Forum: Politik
Aus dem Leben der Arbeiterinnen: "Die meisten leben auf neun Quadratmetern, ohne Fens
Shariful Islam Sourav

Kalpona Akter setzt sich für die Rechte der Textilarbeiter in Bangladesch ein. Hier erklärt sie, was sich seit dem Rana-Plaza-Einsturz in den Fabriken verändert hat - und worauf Konsumenten achten sollten.

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gerd33 01.12.2019, 14:20
1. Bewusst einkaufen!

Solange auch besserverdienende Gruppen bei KIK und Co. einkaufen, wird sich nichts ändern. Auch Markenklamotten namhafter Hersteller werden in Bangladesh genäht.
EInzige Möglichkeit aus dem Dilemma ist, dass jedes Kleidungsstück verpflichtend das Land der Herstellung ausweist. Perspektivisch könnte eine Zertifizierung (ähnlich fair trade) helfen. Hiesigen Kunden muss klar sein, dass sie mit dem Kauf von Billigkleidern die Sklavenarbeit und Ausbeutung in Fernost fördern.
Schön wäre beispielsweise auch eine Rehgelung auf EU-Ebene, dass ein bestimmter Prozentsatz des Umsatzes derartiger Kleidung als Steuer auf den Preis aufgeschlagen wird, die verpflichtend ins Land der Herstellung über entsprechende NGO's zurückzuführen und zur Verbesserung des sozialen Situation einzubringen ist.

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rene.macon 01.12.2019, 14:36
2. In den 80er Jahren haben wir die gleiche Debatte über das Leben der...

...Näherinnen Süd Koreas geführt. Boykott der südkoreanischen Textilindustrie war damals die Forderung der NGOs. Berühmte Dependenztheoretiker wie Dieter Senghaas prognostizierten Süd Korea eine verhängnisvolle Entwicklung und behaupteten Kuba hätte eine glänzende Zukunft vor sich (Senghass (1977), Weltwirtschaftsordnung und Entwicklungspolitik). Heute hat Süd Korea eine mit Deutschland vergleichbare Wirtschaftsstruktur und ein ähnlich hohes Pro-Kopf-Einkommen. Ein sagenhafter Entwicklungserfolg! Warum spielt das in der entwicklungspolitischen Debatte von heute keine Rolle?

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CobCom 01.12.2019, 14:38
3.

Zitat von gerd33
Solange auch besserverdienende Gruppen bei KIK und Co. einkaufen, wird sich nichts ändern. Auch Markenklamotten namhafter Hersteller werden in Bangladesh genäht. EInzige Möglichkeit aus dem Dilemma ist, dass jedes Kleidungsstück verpflichtend das Land der Herstellung ausweist. Perspektivisch könnte eine Zertifizierung (ähnlich fair trade) helfen. Hiesigen Kunden muss klar sein, dass sie mit dem Kauf von Billigkleidern die Sklavenarbeit und Ausbeutung in Fernost fördern. Schön wäre beispielsweise auch eine Rehgelung auf EU-Ebene, dass ein bestimmter Prozentsatz des Umsatzes derartiger Kleidung als Steuer auf den Preis aufgeschlagen wird, die verpflichtend ins Land der Herstellung über entsprechende NGO's zurückzuführen und zur Verbesserung des sozialen Situation einzubringen ist.
Mit dem Land habe ich dann aber immer noch nicht differenziert.
Ich kaufe einen Teil meiner Kleidung bei einem Start-Up. das seine Fabrik in Sri Lanka hat. Die zeigen auch, wie es dort aussieht, was die den Arbeitern bezahlen usw. Was sagt mir das Land allein?
Bei Kaffee halte ich es ähnlich, eine Genossenschaft, die u.a. direkt einkauft und ihre Lieferverträge online stellt.
Das sind die Dinge, die es zu unterstützen gilt. Aber seien wir ehrlich: natürlich könnten die auch betrügen .... trau schau wem.

