Forum: Politik
Baerbock über Nahles-Rückzug: "Besondere Härten, wenn man weiblich ist"
OMER MESSINGER/EPA-EFE/REX

Die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock hat Andrea Nahles für ihren Rückzug von der SPD-Spitze Respekt gezollt. Politik sei ein "wahnsinnig hartes Geschäft" - besonders für Frauen.

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mwroer 04.06.2019, 09:42
180.

Zitat von FocusTurnier
Ich freue mich schon auf diverse Klagen grüner Kommunen, wenn es um Baumaßnahmen für diese Trasse, ob nun ober- oder unterirdisch, geht. Da zerschellen dann die nächsten Grünen Träume.... Und Atomstrom geht ja nun mal gar nicht, wer eine echte Grüne ist (feministisches Maskulinum oder so) bezieht Bio-Strom. Sonst müssten sich ja die ganzen grünen Autofahrerinnen den "Atomkraft - Nein, danke!"-Sticker wieder vom Q7-Heckdeckel kratzen.....
Dumm nur dass die Prophetin, Frau Thunberg, auch keinen anderen Weg sieht als Atomkraft mit in den Energiemix einzubinden.

(Nein der Begriff stammt nicht von mir sondern von den Grünen - und wird nur benutzt um zu zeigen dass dieses Thema mittlerweile auf dem Weg zum Status 'Ersatzreligion', mit allen negativen Folgen, ist.)

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mwroer 04.06.2019, 09:51
181.

Zitat von Stereo_MCs
Hört doch bitte auf eine CO2 Steuer als Untergang des Abendlandes und das Pleite des kleinen Mannes zu verkaufen. In der Schweiz gibt es diese schon, und kleine Leute und Normalverdiener bekommen einmal im Jahr richtig gut Geld ausgezahlt mit dem sie schon fest planen: https://de.wikipedia.org/wiki/CO2-Steuer#Schweiz https://de.wikipedia.org/wiki/Lenkun..._der_Einnahmen Merke, nicht alles glauben was AFD nahe Kreise einem argumentativ verkaufen wollen. Kantholz lässt grüßen.
Die CO2-Abgabe in der Schweiz ist eine Lenkungsabgabe auf Brennstoffe - also das Äquivalent zur Kraftfahrzeugsteuer die es bei Euch bereits gibt.

Am ehesten kann man die VOC als Vergleich hernehmen. Bei der ist allerdings festgeschrieben dass sie vollumfänglich wieder ausgeschüttet wird - und nun zeigen Sie uns bitte das 'Ausschüttungsmodell' der Parteien für Deutschland.

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mwroer 04.06.2019, 09:55
182.

Zitat von Stereo_MCs
Mal davon abgesehen, dass ich früher nie ein Mädchen sein wollte, sie angeblich immer, kann ich ihnen das erklären. Für eine Frau mit z.B. 3 kleinen Kindern, ist ein 14-16h Tag eines Spitzenpolitiker sicher etwas schwerer umzusetzen als für ein Mann. Jeder der was anderes behauptet, lügt sich in die Tasche.
Warum lügt der sich in die Tasche. Warum soll es für eine Frau schwerer sein als für einen Mann - vorausgesetzt die Umstände sind gleich? Alleinerziehende kriegen das sowieso nicht hin.

Und wenn Sie keinen Partner haben der Ihren Traum unterstützt - dann haben Sie den falschen Partner. Männlich oder weiblich spielt da eine extrem untergeordnete Rolle.

Und was die Kritik am aussehen zu Frau Merkel angeht ... ich kann mich lebhaft an 1001 Karikaturen pro Tag - und normale Artikel - , hauptsächlich aus dem ach so toleranten linken Spektrum, erinnern die nichts anderes kritisiert haben als Birne Kohl und Genschman mit Segelohren.

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mark.muc 04.06.2019, 10:39
183.

