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Autor Kehlmann kritisiert Österreich: "Die Demokratie ist in Gefahr"
Herbert Pfarrhofer/ DPA

Schriftsteller Daniel Kehlmann war für eine Preisverleihung in Wien, seine Rede wurde politisch: Der "schweigende Kanzler" Sebastian Kurz schade dem Ansehen Österreichs in der Welt.

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neanderspezi 16.05.2019, 13:47
10. Bewusstes Schweigen an den Nahtstellen der Macht will gekonnt sein

Österreichs Kanzler Kurz hat sich nicht vor die Freiheitlichen bei seinem Regierungsaufkommen gestellt, sondern neben sie, in weißer Voraussicht, dass sich ÖVP und FPÖ dadurch wesentlich leichter die Hände reichen können und wenn die Einen tönen, fällt es gar nicht auf, wenn die Anderen schweigen oder nur Hintergrundgeräusche verursachen, sozusagen den Refrain liefern. Vielleicht rührt es von der Höhenluft auf den Bergen, den tief einschneidenden Tälern und den daraus resultierenden Kontrasten, dass die empfindsamen Österreicher dem gewissermaßen aufgenötigten Fremden ihre eigene nationale Wahrnehmung in ganz spezifischer Form und Geisteshaltung entgegenbringen, die eben auch leicht in Unduldsamkeit und Feindseligkeit umschlagen kann, was von den Regierungsparteien in dezenter Form bislang noch irgendwie abgeschwächt wird. Dieser Kehlmann scheint jedoch beim Regierungstandem eine Übereinkunft in der Regierungsaufführung wahrgenommen zu haben, die zu Besorgnis Anlass gibt, wobei die einen unauffällig die Trommel tragen und die andern auffällig trommeln.

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beegee 16.05.2019, 15:31
11. Euphemismus

Zitat von gatsue
wie man Diversität der Meinungen bündelt und integriert
Ein schöner Euphemismus für: "Nicht genehme Meinungen verbieten wollen, Kritiker mundtot machen und nur die Regierungsmeinung zulassen." Würde ich Zensur nennen!

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beegee 16.05.2019, 15:47
12. So sind sie, ...

Zitat von Meconopsis
Ausgrenzen, Polemisieren, Dramatisieren... so sind sie fast alle, unsere heutigen Intellektuellen. Das ist angesagt, und man kann damit immer punkten und schwierigen Diskussionen aus dem Weg gehen. Kern dieser Denke ist ein naiver moralischen Rigorismus, der den Verstand vernebelt, weil er mit vielerlei Denkverboten arbeitet. Im Grunde genommen völlig anti-intellektuell. Am erschreckendsten zeigt sich mir das in der Diskussion um offene Grenzen und Migration. Diese ihrem Werdegang nach intelligenten Menschen sind nicht einmal imstande, die Begrenztheit unseres hochentwickelten Sozial- und Gesundheitssystems anzuerkennen, und die Thematik der immer krasser wachsenden Weltbevölkerung klammern sie auch gerne aus. Stattdessen bekommt man immer nur die Schalögworte: Humanität, Würde, europäische Werte, Menschenrechte usw. hingeworfen. Punkt. Aus. Holzhammer. Am schlimmsten von allem finde ich aber die unsäglichen Vergleiche mit den 30er-Jahren. Dabei würde es reichen, ein paar wenige Jahrzehnte zurückzugehen, um dann festzustellen, dass viele heutige Positionen von FPÖ oder AfD in vielen Punkten deckungsgleich sind, mit dem, was die früheren Regierungsparteien CDU oder ÖVP noch in den 80er- oder 90er-Jahren vertreten haben. Inzwischen hat sich aber das gesamte politische Koordinatensystem nach links verschoben. Allerdings nur in gesellschafts- und umweltpolitischen Fragen. Wenns um Finanz- oder Wirtschaftspolitik geht, und um die Auswüchse der Leistungsgesellschaft, ist alles eher noch schlimmer geworden. Hier zeigt sich sehr schön die verengte Sicht der heutigen Intellektuellen. Sie sehen nur das, was sie für wichtig halten, und das sind hauptsächlich Identitätsfragen, Minderheitenthemen, und seit neuestem wieder die Umwelt. Das reicht nicht. Die Sorgen und Nöte vieler Menschen liegen woanders.
... die Rechten: Rassistische Meinung raushauen und wenn sie dann von einem "heutigen Intellektuellen befragt werden, dann Jammern, Abhauen und mit Absetzung drohen:

