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Ausländische Presse zur Flüchtlingskrise: Vorbild Deutschland
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Comeback des guten Deutschen? Wurden in der Euro-Krise noch Nazi-Vergleiche gezogen, loben ausländische Kommentatoren nun den Umgang mit Flüchtlingen. Die Merkel-Regierung zeige vorbildhafte Menschlichkeit.

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bammy 02.09.2015, 13:47
240.

Zitat von Eliza
Was nützt es alles, könnte man hier schonmal erwidern. Da Deutschland die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet hat, muss die auch in einem schwierigen Fall gelten, wie jetzt. Genfer Konv Eine derartige pauschale Ablehnung wie die Ihrige ist daher ohnehin Unsinn. Sie is auch böse. Und ist die Reaktion eines Verwöhnten. Nach 1945 hat das total zerbombte, wirtschaftlich und auch sonst am Boden liegende West-Deutschland Millionen Ost-Flüchtlinge aufgenommen. Richtig. Obwohl nach den Bombenangriffen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg gerade in Westdeutschland (kürzeste Reichweite) die Wohn-Substanz weitgehend zerstört und kaum ein Haus unbeschädigt geblieben war, das Geld nichts mehr galt und die Menschen hungerten.. Da werden wir in unserm gesättigten heutigen Zustand doch wohl ein paar schrecklich Verfolgte aus den chaotischen afrikanischen Ländern und Syrien unterbringen können. Das deutsche Wirtschaftswunder der 1950er Jahre hätte sich ohne den entscheidenden Beitrag der anspruchslosen und enorm arbeitsamen Ost-Flüchtlinge (damals war 48-Stundenj-Woche, und diese Menschen mussten es zu etwas bringen, falls ihre Familien nicht umkommen sollten) niemals ereignet. Auch die politisch verfolgten Flüchtlinge aus den Krisen-Gebieten, die heute in Deutschland ankommen, sind Menschen, die ihr Schicksal in die Hand genommen haben und unglaubliche Hürden unter Lebensgefahr überwunden haben, um hierher zu kommen. Auch ihr Beitrag kann für Deutschland äußerst positiv werden.
Nach dem Krieg ging es irgendwo allen gleich schlecht und so groß waren sprachliche und kulturelle Unterschiede zwischen Schlesier, Ostpreußen, Rheinländer und Niedersachsen nicht.
Man hat zusammen was aufgebaut.
Die heutige Situation ist eine Andere. Da kommen Leute aus zerbombten Gebieten in ein Land mit soviel Reichtum, wie sie es vorher noch nicht gesehen haben und bekommen erst mal Alles leistungslos.
Was in der Sache vollkommen richtig ist, in der Folge aber erhebliche Probleme mit sich bringen wird.
Wie immer schaffen wir es auch in dieser Diskussion keinen vernünftigen Mittelweg zu finden.
Die Einen fühlen sich zu kurz gekommen und die Anderen fühlen sich moralisch erhoben und nehmen die Argumente der anders Meinenden gar nicht war.

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j4k 02.09.2015, 13:48
241. Qualifikation + Verdienst = Lebenswirklichkeit

Zitat von sepp08
Immer das Gleiche was geschrieben wird, der Arbeitsmarkt sucht. Ist ja richtig, aber zuerst müssen die Gegebenheiten vorhanden sein, Sprache und gewisse Standards. Wenn man hier bei der Handwerkskammer nachfragt, ergeben sich hier die meisten Probleme. Die Asylanten oder der Großbegriff Flüchtlinge bringen in 99 Prozent der Fälle die Qualifikation nicht mit und müssen erst qualifiziert werden, welches erst nach Erlangen der Sprache in Wort und Schrift gegeben ist. Das darf man nicht ausblenden. Der Arbeitsmarkt bietet Arbeitsplätze, aber die Voraussetzungen sind noch nicht gegeben.
... so ist es. Neben den Sprachkenntnissen kommt auch ganz schnell der Besitz des Führerscheins Klasse B hinzu. Spätestens, wenn wir mal den Blick von den Ballungszentren mit funktionierendem ÖPNV abwenden. Viele junge Mitbürger haben bereits jetzt schon keinen FS (Führerschein), weil die Kosten während einer möglichen Ausbildung ohne familiären finanziellen Hintergrund nicht tragbar sind oder das verfügbare Geld in anderen "Löchern" verschwindet.

