Forum: Politik
Atomstreit mit Iran: "Der Westen reagiert kurzsichtig und hysterisch"

Im Umgang mit Iran macht der Westen immer wieder dieselben Fehler, kritisiert der Grünen-Politiker Omid Nouripour in einem Gastbeitrag für SPIEGEL ONLINE. Der unklare Kurs des Uno-Sicherheitsrates lasse Teheran besonders stark aussehen - und verhindere die Lösung der wahren Probleme.

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freixen 08.02.2010, 02:05
10. Säbelrasseln?

Warum eigentlich die ganze Aufregung?
Der Iran den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben.
Dieser Vertrag erlaubt ausdrücklich die friedliche Nutzung von Kernenergie. Zudem steht dem Iran offen, diesen Vertrag einfach zu kündigen.

Die momentane Hetzerei ("mit Atomen darf nur spielen, wer die selbe Weltanschauuung wie wir besitzt")erinnert sehr an Sadam Husseins Megatonnenmassenvernichtungswaffenareal.

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homepower 08.02.2010, 07:42
11. Afarin Herr Nouripour!

Ich lebe seit ueber elf Jahren in diesem Land und kann nur sagen, danke fuer diesen Bericht, dem ist nichts hinzuzufuegen.

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twellb 08.02.2010, 07:56
12. Wohlgefällige Allerweltskrittelei

Im Spannungsverhältnis internationaler Politik finden sich häufig grundsätzliche Kluften zwischen Appeasement und Grundsatztreue. Diesen Konflikt einfach dem westlichen Ausland vorzuwerfen, verkennt ein wenig die grundsätzliche Problematik:
- unabhängig von jeder persönlichen, individuellen Verstrickung haftet eine Bevölkerung für den Unsinn, den ihre Regierung baut,
- das Problem Iran kann nur aus dem Iran gelöst werden, ansonsten ist der Imperialismusverdacht nahe, gerade, wenn es sich um einen Erdölstaat handelt,
- das heisst nicht, das sich jede Aktion verbietet, auch wenn der ultima ratio Gedanke hier zum Glück breiten Raum geniesst,
- ich schätze die Dummheit des Regimes ähnlich ein wie weiland Mielkes Geistesblitze, mit den wesentlichen Unterschieden, dass ein grosser Bruderstaat als Korrektiv fehlt und dass ein wirtschaftlicher Konkurs des Iran nicht denkbar ist und so eine interne Opposition verhindert,
- die internationale Politik ist gut beraten, nicht empfindlich zu reagieren, wenn sie vom Iran wie ein Ochse am Nasenring vorgeführt wird: hier disqualifiziert sich eher der Provokateur.

Es ist billig, sich auf die Schenkel zu klopfen, weil der Iran sich wie ein pubertierender Halbstarker benimmt - und der Standpunkt des Kritikers atmet die Kuschelwärme des Ohrensessels.

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ohmscher 08.02.2010, 08:25
13. Halleluja

Zitat von sysop
Im Umgang mit Iran macht der Westen immer wieder dieselben Fehler, kritisiert der Grünen-Politiker Omid Nouripour in einem Gastbeitrag
Herr Nouripor kritisiert munter vor sich hin, vor allem die Unentschlossenheit des Westens, wenn man bei ihm aber nach Lösungsvorschlägen sucht, kommt das:
Zitat von
Was wäre beispielsweise so falsch an einer weiteren Runde im Uno-Rahmen ...?

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brunnersohn 08.02.2010, 09:21
14. keine schwere Prophezeiung;

wenn der Iran die Bombe hat, wird er sie werfen, dann wird zurückgeworfen.. dann mischt Pakistan mit und Indien dann auch.
da haben wir ihn wieder : den Stellvertreterkrieg..

Die Großmächte sind dann nicht Schuld am Untergang der Weltbevölkerung, sondern die Kleinen..

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Alter_Reservist 08.02.2010, 10:05
15. Kollektives Helsinkisyndrom

könnte man einigen der Schreiber hier unterstellen.
Egal ob Taliban, Palästinänser und Iraner es geht immer darum das die "armen" unter den imperialistischen Gelüsten der pöhsen imperialistischen USA leiden müssen. Godwins Law kann hier bedenkenlos auf 9/11 und Imperialismus erweitert werden. Alles das Wohlversorg aus dem warmen Sesseln hinterm heimischen Ofen zum besten gegeben.

Aber meine lieben Kritiker, wie sehen denn die Alternativen aus?
Deutschland ist in der globalisierten Welt ein kleines Licht, abhängig von Rohstoffen und hier Zwängen ausgesetzt da es die Versorgung alleine gar nicht sicherstellen kann.
Daraus ergeben sich legale aussen- und sicherheitspolitische Interressen und die Mitgliedschaft in Bündnissen, ohne die es nicht geht.

Und auch hier gilt es nicht nur den einseitigen Blick auf die Geschichte zu werfen, sondern die Gesamtbetrachtung.
Dazu müßte man sich aber mal mit dem Thema komplex befassen und nicht nur dem medialen Mainstream folgend vereinfachend zu polemisieren.

