Forum: Politik
Attacke auf Volker Beck: Steinbach zieht in die Schlammschlacht

Für einen Schlagabtausch ist Erika Steinbach immer gut, jetzt trifft es Volker Beck: Der Grünen-Politiker hatte sich über Nazi-Aktivitäten in den Vertriebenen-Reihen beklagt. Verbandschefin Steinbach wirft ihm nun vor, er habe früher zu den Befürwortern der Pädophilie gehört.

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coriolanus 07.04.2011, 21:29
80. Was nichtöffentlich war

Zitat von MrCordon
Bleiben wir doch mal bei den Fakten. Unabhängig von Frau Steinbachs sonstigen Positionen, sie selbst hat eindeutig keinen (neo)nazistischen Background und ist auch nur teilweise für sämtliche Bestrebungen ihrer Organisation angeschlossenen Jugendbewegungen verantwortlich. Sie mag sehr wertkonservativ sein, keine Frage, aber sie ist offensichtlich nicht rechtsextrem. "Hintergrund ist, dass Beck im Jahr 1988 einen Aufsatz in dem Buch "Der pädosexuelle Komplex" veröffentlicht hat, in dem er die "zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität" fordert." Volker Beck, der bekennende Homosexuelle (etc. pp.) HAT nachweislich diese Zeilen unter seinem Namen veröffentlicht und sich erst SPÄTER davon distanziert (wahrscheinlich durch wachsenden Druck von außen). Zumal es früher viele Leute in der grünen Bewegung gab, die sich für entsprechende Ziele eingesetzt haben, ich meine es stand sogar so ähnlich im damaligen Parteiprogramm ("Entkriminalisierung der Pädosexualität" - allein schon die Wortwahl, bezeichnend, für mich läuft das alles unter Pädophilie).
Steinbach nennt Fischer und nennt Beck.
Was sie nicht weiß und nennt:
Die klammheimliche Sympathie der alten Garde unter den Grünen seinerzeit für die RAF.
Ganz abgesehen von den "Jugendirrtümern". z.B. Kretschmann beim KBW - erst mit 28 Jahren ausgestiegen.
(Grass wurde vorgeworfen, dass er seinerzeit mit 17(!) zur SS lief, nachdem er vom ersten Schuljahr an nichts als nationalsozialistische Erziehung erfahren hatte, ganz abgesehen von der Parteimitgliedschaft der überzeugten Mutter.)

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johndoe2 07.04.2011, 21:29
81. ... um auf den Kern der Sache zu kommen:

Zitat von c++
...... Der andere Teil ist unsinnig. Natürlich waren die Deutschen aus den Vertreibungsgebieten Opfer der größten ethnischen Säuberungen der Neuzeit. Ein großes Verbrechen bleibt ein großes Verbrechen.
Mit Beck und Steinbach haben sich zwei gesucht und gefunden und Frau Steinbach lässt ja nun wirklich keine Diskussion aus die die Vertriebenen und deren Anliegen in ein zweifelhaftes Licht rücken (lassen - wenn man das so interpretieren will).

Meine Eltern sind Heimatvertriebene und erheben keine Ansprüche materieller Art - aber Ihnen (und mir auch) ist es wichtig, dass die Umstände dieser ethnischen Säuberung einen Platz in den deutschen Geschichtsbüchern erhalten. Damit soll keine Relativierung all des durch die Deutschen angerichteten Verbrechen erfolgen, aber eine Darstellung aller Dinge die in diesen Jahren passiert sind.

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konertec 07.04.2011, 21:33
82. ...

Zitat von Wako
einer Landsmannschaft, aber Frau Steinbach gehört meine ungeteilte Sympathie, ich habe ihr das auch schon einmal brieflich mitgeteilt, sie ist eine der wenigen, die einmal Klartext redet in dem links-verkleisterten Medien- und Politikbetrieb ...
Gehört den hunderttausenden Tschechen, die nach dem Münchener Abkommen 1938 aus dem Sudetenland vertrieben wurden, gleichermaßen Ihre ungeteilte Sympathie? Oder ist Ihnen dieses Thema unangenehm?

