Forum: Politik
Atomstreit mit Iran: "Der Westen reagiert kurzsichtig und hysterisch"

Im Umgang mit Iran macht der Westen immer wieder dieselben Fehler, kritisiert der Grünen-Politiker Omid Nouripour in einem Gastbeitrag für SPIEGEL ONLINE. Der unklare Kurs des Uno-Sicherheitsrates lasse Teheran besonders stark aussehen - und verhindere die Lösung der wahren Probleme.

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osz 07.02.2010, 18:29
1. Irans Atompolitik

Dass Iran in der Atompolitik nicht einlenken würde, hätte man sich schon vor Jahren denken können. Ein Staat, der so viel in die Entwicklung der Urananreicherung investiert hat, wird die Anlagen nicht stilllegen, sondern nur versuchen, Zeit zu gewinnen mit Winkelzügen aller Art, bis er über ein nukleares Erpressungpotenzial verfügt, dessen Neutralisierung nur unter großen Opfern oder gar nicht mehr möglich ist.

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ernstjüngerfan 07.02.2010, 18:46
2. Nützliche Provokationen

Zitat von sysop
Im Umgang mit Iran macht der Westen immer wieder dieselben Fehler, kritisiert der Grünen-Politiker Omid Nouripour in einem Gastbeitrag für SPIEGEL ONLINE. Der unklare Kurs des Uno-Sicherheitsrates lasse Teheran besonders stark aussehen - und verhindere die Lösung der wahren Probleme.
Zitat:"Die Frage darf erlaubt sein, ob es nicht manchmal sinnvoller wäre, so manche bewusste Provokation der iranischen Führung zu ignorieren. Nicht nur wegen der meist unsäglichen Inhalte, sondern auch aus einer rationalen, strategischen Überlegung".
Diese Frage sollte man vor allem der israelischen Regierung stellen,denn hier sitzen die Büchsenspanner,denen die (leeren) iranischen Provokationen am meisten nützen und nebenbei vom Palästinaproblem ablenken.

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tglimm 07.02.2010, 19:01
3. Krieg?

Die zentrale, selten ganz offen ausgesprochene Frage ist doch wohl: Ab welchen Punkt sollte der Westen militaerisch eingreifen, um die Entwicklung von Atomwaffen seitens des Irans zu verhindern? Ich bin mir sicher, dass die USA hier schon relativ konkrete Plaene haben, und dass auch Obama genauso wie Bush vore einem militaerisch Eingriff nicht zurueckschrecken wuerde, notfalls auch im Alleingang.

Eine fruehe oeffentliche Diskussion ueber diese Frage in der europaeischen Oeffentlichkeit wuerde einerseits die Entschlossenheit des Westens zeigen und womoeglich ein echtes Einlenken der iranischen Regierung bewirken, sie koennte andererseits auch womoeglich der Opposition innerhalb Irans weiteren Aufwind geben.

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amaranth 07.02.2010, 21:08
4. +++

Es gibt über 30.000 atomare Sprengköpfe weltweit. Seit Nagasaki und Hiroshima wurden -wenn auch zu Testzwecken- rund 2.300 Atombomben gezündet.

Und die Welt blickt auf ein Land, das die Bombe noch gar nicht besitzt, das, wie im Artikel beschrieben, eine vom eigenen Volk nicht akzeptierte Regierung hat mit einem Präsidenten Ahmadinedschad, dem der israelische Innenminister was Hetzreden anbelangt wenig nachsteht.

Israel hat die Bombe! Für Israel ist die Bombe in letzter Konsequenz nicht nur Droh- und Druckmittel. Israel steht unter dem Schutz Amerikas, der Weltmacht, die ihre Sprengköpfe erst weiterentwickeln will, bevor sie ein paar alte verschrottet, der Weltmacht, die nach wie vor biologische und chemische Kampfstoffe entwickelt, ihre Streubomben behalten möchte.

Damit wir zu unser aller Sicherheit weiterhin einige der Ami-Bomben im Land behalten dürfen, blaben unsere CSU- und FDP-Fuzzys schön artig mit im Chor. Steinmeier (SPD) war auch nicht besser.

