aber daraus wird es nicht wahrer - Nordkorea ist bei weitem hier kein armes Opfer, dass sich verzweifelt mit allen Mitteln zu wehren versucht. Auch sollte man die Drohnung von Kernwaffeneinsätzen aus den 50ern mal nicht überbewerten. Niemand wusste damals um die Langzeitfolgen und nach Japan war man über einige Jahre schlicht der Meinung, dass Kernwaffen ein legitimes Mittel sind, um Konflikte schnell zu beenden. Das dürfte heute auch ganz anders aussehen. Ich bin bei Leibe kein Freund der Regierung Trump, aber der Aufbau eines Interkontinentalen Atomwaffenarsenals durch einen so instabilen Staat wie Nordkorea ist schlicht eine Bedrohung, und diese wird man nicht damit lösen, den Amerikanern den Schwarzen Peter in der Geschichte zuzuschieben.

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Teile1977 01.12.2017, 10:36
6. Bedrohung???

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Nordkorea lebt mit dem Problem, dass es aus ideologischen Gründen durch die USA ausradiert werden soll. Wie soll man als Staat überleben, wenn die größte Wirtschaftsmacht mit allen Mitteln gegen einen Staat kämpft? Nordkorea kann sich jetzt verteidigen. Man sollte sich also gut überlegen, ob man Nordkorea im Erstschlag vernichten will. Aber jetzt kann auf Augenhöhe verhandelt werden. bisher wollten die USA Nordkorea mit der Macht ihres Militärapperates, dessen Stärke Trump immer wieder betont, kontrollieren. Der Sicherheitsrat der UN ist solange eine Farce, wie einzelne Länder ein Vetorecht haben. Ich hoffe weiterhin auf friedliche Lösungen.
Ach, und inwiefern haben die USA in den letzten 50 Jahren daran gedacht Nordkorea anzugreifen? Ist es nicht eher so das von diesem Land ständig Drohungen und Provokationen ausgehen? Das Nordkorea den USA erst kürzlich wieder den Krieg erklärt hat, und ständig schwere militärische Angriffe gegen Südkorea abhält (Die versenkung eines Schiffes oder die Beschießung einer Insel mit Artellerie zähle ich beispielweise dazu).

Nordkorea ist unwichtig und es kann sich sehr gut mit seiner konventionellen Armee verteidigen. Warum also sollten die USA Nordkorea angreifen und eigene Ofper riskieren?

Nein, das Nordkoreanische Regime braucht die (eingebildete) Bedrohung um den Unterdrückungsapparat im inneren zu rechtfertigen, für die USA ist der kleine Dicke einfach nur Lästig.

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josifi 01.12.2017, 10:40
7.

Zitat von Ein_denkender_Querulant
Nordkorea lebt mit dem Problem, dass es aus ideologischen Gründen durch die USA ausradiert werden soll. Schon im Koreakrieg wollten die USA Nordkorea dem Erdboden gleich machen, hier ist es gut zusammengefasst "...Bereits im April 1951 ließ der US-Präsident die nächsten Schritte einleiten. Er erlaubte es, neun Atombomben durch die Air Force nach Okinawa zu transportieren. Zudem authorisierte er die Stationierung von B-29-Bombern in der japanischen Stadt, welche in der Lage waren, die Atombomben zu transportieren und abzuwerfen. ..." https://www.contra-magazin.com/2017/10/koreakrieg-die-usa-wollten-atombomben-ueber-nordkorea-und-china-abwerfen/ Wie soll man als Staat überleben, wenn die größte Wirtschaftsmacht mit allen Mitteln gegen einen Staat kämpft? In Kuba waren die Auswirkungen ähnlich. Ob ein Staat nun unseren Werten entspricht ist nicht das Thema. Natürlich ist das Leben in Nordkorea nur mit dem Wort erbärmlich zusammen zu fassen. Politische Veränderungen müssen von innen getragen werden, nicht von außen. ...
Verstehe ich nicht. Wo lesen Sie aus Ihrem Text heraus, das NK vernichtet werden soll? Im Gegenteil, General MacArthur wollte während des Krieges Atomwaffen gegen NK einsetzen, durfte das nicht und wurde sogar gefeuert!
Die Atomwaffen in Japan waren gegen die UdSSR gerichtet.

