Forum: Politik
Ausstehende EU-Zahlungen: Großbritannien will bis zu 40 Milliarden Euro für Brexit za
AP

Großbritannien hat laut Brüssel mit der EU eine 100-Milliarden-Euro-Rechnung offen. Nun soll London bereits sein, etwa die Hälfte zu überweisen - stellt dafür aber Bedingungen.

Seite 4 von 12
crazy_swayze 06.08.2017, 11:03
30.

Zitat von touri
Wie kommen Sie auf die Idee? Mit was kann die EU denn bitte drohen? Auschluss aus den Binnenmarkt und das wars. Kaum ein Todesurteil, dann gibts halt wieder Zoll. Daher ja, es ist eine Verhandlung, und die EU verliert hier einen ihrer größten Nettozahler, das sollte man nicht vergessen...
Der Zoll ist nicht das Problem, sondern die nicht-monetären Marktbarrieren, die die EU aufgezogen hat. Z.B. gewisse Produktionsstandards oder aber auch Regeln in der Dienstleistungsbranche, bis hin zu den Banken.

Meinen sie, britische Banken werden noch ein einziges EU-Geschäft machen, wenn sie nicht mehr in die EU-Einlagensicherung einbezahlen? Die EU wird es schon zu verhindern wissen, dass eine Briefkastenfirma im Bankensektor ausreichend sein wird, um hier Geld abzuziehen.

Beitrag melden
postmaterialist2011 06.08.2017, 11:06
31. Schon im Winterschlaf ?

Zitat von eunegin
Wie während der gesamten EU-Mitgliedschaft kann das Land es einfach nicht lassen, Bedienungen zu stellen und zu erpressen. Das kommt davon, wenn man damit aber auch immer wieder durchkommt. Übel.
Die EU erpresst ? Da muss man die letzten Jahrzehnte tief und fest geschlafen haben. Niemand anderes als Thatcher hat die EU massiv erpresst und damals war man leider so harmoniesüchtig GB nicht hochkant rauszuschmeissen. Der Inselstaat hat sich sehr häufig nicht kooperativ verhalten, hat aus Prinzip blockiert und war ein sehr unangenehmes Mitgliedsland. Gottseidank sind wir die Briten bald los und wenn sie nicht zahlen, wird es für GB ein Disaster werden.

Beitrag melden
Atheist_Crusader 06.08.2017, 11:17
32.

Zitat von postmaterialist2011
Die EU erpresst ? Da muss man die letzten Jahrzehnte tief und fest geschlafen haben. Niemand anderes als Thatcher hat die EU massiv erpresst und damals war man leider so harmoniesüchtig GB nicht hochkant rauszuschmeissen. Der Inselstaat hat sich sehr häufig nicht kooperativ verhalten, hat aus Prinzip blockiert und war ein sehr unangenehmes Mitgliedsland. Gottseidank sind wir die Briten bald los und wenn sie nicht zahlen, wird es für GB ein Disaster werden.
Das war das Hauptproblem. Und das ist einer der Gründe warum der Brexit sogar gut für die EU sein könnte. Nicht nur dass die Leute glasklar sehen wie viele inzwischen als selbstverständlich betrachtete Vorteile die EU bietet - es beendet auch die britische Blockadehaltung.

Denn die wollten nie mehr als ein bisschen wirtschaftliche Union und haben so ziemlich jede wichtige Entwicklung blockiert. Was es umso dreister macht, sich dann darüber aufzuregen. Wenn ich jeder Lösung im Wege stehe, dann habe ich kein Recht mich zu beschweren wenn es nicht vorangeht.

Beitrag melden
Kanalysiert 06.08.2017, 11:18
33.

Wir gehen demnächst auch mal zu unserer Bank und bieten ihnen die Hälfte an und sagen denen, dass wir noch ein paar zusätzliche Forderungen hätten....unrealistisch? Ja, seltsam.

