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Aufgestiegen, abgestiegen: Was wurde eigentlich aus ... der Piratenpartei?
DPA

Sie sind vom Radar verschwunden - und doch nicht ganz weg: Die Piraten haben sich im Rekordtempo selbst erledigt. Was ist von der Partei übrig, wie leben einstige Piraten-Promis heute?

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tsunami69 24.07.2014, 16:32
1. Ohne den Artikel gelesen zu haben...

würde ich folgende Anamnese stellen: Idealisten haben in der Politik nichts verloren. Es sei denn, es handelt sich um Wendehälse (Grüne ). Für die Politik geschaffen sind ausschließlich Psychopathen. Und 40 % unserer Mitmenschen, vor allem in Führungspositionen, sollen hier angesiedelt sein... Dass Israel angeflogen werden soll - wie unsere Politiker fordern -, zeugt genau von diesem "Potential". Es geht nicht um Menschen, sondern um Bilder, die es darzustellen gilt. Das gab es auch in der DDR und entsprechende Pläne wurden zu 150 % übererfüllt. Die Quote spreche ich dem System auch hier nicht ab. Aber den Glauben, dass die Bevölkerung für genauso dumm verkauft werden kann.

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Mac_Beth 24.07.2014, 16:40
2. Probleme der Piraten?

Ein Fehler der Piratenpartei war, dass sie sich von ihren ursprünglichen Kernthemen zu schnell und zu weit entfernt hatte, wie z.B. eine Digitale Agenda, Netzfreiheit, weniger Überwachung, usw...
Stattdessen haben sie versucht sich besonders weit links zu positionieren. Noch eine linke Partei braucht die Republik nicht, außerdem wählen sie da lieber die "Originale" von SPD oder Die Linken.

Darüber hinaus sehe ich einen Grund für das schnelle Einbrechen in der vorherrschenden Mentalität. Die Piraten kommen zu einem großen Anteil auch aus dem digitalen Teil der Gesellschaft. Wer selbst schon einmal online Spiele gespielt hat, wird wissen was in "Gilden" oder "Clans" für Zustände herrschen können. Kaum gesunde Diskussionskultur, Rechthaberei, oder Uneinsichtigkeit. Die selbe Mentalität wurde mit in das reale Leben mitgenommen. Hier funktioniert das nur leider nicht.

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wanttobelieve 24.07.2014, 16:40
3. Wie scheinheilig

Der Spiegel war doch damals ganz vorne mit dabei, als es darum ging, die Piraten von allen Seiten zu torpedieren. Und jetzt so einen heuchlerischen Abgesang, das nenne ich scheinheilig!

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Progressor 24.07.2014, 16:43
4. Wers wissen will

Die Piratenpartei ist an folgenden Dingen gescheitert:
1. Die Meinungsbildung in einer Partei kann sich immer nur von oben nach unten vollziehen. Basisdemokratie geht nicht, das haben die Grünen schon erfahren müssen.

2. Es können Mitglieder, die weder willens noch in der Lage sind sich in Sachfragen einzuarbeiten, nicht gleichberechtigt an parteiinternen Abstimmungen beteiligen werden und so unbedarft monatelange Absprachen in den Fachschaften übersteuern.

3. Die Möglichkeit über das Web sich an Abstimmungen zu beteiligen wurde nicht zufriedenstellend gelöst.
4. Die Antwort auf die Kernfrage Urheberrecht im Web konnte nicht gefunden werden.
5. Wenn eine Partei schon grundsätzlich kein Profil in Sachfragen hat, dann eröffnet das Grabenkämpfe auch und vor allem in makroökonomischen Fragen, die bei allen Beteiligten nur noch Frust zurücklässt.

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mont_ventoux 24.07.2014, 16:45
5. Entbehrlich

Zitat aus der Unterschrift zu Bild 10: „Mittlerweile ist die Marke Piratenpartei verbrannt, kaum jemand fragt noch nach ihrer Meinung“. Das Problem ist, dass die Piraten zu vielen Themen der realen Welt überhaupt gar keine Meinung hatten.

Was blieb war immer das diffuse Bild einer „Linkspartei mit Netzanschluss“. Sowas braucht kein Mensch.