Bitte sehr genau anschauen https://www.youtube.com/watch?time_continue=267&v=JvviCooH0qM

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tommirf 16.05.2019, 16:49
13. Kurz

Zitat von gatsue
Ganz im Gegenteil: Österreich steigt und steigt in meinem Ansehen! Kurz macht alles richtig. Er entwickelt eine konsequente Politik, die seinem Land gut tut und er hat verstanden, wie man Diversität der Meinungen bündelt und integriert, anstatt die Gemeinschaft zu zerstören. Aber das hätten manchen Menschen ja ganz gerne.
macht gar NIX!! Die FPÖ treibt ihn vor sich her, und Kurz reagiert. Aber von sich aus macht er nix. Wenn es das ist was Sie meinen...

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tommirf 16.05.2019, 16:51
14. Das alles

Zitat von merle-nassereith
Kurz macht wenig falsch, als Deutscher, seit über 10 Jahren in Österreich lebend, sage ich, die Zufriedenheit hier ist extrem hoch. Der durchschnittliche Jahresverdienst liegt höher als in Deutschland. Die Lebensqualität viel höher. Das Kranken- und Sozialsystem ist besser, die Renten höher, die Betreuung in Krankenhäuser und Altenheim viel menschlicher als in Deutschland. Mit der Politik hadern bestenfalls die Linken des Auslandes. Das stört aber nicht, die haben hier und in Deutschland noch nie was auf die Beine gestellt außer Ihre eigene Klientel immer neu zu belasten. Wir jedenfalls haben vor über 10 Jahren die beste Entscheidung unseres Lebens getroffen und sind mit den politischen Gegebenheiten völlig zufrieden. Was politische Zustände anbetrifft sollte man über die USA klagen, über oder in Österreich zu klagen ist nicht erforderlich. Hier stimmt alles!
ist nicht Kurzens Verdienst. Er sonnt sich in den Erfolgen und der Arbeit seiner Vorgänger. Schließlich "arbeitet" er erst seit kanpp zwei Jahren, in der Zeit kann man Systeme ruinieren, aber nicht aufbauen.

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werner.zillig 16.05.2019, 17:55
15. Wenn das Volk anders tickt ...

"... er bekam dort am Mittwochabend einen Literaturpreis verliehen. In seiner Rede kritisierte er die Regierung Österreichs mit deutlichen Worten."

Das ist sein gutes Recht. Allerdings sind Kehlmann, Böhmermann u. a. halt auch an Menschen, die nicht glauben können, dass "das Volk" -- das ja nun mal wählt und Regierungen macht -- nicht so tickt wie sie selbst. Wenn das Volk anders tickt, dann wurde es natürlich populistisch verführt. Eine prima Volte, die immer funktioniert. Aber vielleicht kann das Volk im großen und ganzen doch selbst denken und entscheiden und braucht nicht die Vorgaben der großen Kleindenker?

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adal_ 16.05.2019, 18:51
16. FPÖ-Deppentheater. Steht die Machtergreifung unmittelbar bevor? :-)

Zitat von beegee
Ein schöner Euphemismus für: "Nicht genehme Meinungen verbieten wollen, Kritiker mundtot machen und nur die Regierungsmeinung zulassen." Würde ich Zensur nennen!
Um mal bei Zensur zu bleiben. FPÖ fordert Entlassung von ORF-Moderator Armin Wolf ....
Der ist ob dieses Angriffs auf seine Person und die Pressefreiheit in Österreich nicht halb so aufgeregt wie z.B. der besorgte Österreich-Experte Daniel Kehlmann und andere Österreich-Experten, sagen wir Jan Böhmermann.
Wolf schreibt in seinem Pressespiegel in eigener Sache: Dem Schweizer Medienportal PERSOENLICH habe ich erklärt, warum die Debatte der letzten Tage letztlich der Medienfreiheit in Österreich nützen könnte.

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