Was das schwächliche Europa sagt, ist im Großen und Ganzen eh ohne Wirkung und Belang. Nicht zuletzt unsere Rüstungsindustrie soll ja ihre Chance behalten, lukrative Geschäfte mit dem Iran zu machen.

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mot2 07.02.2010, 21:13
5. Grüne Kriegselefanten 800 Km hinter dem IRAN gesichtet

Zitat von osz
Dass Iran in der Atompolitik nicht einlenken würde, hätte man sich schon vor Jahren denken können. Ein Staat, der so viel in die Entwicklung der Urananreicherung investiert hat, wird die Anlagen nicht stilllegen, sondern nur versuchen, Zeit zu gewinnen mit Winkelzügen aller Art, bis er über ein nukleares Erpressungpotenzial verfügt, dessen Neutralisierung nur unter großen Opfern oder gar nicht mehr möglich ist.
Dies ist seit Aufnahme der 5+(?) Gespräche, bzw. seit dem chinesischen Atomknallfrosch, jedem bewusst. Was das Fragezeichen da zu suchen hat, nichts. Wir sollten uns auch nicht anmassen, für Rechte eintreten zu wollen, in dem wir uns vor irgendwelche Ochsenkarren spannen lassen, das geht schief.
Schon die Teilnahme an diesen Gesprächen war ein diplomatischer Fehler erster Ordnung, wer in diesem Prozess stranguliert werden wird, wird den Narren erst auffallen, wenn sie am Fliegenfänger noch ein bischen summen.

zum Grusse

Ich erinnere an Churchill und Fisher, die mit ihrer Entscheidung, die Navy von "fremden Ressourcen" abhängig zu machen, die Geschichte bis zum heutigen Tage modellhaft beeinflusste.

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opar 07.02.2010, 21:15
6. Wenn der Präsident des Iran so dumm ist

Zitat von ernstjüngerfan
Diese Frage sollte man vor allem der israelischen Regierung stellen,denn hier sitzen die Büchsenspanner,denen die (leeren) iranischen Provokationen am meisten nützen und nebenbei vom Palästinaproblem ablenken.
und den Hardlinern in Israel immer wieder neue Munition liefert, sollte man von dort aus vielleicht mal den Mund halten.

Aber das alles lenkt nur vom eigentlichen Problem ab.
Ob mit oder ohne Israel, die Machthaber im Iran wollen sich mit dem Westen insgesamt anlegen.

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hartus 07.02.2010, 21:37
7. Überhaupt nicht reagiert!

Schon der Titel des grünen Politikersranischen Wurzeln ist falsch.

Der "Westen" hat überhaupt nicht reagiert. Physisch.

Denn das würde Achmadinedschad gefallen, hat er doch beim thema Atom die Mehrheit seiner Bürger hinter sich.

Er ist allerdings nur ein Kläffer. Bevor er beißt, wird Israel handeln.

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thomas555 07.02.2010, 21:59
8. Begrenzter, europäischer Blick auf die Region

Der begrenzte Blick auf die Haupt-Akteure Iran, Israel und die USA ist sehr kurz gegriffen. Ein atomar bewaffneter Iran würde in erster Linie auch die Verhältnisse zwischen dem Iran und seinen direkten und indirekten Nachbarn (natürlich inklusive Israel) gravierend verändern.

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klokschieter 07.02.2010, 22:05
9. Krieg? Au ja, fein!

Zitat von tglimm
... sollte der Westen militaerisch eingreifen...die USA hier schon relativ konkrete Plaene haben... vore einem militaerisch Eingriff nicht zurueckschrecken wuerde, notfalls auch im Alleingang.
Ein Alleingang der USA wird gar nicht nötig sein, hier sitzen noch genug Bundeswehrsoldaten rum, die nach der Auslandszulage gieren. Unser forscher Verteidigungsfreiherr wird dann schon rechtzeitig ein bis zwei Kompanien in Marsch setzen, vielleicht sogar ein ganzes Batallion.
Die Kosten für den Sieg der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bestreitet er doch lässig aus den zusätzlichen Steuereinnahmen, die die dann boomende Sargtischler-Branche zahlen wird.

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