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Atomstreit mit Iran: Ahmadinedschad will angeblich einlenken

Mögliche Entspannung im Konflikt um das iranische Atomprogramm: Die Regierung in Teheran ist nun angeblich doch bereit, Uran im Ausland anreichern zu lassen. Dies erklärte Präsident Ahmadinedschad in einem Interview und gab an, "technische Gründe" hätten den Kurswechsel beeinflusst.

JDR 03.02.2010, 00:20
1. ...

Zitat von sysop
Mögliche Entspannung im Konflikt um das iranische Atomprogramm: Die Regierung in Teheran ist nun angeblich doch bereit, Uran im Ausland anreichern zu lassen. Dies erklärte Präsident Ahmadinedschad in einem Interview und gab an, "technische Gründe" hätten den Kurswechsel beeinflusst.
Das ging schnell. ;)

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JDR 03.02.2010, 02:19
2. Moussavi beschuldigt A. eine Diktatur anzustreben - Justiz habe versagt

Zitat von sysop
Mögliche Entspannung im Konflikt um das iranische Atomprogramm: Die Regierung in Teheran ist nun angeblich doch bereit, Uran im Ausland anreichern zu lassen. Dies erklärte Präsident Ahmadinedschad in einem Interview und gab an, "technische Gründe" hätten den Kurswechsel beeinflusst.
Zitat von
“The majority of people believed in the beginning of the revolution that the roots of dictatorship and despotism were abolished,” he said. “I was one of them but now I don’t have the same beliefs.”


Mit diesen Worten analysiert der mutmaßlich rechtmäßige Gewinner der Präsidentenwahlen vom vergangenen Juni die Situation in der IRI. In den müde klingenden Worten schwingt der Gedanke mit, es auf eine Machtprobe mit dem Unterdrückerregime ankommen zu lassen.

Sollte Moussavi, welcher in dem Interview noch immer die Verfassung der IRI als rechtmäßige Grundlage des Staates anerkennt, sich öffentlich gegen das System wenden, so könnten Teheran unruhige Wochen bevorstehen. Auch diese Entwicklung könnte zu der Bereitschaft des Regimes beigetragen haben, außenpolitischen Druck abbauen zu wollen.

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sun tzu 03.02.2010, 08:21
3. ^^

Zitat von sysop
Mögliche Entspannung im Konflikt um das iranische Atomprogramm: Die Regierung in Teheran ist nun angeblich doch bereit, Uran im Ausland anreichern zu lassen. Dies erklärte Präsident Ahmadinedschad in einem Interview und gab an, "technische Gründe" hätten den Kurswechsel beeinflusst.
Uran anreichern zu Plutonium können auch nur die Russen.

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Leto_II. 03.02.2010, 09:52
4. einen Titel

Zitat von sysop
"technische Gründe"
Waffentechnik oder Maschinenbau?

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irgendwer_bln 03.02.2010, 10:11
5. rein zufällig

Zitat von JDR
Das ging schnell. ;)
Und rein zufällig genau, als die USA die millitärische Präsenz vor Ort aufstockt.
Wie gesagt, rein zufällig...

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mikael2001 03.02.2010, 12:25
6. ...

Zitat von sun tzu
Uran anreichern zu Plutonium können auch nur die Russen.
Es geht nicht darum Uran zu Plutonium anzureichern, sondern LEU (Low Enriched Uranium - 3,5-5,0%) zu HEU (High Enriched Uranium - ab 20,00%) anzureichern.

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stier1952 03.02.2010, 16:58
7. Zwie Anmerkungen:

Zitat von sysop
Mögliche Entspannung im Konflikt um das iranische Atomprogramm: Die Regierung in Teheran ist nun angeblich doch bereit, Uran im Ausland anreichern zu lassen. Dies erklärte Präsident Ahmadinedschad in einem Interview und gab an, "technische Gründe" hätten den Kurswechsel beeinflusst.
"Die internationale Gemeinschaft...."
Die internationale Gemeinschaft? Wieso sind "Die fünf UN-Veto-Mächte und Deutschland" die internationale Gemeinschaft? Sehr viele Länder unterstützen den Iran.
Der türkische Ministerpräsident Erdogan z.B. hält die angebliche "Entwicklung von Atomwaffen im Iran" für eine Erfindung des Westens.

