Forum: Politik
Außenminister Maas in Iran: Zwischen erfolglos und fassungslos
Michael Fischer/DPA

Mit seinem Teheran-Besuch wollte Außenminister Maas Bewegung in den Streit ums Atom-Abkommen bringen. Heraus kam nicht mehr als ein harter Schlagabtausch, der mit wüsten Drohungen Irans endete.

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Pete_235_F 10.06.2019, 16:53
100.

Heiko Maas ist als Außenminister ungeeignet. Hat die SPD die Maximen ihrer früheren Außenpolitik „Wandel durch Annäherung“ u. „Wandel durch Handel“ vergessen?

Was hat Maas denn gedacht, wie der Iran regiert, wenn Maas als Vertreter Deutschlands der iranischen Regierung gar nichts Neues anzubieten hat, was die durch die US-Sanktionen wirtschaftliche schlechte Lage Irans verbessern könnte? Und wenn Maas trotzdem die iranische Regierung auffordert, sich weiter strikt an den Vertrag zu halten, den die USA im Mai 2018 einseitig gekündigt hatten und entgegen des Vertrags strenge Wirtschaftssanktionen in Kraft gesetzt haben. Und dass, obwohl unabhängige Fachleute der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), welche Atomanlagen und militärische Anlagen im Iran kontrollieren, mehrfach bestätigten, dass sich der Iran strikt an das Atomabkommen hält.

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Das Pferd 10.06.2019, 16:54
101.

egal, Maas hat das Mögliche versucht. Er hat gewusst, daß er zu 99% nicht gut dabei aussieht, und hat es um der Sache willen es doch gemacht. Vielleicht ist das immer noch ein wenig besser, als gar nichts getan zu haben. Die Hardliner sitzen in Washington und Teheran, nicht in Berlin.

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hergen.heinemann 10.06.2019, 16:55
102. Dieser lächerliche Größenwahnsinn,

der in der Tatsache zum Ausdruck kommt, dass Maas überhaupt in den Iran gefahren ist und vielleicht geglaubt hat, dass er dort irgend etwas bewirken kann, ist für die deutsche Regierung PEINLICH. Wie kann man vom Iran erwarten, dass er sich an das Abkommen hält, während die USA es aufkündigen und jede Menge höchst brutale Sanktionen drauf satteln und die EU ausser leerem Gerede nichts zum Ausgleich dessen zu bieten hat. Idiotisch peinlich für die deutsche-und EU-Politik. Das müsste Maas doch eigentlich selber merken. Oder?

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Das Grauen 10.06.2019, 16:55
103. @heinrich20 Handelspartner? Welcher Handel?

Zitat von heinrich20
Die meisten Foristen beschimpfen den Außenminister, ohne zu verstehen, dass sie bereits völlig auf die Hardliner-Rhetorik von Trump und den Hardlinern im Iran hereingefallen sind. Langfristig ist es extrem wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung des Iran, nicht den Bogen gegenüber Deutschland und den USA als Handelspartner zu überspannen. Ein normaler und richtiger diplomatischer Schritt, zu versuchen, vermittelnd aufzutreten! Grüße!
Das liest sich, als hätten Sie überhaupt nicht mitbekommen, daß die USA ein Handelsembargo des Iran durchsetzen, das sogar Medikamente beinhaltet. Und daß die Europäer, auch Deutschland, sich nicht trauen, dagegen zu verstoßen. Also, von welchem Handel reden Sie da eigentlich? Und wieso überspannt Iran den Bogen, wenn es doch einseitig Trump ist, der die Einigung, die unter Obama erzielt wurde, gekündigt hat?
Sorry, aber Ihr Kommentar scheint doch auf einem Mangel von Informationen zu basieren

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egoneiermann 10.06.2019, 16:56
104.

Zitat von erzengel1987
Unser Außenminister hätte für die Iranfrage in die USA gehen müssen. Hätte den USA mal Dampf machen müssen, wieso sie den Vertrag kündigen. Nicht der Iran ist hier der schuldige, sondern die USA. Europa sollte mal paar Prinzipien aufbauen. Vertragstreue als ein hohes wichtiges Gut festschreiben.
Er wollte dem Iran klar machen, dass sich alles Staaten außer den USA an den Vertrag halten und dass die deutsche Wirtschaft bald die US-Sanktionen umgehen kann. Im Gegenzug sollte sich der Iran gedulden und seinerseits den Vertrag nicht brechen, denn dann müsste man auch nach einem Präsidentenwechsel in den USA wieder ganz neu anfangen zu verhandeln. Scheinbar haben sich aber im Iran die Hardliner durchgesetzt, denen harte Worte gegen die USa wichtiger sind als wirtschaftliche Beziehungen mit Europa.

