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Aufstand gegen Gaddafi: Europäer ringen um Libyen-Strategie

Heftige Kämpfe um mehrere Städte, gesprengte Öl-Anlagen und zahlreiche Tote: Der Bürgerkrieg in Libyen eskaliert weiter. Die EU sucht nach einer Strategie gegen die Gewalt - mehrere Regierungen treffen Gaddafis Gesandte. Zugleich sollen härtere Sanktionen den Diktator zur Aufgabe zwingen.

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Fleetenkieker 10.03.2011, 01:29
1. Vorsicht Falle!

Libyen befindet sich jetzt in einem Bürgerkrieg, daran gibt es nichts zu rütteln.

Habe alles Verständnis dafür, wer den Aufständischen Unterstützung leisten möchte, auch mir ist dieser Gaddafi mit seinen bunten Federn und seinen unsäglichen Untaten aus seiner Vergangenheit ein Graus.

Aber da gibt es auch eine Kehrseite: Unter seinem Regiment herrschen in diesem Land Frieden seit mehr als 40 Jahren. Nicht nur das, er hat dieses Land im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern beispiellos entwickelt, mit dem Projekt „Man Made River“ von dem größten Problem, der Wasserversorgung, befreit. In fast allen Küstenstädten fließt trinkbares Wasser aus der Leitung, man kann duschen und sogar auch noch seinen Garten bewässern, darüber hinaus sind riesige Flächen für die Landwirtschaft erschlossen.
Dann noch ein bemerkenswerter Punkt: Da seine eigenen Landsleute nicht bereit sind und waren, niedere Tätigkeiten in der Landwirtschaft, im Handwerk und Dienstleistungen auszuüben, hat Gaddafi Gastarbeitern aus aller Welt die Grenzen geöffnet, die dort im Vergleich zu ihren Herkunftsländern ihr Auskommen fanden. Sie haben Autobahnen und Luxusstädte aus dem Boden gestampft, die den Vergleich mit den arabischen Golfstaaten nicht zu scheuen brauchen.

Gaddafi hat seit seiner Leuterung nach der Regelung der Lockerby Affaire dem Land neben Anerkennung Handelsbeziehungen zu aller Welt geöffnet, danach zum größten Vergnügen aller Medien in Frankreich und Italien eine unvergleichliche Show geboten, nebenbei der Schweiz den Krieg erklärt, nur um seinem missratenen Sohn zu decken, dann selbst in der UNO den Kasper in einer noch nie dagewesenen Rede gespielt, ohne für diesen unsäglichen Auftritt vor der Weltöffentlichkeit danach zahlen zu müssen. -

Nur in Addis Abeba erlitt er eine Niederlage, als die afrikanischen Staaten sich weigerten, ihn als Vorsitzenden in einem zweiten Mandat zu akzeptieren, nachdem er den Anspruch erhob, als alleiniger Herrscher über Afrika anerkannt zu werden.

Aber er brachte weiterhin das Kunststück fertig, in seinem Vielvölkerstaat zu vermitteln, sich selber als göttliche Ikone zu inthronisieren, was dem Großteil der libyschen Bevölkerung offensichtlich angemessen und genehm war, - bis vor kurzem.-
Das nur, um die Kehrseite der Medaille aufzuzeigen.
Nichts wäre dämlicher, von außen in diesen innerstaatlichen Konflikt einzugreifen, wir haben ja die Weisheit auch nicht mit Löffeln gegessen.- Sollten uns nur Gedanken darüber machen, mit wem wir es nach diesem Bürgerkrieg zu tun kriegen. Oder gibt es hier jemand, der für diese todesmutigen Aufständischen seine Hand ins Feuer legen möchte?

Ich jedensfalls nicht, schätze mich glücklich, nach Goethes Weisheit im Sessel zu sitzen,… „wenn fern in der Türkei die Völker aufeinander schlagen“.

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Nachfrager 10.03.2011, 01:50
2. frage

Zitat von sysop
Heftige Kämpfe um mehrere Städte, gesprengte Öl-Anlagen und zahlreiche Tote: Der Bürgerkrieg in Libyen eskaliert weiter. Die EU sucht nach einer Strategie gegen die Gewalt - mehrere Regierungen treffen Gaddafis Gesandte. Zugleich sollen härtere Sanktionen den Diktator zur Aufgabe zwingen.
Was wissen wir eigentlich wirklich über den dortigen Konflikt?