"..verdächtigt Iran, heimlich am Bau der Atombombe zu arbeiten."
Genau, ein Verdacht, mehr nicht. Soll das jetzt schon wieder für einen militärischen Angriff reichen? Das wünschen sich anscheinend bestimmte Regierungen und bestimmte Lobby-Organisationen.
Die Fakten:
– Der US-Geheimdienst-Chef Dennis Blair gab im Mai 2009 zu, dass der Iran an keinem Atomwaffenprogramm arbeitet und keine Atomwaffen besitzt.
- Der Geheimdienstbericht deckte sich auch mit den Ergebnissen der IAEO, die die iranischen Atomanlagen häufiger als jeden anderen Meiler in einem anderen Land kontrollierte. Auch sie fand keinerlei Ansatzpunkte, dass der Gottesstaat sein Programm zur Militarisierung nutzen würde.
Diese Fakten interessieren aber nicht jede Regierung und
jede Lobby-Organisation. Sie haben ihre ganz eigenen Gründe,
um Behauptungen und Unterstellungen zu verbreiten.

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JDR 04.02.2010, 02:47
8. verlässliche Verwendung positiver und negativer verstärkung

Zitat von irgendwer_bln
Und rein zufällig genau, als die USA die millitärische Präsenz vor Ort aufstockt. Wie gesagt, rein zufällig...
Nun, ich denke das klärt, welche Strategie zu einem Erfolg führen kann:

Wenn die IRI das Angebot der IAEA vorbehaltlos akzeptiert und umsetzt, so sollten sich die Partnerstaaten auch buchstabengetreu daran halten. Falls es nach der Verschickung des vorhandenen Urans zu einem nachprüfbaren und unverschuldeten Engpass bei den medizinisch benötigten Materialien kommt, können diese dann auch "vorgeschossen" werden, wobei die Verwendung streng überwacht würde.

Gleichzeitig müssen die Sanktionen und potenziellen weiteren Maßnahmen glaubhaft verstärkt werden, bis die IRI alle Forderungen - namentlich die Einstellung der Urananreicherung, vollständige Offenlegung aller nuklearen Aktivitäten (nicht zuletzt zur Prüfung der Glaubwürdigkeit der Angaben) und des Stopps des Raketenprogrammes - erfüllt. Bisher war die Botschaft: Lenkt ein, oder wir tun nichts. Die Zeit für dieses Spiel - und die Spielchen der IRI - ist um, die Zeit für deutliche "Botschaften" ist gekommen. Teheran scheint zu zeigen, dass es diese zu beginnen versteht.

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Diomedes 05.02.2010, 09:28
9. Die Tatenlosigkeit des Westens

Die Zeit verrinnt und der Westen sieht zu wie eine vollkommen unberechenbare Macht, die sich allen irdischen Dingen entrückt glaubt, allmählich die Fähigkeit zur Herstellung von Atomwaffen erreicht. Konnte man im Falle Nordkoreas noch auf China bauen, dass kaum einem unberechenbaren Lokaltyrannen vor seiner Haustüre gestattet hätte, mit Atomwaffen zu spielen, wenn es ihn nicht absolut unter Kontrolle gehabt hätte, so gibt es hier nichts was die religiösen Eiferer bändigen könnte. Zwar mag Peter Scholl-Latour meinen, die mögliche atomare Bewaffnung des Irans wäre unbedenklich, da der israelisch-amerikanische Gegenschlag den Iran vernichten würde. Allerdings hat diese Überlegung einen entscheidenden Fehler: Wenn nämlich der Iran seine eigene Vernichtung nicht fürchtet, ist es aus mit der Abschreckung. Vielleicht mögen die apokalyptischen Visionen des iranischen Scheindespoten nur Rhetorik sein, sind sie es aber nicht, so könnten die Folgen verheerend sein; weitaus verheerender als es die Folgen jedes Militärschlags jemals sein könnten.

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