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Austrittsrechnung für Großbritannien: Die vier Probleme mit Johnsons Brexit-Drohung
REUTERS

Boris Johnson droht Schulden bei der EU platzen zu lassen, um einen besseren Brexit-Deal zu erzwingen. In Brüssel riskiert der womöglich künftige britische Premier, den letzten Rest Vertrauen zu verspielen.

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kuac 11.06.2019, 18:32
70.

Zitat von Nonvaio01
etwas pauschal, denn unsere Politiker luegen zwar nicht, versprechen aber den himmel wenn es um wahlen geht, nach den wahlen will sich dann keiner mehr erinnern.
Johnson hat sowohl gelogen als auch Sachen versprochen, die er auf gar keinem fall liefern kann.
Was wird er denn machen, falls er PM wird? Er verlangt einen harten Brexit, aber das Parlament hat bereits einen solchen Brexit kategorisch abgelehnt. Und nun? Boris gegen das ganze Parlament?

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prodemo 11.06.2019, 18:32
71.

„Rule Britannia, Britannia rules the waves“, and the world. Irgendwas ist an dem Herren vorbeigegangen. Er meint wohl, dass es noch das Empire mit all seiner Machtfülle und Unterdrückung gibt.

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pietschko 11.06.2019, 18:33
72.

Zitat von huebif
Johnson will, dass GB solange nicht zahlt , bis es ein vernünftiges Abkommen gibt. Das hat Theresa May mit der Eu genau so ausgehandelt, allerdings geht die EU fälschlicherweise davon aus, dass der jetzige Vertragsentwurf vernünftig sei. Ist er nicht denn er hat die Möglichkeit einer Trennung von Gb zum Inhalt. .. Damit ist er für jede Regierung in Uk unannehmbar @
was geben sie hier für eine polemik zum besten? 1. hat die eu uk auch andere möglichkeiten angeboten. alle wollte uk nicht. 2. karfreitagabkomen! 3. wollte uk raus. und es kann ganz einfach raus. harter brexit. 4. warum will man überhaupt noch was mit der eu zu tun haben? um wird doch wieder die fürhrende nation der welt und alle anderen reißen sich darum mit uk geschäfte zu machen. first nation uk brauch die dumme eu doch gar nicht. also ist ein harter brexit doch völlig okay.
by the way, die zussicherung ist bereits teil des austrittsabkommens, hat also nichts mit der zukünftigen zusammenarbeit zu tun.
vll sollten sie sich erst einmal informieren, bevor sie versuchen polemik zu identifizieren.

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pterodactylus 11.06.2019, 18:34
73. Letztlich wird sich dieser

BJ genau den gleichen Gegebenheiten beugen müssen, weswegen alle Populisten letztlich scheitern: wenn es so einfach wäre ohne Abkommen mit Partnern bessere Ergebnisse zu erzielen, dann wäre es erst gar nicht zu den Abkommen gekommen, weil niemand ein Interesse gehabt hätte, diese abzuschließen. Insofern müssen alle diese Bestrebungen erst mal eine riesen Menge Geld kosten - mit einer überaus überschaubaren, minimalen Chance eine Outperfomance zu erreichen. Das ist genau das gleiche Spiel, warum 95% aller Börsenteilnehmer, die aktiv spekulieren, verlieren. Das Gewinnbringendste ist immer Geduld und abwarten und umsichtiges, langfristiges Investieren. Und Verbünde eingehen, um Verluste zu minimieren, während man dem Fortschritt Raum zur Entfaltung liefert. Diese Gesetzmäßigkeit gilt komplett unabhängig davon, ob man die Wirtschaft betrachtet, die Politik, oder jedwedes Gleichgewichtssystem. Populisten agieren kurzfristig und kurzsichtig, das ist deren Kerneigenschaft. Deswegen knickt auch die populistische Regierung in Italien genauso ein, wie es die griechische getan hat. Selbst die linke Landesregierung in Thüringen regiert wirtschaftsnäher als es die Parteiideologie vorgibt. Populisten können nur versuchen, ihre gleichen Methoden möglichst lange zu verstecken. Dass BJ genauso lügt wie DT ist nunmal deren Stilmittel. Ändert aber nichts. Zerstört sie langfristig nur. Und Xi mit seiner extrem langfristigen Strategie bedankt sich für die Geschenke, denn In Wirtschaften, die pleite sind kann man sich günstig einkaufen.