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Farhad 10.06.2019, 16:56
105. Maas ist der bitteren Realität begegnet.

Der Iran befindet sich seit mindestens einem Jahr in einem intensiven Wirtschaftskrieg. Zur Klarstellung der Ernsthaftigkeit der Lage hätte ein Industrieland so einen Zustand keine vier Wochen überstehen können. Zusätzlich zum Wirtschaftskrieg wird nun von Trump einen militärischen Schlag vorbereitet. Die Reise von Heiko war zwar leerreich aber evtl. auch lehrreich. Das Zeitfenster für tatsächliche konstruktive Maßnahmen durch Europa schließt sich demnächst. Die maximierten wirtschaftlichen und inzwischen militärischen Maßnahmen und Drohungen von Trump werden nicht ohne Folgen bleiben. Es geht schlicht und ergreifend um die Existenz des Irans - nicht mehr und nicht weniger. Die Gegenpartei muss zwangsweise seine Verteidigungsfähigkeiten mit allen denkbaren Mitteln maximieren, damit die Kosten und Konsequenzen eines tödlichen und zerstörerischen Irankrieges für die USA, SA, UAE und weitere Akteure in der Region als derart zu hoch berechnet werden, dass die USA und deren Verbündeten in der Region auf einen Militärschlag verzichten oder diesen selbst mit weitreichenden Folgen begegnet werden. Nur so lässt sich vielleicht der Frieden gegenüber den USA und deren Verbündeten in der Region bewahren. So unschön es sich anhört, kann es sehr schmutzig und zerstörerisch für alle Parteien werden, sollte Trump einen Militärschlag wagen. Trump hat weiterhin ein großes Problem, dass er die Welt aus einem Nadelloch sieht und sich weitreichende Effekte nicht vorstellen kann. Nach dem Schmetterlingseffekt seien u.U. zufällige Zusammenstöße in Alaska, in Ost Asien oder sonst wo nicht auszuschließen. Wie hoch sich schließlich die Spirale entwickelt, liegt definitiv nicht mehr in Kraft und Möglichkeiten von den USA. Trump hat eine Entscheidungswahl – vielleicht auch nicht.

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Das Pferd 10.06.2019, 16:56
106.

Zitat von panzerknacker 51
was hat Herr Maas denn erwartet; dass die Iraner ihm die Füße küssen? Aber ganz nebenbei: Was berechtigt eigentlich die USA und Europa, zu bestimmen, wer Atomwaffen haben darf und wer nicht?
sie bestimmen es doch gar nicht. Es gibt einen derzeit noch gültigen Vertrag, in dem Teheran sich selbst in der Sache begrenzt.

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Hukowski 10.06.2019, 16:57
107. Nun

Zitat von pavel1100
Wer will sich denn hier ernsthaft an einem autokratischen Staat orientieren, der gerade einen blutigen Krieg mitten in Europa führt oder einem totalitären Staat, der bald mehr Überwachungskameras hat als Einwohner?
Alles besser als die USA, die seit über einem halben Jahrhundert diese Welt mit einem blutigen Krieg nach dem anderen überzieht.

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neanderspezi 10.06.2019, 16:57
108. Es gibt offensichtlich auch einen diplomatischen Metzgersgang

Drohen, Sanktionieren, Drohen, Sanktionieren, Drohen, usw., wer will noch mal, wer hat noch nicht. Da gibt es eine Portion Politiker in den USA, die wie Fafnir auf dem Fließ auf einem in den Himmel ragenden Berg an Macht zu sitzen vermeinen und sich mit ihren beiden Kampfbegriffen allen anderen Staaten derart überlegen glauben, dass sie diese nach Belieben in den Senkel zu stellen und ihren Vorgaben gemäß einzuschüchtern sich anzumaßen bemühen. Denn wer die Macht hat, hat erwartungsgemäß das Sagen, und diese Macht steht eindeutig dem übermächtigen sich gebenden POTUS im Weißen Haus der USA zur Verfügung und siehe da, es gibt eine kleine unscheinbare, gehorsame EU und ein noch unscheinbareres Land, nämlich Deutschland und dessen Außen hatte nichts Besseres zu tun als dem unter massivem Sanktionsverfahren stehenden Iran Gehorsamkeit und Unterwerfung unter die Gebote der USA nahezulegen, damit auch die EU und dieses Deutschland als gehorsame Vasallen der USA wieder zur Ruhe kommen mögen. Wie zu erwarten holte sich der deutsche Außen eine Abfuhr die sich gewaschen hat.

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drent 10.06.2019, 16:57
109. Erfolglos, fassungslos

Rundum eben "los". Was war denn sonst zu erwarten.

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