Beitrag melden
chardon 06.08.2017, 11:26
34. Es geht nicht darum

was Grossbritannien zahlen will, sondern welche Verpflichtungen es eingegangen ist, und die zu zahlen sind. Selbstverständlich kann evtl. darüber verhandelt werden. Aber dass GB immer wieder so etwas wie Ultimaten stellt, ist kindisch. Oder will die Regierung erneut dem Volk etwas vorgaukeln?

Beitrag melden
avision 06.08.2017, 11:30
35.

Zitat von peter.di
OK, das stimmt natürlich, Pensionszahlungen an EU Funktionäre erklären natürlich wirklich eine zweistellige Milliardensummen für eins der 28 EU Länder, das die EU verlässt. Aber gleichzeitig zeigt das auch, das der Brexit vielleicht ein Ende mir Schrecken ist, aber damit bekanntermaßen immer noch besser ist als ein Schrecken ohne Ende. Trotzdem wäre es inkonsistent wenn Nettokassierer die jetzt nichts zahlen bei einem Austritt auf einmal bezahlen müssten, wenn bei den Briten das Argument mit den langfristigen Verträgen genannt wird. Andererseits, warum sollte ein Nettokassierer austreten?
Warum ein Nettokassierer austreten wollen könnte? Wenn die eigene Wirtschaft immer schrumpft und schrumpft weil sie beispielsweise einen starken Euro nicht verkraftet. Dann hat das Land nicht viel von den Nettozahlungen. Wurde ja in der Griechenland-Krise immer wieder diskutiert. Der Nettozahler müsste übrigens trotzdem zahlen. Die Zahlungsverbindlichkeiten bestehen ja weiter - lediglich die Rückflüsse würden versiegen (die das Land unterm Strich zum Nettonehmer machen).

Genauso kurzsichtig ist es immer wieder zu schimpfen dass man ja Nettogeber ist. Die meisten Nettogeber profitieren ja massiv von der EU - sie sind eingebettet in einen starken Wirtschaftsraum und das spült Geld in die Kassen - ganz abgesehen von den Beiträgen die fällig werden. Man muss diese Summen eher als Investition sehen. Sicher muss man von Zeit zu Zeit überprüfen ob die Investitionen noch Sinn ergeben. Das dürfte bei objektiver Betrachtung allerdings bei allen europäischen Nettogebern der Fall sein.

Sieht man ja auch in GB. Dass es einen wirtschaftlichen Vorteil gibt aus der EU auszutreten traut sich da inzwischen keiner mehr laut zu äussern der sich nicht zuvor schon auf dieses schmale Brett begeben hat.

Beitrag melden
chardon 06.08.2017, 11:32
36. @ 13 Beat Adler

Zitat von Beat Adler
Erpressung? Wer erpresst wen? Mit welcher Drohung? Alle EU Firmen, die ihre Produkte nach Grossbritanien exportieren, wollen es weiterhin tun. Alle EU Firmen, welche Produkte aus Grossbritanien importieren, wollen es weiterhin tun. Alle EU Firmen, welche in Grossbritanien investiert haben, wollen ihre Investitionen dort erhalten. Alle EU Buerger, die in UK leben und arbeiten, wollen nicht nach Hause. All dies gibt ein Erpressungspotential zu Gunsten der Briten? Wirklich? mfG Beat
Sie wissen aber sehr viel. "Alle"(?) EU Firmen, "alle" (?) EU-Bürger. Wer bitte sind Herr und Frau "Alle"?

Beitrag melden
Beat Adler 06.08.2017, 11:36
37. Woher stammt der Unsinn, dass die Schweiz zahlt ohne Mitbestimmung?