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pietschko 11.06.2019, 18:34
74.

Zitat von marinero7
Wo ist das Problem? Für 44 Mrd. kann GB die Pensionsverpflichtungen für britische EU-Beamte und -Abgeordnete übernehmen und "halbfertige" Brücken zu Ende bauen. Damit lässt sich Johnson nicht beeindrucken
ja, meinen sie. und wer will dann noch mit uk irgendwas verhandeln? freihandelabkommen mit der eu? sicher nicht.

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s.l.bln 11.06.2019, 18:35
75. Ohne Zugang zum EU Binnenmarkt...

Zitat von marinero7
Wo ist das Problem? Für 44 Mrd. kann GB die Pensionsverpflichtungen für britische EU-Beamte und -Abgeordnete übernehmen und "halbfertige" Brücken zu Ende bauen. Damit lässt sich Johnson nicht beeindrucken
haben sie deutlich größere Probleme, als ein paar halbfertige Brücken.
Und genau darauf liefe es hinaus, würden sie sich weigern, ihre Schulden zu begleichen. Daß angesichts solcher Geschäftsgebaren andere Handelspartner auch nicht grade Schlange stünden, dürfte jedem klar sein.

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forky 11.06.2019, 18:35
76. That's nonsense

Zitat von huebif
Johnson will, dass GB solange nicht zahlt , bis es ein vernünftiges Abkommen gibt. Das hat Theresa May mit der Eu genau so ausgehandelt, allerdings geht die EU fälschlicherweise davon aus, dass der jetzige Vertragsentwurf vernünftig sei. Ist er nicht denn er hat die Möglichkeit einer Trennung von Gb zum Inhalt. .. Damit ist er für jede Regierung in Uk unannehmbar @
Nur wenn der Backstop über längere Zeit zum Tragen käme. Es liegt am UK, dafür zu sorgen, dass die Notwendigkeit für einen Backstop entfällt.

Kein vernünftiger Mensch wird von einer Zollunion mit fast 500 Millionen Menschen verlangen, dass sie ihre Hintertür sperrangelweit öffnet. Zugunsten von 60 Millionen, die es seit 2016 nicht geschafft haben, eine Regierung mit klarem Auftrag zu stellen.

Die Irland-Frage ist ein britisches Problem, das über Jahrhunderte nicht gelöst wurde. Wie wäre es, wenn die Briten erst einmal in ihrer eigenen Union aufräumen? Schottland, Nordirland... da gibt es noch genug zu tun.

Ein Backstop ist nur dann nötig, wenn Nordirland und Irland nicht in einem Zollgebiet sind. Easy. It is your turn! By the way: NI voted leave.

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haarer.15 11.06.2019, 18:36
77. Boris wird fulminant scheitern

Zitat von koch-51
Wir sollten uns überhaupt keine Gedanken machen. Das britische Parlament besteht aus 70% Remainern. Die werden es nie zulassen, dass GB die EU verlässt. Nicht nur in Brüssel, zuvor schon in Westminster würde Boris auflaufen, wenn er denn überhaupt Premier wird. Schon 2016 hat die Parlamentsfraktion BJ verhindert und die Remainerin Theresa May zur Premierministerin gemacht.
... und die Fallhöhe für diesen großmäuligen Herrn wird gewaltig sein. Am Brexit jedoch führt kein Weg mehr vorbei. Den wollen nämlich alle Tory-Kandidaten. Es geht nur noch um Hard oder Soft.

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HanzWachner 11.06.2019, 18:37
78. Oh ihr Briten...