Das Ziel der Wirtschaft sind zumindest in den ersten Jahren, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, dazu zähle ich auch die Beschäftigung als Azubi. In fünf Jahren mag das dann besser aussehen. Dann konkurrieren diese Neu-Bürger / Migranten aber mit der bereits bestehenden Bevölkerung.
Dabei habe ich die kulturellen und religiösen Aspekte bewusst nicht berücksichtigt.
Frau Merkel hat die marktkonforme Politik ausgerufen, dem muss sich Alles und Jeder unterordnen.

Vielleicht ist das langfristige Ziel ja eine Fokussierung auf den Binnenmarkt (inkl. TTIP), statt auf die Globalisierung. Also wieder mehr Produktionsstätten in der EU und den USA statt in Asien. Würde auch dem Klima gut tun. Das geht aber nur mit geringen Lohnkosten. Geringe Lohnkosten bedingen wiederum niedrigen Lebensstandard und/oder Alimentierung.

Das Problem mit dem Ende des 2. Weltkrieges zu vergleichen führt nicht zum Ziel, auch wenn die Betroffenheit verständlich ist. Damals musste ein, unser Land / ein Kontinent wieder aufgebaut werden und ein Teil der arbeitsfähigen Bevölkerung war schlichtweg tot, invalide oder in Gefangenschaft. Das Wirtschaftswunder war geprägt durch Arbeitsplätze mit körperlicher Beanspruchung = viele Hände. Heute leben wir in einer digitalisierten Dienstleistungsgesellschaft mit dem nächsten Ziel Industrie 4.0

Also, gerne Mitgefühl und Hilfsbereitschaft für Verfolgte / Flüchtlinge, aber bitte keine Verklärung der Wirklichkeit.

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mam71 02.09.2015, 13:49
242.

Zitat von barbabella
ich weiß leider nicht, wie das zitieren funktioniert, hoffe aber, Sie finden meinen Kommentar. ich finde nicht unanständig zu fragen, wo Wohnraum her kommen soll oder welche Probleme die plötzliche Zuwanderung mit sich bringt. jedoch: kein flüchtling ist schuld daran, dass seit jahren überall luxuswohnungen für besserverdiener entstehen aber sozialer wohnungsbau praktisch nicht stattfindet. sie verursachen nicht die wohnungsnot, sie haben wie wir anderen darunter zu leiden. natürlich wird es auch Schwierigkeiten geben. das ändert für mich aber nichts daran, dass es unsere moralische Pflicht ist, diesen Menschen nach kräften zu helfen. ihnen das anzulasten, was andere verbockt haben und sie als Konkurrenten um Sozialleistungen, Wohnungen etc zu betrachten, führt zu nichts. es sollte selbstverständlich sein, wenn man wie wir im Wohlstand lebt, mit anderen zu teilen, auch dann, wenn für uns etwas weniger bleiben sollte. es ist nicht so lange her, da brauchten wir die hilfe anderer und man hat sie uns gewährt und uns entgegen allen Erfahrungen so weit vertraut, dass wir einen Sozialstaat, wie wir ihn heute haben, aufbauen konnten. wie dem auch sei, bei allem Gejammer geht es uns gut und wir können helfen, also sollten wir es tun. und vor allem neben den Problemen auch die Chancen sehen! es gilt jetzt, das beste aus einer Situation zu machen, die wir nicht ändern können. und solidarisch mit den flüchtlingen zu sein, die nicht schuld an etwaigen Engpässen sind, sondern die leidtragenden. wir sitzen doch letztlich in demselben boot. wir können das nur gemeinsam schaffen und gewiss nicht mit misstrauen und ablehnung. und dass gewiss keine deutschen aus ihren Wohnungen vertrieben werden, dürfte ihnen doch klar sein! ps.: das "seid bitte still" meinte ich in dem kontext, dass stimmen der ablehnung den "fremden" gegenüber zu Ausgrenzung und beidseitigen Ressentiments führen und letztlich eine Radikalisierung zugewanderter fördern. war unglücklich ausgedrückt, entschuldigung!
Angesichts eines Anteils von Menschen mit Migrationshintergrund von bundesweit 15% (eher höher), in den Großstädten von 25% (eher höher) und einzelnen Stadtteilen von 50% (und höher), muss sich D in keinster Weise Vorwürfe machen lassen, man wäre nicht bereit, Menschen zu helfen. Weltweit gibt es kein hilfsbereiteres Land als D. Deshalb kommen ja auch alle die können zielstrebig hierher.

Politiker haben die aktuelle Problematik zu lösen und nicht die Bevölkerung zu beschimpfen. Weitere 5 Jahre so ein Zustrom wird zu schweren sozialen Verwerfungen führen.

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