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Backstop-Streit: Finnischer Premier Rinne setzt Johnson Brexit-Ultimatum
Thibault Camus/ AP

Brüssel hat Nachverhandlungen beim Brexit gefordert - nun drängt Finnland, aktuell Inhaber des EU-Ratsvorsitzes, die Briten zur Eile. Kämen bis Ende September keine Vorschläge, "dann ist es aus".

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Vadomar 19.09.2019, 12:10
130. die üblichen Verschwörungstheorien

Zitat von 123rumpel123
Wahrscheinlich möchte die EU mit dem Ultimatum nur den britischen Supreme Court beeinflussen. Da allerdings Verfassungsregeln nicht gewechselt werden wie das Tagesgericht im Restaurant wäre das wohl eher infantiler Glaube. Und wenn man sowieso nicht vor hat, den Austrittsvertrag zu öffnen, muss man auch nicht wochenlang vorher Kenntnis über etwas erlangen, das man eh nicht ändern will.
So langsam kann man über den Unsinn, den Brexiteers wie Sie es verbreiten nur noch mit dem Kopf schütteln.
Tatsachenverdrehung par excellence.

UK hat keine geschriebene Verfassung, vieles geht auf customary law oder Gesetzessammlungen wie dem Bill of Rights oder die Magna Carta zurück.

Ich schlage vor, Sie schauen sich die Verhandlung vor dem Supreme Court mal live im Netz an. Die Argumente der Antragsgegner (Brexiteers) sind sehr wenig stichhaltig, die Richter haben die Anwälte des Premiers bereits mehrfach darauf hingewiesen.

Meine Voraussage: Der Supreme Court kassiert morgen die prorogation des Parlaments. Und das hat nichts, aber auch gar nicht, mit der Haltung der EU zu tun, auch wenn rechte Verschwörungstheoretiker wie Sie sich immer solch einen Unsinn zusammenbasteln....

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KayYou 19.09.2019, 12:10
131. Etwas komplizierter

Zitat von juba39
"Auch wenn man es nicht wahrhaben will. Nordirland ist nun einmal seit Jahrhunderten fremdländisch (durch Normannen und Engländer besetzt.) besetzt/geprägt. Und das geht seit 1169 schon so. Und auch DAS will man nicht wahrhaben. Eine Vereinigung beider Teile Irlands wäre zwar schmerzhaft für einen Teil, aber eben eine denkbare Lösung. "
ist die ganze Sache schon.
1169? Da war Mecklenburg gerade mal 2 Jahre sächsisches Lehen und fast komplett von Slawen bewohnt. Und Lehen wurden die nicht, weil Heinrich der Löwe so schöne braune Augen hatte...
Moskau war gerade neu gegründet worden und wurde von Susdal aus regiert.
Aber es ist schön, wie Sie so non-chalant über den Willen und die Interessen der jetzigen Bürger Irlands und Nordirlands hinweggehen.

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neckargirl1 19.09.2019, 12:11
132.

Zitat von decathlone
was Johnson hören will. Passt zur Saga von der bösen EU, die für UK kein Freibier spendieren will. Johnson hat hinreichend bewiesen, dass er nicht an einer Einigung interessiert ist, also sollte ein UK mit so einer Regierung dann am 31.10. endlich vor die Tür gesetzt werden, ehe alles noch weiter eskaliert und die Briten komplett zum Mietnomaden werden. Sie haben der EU schon genug Schaden zugefügt. Man sollte Johnson endlich die Gelegenheit geben, seine kleine Insel auch mal zu regieren statt nur Show zu machen. Und Farage und Konsorten mit der nächsten Fähre zurück nach Dover schicken.... Schade, dass man Farage den deutschen Pass nicht so einfach wieder wegnehmen kann. Gehört zur Einbürgerung nicht auch eine positive Einstellung der neuen Staatsbürgerschaft gegenüber??
Farage hat keinen deutschen Pass. Nur seine Kinder haben einen.

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Bondurant 19.09.2019, 12:14
133. Sie haben Recht

Zitat von cougar60
so muß man mit Boris sprechen, das nebulöse Herumgeiere a la Merkel, und Juncker wird von Boris nämlich nur falsch verstanden.
Und auch der Boris wird das so sehen, denn der will ja raus, wirklich. Es ist ja die EU, die das einfach nicht glauben will und immer weiter darauf hofft, die Briten würden im letzten Moment noch einknicken. Die ganze Politik der Eurokraten seit dem Brexit-Referendum war keineswegs darauf gerichtet, mit dem austretenden Land einen vernünftigen modus vivendi zu finden, sondern so lange zu drohen und schwarz zu malen, bis die Briten es sich anders überlegen. Ich könnte mir vorstellen, dass bis heute in Brüssel die Illusion herrscht, das ganze würde irgendwie vorbeigehen.

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mostly_harmless 19.09.2019, 12:16
134.

Zitat von Adikom
Labour-Linke hätten im Parlament durchaus für den Kompromiss-Deal der EU mit der Regierung von May stimmen können. Offenbar ist die Linke in UK in etwa gleich kompromisslos wie die Rechte.
Bei Labour träumt man in Teilen von einer linken Politik nach einen Austritt aus der EU. Vor (gefühlt) 6 Wochen gab es ein Interview im TV mit einem Labour-Abgeordneten, der sich über die "neoliberale EU" erging, die eine "wirklich linke" Politik verhindere. Diese Art Träumereien haben verhindert, dass Labour sich klar für Remain einsetzte und so die Lügenkampagne der Brexiteers erst ermöglicht.