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t.p84 01.12.2019, 14:39
4. Was tun?

und worauf Konsumenten achten sollten." Das Teaser-Versprechen wird leider nicht eingehalten.

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slartibartfass2 01.12.2019, 14:42
5. Totaler Quatsch

Es wird keinen fairen Lohn geben. Die Karavane der Kapitalisten zieht einfach weiter. Dank der 'Globalisierung' ja kein Problem mehr. Nächstes Land: Äthiopien...

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kumi-ori 01.12.2019, 14:49
6.

Ich würde gern den entsprechenden Anteil mehr bezahlen, den es mehr kostet, wenn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bangladesh zumindest nach den Mindeststandards fair behandelt und entlohnt werden. Proportional zu den hohen Kosten der Klamotten kann das wohl nicht allzuviel ausmachen. Dazu hätte ich aber auch gern ein Siegel, dem ich tatsächlich vertrauen kann. Nach allem, was ich gehört habe, lassen auch sehr teure Marken gern zu prekären Bedingungen fertigen.

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kumi-ori 01.12.2019, 14:52
7.

Zitat von gerd33
Solange auch besserverdienende Gruppen bei KIK und Co. einkaufen, wird sich nichts ändern. Auch Markenklamotten namhafter Hersteller werden in Bangladesh genäht. EInzige Möglichkeit aus dem Dilemma ist, dass jedes Kleidungsstück verpflichtend das Land der Herstellung ausweist. Perspektivisch könnte eine Zertifizierung (ähnlich fair trade) helfen. Hiesigen Kunden muss klar sein, dass sie mit dem Kauf von Billigkleidern die Sklavenarbeit und Ausbeutung in Fernost fördern. Schön wäre beispielsweise auch eine Rehgelung auf EU-Ebene, dass ein bestimmter Prozentsatz des Umsatzes derartiger Kleidung als Steuer auf den Preis aufgeschlagen wird, die verpflichtend ins Land der Herstellung über entsprechende NGO's zurückzuführen und zur Verbesserung des sozialen Situation einzubringen ist.
wenn es "verpflichtend über NGOs" zu geschehen hat, dann sind es eben keine NGOs mehr, sondern der Prozess unterliegt dem ganz normalen Primat der Korruption. Man braucht schon einen anderen Weg.

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kumi-ori 01.12.2019, 14:56
8.

Zitat von rene.macon
...Näherinnen Süd Koreas geführt. Boykott der südkoreanischen Textilindustrie war damals die Forderung der NGOs. Berühmte Dependenztheoretiker wie Dieter Senghaas prognostizierten Süd Korea eine verhängnisvolle Entwicklung und behaupteten Kuba hätte eine glänzende Zukunft vor sich (Senghass (1977), Weltwirtschaftsordnung und Entwicklungspolitik). Heute hat Süd Korea eine mit Deutschland vergleichbare Wirtschaftsstruktur und ein ähnlich hohes Pro-Kopf-Einkommen. Ein sagenhafter Entwicklungserfolg! Warum spielt das in der entwicklungspolitischen Debatte von heute keine Rolle?
Im Jahr 1977 war Südkorea noch eine Militärdiktatur, die sich ausschließlich mit Folterkellern, Schlagstöcken und amerikanischer Militärpräsenz gerechtfertigt hatte (genauso wie Nordkorea heute, nur unter der Fahne unserer westlichen, demokratischen Grundordnung). Daher kann jede Veränderung seither nur eine Verbesserung gewesen sein.

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rujex 01.12.2019, 15:58
9.

Was ist die Kern Aussage der Dame: Kauft aus Bangladesch, aber zahlt extra mehr?

Bei höherem Preis erwarten die Käufer eine bessere Qualität, da die Kleidung länger halten muss. Wäre Bangladesch dann überhaupt noch wettbewerbsfähig?

Interessieren würde mich, wie viele der Kunden von Primark und Co. überhaupt wissen, was Bangladesch ist......

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