Forum: Politik
Aus für das G36: Von der Leyen will völlig neues Sturmgewehr
DPA

In der Affäre um das ungenau schießende G36 ist eine Entscheidung gefallen: Ursula von der Leyen will ein völlig neues Sturmgewehr für die Bundeswehr. Ab 2019 könnte es einsetzbar sein.

Seite 14 von 30
totak 08.09.2015, 13:36
130.

Zitat von docmillerlulu
Was ist eigentlich der Einsatzzweck eines Sturmgewehrs bzw. was sind eigentlich typische Gegner? Eine Waffe funktioniert nur sinnvoll im Rahmen eines Gesamtkonzeptes. Ein G36 neben einem Leopard ist sicherlich ein machtvolles Szenario, 10 Zeitsoldaten ohne MG Support, Luft- und Artillerieunterstützung in einem Hinterhalt sind hingegen der Beginn einer traurigen Geschichte. Unsere Jungs werden mit Fliegenklatschen in eine Auseinandersetzung auf Wunsch der Amerikaner geschickt die eigentlich das komplette Programm erfordert. Und nur so war das Konzept für das G36 - voller Support bei Kampfhandlungen innerhalb der Nato-Doktrin, nicht obskure, halbherzig geplante Söldneraktionen die um der Political Correctness nicht mit schweren Waffen ausgerüstet sind.
Da haben Sie absolut Recht. Als Einsatzzweck gaukelte man der Öffentlichkeit und sich selbst eine Art bewaffnetes Technisches Hilfswerk vor, das Schulen bauen soll und Brunnen bohrt.

Dann kam in Kundus das böse Erwachen und es wurden viel zu spät z.B. Dingos beschafft und geliefert. Hätte man sich tatsächlich im Vorfeld der Tatsache gestellt, dass man in einen Krieg zieht und nicht zu einer humanitären Aktion aufbricht, wären einige der Gefallenen noch am Leben.

Alleine schon die Diskussion um den Einsatz der Panzerhaubitze 2000 war beschämend und entlarvend.

Beitrag melden
nightwarrior 08.09.2015, 13:38
131. G-11

Zitat von castaneda
da wird der Steuerzahler wieder zur Kasse gebeten. Ist mir ein Rätsel was das soll. Ich habe den Verdacht das VdL sich damit ein Denkmal setzen will. Deutschland hat bisher die besten Sturmgewehre der Welt entwickelt und viele davon sind fertig entwickelt. Angefangen von STG44, FG42 über Gerät06, G3 bis hin zum G11. G11, das weltweit modernste, war am Ende Serienreif, auch mit dem Geld der Steuerzahler. Jetzt eine Weltweite Ausschreibung ist doch quatsch. Wollen wir Sturmgewehre in den USA oder Afrika kaufen? Dürfen die Russen eigentlich mitbieten? Die haben ein kampferprobtes robustes Exemplar im Lager.
Das Problem mit dem G-11 war die Munition. Eine nicht veröffentlichte Studie der WTD-91 hat festgestellt, dass sämtliche Behördenmunition nach NATO-Kriterien hochgradig karzinogen (krebserregend) ist. Ursache: die Zusatzstoffe im Treibladungspulver, die dafür sorgen, dass die Munition sowohl bei -70, als auch bei plus 70 Grad funktioniert. Bei der hülsenlosen Munition des G-11 werden die Verbrennungsgase in unmittelbarer Nähe des Schützen wirksam, während bei der Patronenmunition (mit Hülse), diese weitgehend vom Schützen weggeblasen werden. Daher wurde die Anschaffung des G-11 verworfen.
Übrigens: diese Zusatzstoffe gibt es nur in Behördenmunition. Die sind in ziviler Munition für Jagd und Sport nicht enthalten.

Beitrag melden
realplayer 08.09.2015, 13:41
132. unfair

Um Kosten zu sparen wurden die Positionen Hitze und Dauerfeuer eingespart. Jetzt ist der Hersteller Schuld.

