Forum: Politik
Außenminister Gabriel zum Kurs der SPD: Der Unruhestifter
DPA

Im SPIEGEL setzt sich Außenminister Sigmar Gabriel mit der künftigen Ausrichtung der SPD auseinander - das gefällt nicht jedem. Vor allem die Parteilinke reagiert gereizt auf den Beitrag des Ex-Parteichefs.

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Glückspilz 18.12.2017, 19:27
1. Ich glaub es nicht ...

..., jetzt mach der Gabriel den deutschen Trump. Zitat: .. formuliert er: "Umwelt- und Klimaschutz waren uns manchmal wichtiger als der Erhalt unserer Industriearbeitsplätze, ...
Der nächste SPD Wahlspruch lautet dann wohl auch "Deutschland zuerst".
Gott ne, und ich habe die mal gewählt. *schäm*

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go-west 18.12.2017, 19:36
2. Ja, auch das gehört zur Demokratie,

nämlich auf die Stimmen des Volkes zu hören. Die von Gabriel zitierten identitären und sicherheitsrelevanten Befindlichkeiten sind real, sehr real sogar. Auch innerhalb der Wählerschaft der SPD. Sie zu ignorieren würde bedeuten der AFD noch mehr Wähler zuzuspielen.

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fischerg1 18.12.2017, 19:39
3.

Recht hat der Mann.
Wenn ich als jahrzehntelanges Mitglied mir so unsere Funktionäre ansehe,dann wird mir anders und die Furcht,daß wir von der politischen Bühne zu Zwergen mutieren,nimmt zu.
Was meldet sich denn immer so ein Stegner. Wo hat der denn, nach Schleswig Holstein, die Verantwortung übernommen.
Meine Güte zieht den zurück.Da meint ja jeder in Deutschland,daß alle von uns so sind.
Und dann TSG.
Was hätte Onkel Herbert zu dem wohl gesagt.
"Wenn man nur schon so heißt,dann braucht man keinen Spitznamen mehr"wäre wohl das harmloseste.

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abudhabicfo 18.12.2017, 19:41
4. Politiker sind keine Manager

Später sind alle schlauer. Gabriel wusste, dass er als Kanzler-Kandidat innerhalb der Partei und beim Wahlvolk keine Chancen hatte (mit oder ohne AfD). Also verheizte er den machtgeilen Schulz.
Das die SPD/Schulz nur die Option "Ich werde Kanzler" hatte, darf man eigentlich fast nicht glauben, aber aus der Reaktion von Schulz am Wahlabend muss man leider davon ausgehen. Erfahrene Manager und Schachspieler denken ja mit Optionen und vorausschauend. Dass dies bei Politikern nicht der Fall ist, hat man ja in den letzten Wochen bei allen Parteien gesehen. Nun hat der schlaue Gabriel ein Problem. Nach Schulz wird er sicher nicht mehr Vorsitzender. Um nicht ganz in der Versenkung zu verschwinden, muss für ihn die GroKo kommen.

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tomrobert 18.12.2017, 19:42
5. Ein talentierter Politiker, dem keiner das Wasser reichen kann?

Der Mann hat sich selbst ins Aus geschossen und versucht nun wieder irgendwie Fuß zu fassen.
Talentiert sieht anders aus. Man sollte rhetorisches Geschick nicht mit politischen Talent verwechseln und Skrupellosigkeit nicht mit Integrität.
Gabriel steckt ideologisch so tief im neoliberalen Gedankensumpf, das es jetzt schon bald peinlich anmutet wenn er versucht sich davon zu distanzieren. Im Übrigen gibt es die, von ihm so als schützenswert auserkorene, traditionelle Industriearbeiterschaft schon lange nicht mehr. Und was will er da noch für Arbeitsplatzerhaltungskämpfe führen? Lächerlich! Will er das Rad zurück drehen wie Trump?
Auf was die Leute warten ist ein Lösung für die Zukunft. Und da liefert der Talentierte zumindest viel Nichts.
Er reiht sich ein in all die anderen Phrasendrescher.
Schulz zeigt wenigstens noch seinen Willen. Aber wem kann man von denen noch was zutrauen?

