Forum: Politik
Austritt aus der Unesco: Amerikas Abkehr
AFP

Die USA kehren - gemeinsam mit Israel - der Weltkulturorganisation Unesco den Rücken. Damit isoliert Präsident Trump sein Land noch weiter. Das hat dramatische Konsequenzen für die Weltgemeinschaft.

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DerBaske 13.10.2017, 09:50
60. Obama, Trump...USA

Völlig egal, ob "vorbereiteter Schritt" oder nicht: Die Amerikaner ziehen sich in die Schmollecke zurück, weil - und jetzt kommt`s - ein altes Viertel (!) einer alten palästinensischen Stadt, von einer UN-Kulturkommission erwähnt und zertifiziert wird. Das, Freunde der Sonne, ist selbstredend ein Affront, nein ein unhaltbarer Vorgang, der vor Antisemitismus nur so strotzt. Die Amis, und in ihrem Windschatten die Israelis, können in diesem Fall keine zwei Meinungen sein und vollziehen mit ihrem Austritt die einzig vernünftige Entscheidung.
Wo käme die Weltgemeinschaft denn dahin, wenn jetzt auch noch palästinensische Straßen und Häuserblocks positiv herausgestellt werden? Und warum, verdammt nochmal, werden all` die modernen, schönen, neuen Siedlungen der Israelis auf palästinensischem Boden nicht zertifiziert und kulturell aufgewertet??
Ich kann die Handelsweisen dieser beiden großen Nationen nur all zu gut nachempfinden und würde ob der dargebotenen Ungerechtigkeit und des angewendeten Doppelstandrats genau so handeln. Darauf gebe ich ihnen mein Ehrenwort...

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Navygo 13.10.2017, 09:55
61.

Der schlechteste Spiegel-Artikel, den ich seit Jahren gelesen habe.
Hier warden Dinge vermischt und verglichen, die nicht zu vergleichen sind.
Dann wird das Ganze zu einem pauschalen Trump-Bashing. Es werden weder die Ursachen beleuchtet, noch angesprochen, dass die UNESCO diesen Schritt selbst zu verantworten hat und diesen provozierte. Denn die Organisation musste sich bewusst sein, welche Konsequenzen dieser Schritt hatte, als man Hebron nicht einfach nur zum Kulturerbe erklaerte, sondern als einen explizit islamischen(!) Ort deklarierte. Gegen ein Hebron als allgemeines Weltkulturerbe aller drei grossen Weltreligionen haette keiner etwas gehabt, aber so !? Das war eine gezielte politische Botschaft und Provokation, die weder Israel noch die USA mittragen konnten - quasi mit Ansage vorweg.
Die UNESCO hat hier Partei ergriffen, wo sie es nicht haette tun duerfen/sollen.

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horribilicribrifax 13.10.2017, 09:58
62. Zerfall

Um 1950 hat mein ältester Bruder zur Weihnacht einen Globus bekommen. Er hat mir darauf das weltumspannende British Empire gezeigt. Ich war beeindruckt - das Empire ist zerfallen. Als Jugendlicher habe ich den Zerfall der Kolonialreiche in Afrika mitverfolgt. Später ist die scheinbar so festgefügte und mächtige Sowjetunion zerfallen - das wurde noch 1989 überhaupt nicht vorausgesehen und ging unvorstellbar schnell. Heute erleben wir den rasanten Zerfall der Weltmachtstellung der USA. Das geht nicht ohne Opfer (UNESCO) und Trümmer (Afghanistan, Irak, Syrien) - aber sollen wir traurig über den Zerfall dieser zerstörerischen Macht sein?

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mwroer 13.10.2017, 10:02
63.

Zitat von fsteinha
Das Wählen nichts bringen. Mal sehen wie lange die globale Geisterfahrt anhält und das liebe Wahlvolk anerkennt, das Frieden und Stabilität nicht von selbst kommen und das Nationen nicht Gott gegeben sind. Der Vergleich wurde zwar schon oft bemüht aber der Vorabend des ersten Weltkrieges scheint sich zu wiederholen. Die Gesellschaft ist in der Sättigung und die Leute sind sauer, weil es nicht weiter nach oben geht. Es muss sich was ändern, meint man und macht erst Mal viel kaputt. Demokratie hat eindeutig Schwächen, Hr. Trump ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür.
Wieso Trump? Die Finanzierung ist schon von Obama gekippt worden, Trump tritt nur folgerichtig komplett aus. Mitgliedsgebühren zahlen die USA schon seit 2011 nicht mehr.

Merke: Nicht alles was Trump jetzt verkündet ist auch auf seinem Mist gewachsen.

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santoku03 13.10.2017, 10:03
64.