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wiseman21 19.09.2019, 12:17
135. sehe ich nicht so

Zitat von dies-und-jenes
Dann gibt er alle Schuld der EU. Das ist ok solange die EU ihren Standpunkt klar kommuniziert und hart bleibt um alle Populisten abzuschrecken was ihre Gefühlsduselei heisst. Danach ca.2 Jahren sollte die EU aber die Hand austrecken und UK zum Wiedereintritt bewegen...zu neuen Bedingungen.
Die EU sollte GB nicht dazu bewegen wieder einzutreten. Der Impuls für eine erneue Mitgliedschaft muss von GB kommen. Dazu ist ein gesellschaftlicher Umdenkungs- und Meinungsbildungsprozess notwendig. GB muss Mitglied der EU sein wollen, und zwar nicht nur aus wirtschalftlichen Gründen. Ansonsten macht eine erneute Mitgliedschaft nur wenig Sinn. Ich glaube, dass dieser Meinungsbildungsprozess sicher mehr als zwei Jahre dauern wird.

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mostly_harmless 19.09.2019, 12:21
136.

Zitat von bert1966
Wenn es tatsächlich zu massiv negativen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen durch den Brexit kommen sollte, und viele Anzeichen sprechen dafür, dann geraten die britischen Brexiteers unter Erklärungsdruck und natürlich werden sie dann jede Verantwortung weit von sich weisen, lieber eine Art von Dolchstoßlegende ins Leben rufen, eine Mär, nach der man ja viel bessere Bedingungen hätte schaffen können, wenn "die EU sich damals nicht so gesperrt und die Briten aus der Gemeinschaft gedrängt" hätte. [...]
Falls dies auch nach einem EU-Austritt weiterhin möglich ist (ist ja seit dem Beitritt GBs zur EU der Status Quo dort), sind die Briten ganz schlicht ein hoffnungsloser Fall. In Zeiten des Internet kann man sich objektiv informieren. Man muss es nur wollen.

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soerensen 19.09.2019, 12:21
137. @123rumpel123

Wie kommt man denn auf so eine unsinnige Verschwörungstheorie? Btw. Den foristen muesste es doch tierisch freuen, dass bald Schluss ist. Dann brechen doch endlich die von ihm vorhergesagten goldenen Zeiten in uk aus.

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sibbi78 19.09.2019, 12:26
138. Eigentlich hatte ich von DER Politik gesprochen.

Zitat von post-postfaktisch!
Genau! Kante zeigen, Tisch hauen und so... Das Merkel das nicht macht, hat einen Grund. Mann nennt ihn VERANTWORTUNG. Vielleicht geht es auch mal um ihren Arbeitsplatz. Anders als die Tischhauer hat sie Johnson in feinem Florett die Verantwortung zugeschoben. DAS hat gesessen. In der englischen Presse ist es heute noch DAS Thema. Viel mehr als Macron. Und sie hat damit verhindert, dass Johnson eine Legende bauen kann im Sinne von "ich hätte ja geliefert aber die bösen Finnen" Das war von Merkel extrem klug. Auch ich fand es emotional schick, was der Luxemburgische MP gesagt hat, aber darauf stürzen sich die Brexit-Medien in UK und auch Farage. Merkel sitzt aber wie ein Stachel mit Widerhaken und wird von den Remainern genutzt. Das ist nur eines: SCHLAU. Finden Sie es nicht auch nicht toll, von einer so klugen und verantwortungsvollen Person vertreten zu werden?
Dass Angela Merkel mit feiner Ironie in Form des eleganten Floretts umzugehen weiß, ist hinlänglich bekannt. Es geht hier aber nicht um feine Nadelstiche, sondern um das große Ganze. Da zeigt Frau Merkel stets gewisse Schwächen: Sie fängt stark an und lässt dann merkelich nach...

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syracusa 19.09.2019, 12:28
139.

Zitat von wiseman21
Die EU sollte GB nicht dazu bewegen wieder einzutreten. Der Impuls für eine erneue Mitgliedschaft muss von GB kommen. Dazu ist ein gesellschaftlicher Umdenkungs- und Meinungsbildungsprozess notwendig. GB muss Mitglied der EU sein wollen, und zwar nicht nur aus wirtschalftlichen Gründen. Ansonsten macht eine erneute Mitgliedschaft nur wenig Sinn. Ich glaube, dass dieser Meinungsbildungsprozess sicher mehr als zwei Jahre dauern wird.
Ja, sowas braucht in aller Regel mindestens eine Generation. Die Brexiteers sind Leute, die einer längst vergangenen Vergangenheit anhängen, und die deshalb ein stark reaktionäres Weltbild pflegen. Das ist tief in der Kultur verankert, und das muss durch den kulturellen Wandel ausgewaschen werden. Dieser kulturelle Wandel findet so gut wie gar nicht dadurch statt, dass die Anhänger des alten Weltbilds von einem neueren, zivilisierteren Weltbild überzeugt werden, sondern dadurch, dass sie einfach wegsterben und den jüngeren, aufgeklärteren Bürgern Platz machen.

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