Forum: Politik
Außenminister Lawrow: Russland setzt große Hoffnungen auf Trump
AP

Der Kreml wartet mit Optimismus auf den neuen US-Präsidenten. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, man freue sich auf Donald Trump. Und er kritisiert wie der Amerikaner die Nato.

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madmax9999 17.01.2017, 10:15
20. Vielleicht sollten die halt mal reden

Der Ukraine-Konflikt z. B. kann von den Europäern nicht gelöst werden. Wie ich schon mehrmals geschrieben habe müssen hier die USA und Russland zusammen reden. Den Europäern, auch der BRD, vehlt schlicht und Einfach der nötige Einfluss auf die ukrainische Regierung. In der Ukraine sind es die USA, die das sagen haben, nicht die EU oder die BRD. Schon vergessen? Klitschko wurde nur Bürgermeister von Kiew, an der Regierungsspitze stehen die Leute der USA. Und mit den Aufständischen in der Ostukraine verhält es sich ähnlich. Die einzigen, die die ukrainische Regierung dazu bringen können, die in Minsk vereinbarten Massnahmen umzusetzen sind die USA. Syrien und der ganze arabische Frühling sind ja auch nicht gerade Beispiele für eine durchdachte Politik - jdenfalls nicht aus Sicht von Europa. Ausser Bürgerkriegen, zerstörten, instabilen Staaten, einer riesigen Fluchtbewegung und Terroranschläge hat der ganze arabische Frühling nichts gebracht. Es ist Zeit, dass die USA und Russland miteinander auf höchster Ebene reden. Und es ist Zeit, dass die Europäer speziell die deutschen Politiker und Medien damit aufhören, auf Trump einzuprügeln. Frau Merkel und die EU-Spitzen sollten das Gespräch mit Trump suchen - sonst könnte der "Hassprediger" mit den Russen reden bevor er mit seinen Verbündeten spricht. Das wäre dann aber eine ordentliche Ohrfeige. Realpolitik ist jetzt gefragt nicht Werte-Gerede.

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taglöhner 17.01.2017, 10:16
21. Faschismusexport aus Russland

Sergej "Lisa" Lawrow fürchtet also zwei Dinge: Den IS und die Demokratie.
Ich weiß jetzt nicht, wie virulent der IS in Moskau wütet, allerdings kann man durch ihn mit wenig Aufwand schöne Bilder von Siegeskonzerten in historischen Statten des nahen Ostens gewinnen. Hit, shoot the show, and run sozusagen.
Dem gefürchteten Demokratieexport begegnet man am besten, wenn man an den Demokratien sägt, auch das lässt sich nachvollziehen.

Dass Trump den Möchtegern-Gestaltern einer neuen Nachkriegsordnung eine Weile beim Kaputtmachen und Fördern des Nationalismus unter die Arme greifen will, scheint sich abzuzeichnen. Dass er es vermag, nicht.

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kolybri 17.01.2017, 10:16
22. Verhandeln

Zitat von jjcamera
Mit einem hat Lawrow definitiv recht: unter Obama hat sich das Verhältnis der USA und der NATO zu Russland erheblich verschlechtert. Statt Drohungen und Sanktionen könnte man es auch wieder einmal mit Verhandeln versuchen.
Wäre mal ein guter Ansatz.
Aber als Initiator dessen war Russland leider auch nie in Erscheinung getreten

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brüggebrecht 17.01.2017, 10:17
23.

"Lawrow kritisierte Versuche der westlichen Länder, Demokratie zu exportieren. Dies habe aus russischer Sicht in der internationalen Politik nur Probleme gebracht". Da hat er leider Recht. Wir müssen endlich akzeptieren, dass andere Nationen anders leben wollen. Das gilt auch für Ungarn und Polen und wahrscheinlich auch für den Balkan.

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martinm70 17.01.2017, 10:17
24. Lustig das er den Westen dafür kritisiert Demokratie zu exportieren

Ist natürlich besser man arbeitet mit dem örtlichen Diktator zusammen. Der arabische Frühling ist nicht gescheitert weil man Demokratie exportieren wollte sondern durch das Eingreifen des IS, das in der Form nicht vorhersehbar war. Ohne den IS und entsprechend ohne Unterstützung Russlands für Assad hätte man vermutlich den Krieg gegen Assad gewinnen können.

Man kann sich auch fragen ob der IS nicht erstaunlich praktisch für Russland war um nicht Syrien an den arabischen Frühling zu verlieren. Aber wer weiß denn schon was da hinten rum so alles bei den Mächtigen gedreht wird von dem wir nichts wissen.

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felix_tabris 17.01.2017, 10:18
25. Meine ehrliche Meinung?