Zitat von ulmer_optimist
Es ist letztlich richtig und konsequent, aus einer Gemeinschaft auszutreten, deren Ziele man nicht vertreten kann. Heutzutage ist alles "antisemitisch", was in irgendeiner Weise, sei es begründet oder nicht, den Interessen Israels zuwiderläuft.
Die Vernichtung Israels zu fordern bzw. Gruppen aktiv zu unterstützen, die dieses Vorhaben betreiben, ist wohl nicht anders als "antisemitisch" zu bezeichnen, auch wenn es in Ihren Augen nur "den Interessen Israels zuwiderläuft".

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dr._seltsam 13.10.2017, 10:03
65. Es mag sein...

...dass die fraglichen Gebäude -derzeit- in palästinensischen Autonomiegebieten liegen. Also die geschützten - die im Übrigen auch auf der roten Liste der Welterbestätten stehen. Macht sie das jetzt zu einem weniger wichtigen WELT-Kulturerbe? Meiner Ansicht nach NEIN! Lt. Wikipedia ( https://de.wikipedia.org/wiki/Hebron ) ging es in dem Antrag der palästinensischen Autonomiebehörde vornehmlich um Bauten aus der Zeit der Mamluken (1250 bis 1517). Es mag dabei um Geld gehen. Sicher. Hauptsächlich geht es wohl aber um politische Sichtweisen - hier vornehmlich die der USA und Israels. Ob diese Sichtweisen richtig oder falsch sind, lasse ich bewusst offen. Es kann aus meiner Sicht jedoch keinesfalls sein, dass man Welterbe vergammeln lässt, nur weil es grad mal politisch opportun ist. Dann wären wir nämlich nicht viel besser, als die Menschen, die Weltkulturerbe in die Luft sprengen, weil es den religiösen Ansichten widerspricht.

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beobachter68 13.10.2017, 10:09
66. Richtig!

Jahrzehnten lang war UNESCO eine politische Organisation, die jede Gelegenheit wahrgenommen hat völlig absurde Anti-Israel Erklärungen zu erfassen. Das hat überhaupt nichts mit UNESCO Status zu tun, die vor allem eine Organisation zu Erhaltung und Pflege der Kulturerbe der Menschheit gedacht war. Wenn die westliche Gemeinschaft gegen die Politisierung der UNESCO gesteuert hätte, wären weder USA noch Israel ausgetreten. Aber Europa ist merkwürdig "neutral" in solche Fälle.

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nell2 13.10.2017, 10:11
67. Ist der Frieden zur Selbstverständlichkeit geworden?

Seit einigen Jahrzehnten leben wir im Westen in Frieden und im Grunde genommen auch in einem Wohlstand, den es so in der Menschheitsgeschichte nicht gegeben hat. Dabei scheinen wir zu vergessen, dass unsere Geschichte von Kriegen geprägt ist und es daher gute Gründe gibt, wieso internationale Organisationen entstanden sind. Den Frieden zu schützen und miteinander auszukommen, ist ein wichtiges Gut, wenn nicht sogar das Wichtigste. Und dennoch lassen wir uns wieder von rechtsextremen Kräften und Nazis gegeneinander aufhetzen und viele glauben den Mist von völkischer Unterwanderung etc.
Nein, liebe Leute Nationalstaaten sind nicht naturgegeben. Überrascht euch das? Ja, wir haben sie Erfunden, indem sich einzelne Stämme, Familien und andere Gruppen solange zusammengeschlossen haben, bis sie ein Nationalstaat gründeten. Ihre Grenzen sind von uns bestimmt worden, nicht von einem Gott und es sind keine natürliche Phänomene. Und es war gut so, den je mehr sich die Menschheit vereinigt hat, desto weniger haben wir uns gegenseitig abgeschlachtet. Doch der Nationalstaat ist auch nicht das Ende dieser Entwicklung. Es geht weiter von Regionen, zu den Staaten über internationale Organisationen wie die EU bis zu UNO oder Unesco. Natürlich läuft auch da nicht immer alles Perfekt aber wir können uns doch nicht von Personen wie Trump wieder in die Steinzeit führen lassen.

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Holbirn 13.10.2017, 10:18
68. Albtraumhaftes Budget

Die UNESCO hat neben zahllosen Projekten ein wahrlich albtraumhaftes Budget, das manchem Kleinstaat gut zu Gesicht stünde. Wie ein Kleinstaat gehabt sie sich dann auch, mit selbstherrlichen Regionalherrschern und manch einem Projekt, das bekanntermaßen ausschließlich zum Taschenfüllen dient. Tatsächlich wurde der Wunsch nach Reform nicht zum ersten Mal geäußert und wie gewohnt ignoriert.

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Ontologix II 13.10.2017, 10:20
69. Nur so eine Zahl

Zitat von neutralfanw
Trump wird wissen, wohin er Amerika und seine Wähler führt. Kultur? Er weiß garnicht, was das ist. Jetzt kann er Pipelines legen, wann und wo er möchte. Kulturstätten wird es keine mehr geben in den USA.
Von den 50 Staaten der USA betreiben nur 18 regelmäßig bespielte Opernhäuser.

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