Aber US- / NATO- / EU- / Politiker- Bashing ist ja auch zu verlockend.

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mrakopolis 08.02.2010, 18:00
16. sonst immer gerne

Zitat von freixen
Warum eigentlich die ganze Aufregung? Der Iran den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben. Dieser Vertrag erlaubt ausdrücklich die friedliche Nutzung von Kernenergie. Zudem steht dem Iran offen, diesen Vertrag einfach zu kündigen. Die momentane Hetzerei ("mit Atomen darf nur spielen, wer die selbe Weltanschauuung wie wir besitzt")erinnert sehr an Sadam Husseins Megatonnenmassenvernichtungswaffenareal.
-Die friedliche Nutzungsvereinbarung war ursprünglich die Idee das Wissen um Forschung und Erfahrung untereinander zu teilen und Risiken und eventuelle Emissionen und Entsorgung zu verringern. Kollegiales Miteinander sollte die Produktion bestimmen, auch um Narren, Demagogen und Pseudowissenschaftler oder Echte solche, die sich durchaus mal irren können mit echtem , aufrichtigem konkreten Wissen
zu Übertrumpfen und richtigerweise kalt zu stellen.
Iran führt das ganze Konzept ad absurdum, willentlich und aus Ideologischen Gründen, sonst hätten sie entweder, Nuklearstrom oder sie hätten beizeiten ihre Benzinversorgung verbessert, das wär relativ dringend.
-Die Iranische Rethorik, die ältere noch kennen dürften, von wegen Usa-Israel=Satan usw. , die hat sich seit dem nicht abgeschwächt sondern im Beziehungsgeflecht der Machthabenden
manifestiert und ist religiös-ideologisch unterfüttert.
-Mag sein das Internet und Co. für einen gewissen Durchblick sorgen, aber ein Staat dieser Couleur, der längst ein AKW hätte haben können und es aber verbockt und aus heutiger Sicht dann stattdessen auch nicht auf Grüne-Energie zu setzen vermag,... was soll man also von diesem "Staat" halten?

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krimifreund 09.02.2010, 11:16
17. Wirrköpfe führen Völkergemeinschaft am Nasenring

Ich stimme Herrn Nouripour uneingeschränkt zu,dass es – kleine Einschränkung – nicht nur manchmal, sondern grundsätzlich sinnvoller wäre, so manche bewusste Provokation der iranischen Führung zu ignorieren. Nicht nur,wie er schreibt, wegen der meist unsäglichen Inhalte, sondern auch aus einer rationalen, strategischen Überlegung.
Auch deshalb, um einem bigotten und größenwahnsinnigen Bauernlümmel keine internationale Plattform mehr zu liefern.
Diese geistig minderbemittelten, blindwütigen Eiferer werden doch durch die sensationsgierigen Medien permanent aufgewertet.
Ist es denn wirklich jeder Selbstmordattentäter wert, zum weltweit berühmten Märtyrer hochstilisiert zu werden?
Die Staatengemeinschaft wäre außerdem auch wesentlich glaubhafter, wenn sie – wie Nouripour. schreibt – es nicht nur verbieten würde, Waffen aus Iran zu kaufen, sondern Irans Lieferanten zu ächten.
Mir scheint, dass unserer „Demokratischen Wertegemeinschaft“ die Rüstungslobby dabei massiv im Wege steht, die ihre Geldgier stets trefflich mit dem Totschlagargument „Erhalt von Arbeitsplätzen“ zu umschreiben vermag.
Für mich drängt sich da seit Jahren die Frage auf, ob es nicht sinnvoller wäre, weltweit ein paar Gedanken daran zu verschwenden, Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen.
Etwa dadurch, dass Spendengelder eben solchen und nicht korrupten Regierungen zugute kommen.
Dass wir nicht die Entwicklungshilfe vom Wohlverhalten der Regierungen abhängig machen. Und dass wir den „Unterentwickelten“ Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen.
Aber diese Wünsche sind wohl ebenso im Land der Träume angesiedelt, wie der, dass der Papst den Zölibat aufhebt und den Priestern den Gebrauch von Kondomen erlaubt.

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Diomedes 12.02.2010, 20:09
18. Die Zeit läuft ab...

Nun der Herr „Ja! Wir können! [Ja, was denn eigentlich?]“ wird sich beeilen müssen, denn sollte der Iran tatsächlich die Atombombe erlangen, so wird die Welt Klarheit darüber erhalten, was eine Theokratie mit einer derart apokalyptischen Waffe anstellen wird; eine Theokratie, wohl gemerkt, deren Scheinführer mit allerlei apokalyptischen Visionen von sich reden macht – wenn da nur mal nicht das Mittel zum Wunsch kommt; vielleicht spielen die dortigen Eliten auch nut Theater und es bildet sich ein Gleichgewicht des Schreckens.

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