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analogmensch 07.04.2011, 21:37
83. Mit dem "Dritten" vertreibts sich besser!

Würde ich behaupten, daß nirgendwo die Demokratie so groß war wie im Dritten Reich, würde man mich - berechtigterweise - für verrückt oder revisionistisch erklären. Und warum? Weil der einfache Deutsche nach 1933 keinen Einfluß mehr auf das hatte, was die da oben sich zurecht gesponnen und erdacht haben. Eben eine echte Diktatur. Nur wenn es dann darum geht die Deutschen und ihre Geschichte in der Gegenwart zu debattieren, dann ist eher folgender Tenor herauszuhören: Sie, das gesamte deutsche Volk, wußten wen sie da 33 gewählt haben, sie alle wußten von den Lagern und deshalb staken sie, die Deutschen, allesamt unter einer Decke.
Auch Tante Emma, die 1931 in Danzig geboren wurde, gehört zu diesen Verbrechern - den Deutschen. Sie, die mit 7 Jahren Reichskristallnacht nicht mal buchstabieren konnte und auch mit 10 die Rauchschwaden des größten Industriegenozids des 20.Jh. nicht verstanden hätte, konnte dann auch mit 15 unter Tränen nicht verstehen, warum sie ihre innig geliebte Heimatstadt Danzig verlassen mußte.

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JacksonBlood 07.04.2011, 21:37
84. ^^

Zitat von Crom
Meine Großeltern haben überhaupt keinen Ausgleich bekommen, wollte Sie auch nicht. Generalisieren Sie hier also nicht.
wenn sie aus en entsprechenden Gebieten gekommen sind, hatten sie anspruch.
Wenn dieser nicht genutzt wurde, ist das, nunja....klarer fall von selbst schuld.
Es sollte klar gewesen sein, dass keiner einen Konflikt der bis zum Atomkrieg hätte eskalieren können wegen Poenischen und Danzig angezettelt hätte. Schon damals nicht.

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Leifur_Eiriksson 07.04.2011, 21:42
85. Ich bin Vertriebener

Ich bin Vertriebener, denn meine Mutter wurde aus Hinterpommern vertrieben. Ich war bisher noch nicht einmal in Vorpommern... Mein im südlichen Baden-Württemberg die Schule besuchender Sohn ist natürlich auch Vertriebener, in Mittelfranken geboren. Wir könnten alle in Steinbachs Vertriebenenverbänden Mitglieder sein. Wir leben hier seit unserer Geburt vollständig integriert. Als ich nach Mittelfranken kam, wurde ich als "Saupreiß" bzw. "Südschwede" tituliert, aber das hatte eher mit meiner früheren Heimat Schleswig-Holstein zu tun. Die Menschen in Polen und Tschechien sind an einer guten Nachbarschaft zu Deutschland interessiert und ich bin mir nicht sicher, ob die Vertriebenenverbände dies unterstützen. Frau Steinbach ist mir jedenfalls nicht dadurch aufgefallen, dass sie diese Gute Nachbarschaft fördern wollte.

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gemamundi 07.04.2011, 21:44
86. dito : Steinbach live erlebt,gehört - nah an der Apoplexie..;))

Zitat von bob_schneider
Ich habe die Ausfälle von Frau Steinbach heute früh live gehört und war überrascht, wie hilflos die interviewende Moderatorin reagiert hat. Frau Steinbach ist völlig unerträglich. Von wegen vertrieben, Tochter eines Besatzungsoffiziers ist sie (ausweislich Wikipedia). Allein die Dreistigkeit. Man kann gar nicht so viel fressen...
Habe dieses Überbleibsel - oder eher - diese historische Spätlast der Tausend Jahre ebenfalls LIVE gehört - war ehrlich baff an-ohrig solcher dreisten schrillen Abwehrversuche,die der einer Göre ohne Kinderstube glichen :
Nein nein - wir nicht, aber DER hat doch und ist viel schlimmer... -
Peinlich.
Hätte sie ansatzweise ein gewisses Niveau erreicht,so wäre es zum Fremdschämen gewesen.
Befürchtete,Steinbach verlöre bald vollends die Kontrolle.