Zitat von HeisseLuft
Genauso gut könnte man behaupten, ein EU-Militärbündnis "würde auch einige unsägliche EU-Staaten wie z.B. Deutschland dazu ermutigen, nicht ständig zu versuchen blablabla..." Divergierende Interessen werden uns wohl erhalten bleiben.
Sie haben Recht, dass kann man auch so wenden.
Aber betrachten Sie die geografische Perspektive:
So wie die autoritären Regime Ungarn und Polen drauf sind und dieses als ihre "Werte" hochhalten (quasi als osteuropäische Wertegemeinschaft?), können diese nach meinem Verständnis ebensogut aus der EU austreten und sich gen Russland orientieren.
Klipp und Klar: Ich würde bei einer versuchten Annexion von Polen und Ungarn nicht den kleinsten Finger rühren!!!
Abgesehen davon, dass durcch die technologische Entwicklung so ein Durchmarsch auch für die russischen Truppen nicht mal kurz zum Frühstück möglich ist, kann man dann - dann - immer noch militärische Unterstützung (Waffen) schicken. Aber so wie die beiden autoritäre Regime gegen die EU und insbesondere gegen Deutschland ansticken, als könnten vor dicke Eier kaum noch laufen -
da sollte man auf die harte Tour lernen, dass die "flexible Solidarität" keine Einbahnstraße ist.
Im Übrigen: Die deutsch-russischen Beziehungen wäre immer noch gut bzw. könnten es sein (Schröder sitzt da als Anker bereit).

Von daher: Es mögen sich alle EU-Staaten auf ihre gemeinsame Werte besinnen und nicht nur auf ihrem rein ökonomischen Vorteil (so gesehen waren und sind Polen und Ungarn schon mal die Mini-US-Trump). Dann klappt es auch mit der Euro-Armee.

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epicur 17.01.2017, 10:18
26. Nationalist

Alle Nationalisten brauchen Feinde.
Vielleicht wollen Putin und Trump gemeinsam die EU zerstören.
In GB hat Trump ja seinen ersten Sieg errungen.
Beide haben viele Gemeinsamkeiten:
Sie mögen keine Frauen oder wenn nur als Objekte.
Sie lügen beide gerne .
Sie sind beide in undurchsichtige Geschäfte verwickelt.
Beide hassen die Presse, weil die Lügen manchmal durchsichtig macht.
Keine guten Aussichten.
Es erstaunt mich immer noch, dass die Amerikaner einen Lügner, der sein Leben lang gegen den Rechtsstaat kämpfte, gewählt haben.

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bkarger 17.01.2017, 10:20
27. Also ich würde mich

freuen, wenn USA und Russland ihre Beziehungen wieder verbessern würden. Das dient schließlich den Weltfrieden.

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kolybri 17.01.2017, 10:22
28. Werteexport

Zitat von archi47
erst mal zuhören. Dann an den Taten messen. Was Lawrow sagt ist doch normal. Trotzdem war ich gefühlt anfangs in Opposition. Dann aber die Selbstfrage, was ist falsch an dem was er sagte? Ungewohnt ist für mich das Nichtaufdrängen unserer Lebensweise, wie auch in der Art und Weise, wie wir Demokratie handhaben und gerne exportieren wollen. Sie ist allerdings auch bei uns mehr mit dem Leitziel der großen Einheit in der Wirtschaft dominiert. Was bekanntermaßen nicht allen in der Entwicklung stehenden Völkern gut bekommt. Sie verlieren Identidität, Kultur und vor allem Vermögen. Anders ist sich ja der Aneignungserfolg der immer reicher werdenden nicht zu erklären. Also bitte, nicht reflexhaft draufhauen, sondern eigene kognitiven Fähigkeiten zuerst einsetzen. Diplomatie ist allemal besser als Krieg. Vielleicht lässt sich Trump auch im großen Konzert besser einhegen, denn er will einfach nur noch reicher und mächtiger werden. Das wollen andere auch und dafür dürfte er Verständnis haben. Wenn es gelänge, ihm nun noch den richtigen Weg internationaler Entwicklung nahe zu bringen, dann wäre viel erreicht. Seine Persönlichkeit ist wohl über Konfrontation weniger zu erreichen, als über gutes Zureden.
Im Grunde haben Sie Recht, aber nur im Grunde. Wer selber den Kampf gegen den IS als Anlass für einen barbarischen und menschenverachtenden Krieg hernimmt (selbst Schulen und Krankenhäuser waren kein Tabu), der braucht nichts von Werte-Exporten des Westens reden.
Täuschen, provozieren, lügen. Auch das sind Werte, die Russland beherrscht. Wenn jetzt ein humanitärer Anstrich gezeigt werden soll, wäre es nur recht und billig, wenn Russland sämtliche syrischen Flüchtlinge aufnehmen würde

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Americanet 17.01.2017, 10:23
29.

Weitgehend ungeachtet der deutschen Öffentlichkeit läuft übrigens derzeit seitens Serbien im Kosovo ein Szenario, das stark an das Krim-Drehbuch erinnert. Russland hatte Serbien ja noch vor kurzem Militärmaterial zur Verfügung gestellt. Ich fürchte, ganz so abwegig ist es nicht, dass Putin - dessen Rücksichtslosigkeit ja hinlänglich dokumentiert ist - die Phase nach Trumps Amtseinführung nutzen will, in der er nun wirklich nichts zu befürchten hat. Gut, dass die Divisionen von Atlantic Resolve schon in Europa eingetroffen sind. Besser als nichts.

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