Forum: Politik
Atommüll-Transport: Castor-Gegner blockieren die letzte Etappe

Nur noch wenige Kilometer muss der*Castor-Transport zurücklegen, dann ist Gorleben erreicht.*Derzeit werden die Atommüll-Behälter von der Schiene auf LKW ungeladen. Hunderte AKW-Gegner*protestieren*auf der Straße zum Zwischenlager: Greenpeace-Aktivisten haben sich im Asphalt verankert.

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guild 28.11.2011, 19:20
40. Wie traurig

...hier diese Kritik zu hören.
Wie oft hier die Frage, was denn die Motivation der Demonstranten sei. Haben sie sich mal informiert? Gefragt? Mit den Menschen geredet? Vermutlich nicht. Jahrelang haben die Wendländer protestiert ohne das sie beachtet wurden.

Wie oft das Argument, dass man den Giftmüll ja nicht einfach z.B. in Köln abstellen könnte. Ja warum denn nicht wenn das so harmlos ist. So bequem den Müll einfach dort im "Niemandsland" abzustellen. Aber möchte sie mal hören wenn es in Ihrer Nachbarschaft wäre. Und die Wendländer dürften da an der Straße stehen und Buh rufen - und keinen würde es interessieren. Wie bequem das doch wäre.

Kann aus "den Augen aus dem Sinn" der richtige Umgang mit diesem Müll sein?

Ich wüsste im Übrigen nicht, dass aus den Reihen der Castor-Gegner jemals gefordert wurde den Müll nicht aus Sellafield und La Hague zurück zu nehmen! Schon lange hatten die Wendländer für die Suche nach alternativen Standorten plädiert. Ungehört. Und warum haben sich einige Bundesländer davor gedrückt? Aber das Wendland muss es ja schlucken. Weil... ja warum eigentlich?

Und ist es denn so bedeutungslos, dass Gorleben vorwiegend eine politische Entscheidung war? Oder ist es irgendwie sinnvoll das Zeug in einem Salzstock direkt neben einem der größten Flüsse Deutschlands verbuddeln zu wollen? Nur um mal einen der vielen Gründe gegen Gorleben zu nennen.

Ja, die Motive der Wendländer sind sehr egoistisch. Nicht anders als mancher abwertender/abwehrender Kommentator hier! Aber diese Menschen habe im Vergleich dazu echte Sorgen und fundierte Kritik.

Ich habe noch nie im Zusammenhang mit Gorleben die Forderung gehört das der Müll nicht aus Frankreich und England nicht zurück genommen werden soll! Die Leute dort kämpfen für ihr Land und ihre Gesundheit und gegen die Lügen der Politik. Und damit auch für die Kritiker hier.

Aber scheinbar sind unsere Politiker neuerdings wieder glaubwürdig zu sein. Viele Menschen über der Asse waren auch mal sehr unkritisch - bis die Katastrophe vor der Tür stand. Nun sehen sie es anders.

Ich wünsche unserem Volk entschieden mehr EMPATHIE und SOLIDARITÄT. Ich finde es erschütternd wie die Unbetroffenen hier wütend bis hasserfüllt auf die Demonstranten schimpfen.

Und ja, es gab Steinwürfe und einen Molotowcocktail und gewiss noch andere gewalttätige Delikte. Schändlich!
Aber das der allergrößte Teil friedlich abläuft ist da wohl unerheblich? Das so manches Fussballspiel blutiger und gewaltiger unter Fans ausgetragen wird? Lieber das Feuer schüren und auf die wenigen Idioten zeigen. Das ist in meinen Augen BILD-Niveau wie hier manche Kommentatoren schreiben.

Wie traurig

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manitoba 28.11.2011, 19:26
41. .

Zitat von Robert Rostock
Ach so, und deshalb ist es besser, das Zeug steht nach dem Blockieren der Straße jetzt im Verladebahnhof bzw. nach dem Blockieren der Gleise irgendwo auf einem Provinzbahnhof? Und weil das Zeug so gefährlich ist, war der in den letzten Jahren größte Erfolgt der Castor-Gegner, dass bei einem der letzten Transporte ein paar Demonstranten auf den Castor geklettert sind und da Siegestänze vollführt haben?
Lesen und Verstehen...
Meine Replik bezog sich auf die Behauptung, der Polizeieinsatz sei ausschließlich wegen der Demonstranten nötig. Das ist mitnichten so. Ihnen sei die Lektüre der einschlägigen Gesetze und Verordnungen empfohlen.