...wie konntet ihr als einstiges Vorbild der europäischen Demokratien so tief sinken, einen Blender, Bösewicht und Tunichtgut wie Boris Johnson als Premierminister überhaupt in Betracht zu ziehen? Warum seht ihr nicht, dass die Geschichte einen üblen Ausgang für euch nehmen wird, wenn ihr mit eurer desolaten Industrie, dem kranken Gesundheitssystem und einer gespaltenen Gesellschaft die gesamte EU austricksen wollt? Das kann nicht gut gehen, aber Charaktere wie Johnson, Farage und ihre Helfer blenden euch mit scheinbarer Glückseligkeit, wenn ihr gegen Europa und generell Ausländer seid, als wenn ihr noch die mächtige Kolonialmacht des 19. Jahrhunderts wärt. Seid ihr aber nicht, sondern eine kleine Insel in der Nordsee mit einer politischen Clique am Start, die in erster Linie an sich selbst denkt und euch Wahlvolk belügt.

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burlei 11.06.2019, 18:38
79. @iasi, #25

Zitat von iasi
[Das Problem ist die Selbstüberschätzung und Arroganz der EU] Das zeigt sich doch schon an diesen Brücken-nur-halb-gebaut und Bauern-ohne-Hilfen Beispielen: GB ist Nettozahler. Wenn London also kein Geld mehr an Brüssel überweist, dann bleibt sogar noch Geld übrig, auch wenn GB die ausbleibenden Zahlungen der EU für Brücken und Bauern dann selbst leistet. Deutschland exportiert mehr nach GB, als dass wir von dort importieren. Wer wird also die größeren Einbußen haben? Zudem ist die britische Wirtschaft derart stark mit der EU verzahnt, dass ein harter Brexit nicht nur die Briten schmerzen würde. Trump hat zudem schon ein Handelsabkommen mit GB angeboten, während die EU noch auf seiner Liste der Handelspartner steht, die die USA übervorteilen. Gerade Trump wäre dann jemand, der einen harten Brexit zum Vorteil der USA nutzen würde.
GB zahlt jährlich 10,6 Milliarden Euro in den EU-Haushalt ein und erhält im Gegenzug 6,3 Milliarden an EU-Subventionen zurück. Der eigentlich aufzubringende Beitrag (der Netto-Betrag) beläuft sich also auf 4,25 Milliarden Euro.

Von den 6,3 Milliarden Euro, die die EU an GB zahlt, fließen allein 54,53% in die Landwirtschaft Großbritanniens. Das sind also etwas mehr als 3,4 Milliarden Euro. Das sind grade mal 850 Millionen Euro weniger als GB rein Netto einzahlt. Die Bauern sind also einigermaßen gut raus, die verlieren nicht, wenn BJ tatsächlich den Nettobetrag, der an die EU geht im Lande verteilt. In die Regionalpolitik (Struktur- und Kohäsionsfonds) fließen 995 Millionen, die mit dem verbleibenden Rest von 800 Millionen nicht mehr ganz gedeckt werden können. Die restlichen 200 Millionen müssen sich die Kommunalpolitiker in GB von der Backe putzen. In Forschung und Entwicklung fließen 1,64 Milliarden Euro, demnächst also nichts mehr. Dazu kommen noch Kleinigkeiten, die aber schon nicht mehr ins Gewicht fallen. Da bleiben tatsächlich nichts mehr übrig, ganz im Gegenteil. Um den fehlenden Betrag von 2 Milliarden Euro zu ersetzen, muss BJ den ganzen Haushalt umkrempeln.

Klar, GB ist Nettozahler, aber immer wieder wird vergessen, dass dieses Netto gar nicht mal so hoch ist. Deutschland selbst zahlt als Nettozahler ja auch nicht 19,6 Milliarden Euro Netto ein, sondern nur 8,7 Milliarden, denn wir bekommen ja auch aus EU-Kassen 10,9 Milliarden Euro.

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