Beitrag melden
FBFB 08.09.2015, 13:43
133. Halte ich für recht kurzsichtig

Zitat von aldo rain
Sturmgewehre werden also abgeschrieben und hunderttausende neue bestellt. Ist das deren Ernst? Wäre so etwas in einem der östlichen Länder passiert, Russland, z.B., würde ich von einer Korruptionsaffäre ausgehen, an der Verteidigungsminister stark beteiligt ist. Hier weiß ich noch gar nicht, ob man etwas unterstellen kann.
ich sehe es genau anders herum. Der Sumpf der vor 20 Jahren bei der Vergabe von Staatsaufträgen Gang und Gäbe war und sich bis heute hält ist doch anders gar nicht loszuwerden. Ich halte das für den einzig richtigen Schritt der in der heutigen Zeit auch hoffentlich genügend Warn Charakter besitzt und die alten verkrusteten Seilschaften zerschlägt. Klar kostet das Geld, welches aber dann hoffnungsvollerweise in die richtigen Wege fließt und nicht mehr hemmungslos in den Taschen von Augen Zudrückern versickert.

Beitrag melden
Umbriel 08.09.2015, 13:46
134. nach ein paar 1000 schuss

ist jeder Lauf ausgeleiert. völlig normal.

Beitrag melden
pom_muc 08.09.2015, 13:46
135.

Zitat von amdorf
Ich erinnere an den letzten Balkankrieg als ein Zug Kroaten mit Voere Jagdrepetiergewehre ein ganze Kompanie Serben zusammen schossen. Mit ihren AK47 waren diese noch nicht mal auf Schussnähe an den Feind herangekommen.
Genau dafür gibt es beim Militär unterschiedliche Rollen und Waffen. Warum hatte diese Kompanie denn keine eigenen Scharfschützen mit .338? Oder ein MG3 das bis 1200m wirken kann?

Das wäre die überlegene Antwort auf Angreifer mit Voere Jagdrepetierern.

Wir diskutieren gerade ob man Waffen als Standard einführt für deren Nutzung jeder Soldat eigentlich eine Scharfschützenausbildung light durchlaufen müsste.

Wobei die bisherigen Probleme der Überhitzung durch mangelnde Feuerdisziplin verursacht wurden was auf mangelnde Grundausbildung schließen lässt.

Beitrag melden
delano75 08.09.2015, 13:46
136. Verschwendung von Steuergeldern

Auch mit dem neuen Sturmgewehr werden wieder Milliarden an Steuergeldern in den Wind geschossen. Denn die Beschaffung bei der Bundeswehr läuft nicht unter Kosten- und schon gar nicht unter Qualitätsgesichtspunkten, sondern nur unter politischen Gesichtspunkten. Es geht nur um die Frage nach möglichen Arbeitsplätzen in Deutschland und Europa. Und so wird für die Truppe nur Schrott entwickelt und angeschafft. Neben dem G36 sind der A400M oder der Hubschrauber Tiger als Beispiele genannt. Dabei könnte man von den USA ausgereifte und damit kostengünstigere Systeme erwerben. Ob das M16A4-Sturmgewehr, die C-17 Globemaster oder der Apache-Kampfhubschrauber - all diese erprobten Systeme stünden sofort zur Verfügung. Aber damit würden ja hier keine Arbeitsplätze geschaffen. Also kauft man lieber europäischen Schrott und vergeudet Milliarden an Steuergeldern.

Beitrag melden
themistokles 08.09.2015, 13:46
137.

Zitat von riedlinger
Wieso muss jetzt jahrelang etwas entwickelt werden? Es gibt doch die SIG-Sturmgewehre, die in Deutschland etwa von der GSG 9 verwendet werden (die Einheit war ja zu wichtig, als dass ihr der Heckler-&-Koch-Schrott hätte zugemutet werden können...). Weitere SIG-Verwender: die Armeen von Schweiz und Frankreich, in den USA (!) die DEA und das FBI - und viele mehr. Aber diese Lösung wäre ja zu genial und zu einfach und viel zu kurzfristig... Es ist unerträglich, was Frau von der Leyen da veranstaltet!
Was denn für "Heckler-&-Koch-Schrott"? Die von ihnen genannten Länder verwenden ebenfalls Waffen von H&K. Und das zu ihrer vollsten Zufriedenheit. Das Gegenteil ist sogart der Fall: Viele andere Länder und Einsatzeinheiten benutzen ebenfalls das G36. Komischerweise ist von dort nichts zu hören...