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J4cky 28.11.2011, 19:54
42. ...

Zitat von guild
Und ist es denn so bedeutungslos, dass Gorleben vorwiegend eine politische Entscheidung war? Oder ist es irgendwie sinnvoll das Zeug in einem Salzstock direkt neben einem der größten Flüsse Deutschlands verbuddeln zu wollen? Nur um mal einen der vielen Gründe gegen Gorleben zu nennen. Ja, die Motive der Wendländer sind sehr egoistisch. Nicht anders als mancher abwertender/abwehrender Kommentator hier! Aber diese Menschen habe im Vergleich dazu echte Sorgen und fundierte Kritik.
Das Problem der Empathie und Sympathie ist doch recht einfach. Der entstandene Müll muss irgendwie und irgendwo dauerhaft untergebracht werden. Wie sinnvoll Gorleben ist, was es für Probleme gibt etc. ist erst einmal eine andere Frage.

Nehmen Sie sich mal das Szenario, dass es nun einen anderen Standort geben soll. Einen Standort der viel sicherer sein soll, weil neuste Forschungsergebnisse dazu kommen. In 40 Jahren sind wir dann wieder an dem Punkt angelangt, wo wir heute in Gorleben sind. Plötzlich ist es nicht mehr so sicher. Wasser tritt irgendwo ein, die Geologischen Bedingungen verändern sich mittel- und langfristig anders als geplant usw. Das Spiel beginnt von neuem. Gorleben, Asse oder sonst ein Bergwerk schließen und ein anderes eröffnen wird einfach die Probleme verschieben, aber keins lösen. Bei solchen Projekten wird es immer Probleme geben oder Gutachter, welche etwas für sicher befinden und welche die der Meinung sind, dass es eben unsicher ist.

Ansonsten bin ich der Meinung, dass aus dem Auge aus dem Sinn noch viel weiter gesponnen werden kann als ihr Beispiel geht. Wir als ökologische Industrienation tun nämlich nichts anderes. Sämtliche gefährliche oder unökologischen Prozesse sei es beispielsweise der Bergbau wurden schon nach Fernost, Afrika oder Amerika verlagert. Schonmal Indiens größtes Kohleabbaugebiet betrachtet? Die stellen damit einen beachtlichen Teil unseres Stahls her und haben mit eine der niedrigsten Lebenserwartungen auf dem Planeten. Wo bleibt da die Empathie und Sympathie?

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niedereTochter 28.11.2011, 20:30
43. Sternstunde

In Tschernobyl (und irgendwann auch in (nördlichen) Japan) gibt es krebskranke
Kinder, die ihre Eltern fragen, warum sie krank sind.

Die Leute, die auch dieses Jahr in Gorleben wieder einen hevorragendes Zeichen
gegen die mörderische Atomkraft gesetzt haben, die werden sich mal von ihren
Kindern fragen lassen können, wenn diese mal fragen: "Was habt ihr dagegen getan?"
Und das ist nur einer von vielen Gründen, warum der Protest auch in diesem Jahr
wieder eine Sternstunde der menschlichen Zivilisation war.

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Robert Rostock 28.11.2011, 20:53
44. ??

Zitat von niedereTochter
In Tschernobyl (und irgendwann auch in (nördlichen) Japan) gibt es krebskranke Kinder, die ihre Eltern fragen, warum sie krank sind. Die Leute, die auch dieses Jahr in Gorleben wieder einen hevorragendes Zeichen gegen die mörderische Atomkraft gesetzt haben, die werden sich mal von ihren Kindern fragen lassen können, wenn diese mal fragen: "Was habt ihr dagegen getan?" Und das ist nur einer von vielen Gründen, warum der Protest auch in diesem Jahr wieder eine Sternstunde der menschlichen Zivilisation war.
Gibt nur ein winziges Problem: Die Proteste verhindern kein Gramm Atommüll, richten sich nicht gegen die Produktion von Atommüll.
Sondern es wird gegen die "Müllabfuhr" protestiert.

Im Grunde sind das keine Proteste "gegen die mörderische Atomkraft", sondern nur degegen, dass der dabei entstehende Müll ins Wendland gekarrt wird.

