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Ausrüstungsprobleme: Bundeswehr muss noch lange auf moderne "Leopard"-Panzer warten
DPA

Für viel Geld lässt Ursula von der Leyen die schwächelnde Panzer-Flotte der Bundeswehr modernisieren. Nach SPIEGEL-Informationen wird es aber Jahre dauern, bis die ersten Kampfgeräte zur Verfügung stehen.

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Mister Stone 24.02.2018, 11:41
50.

Man könnte doch ein paar deutsche Exportpanzer von Saudi-Arabien und der Türkei mieten? Die haben doch genug, oder?

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krauseberg 24.02.2018, 11:42
51. Gebrauchte Panzer

Zitat von dergog
Es ist halt lukrativer, andere Länder mit diesem Spitzenprodukt zu beliefern, als selbst zum Schutz des eigenen Volkes zu kaufen.
Wir haben nur unsere gebrauchten Pazer verkauft, und das war gut so. Ob dieser Panzer ein Spitzenprodukt ist, ist eine andere Frage.

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eckawol 24.02.2018, 11:46
52. Lieferverplichtungen ins Ausland

müssen eventuell noch erfüllt werden und deshalb die Verspätung zu Lasten der BuWe?

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wahrsager26 24.02.2018, 11:47
53. An Frank Klipp. Nr2

Sicher wird es lange dauern,bis die Bw tauglich ist-wobei der Startschuss noch gar nicht gefallen ist,auch nicht in den Köpfen.Mag sein,das manche Technologie alt erscheint-trotzdem ist unsere Rüstungsindustrie in jedweder Form zu stützen.Wir können zur Weltspitze aufschließen,auch eine Kopfsache.Ich will gar nicht mit WW2 anfangen.......aber ist bekannt, wie schnell da entwickelt werden konnte? Und jetzt? Danke

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domino3116 24.02.2018, 11:48
54. Dazu kommt,...

...dass das Beamtenheer billiger werden muss. Zu Bismarcks Zeiten hatte man da im Vergleich zu restlichen Bevölkerung eine moderate Bezahlung, aber versprach die soziale Absicherung für die Betroffenen. In der Alt-BRD uferten die Beamtenalimentationen in jeder Hinsicht aus. Zusätzlich bekommen sie eine unvergleichlich hohe soziale Absicherung bis hin zu vergleichsweise unverschämten Pensionen. Dazu kommt, dass in Friedenszeiten von mehr als 70 Jahren ein ungeheurer Pensionärsberg entstanden ist. ( Hätte es nicht die DDR gegeben, wo es keine Beamten gab, wäre dieser Berg nochmals um 1/3 größer.)
Alle diese Menschen werden von Steuerbürgern bezahlt, ja auch von den anderen Altersrentnern, deren Renten man zunehmend besteuert, die aber ohnehin weniger Rente als Pensionäre in vergleichbaren Berufen beziehen. Ändern wird sich daran erst etwas, wenn die BRD die Staatspleite einleuten muss. Vorher werden die Armen noch ärmer.

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GustavN 24.02.2018, 11:55
55.

Und jetzt kommt mir bitte keiner mit dem Argument, die Bundeswehr wäre totgespart. Deutschland gibt knappe 40 Milliarden pro Jahr für seine Streitkräfte aus - und der Russe ungefähr 90 Milliarden. Während bei uns kaum ein Schiff, U-Boot oder Panzer einsatzbereit ist, führt der Russe bequem Krieg rund um den Erdball. Da müssten wir doch mit knapp 40 Milliarden zumindest eine respektable Verteidigungsarmee zusammenkriegen, oder nicht!? Die Zeiten, dass uns die Amis in Krisenzeiten den Allerwertesten retten werden, ist seit Trump vorbei. Jetzt müssen wir es doch mal endlich selbst hinkriegen.

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WernerJordan 24.02.2018, 11:57
56. Damals standen die Fahrzeuge aber in der Garage in der Heimat...

Zitat von The Restless
Der Verteidigungshaushalt ist doch hoch - warum reicht der nicht aus, um diese kleine Bundeswehr auf dem neuesten Stand zu halten (zu meinen Zeiten gab es noch mehr als 1/2 Million Soldaten und viel mehr Gerät)? Man sollte einmal einen unabhängigen Analysten über die Verwendung der Geldmittel urteilen lassen. Ich bin sicher, dass hier an allen Enden nicht etwa gespart, sondern - im Gegenteil - verschwendet wird.
Die BW ist für den Panzerkampf in Mitteleuropa, die Marine für die Sperrung des Zuflusses Ostsee zur Nordsee gebaut, die Luftwaffe zur Verteidigung Mitteleuropas.
Man hat mit den Panzern geübt in Munster etc. aber sie waren niemals richtigen Einsatzbedingungen unterstellt. Da hat dann auch mal ein Kommandeur was getrickst um nicht als Versager dazustehen.
Heute ist die BW in Afghanistan, in Jordanien, in Mali etc. nur dafür sind die Fahrzeuge niemals geplant gewesen. Man kann nicht so einfach aus einer Verteidigungsarmee eine weltweite Interventionsarmee machen die Rohstoffe, Marktzugänge etc. für den Westen sichert.