Beim G36 geht es um politische Ränkelspiele im Hintergrund. Das Sturmgewehr entspricht den damaligen Anforderungen und den internationalen Standards.

Beitrag melden
totak 08.09.2015, 13:47
138.

Zitat von Beat Adler
Infanterist einer modernen Armee der NATO: Der Kampfauftrag hat sich schon Ende der 80iger Jahre zum neuen NATO Kaliber hin gewandelt. Es gibt keine Massenheere mehr, wo 100 Schuss pro Mann ausreichend sind. Wenn sie den Gefechtsbericht ueber den Hinterhalt der Taliban im August 2008, wo 10 franzoesische Soldaten ums Leben kamen, lesen, dann verstehen Sie vielleicht, um was es heute bei einem Infanteristen im Einsatz geht: Null Verluste. Es darf kein Soldat einer modernen Armee mehr im Kampf sterben. Null. Jeder Soldat muss deswegen viel Munition dabei haben. Sie darf unter keinen Umstaenden ausgeschossen werden. Eine Gruppe Infanteristen einer modernen Armee, die sich fuer einen Einsatz bereit machen, stellen die Bewaffnung vorher auf die Moegliche Konfrontation mit dem Gegner ab: Standard-Sturmgewehr, MG's, Scharfschuetzengewehre, etc. etc. Das SG550 war schon mehrfach im Kriegeinsatz bei franzoesischen Spezialeinheiten in Mali und Anderswo.
In den 80er wurde von der NATO die Doktrin des Air-Land-Battles für Europa, also auch für die Bundeswehr, konzipiert.

Der wesentliche Punkt bestand (verkürzt) aus dem Aufbau einer erdrückenden Luftüberlegenheit, mit der möglichst massiv der Gegner in der gesamten Tiefe des Gefechtsfeldes und auch in den Bereitstellungsräumen systematisch vernichtet wird.

Den Landstreitkräften wäre die Aufgabe zugekommen, den Gegner zu stellen, bzw. seinen Vormarsch zu verlangsamen, damit er möglichst verdichtet aus der Luft angegriffen werden kann.

Das war eine Doktrin eines echten Krieges, in Afghanistan herrscht aber ein asymetrischer Krieg. Der ist mit den Methoden der 80er nicht zu gewinnen.

Und hören Sie bitte auf mit den Schweizern. Die haben zum letzten Mal gegen Napoleon gekämpft (die Glücklichen).

Beitrag melden
dieteroffergeld 08.09.2015, 13:49
139. Utopisch oder ?

Das Elend auf dieser Erde nimmt beständig zu. Mit jeglicher Art von Waffen werden minütlich Menschen verletzt oder umgebracht. Wie wär's wenn die BRD den Entschluss fasst ab, demnächt die Produktion ALLER Waffen einzustellen. Gerade kommen, und es werden noch viel mehr Menschen zu uns kommen, die vor den Folgen des Einsatzes dieser "Handwerksgeräte" fliehen. Ud wir öffnen unsere Herzen und zeigen unglaublche Hilfsbereitschaft. In der gleichen Minute des Trauerns wrdenWaffen für millionen an die Kriegsherren allüberall verchickt. Riesige Gewinne werden generiert, die Ergebnisse die Opfer werden dann sozialisiert.
Und was die Arbeitsplätze nach einer kompletten Stilllegung dieser menschenverachteden Industrie betrifft, wie wär's mit Frau Merkels Spruch: "Wir schaffen das auch, das ist eine nationale Aufgabe!"
Und der Herr Gauck und andere mitglieder der politischen Elite könnten hierzu auch mal was sagen.
Naja - schaun wir mal!

Beitrag melden
Seite 14 von 30
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!