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bigroyaleddi 01.12.2017, 10:46
8. Wieso kann ein Diktator

überhaupt irgendeinem anderen Staat drohen. Von diesem derzeitigen furchtbaren Präsidentendarsteller in Washington DC mal abgesehen, kann man denn überhaupt bereit sein, einem Agressor noch die öffentliche Aufmerksamkeit zu gewähren, die er hier offensichtlich geniesst?

Geschichtlich ist das nun mal so, dass ausnahmsweise hier mal die Familie Kim - jetzt in 3. Generation - der Agressor war und ist. Ich frage mich immer wieder, wie kommt so ein Staat überhaupt an die Mittel, um solche - in meinen Augen immerhin schon ein Teil der Hochtechnologie - zu entwickeln? Da müssen doch andere pontente Recourcengeber mitgemischt haben.

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almeo 01.12.2017, 10:48
9.

Zitat von JaguarCat
[...] Was könnte man tun? Nun, erstens sollten die USA endlich eine Nichtangriffsgarantie für Nordkorea abgeben, so lange es sich friedlich verhält, also niemanden angreift. Und dann sollten sie Handel mit Öl, Kohle, Düngemittel und anderen lebenswichtigen Roh- und Hilfsstoffen wieder zulassen. NUR so kehrt Frieden ein. Je mehr Sanktionen und Drohungen die USA hingegen aussprechen, desto mehr wird Nordkorea testen. Es ist so einfach.
Naja, so einfach ist es ja nun doch nicht. Wir wissen ja inzwischen ziemlich genau, dass Nordkoreas Raketen erst erfolgreich geworden sind, als sie - auf welchen Wegen auch immer - russische Technik verwendet haben. Die neue Raketengeneration ist ja nun wirklich alles, aber nicht ein Werk nordkoreanischer Ingenieure! Es sind Kopien russischer Raketen. Im Kern ist es wohl eher der Konflikt mit Russland seit der Krim-Annexion, der den nordkoreanischen Waffenbau vorantreibt. Putin schafft es aktuell sehr gut, die USA zu destabilisieren, vor allem, weil er mit Trump einen ungestümen, unerfahrenen Gegner hat. Eine Lockerung der Sanktionen würde im Kern nichts verändern, da die Führungsriege Nordkoreas schlicht kein Interesse daran hat, dass sich die Verhältnisse im Land verbessern. Würde man Nordkorea die Gründe nehmen, ständig "auf der Hut" vor dem Nachbarn zu sein, würde das das Land gefährlich destabilisieren. Bevor Nordkorea so auf einen grünen Zweig käme, gabe es entweder verschiedene Putschversuche mit enormen Flüchtlingsbewegungen über die Grenze, oder - im besten Falle - würde man es mit wegfallenden Sanktionen dem Militär einfach nur leichter machen, sich zu modernisieren. Auch das wäre ja nicht im Interesse Südkoreas, denn aktuell stellt das nordkoreanische Militär abseits des Kernwaffenprogrammes wohl keine Gefahr dar. Habe letztens erst gelesen, dass Nordkorea alte T-34 Panzer wieder in Dienst gestellt hat, als Reaktion auf die südkoreanischen Militärübungen.

Das Kernproblem Nordkoreas ist, dass die Führung dort kein Interesse am Leben der Bevölkerung hat. Daher ist eine Aufhebung der Sanktionen auch nicht zielführend, vermutlich sogar kontraproduktiv. Nordkorea ist nicht die DDR, das sollte man sich immer vor Augen halten. Die Menschen dort sind keine unterdrückten Demokraten und im Kern haben auch die Nachbarn überhaupt kein Interesse daran, dass sich an der Situation etwas ändert. Sanktionen zu lockern wäre - meiner Meinung nach - sehr gefährlich.

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