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guild 28.11.2011, 21:31
45. Wie traurig 2

Danke für diese überlegte Antwort.
Zitat von J4cky
Das Problem der Empathie und Sympathie ist doch recht einfach. Der entstandene Müll muss irgendwie und irgendwo dauerhaft untergebracht werden. Wie sinnvoll Gorleben ist, was es für Probleme gibt etc. ist erst einmal eine andere Frage.
Das Problem Empathie und Sympathie ist mehr ein generelles, denke ich. An der Frage nach einem Endlager zweifelt aber, wie geasagt, keiner im Wendland. Denen geht es darum, dass dort fakten geschaffen wurden und es nicht auszuschliessen ist, dass es auch weiter so betrieben wird.

Zitat von J4cky
Nehmen Sie sich mal das Szenario, dass es nun einen anderen Standort geben soll.(...) Plötzlich ist es nicht mehr so sicher. Wasser tritt irgendwo ein, die Geologischen Bedingungen verändern sich mittel- und langfristig anders als geplant usw. Das Spiel beginnt von neuem. Gorleben, Asse oder sonst ein Bergwerk schließen und ein anderes eröffnen wird einfach die Probleme verschieben, aber keins lösen.
Bedeutet das für Sie, dass im Umkehrschluss die aktuellen Lösungen (die eben nicht Objektiv gefällt wurden) einfach die besseren sind?
Zitat von J4cky
Bei solchen Projekten wird es immer Probleme geben oder Gutachter, welche etwas für sicher befinden und welche die der Meinung sind, dass es eben unsicher ist.
Nichts gegen widerstreitende Experten. Hier wird es zu einer unangenehmen Lösung kommen - ist klar. Der Mist ist in der Welt. Aber es geht um Gutachter die nicht auf dem Stand der Wissensschaft kritisch objektiv urteilen - aus welchen Gründen auch immer. Und das ist bisher stets passiert. Insofern kann ich Ihr Bild von einer schmerzvoll mühsamen Entscheidung unter widerstreitenden, objektiven! Meinungen nicht sehen. Ich würde es mir durchaus wünschen.

Zitat von J4cky
Ansonsten bin ich der Meinung, dass aus dem Auge aus dem Sinn noch viel weiter gesponnen werden kann als ihr Beispiel geht. Wir als ökologische Industrienation tun nämlich nichts anderes.
Stimmt vollkommen.
Zitat von J4cky
Schonmal Indiens größtes Kohleabbaugebiet betrachtet? Die stellen damit einen beachtlichen Teil unseres Stahls her und haben mit eine der niedrigsten Lebenserwartungen auf dem Planeten. Wo bleibt da die Empathie und Sympathie?
Sollen deshalb die Menschen im eigenen Land keine bekommen? Oder was wollen Sie damit sagen? Fangen wir doch erstmal bei uns an, vielleicht schaffen wir es dann auch eher nach aussen hin.

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swabawath 29.11.2011, 23:05
46. gesundes volksempfinden

Zitat von klemme1952
Sie selbsternannter Papst scheinen ja keine Zweifel zu kennen. Alle von Ihnen genannten Fakten zu den angeblichen Vergehen "des Staates" können und werden gerichtlich geprüft. Wir sind aber .......
durch sehr viele, zum Teil blutdürstige, Reaktionen auf die Demonstrationen gegen die Atomlobby, verstehe ich auf einmal viel besser wie es vor 70 bis 80 Jahre zum großes Aufräumen von Andersdenkenden gekommen ist.

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J4cky 29.11.2011, 08:18
47. ...

Zitat von guild
Das Problem Empathie und Sympathie ist mehr ein generelles, denke ich. An der Frage nach einem Endlager zweifelt aber, wie geasagt, keiner im Wendland. Denen geht es darum, dass dort fakten geschaffen wurden und es nicht auszuschliessen ist, dass es auch weiter so betrieben wird.
Natürlich aus menschlicher Sicht kann ich verstehen, wenn die Menschen den Müll nicht in ihrer Nähe haben wollen. Ebenso werden es Menschen an potentiell anderen Standorten sehen, welche demnächst eröffnet werden sollen.