Von der Interviewerin hatte ich eher den Eindruck, das die so überrascht war,sowas in echt erleben zu müssen = perplex
wirkte diese auf mich als Zuhörer.

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Skalla-Grímr 07.04.2011, 21:47
87. "Schlammschlacht"

Laut des im Text dargelegten Ablaufs der Ereignisse müsste die Überschrift eher lauten: "Attacke auf Erika Steinbach (bzw. BdV) - Beck zieht in die Schlammschlacht".

Wieder mal sehr einseitig erzählt, das ganze. Nur die Grünen dürfen den Stecken des anderen nach Dreck absuchen.

Es gibt zudem alle möglichen Verbände, die ihre Grundlage in den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs haben - über die der Spiegel niemals schriebe, dass "ihnen langsam die Themen und Mitglieder abhanden kommen".

Zweierlei Maß, allenthalben.

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edgarzander 07.04.2011, 21:54
88. Kinderkram

Zitat von sysop
...Der Grünen-Politiker hatte sich über Nazi-Aktivitäten in den Vertriebenen-Reihen beklagt. Verbandschefin Steinbach wirft ihm nun vor, er habe früher zu den Befürwortern der Pädophilie gehört.... ...Stellst du mich in die Nähe von Neonazis, kontere ich mit Pädophilen. So geht das Spiel zwischen Steinbach und Beck...
Allgemeine Nazi-Vorwürfe gehören halt zum Standardrepertoire eines jeden "versierten" Grünen-Politikers und sind selbstverständlicher Bestandteil der eigenen Selbstlegitimation.

Prinzipiell sind solche Vorwürfe/Thematisierungen eher in Zeiten der politischen "Langeweile" (z.B. Sommerloch etc.) zu beobachten.
Beispielsweise ziehen grüne Hochschulgruppen immer zu Beginn der Semesterferien die "Nazikarte" - wenn es nach der obligatorischen Diskussion um Milch in Flaschen vs. Milch in Tetrapacks für den Mensabetrieb nichts Weiteres mehr zu debattieren gibt. Sodann werden sämtliche Studentenverbindungen, auch die religiösen, sportlichen und musikalischen in einen Sack gesteckt und darauf eingedroschen - Nazipack!

Grundsätzlich könnte man dies nun gähnend zur Kenntnis nehmen, würde die Effekthascherei nicht ständig einen empörten Aufschrei zur Folge haben - was beabsichtigt war.
Jetzt sind eben die anderen dran sich zu rechtfertigen und man kann sich genüßlich zurücklehnen.

Volker Beck scheint das kleine Einmaleins aus seiner Studentenzeit gelegentlich mal auszuspielen - eigentlich Kinderkram.

Wie soll man nun reagieren?
Zum 20x vor die Presse treten und Demokratie bzw. Verfassungstreue geloben?
Zum 20x sagen, dass Individuen nicht Synonym für die Masse sind?
Zum 20x sich von jedweder Nazitümelei distanzieren, die man weder befördert noch gutgeheißen hat?

Für mich ist es o.k., wenn jemandem ob seiner primitiven und jämmerlichen Agitation gleichermaßen zurückvergolten wird. Frau Steinbach, das war o.k.!






Was soll man nun tun?

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Unterthan 07.04.2011, 21:54
89. Logik auf seltsamen Pfaden

Zitat von Wolfizero
Ich zeige mal etwas: Selbst wenn das Schlimmste einträfe und Beck ein bekennender Pädophiler wäre, erklärte oder entschuldigte es nicht, dass der Bund der Vertriebenen Heimat und Verbindung für Rechtsextreme und/oder revanchistische Ströhmungen sein könnte. (Man beachte den gewählten Modus.)
Verstehe ich Ihre Logik richtig: Weil es Rechtsextreme gibt, darf man gegen Pädophile nichts sagen? Oder: Solange es Rechtsextreme gibt, sind alle anderen Perversionen in Ihren Augen nicht schlimm? Also, das ist schräge Denkweise!

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