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domino3116 24.02.2018, 11:58
57. Ergänzung

Zitat von Hajojunge
Ich war seinerzeit als Externer in Sachen Funkgeräte an verschiedenen Standorten tätig. Es gab schon damals ein geflügeltes Wort: Wenn der Russe freitagabends angreift, bleiben 50 % der Kampfwagen bereits auf dem Kasernengelände liegen, der Rest steckt im Stau der ins Wochenende heimfahrenden Soldaten. Mir scheint, es hat sich seither nicht viel geändert.
Anfang der siebziger Jahre vertrödelte ich als Wehrpflichtiger der NVA sehr häufig meine Lebenszeit beim Wachestehen um das Objekt herum. Schon damals habe ich Bauklötzer gestaunt, dass es Kasernen der Bundeswehr gegeben haben soll, die von zivilen Wachdiensten gesichert werden sollten. Ich habe das damals als "Ente" (vor Neudeutsche "Fake") gehalten. Aber heute sehe ich: Nichts ist unmöglich.

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yossariania 24.02.2018, 12:00
58. Man

Zitat von zitzewitz
Der gute alte Cäsar hatte es eben nicht mit einer gewaltigen und trägen Beschaffungsbürokratie zu tun, ansonsten wären seine Stellungen in 5 Jahren nicht gebaut worden, da wäre man noch in der Ausschreibungsphase gewesen.
sollte hier zwei Dinge unterscheiden:
Erstens die Entwicklung und Beschaffung von neuen Rüstungsgütern,
und zweitens die Instandhaltung des vorhandenen Materials. Beide hängen zusammen, laufen aber nach unterschiedlichen Verfahren ab.

Bei der Beschaffung neuen Materials ist die Beschaffungsbürokratie nur ein Teil des Problems. Eines der größten Probleme ist von Politikern selbst gemacht: die Bundeshaushaltsordnung.
Wenn Sie etwas beschaffen wollen, brauchen Sie Geld. Das Geld kommt aus dem Bundeshaushalt, und dazu muss es erst einmal in die Finanzplanung aufgenommen werden. Dieser Prozess - in Abstimmung mit dem Finanzministerium dauert selbst unter allergünstigsten Umständen zwei Jahre. Dabei müssen Sie vor der Sommerpause des Parlamentes durch die Jahresplanverhandlungen durch, im für das Folgejahr in den Haushalt aufgenommen zu werden. Reißen Sie den Vorlagetermin auch nur um zwei Tage, wird Ihr Projekt mindestens ein Jahr nach hinten geschoben. Da aber für die Folgejahre auch schon andere Projekte ihren Geldbedarf angemeldet haben, werden Sie noch weiter nach hinten durchgereicht.
Wenn Sie bei der Beschaffung über 25 Millionen kommen, muss sich das Parlament mit der Beschaffung befassen. Wenn gut politisch getrommelt wurde, sollte das verzögerungslos klappen. Wenn nicht, und wenn dann irgendein ein Hinterbänkler im zuständigen Ausschuss Bedenken äußert, weil er in seiner Lokalzeitung stehen will, fliegen Sie in dem jahr raus. Alles weitere siehe oben.
Erst wenn Sie das Geld haben, dürfen Sie überhaupt anfangen zu arbeiten und das Projekt ausschreiben. Da wir in der EU sind, europaweit. Selbst wenn Sie schon die Auschreibungen vorbereitet haben, die juristisch wasserdicht sein sollten, brauchen Sie noch einige Zeit, in der die Ausschreibung läuft, un die Angebote bewertet werden. Dann können Sie beschaffen.
Wenn es aber in der Ausschreibung zu Verzögerungen kommt - weil beispielsweise der unterlegene Bieter klagt, obwohl er weiß, das seine Klage keine Aussicht auf erfolg hat, dann dürfen Sie nicht beschaffen. Das für dieses Jahr eingeplante Geld ist futsch, das sehen sie nie wieder. Wenn Sie Glück haben, war schon Geld für das Folgejahr bewilligt, das können Sie jetzt nehmen und versuchen, über den Haushalt das nun fehlende Geld später wiederzukriegen. Nicht schön, aber es geht wenigstens weiter. Wenn für das Folgejahr kein oder zuwenig Geld geplant war, haben sie zwar einen Anbieter, aber kein Geld. Ihr Projekt steht dann erst mal, bis Sie wieder Geld haben. Verfahren siehe oben.
Selbst ohne die vielgeschmähte Beschaffungsbürokratie dauern Beschaffungen aufgrund der politischen Vorgaben ewig, sogar wenn ausreichend Geld da wäre. Realistischerweise sollte man mit vier bis sieben Jahren von der Haushalstanmeldung bis zur Beschaffung rechnen - dabei ist die Zeit für Entwicklung, Test und Produktion gar nicht eingerechnet.

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Augustusrex 24.02.2018, 12:07
59. Wieso nur Modernisierung?

Der Leo 2 ist zwar eine sehr gute Konstruktion, stammt aber doch von 1979. Wird es da nicht mal Zeit für eine Neukonstruktion? Einen Leo 3 oder so? Die Russen haben sich von ihrem alten Konzept gelöst und führen den Armata ein. Wie gut der wirklich ist, weiß niemand. Aber vielleicht hat der jetzt doch eine konkurrenzfähige Kanone und eine moderne Panzerung. Warum bringen wir nicht auch einen neuen, besseren Panzer?

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