Zitat von guild
Bedeutet das für Sie, dass im Umkehrschluss die aktuellen Lösungen (die eben nicht Objektiv gefällt wurden) einfach die besseren sind? Nichts gegen widerstreitende Experten. Hier wird es zu einer unangenehmen Lösung kommen - ist klar. Der Mist ist in der Welt. Aber es geht um Gutachter die nicht auf dem Stand der Wissensschaft kritisch objektiv urteilen - aus welchen Gründen auch immer. Und das ist bisher stets passiert. Insofern kann ich Ihr Bild von einer schmerzvoll mühsamen Entscheidung unter widerstreitenden, objektiven! Meinungen nicht sehen. Ich würde es mir durchaus wünschen.
Ich gebe Ihnen Recht, es die Tatsache, dass Gorleben ein Lager hat ist politisch bestimmt worden. Weshalb auch immer dies so kam. Es gibt aber auch seriöse Experten die der Meinung sind das Gorleben durchaus dauerhaft ein Lager bieten könnte. Ich hatte dazu erst neulich einen Artikel in den VDI Nachrichten gelesen. Ansonsten bin ich persönlich der Meinung, dass das Thema Atom- oder Kernenergie zu verfahren ist. Deutschland kann sich mit dem Thema nicht objektiv und sachlich befassen! Für mich gibt es dort parallelen zu S21. Der Volksentscheid ist durch und der harte Kern kämpft immer noch!

Zitat von guild
Sollen deshalb die Menschen im eigenen Land keine bekommen? Oder was wollen Sie damit sagen? Fangen wir doch erstmal bei uns an, vielleicht schaffen wir es dann auch eher nach aussen hin.
Es ging mir nicht darum das sie keine bekommen sollten. Es ging mir darum, dass auch wir unser Päckchen zu tragen haben. Ich empfinde es einfach als falsch einen auf Öko zu machen, aber die schmutzigen Seiten nachweislich geschehen in das Ausland zu verlagern, nur damit wir uns auf die Schulter klopfen können und dabei ganz offensichtlich ein ruhiges Gewissen haben.

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Papst01 29.11.2011, 09:53
48. ach ja Rechtsstaat

Zitat von klemme1952
Sie selbsternannter Papst scheinen ja keine Zweifel zu kennen. Alle von Ihnen genannten Fakten zu den angeblichen Vergehen "des Staates" können und werden gerichtlich geprüft. Wir sind aber noch nicht bei Selbstjustiz oder? Sonst könnte ich mich ja jetzt an die Herstellung meiner Form von Gerechtigkeit machen - auch mit illegalen Mitteln.
Genau, es lebe der Rechtsstaat:
1. Bei Politikern reicht ein Ehrenwort aus, dass man sich nicht erinnern könnte wo Koffer voller Geld her kommt - heute Finanzminister
2. Generell werden Verfahren gegen Polizisten ohne Verurteilung fast immer eingestellt. (1)
3. Anzeige gegen den bayrischen Innenminister wegen der Trojaner-Sache - Staatsanwaltschaft weigert sich Ermittlungen aufzunehmen (2)
3. Ein überführter Lügner, Betrüger und Hochstapler der mal Verteidigungsminister war - Verfahren eingestellt, weil - das ist der Knaller - kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht.

Sie sehen worauf ich hinaus will? Ich glaube nicht an den Rechtsstaat - nicht mehr. Es bewahrheitet sich viel mehr der alte Spruch: Wenn zwei das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe.

Auf die anderen Punkte möchte ich nicht weiter eingehen, da reichen die 3500Zeichen nicht, die mir in diesem Rahmen zur Verfügung stehen.

(1) http://www.derwesten.de/nachrichten/...id4768765.html
(2) http://www.internet-law.de/2011/11/s...ermitteln.html

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leulind 29.11.2011, 13:31
49. Mehr Logik, bitte

Zitat von niedereTochter
In Tschernobyl (und irgendwann auch in (nördlichen) Japan) gibt es krebskranke Kinder, die ihre Eltern fragen, warum sie krank sind. Die Leute, die auch dieses Jahr in Gorleben wieder einen hevorragendes Zeichen gegen die mörderische Atomkraft gesetzt haben, die werden sich mal von ihren Kindern fragen lassen können, wenn diese mal fragen: "Was habt ihr dagegen getan?" Und das ist nur einer von vielen Gründen, warum der Protest auch in diesem Jahr wieder eine Sternstunde der menschlichen Zivilisation war.
Was ist sinnvoll daran, wenn Atommüllbehälter ein paar Stunden in der Landschaft stehen?

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