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briefzentrum 18.12.2017, 19:49
6. Gabriel als Vordenker - Schulz als Vorturner?

Das Beste an dem Artikel von Gabriel ist, dass es ihn überhaupt gibt. Immerhin der Versuch, sozialdemokratische Politik und Selbstkritik aus einer gesellschaftstheoretisch argumentierenden Zeitdiagnose heraus zu entwickeln. Das ist mehr als man von Schulz jemals hören und lesen wird. Hilfreich wäre es gewesen, wenn es diesen Text schon unmittelbar nach der Wahl gegeben hätte. Dann hätte man ihn als Versuch lesen können, eine selbstkritische Bestandsaufnahme zu wagen und neue Akzente, insbesondere in der Innen- und Migrationspolitik zu setzen. Jetzt wird der Text angesichts der beginnenden Sondierungsgespräche zerredet und zerfleddert. Gerade dadurch wird aber auch sichtbar, was eine neue Regierungskoalition mit den Sozis eben nicht leisten wird: Nämlich eine programmatische Neuorientierung und Neuausrichtung der Sozialdemokratie. In seiner Gesamtheit ist die Analyse von Gabriel noch etwas unausgereift: etwas viel "Postmoderne" für das Jahr 2017, und anstatt seine Themen 'kulturelle Identität' und 'Leitkultur' in Zusammenhang mit einer Neudefinition des transnational ausgerichteten, aber auch selbstbewussten und verfassungspatriotisch definierten Nationalstaats zu setzen, bleiben seine provokanten Begriffe von Heimat und Leitkultur blutleere Metaphern. Am Ende dann das obligatorische Plädoyer für Europa, ohne dass über dieses Pathos hinaus erkennbar würde, wie denn die Demokratiedefizite dieses europäischen Projekts mit den eben eingeführten nationalstaatlichen Kategorien von Identität, Heimat und Leitkultur versöhnt werden könnten. Trotzdem, als Diskussionspapier wäre es ein Anfang. Aber soviel Anfang wollen die Sozialdemokraten ja eben gar nicht. Die GroKo ist eben vor allem Vergangenheit, die nicht vergehen will und nicht der Aufbruch in eine neue Zukunft.

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hyichbindas 18.12.2017, 19:50
7. Sigmar Gabriel

ist der einzige Vorausdenker der SPD! Er kann auf Grundlage neuer Fakten seine Meinung überdenken und ändern. Das ist gut so! Idiologibehaftete Politiker mit Scheuklappen haben wir genug! Auf beiden Seiten!

Mit Sprunghaftigkeit hat dies nichts zu tun!

Deutschland wird diesen Typen vermissen!

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flux71 18.12.2017, 19:52
8.

Zitat von Glückspilz
..., jetzt mach der Gabriel den deutschen Trump. Zitat: .. formuliert er: "Umwelt- und Klimaschutz waren uns manchmal wichtiger als der Erhalt unserer Industriearbeitsplätze, ... Der nächste SPD Wahlspruch lautet dann wohl auch "Deutschland zuerst". Gott ne, und ich habe die mal gewählt. *schäm*
Völlig unreflektiertes SPD-Bashing, wie immer eigentlich. Und so schnell! Gerade mal erschienen, schon den Kommentar verfasst. Vorgefertigt? Na, zumindest ist ja mal die Meinung vorgefertigt, hier einen vom Leder zu lassen. Hätten Sie wirklich mal die SPD gewählt, würden Sie auch anders reden.

Also lassen Sie es doch einfach, kümmern Sie sich um andere Filterblasen und lassen Sie die SPD in Ruhe.

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sucher533 18.12.2017, 19:52
9. eigenes Spiel

Gabriel spielt schon seit Januar sein eigenes verdecktes Spiel. Das hat er bisher auch sehr geschickt gemacht. Erst hat er die Figuren in der SPD so in Position gesetzt, dass er nicht als Wahlverlierer sondern als Außenminister mit hohen Beliebtheitswerten in den Umfragen dasteht. Jetzt kann er sich in den entscheidenden Debatten in der SPD solange zurückhalten, bis er den besten Moment für sich sieht. Da hat er wohl was von AM gelernt.

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