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fred2013 24.07.2014, 16:46
6. Totgesagte leben länger und ruhiger

Noch immer sind die Piraten wichtig, weil sie ein wachsames Auge auf die Politik haben und immer wieder Initiativen starten, wenn der Staat mal wieder seinen Überwachungswahn auslebt.
Schlimm ist in meinen Augen, dass unsere Themen, die aktueller sind denn je, bei den Wählern nicht zünden. Unsere Kernthemen gehen jeden Mensche in diesem Land etwas an.
Das es etwas ruhiger wird, wird uns gut tun. Ein großer Fehler war sicher uns mit Programmatik zu befassen. Die Medien hatten lange Zeit berichtet, wir hätten kein Programm, was immer falsch war.Wir hatten nur kein voll umfängliches Programm. Also begannen wir mit Programm, das hat die Medien wieder nicht begeistert und nach kurzem noch nicht mal mehr interessiert! So wurden wir gefragt, ob es wieder ein Programmparteitag ist, oder ob gewählt wird. Bei der Aussage Programmparteitag kam dann als Antwort, dann kommen wir nicht.
Nicht das Sie jetzt denken ich wolle jammern, mitnichten. Piraten schreiben der Presse nicht vor, was sie tun und lassen wollen. Aber dennoch mal ein Beispiel, das zu denken geben könnte:
Auf dem Bundesparteitag 2012 in Bochum hat die Partei ca 30 Beschlüsse gefasst. Sie hat sich ein Wirtschaftsprogramm gegeben und ein klares Bekenntis zu Europa formuliert, das sicher einzigartig in Europa ist, denn wir formulieren darin, dass Europapolitik für uns keine Aussenpolitik mehr ist, wir haben ein einfaches Rentenprogramm formuliert und weitere weitreichende Programme entwickelt. Es handeltet sich dabei um eine der größten demokratischen Zusammenkünfte in Deutschland mit mehr als 2000 Menschen, die getagt hatten.
Am Schluss dieses Parteittages wurde ein Zeitreiseantrag eingebracht, der nach 2 Tagen intensiver Arbeit den Anwesenden nochmal ein wenig Spaß bringen sollte und dafür sorgen sollte, dass man mit fröhlichen Gesichtern die Heimreisen antreten kann. Daneben sollte die Partei aufgefordert werden mit diesem Antrag die Zeit zurückzudrehen und wieder konstruktiver zu werden. Natürlich hat jedes Medium ausschließlich über diesen Antrag berichtet und uns als debile Vollpfosten aussehen lassen. Wie oben gesagt, wir schreiben keinem vor, was er schreiben und senden soll aber wir hätten uns auch gefreut, wenn mal über die Erfolge des Parteitages berichtet worden wäre, über ein anspruchsvolles Programm straff durchorganisiert und absolut problemfrei durchgeführt. Aber das passt wohl nicht ins Bild.
Ich für meinen Teil bin Abgeordneter in einem Kreistag und setze mich weiter im Sinne der Piraten ein. Für mich lohnt es sich (nicht finanziell, das können Sie glauben), denn ich stehe hinter jedem unserer Kernthemen mit Herzblut.

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ferdi111 24.07.2014, 16:47
7. na ja

Geld verdienen? Vorträge etc? Geil...will ich auch! Aber ich habe leider kein 4 wöchiges Praktikum hinter mir...mano man, bin ich froh, dass die Piraten ersoffen sind. Die sind genauso geldgeil wie alle anderen...leider!

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kai kojote 24.07.2014, 16:59
8.

Die Piraten waren eine Zeit lang wirklich ein Hoffnungsschimmer. Für mich waren sie gestorben als sie nichts zu wichtigen Themen wie Bundeswehr im innern gesagt haben, sich von den Medien vor den Karren (von wegen Rechtsextreme in der Partei) haben spannen lassen, und ankündigten, mehr auf Köpfe statt Inhalte zu setzen. Es war spätestens 2011/12 abzusehen, dass die Befürchtungen der Grünifizierung der Piraten, tatsächlich eintreten wird. Die Streitereien fand ich garnicht so schlimm, Streitkultur ist doch was positives. Die Medien tun unrecht daran, dies als wichtigsten Faktor für den Untergang zu nennen, denk ich. Problem war vielmehr, dass die Medien selbst halt nurnoch über Streitereien berichtet haben, und die Politik der Piraten komplett ignorierten. Insofern sehe ich die Piraten auch in erster Linie als Opfer eines naiven Umgangs mit den Medien. Sie hätten Spiegel & Co komplett links liegen lassen sollen, die meisten Interessierten haben sich eh über soziale Medien selbst und direkt informiert. Dann wären die Piraten zwar sicher kleiner, dafür aber authentischer gewesen und langfristig erfolgreicher. Aber man wollt ja auf der Hypewelle reiten und hat sich damit den Medien ausgeliefert.

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malte 24.07.2014, 17:03
9. Gut,...

...dass sie weg sind. Die haben perfekt die blödsinnige Internet-Foren-Debatten-Kultur repräsentiert - ohne einen Hauch Ahnung von irgendetwas einfach mal zu Allem Schwachsinn dazulabern. In diesem Sinne: Liebe Grüße an die "Netzgemeinde"!

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