Zitat von theodtiger
Offenbar haben Sie die EU Finanzen nicht verstanden. Zur Erklärung: Einnahmen und Ausgaben werden getrennt berechnet. Reichere Länder zahlen mehr ein, ärmere weniger. Daneben gibt es andere Einnahmen, z.B. aus Zöllen von Drittstaaten. Die Ausgabenstruktur wird periodisch neu festgelegt. Die jetzige gilt bis einschließlich 2020. Daraus ergibt sich, ob ein Land (zeitweise) Nettozahler oder -empfänger ist (mit jährlich wechselnden Beträgen). Nettozahler können durchaus zu Nettoempfängern werden - und umgekehrt; auch weil die Wachstumsraten unterschiedlich sind. Die Austrittsrechnung ergibt sich keineswegs nur aus Pensionszahlungen, die nur einen kleinen Teil ausmachen. Da es bereits rechtsverbindliche EU Zusagen bis 2020 gibt, beispielsweise auch für britische Forschungsinstitute (die auch noch in 2021 oder 22 ausgezahlt werden können) muss jedes Land, dass die Beschlüsse vor dem Brexit mitgetragen hat, hier auch seinen finanziellen Verpflichtungen bis 2020 nachkommen. Was danach kommt ist Verhandlungssache. Wenn GB allerdings das norwegische oder schweizer Modell des Zugangs zum Binnenmarkt wählt, wird es weiter zahlen (ohne mitbestimmen zu können).
Woher stammt der Unsinn, dass die Schweiz zahlt ohne Mitbestimmung? Das steht zwar in jedem Blog zum Brexit, ist und bleibt aber falsch.

Die Schweiz schloss etwa 120 bilaterale Vertraege mit der EU, jeder einzeln von jedem EU Mitgliedsstaat ratifiziert, selbstverstaendlich zu gegenseitigem Nutzen, auf neudeutsch "win-win", ab. Es gibt keinen einzigen Vertrag, der so gestaltet ist, dass die Schweiz zahlt ohne darueber mitzubestimmen, was mit dem Geld passiert.

Das "human brain project", die EU traegt 2 Milliarden Euros dazu bei, wird in Genf, eine der teuersten Staedte der Welt, auf die Beine gestellt und schafft viele bestbezahlte Arbeitsplaetze beim besten Freund der EU, der Schweiz. Warum wird das "human brain project" in Genf und nicht z.B. in Leipzig umgesetzt? Weil die Schweiz zahlt und nicht mitbestimmt?
mfG Beat

Beitrag melden
chardon 06.08.2017, 11:43
38. @ 28 Beat Adler

Zitat von Beat Adler
Ob der Brexit ein Fehler war, wissen wir in 25 Jahren. So lange schon verhandelt die Schweiz ihre bilateralen Vertraege mit der EU, die einzeln von jedem Mitgliedsstaat der EU ratifiziert wurden. Grossbritanien wird auch so lange brauchen, bis die Verhandlungen mehr oder weniger abgeschlossen sind. Also bis in 25 jahren, dann wissen wir mehr. Wer wettet darauf, dass die EU in 25 Jahren noch besteht? mfG Beat
Bitte nicht GB / EU mit Ihrer Schweiz vergleichen. Nicht 25 Jahre sondern evtl. eine ganze Generation, die Geschichte wird darüber urteilen können. Vielleicht wird es bis dahin nicht nur Handelskriege gegeben haben. Bitte auch von Ihnen, Beat Adler, etwas mehr Demut. Danke. Die heutige Schweiz hat so etwas über 100 Jahre gebraucht um das zu werden was sie ist (angefangen 1848/49)? !

Beitrag melden
Beat Adler 06.08.2017, 11:55
39. Welche EU Firma verzichtet auf ihre Geschaefte in UK?

Zitat von chardon
Sie wissen aber sehr viel. "Alle"(?) EU Firmen, "alle" (?) EU-Bürger. Wer bitte sind Herr und Frau "Alle"?
Welche EU Firma verzichtet auf ihre Geschaefte in UK? Da ich noch nichts derartiges gehoert habe, sind es eben "Alle" die ihr Geschaeft dort erhalten wollen. Von den Polen, z.B., die heute in UK arbeiten, habe ich auch noch nichts darueber gehort, dass sie einer Rueckkehrwelle nach Hause aufbrechen.
mfG Beat

Beitrag melden
Seite 4 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!