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immediator 10.03.2011, 02:18
3. Mögen sie sich gegenseitig schlachten ...

wenn ich Politiker wäre (oder ein mit der Politik sehr einvernehmlich handelnder Hersteller bzw. Verkäufer von Waffen), wenn ich also aus einem Stabsquartier in Moskau, Berlin, Washington, Peking ... nach Libyen schaute, dann täte ich's mit der hoch gelobten Gelassenheit. Da wird der Bedarf nicht kleiner: an Waffen und an der öffentlichkeitswirksamen Inszenierung eigener Handlungsfähigkeit. Verantwortlich ist schließlich Gaddafi. Ansonsten sind Verantwortliche ja nirgends auffindbar.

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kenno 10.03.2011, 03:57
4. und dann?

Der Oberst soll also weg, das ist wohl beschlossene Sache. Hoffentlich haben wir eine gute Strategie für danach, wenn wir uns schon einmischen.

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Pandora0611 10.03.2011, 05:41
5. Die Friedenstaube Gaddafi

Zitat von sysop
Heftige Kämpfe um mehrere Städte, gesprengte Öl-Anlagen und zahlreiche Tote: Der Bürgerkrieg in Libyen eskaliert weiter. Die EU sucht nach einer Strategie gegen die Gewalt - mehrere Regierungen treffen Gaddafis Gesandte. Zugleich sollen härtere Sanktionen den Diktator zur Aufgabe zwingen.
Seine bezahlten Söldner schießen auf Krankenwagen und jeden, der sich auf der Straße bewegt.
Sie bombadieren Häuser und setzen Panzer und Kampfjets ein.
Und Europa hat nichts besseres zu tun, als seine Emissionäre zu treffen und sich deren Lügen anzuhören!
Die EU ist eine Lachnummer!

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tschort 10.03.2011, 06:04
6. Woher wissen wir, dass die Rebellen besser sind?

Die Grafittis der Rebellen in den von Ihnen eroberten Städten sprechen Bände. Sie beweisen, dass die Rebellen ein schlimmeres Regime errichten werden, als Gadaffis Regime. Aus diesem Grund kann ich kaum verstehen, warum Europa die libyschen Rebellen dermassen unterstützt.

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gruener76 10.03.2011, 06:26
7. Peace

Wie ich es liebe..da werden in einem 6 millionen staat ne handvoll leute mit kalaschnikows in der hand beim tanzen gezeigt und alle finden wir es gut...
soweit ich richtig informiert bin ist libyen das einzige land weltweit was helium exportiert.
da kommt wikileaks daher und richtet einen schaden in der arabischen welt an...offiziell hat der herr ja angst vor uncle sam..wer es glaubt...das ist infokrieg vom feinsten.
alle ^^führer^^ der arabischen welt fallen um..das einzige was sie ersetzen wird ist das kapitalistische system..egal von welcher marionette im anzug vorgetragen.
wir europäer sollten nichts tun denke ich ..oder doch vielleicht einen sogenannten freien staat ausrufen der sich gegen die kriegshetze der industrie stellt und gegen die globalisierung antritt.
I HAVE A DREAM ...

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Annika Hansen 10.03.2011, 06:47
8. Tja..

Europa hat doch nur zwei Interessen: Erdöl aus Lybien und die Flüchtlingsströme abwehren. Gaddafi war bisher ein Garant für beides. Da die EU und die USA wissen, über was für ein Waffenarsenal Lybien verfügt, schließlich haben sie ja Lybien aufgerüstet, werden sie einen Teufel tun und sich auf militärische Aktionen einlassen. Abgesehen davon kann sich weder die USA noch die EU einen weiteren Kriegsschauplatz finanziell leisten.

Also Gaddafi kann man nicht zu sehr vor den Kopf stoßen, er könnte ja die Kontrolle wieder erlangen. Die Aufständigen zu unterstützen ist auch schwierig, sie könnten ja verlieren. Im Falle eines Gewinns, sind diese auch unberechenbar. Ob sie sich Europa gegenüber dankbar zeigen oder eher doch nicht.

Das hat man nun davon, wenn man sich ausschließlich von wirtschaftlichen Interessen leiten lässt und die humanistischen Ideale unterordnet.

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kyon 10.03.2011, 08:23
9. Armes Europa

Zitat von sysop
Heftige Kämpfe um mehrere Städte, gesprengte Öl-Anlagen und zahlreiche Tote: Der Bürgerkrieg in Libyen eskaliert weiter. Die EU sucht nach einer Strategie gegen die Gewalt - mehrere Regierungen treffen Gaddafis Gesandte. Zugleich sollen härtere Sanktionen den Diktator zur Aufgabe zwingen.
Ich vermute, die Strategie der Europäer, dass sich Herr Gaddafi über die verhängten Sanktionen tot-lachen wird, wird nicht aufgehen. Er wird sich wahrscheinlich gesund-lachen.
Armes Europa!

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