Zitat von Little_Nemo
Das Grundgesetzt und auch diese Artikel sind mir bekannt. Es wäre also nicht nötig gewesen es zu zitieren, zumal Sie ja einräumen, dass Sie ein problematisches Verhältnis zum Grundgesetz haben. Dennoch, besonders Artikel 3 ist ein schöner Artikel, den man nicht oft genug zitieren kann. Zumal es in unserem Disput ja um die faktische eklatante Ungleichheit zwischen den Geschlechtern geht, die Sie nur ganz anders verorten als ich. Was mich etwas verwundert, denn, dass Frauen real im Durchschnitt schlechter bezahlt und auch sonst beruflich zumeist benachteiligt werden, dürfte doch außer Frage stehen. Diese Ungleichheit soll die Quotenregelung bekämpfen. Damit steht sie also keineswegs im Konflikt mit dem Grundgesetz. Im Gegenteil. Und wenn Sie Ihren Grundwehrdienst bzw. ihren Ersatzdienst als Zwangsarbeit betrachten, für was müssen Sie dann erst das halten, was Frauen leisten indem sie Kinder zur Welt bringen und groß ziehen? Von all dem was viele Männer von ihnen erwarten, als wäre es selbstverständlich, gar nicht zu reden: hinter ihnen - den Männern - her räumen, Essen machen, putzen etc. - ohne geregelte Arbeitszeiten.
Man hat kein problematisches Verhältnis zum GG, wenn man auf Widersprüche hinweist. Im Gegenteil: ich zeige damit, dass Ich das GG ernst nehme und es nicht einfach anhimmle. Ja Artikel 3 ist ein wichtiger und meinethalben auch schöner Artikel. Ich fand ihn allerdings noch schöner vor seiner Änderung. Nach Ihrer Logik hatten ja die Befürworter dieser Änderung auch ein problematisches Verhältnis zu GG. Es gibt keine Studie, die belegt, daß Frauen bei gleicher Tätigkeit schlechter bezahlt werden. Die Studie des Statistischen Bundesamtes besagt lediglich, daß der Unterschied maximal x% Prozent zuungunsten der Frauen beträgt. In der Studie wird außerdem ausdrücklich darauf hingewiesen, daß nicht alle Faktoren berücksichtigt werden konnten. Dass Frauen Berufe ergreifen, in denen weniger verdient wird, ist kein Beleg für irgendwelche Benachteiligungen, es kann z.B. auch als Beleg dafür gelesen werden, daß der Druck auf Männer Geld zu verdienen höher als bei Frauen ist. Ich sage ausdrücklich, daß er so gelesen werden könnte. Anders als Sie stelle ich keine vorschnellen Behauptungen auf. Übe den enormen Geldtransfer von Männern hinzu Frauen (besonders innerhalb von Ehen) findet man allerdings in SPON keinerlei Statistiken. Und was soll so ein Satz: ….sonst beruflich zumeist benachteiligt werden? Inwiefern? Warum? Wenn das alles so wäre, warum stellt Frau Klatten nicht nur noch Frauen ein? Wenn ein Mann wegen der Frauenquote benachteiligt wird, dann wird er gewollt und ausdrücklich wegen seines Geschlechtes benachteiligt. Und das ist kein Widerspruch zu Artikel 3? ich schlage Ihnen vor Sich ein wenig mit formales Logik zu beschäftigen. Hinter den Männern herräumen.... kein Gesetzt zwingt Frauen dazu und die Finanzierung der Familie durch die Männer ist das nur ein Frohlocken? . Ich betrachte Grundwehrdienst bzw. ihren Ersatzdienst (es heißt übrigens Zivildienst) nicht nur als Zwangsarbeit. Er war Zwangsarbeit unter Androhung von Gefängnisstrafe.

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mark.muc 04.06.2019, 10:43
184.

Zitat von current3
Um zu erklären, wie ich Frau Baerbocks Satz zu Härten für Frauen in der Politik verstehe, muss ich etwas weiter ausholen. Frauen sind definitiv in der Männerwelt angekommen. Aber wie reagieren die Männer? Meine Erfahrung: Viele sind o.k., aber immer wieder kommt man in alberne bis demütigende Situationen: Man wird vom Fliesenhändler davor gewarnt, selbst zu fliesen. Es seien schon Kunden weinend zurückgekommen, weil sie es nicht hingekriegt hätten. Die Story kriegen Männer doch nie im Leben zu hören! Von jemandem, der Fliesen verkaufen will! Im Baumarkt wird nochmal nachgefragt: "Ein Eimer zum Verputzen oder zum Putzen?" Geht's noch? Das Gespräch mit einem Bankmitarbeiter verläuft im Dreieck: Ich spreche mit ihm und schau ihn dabei an. Er gibt die Antwort meinem Mann, der peinlich berührt und demonstrativ aus dem Fenster starrt. Das selbe im Elektronikladen, in dem ICH diejenige bin, die sich über technische Spezifikationen informiert hat und ICH diejenige bin, die die Fragen stellt. Das ging sogar so weit, dass der nette Berater mir den Rücken zugekehrt hat, nachdem mein Mann sich extra schon etwas zurückgezogen hatte. Bei der Arbeit äußere ich die Lösung für ein Problem und keiner reagiert. Ich wiederhole laut und deutlich: Leute, ich habe die Lösung. Keine Reaktion, bis auf meinen netten Kollegen, der die anderen darauf hinweist, dass ich der Diskussion etwas Konstruktives beizusteuern habe. Erst dann hören die anderen zu. Übrigens: Wäre ich noch lauter oder ungeduldiger geworden als ich es war, wäre ich am Ende als Zicke oder gar als hysterisch angesehen worden. Da kann man nicht einfach sagen: Sie hätte es bestimmter ausdrücken sollen. Was ist denn bestimmter als bestimmt? Was hat das nun mit Frauen in der Politik zu tun? Sehr viel! Auch hier werden viele Männer wohl o.k. sein. Aber es gibt mit Sicherheit auch die vielen fiesen Stiche, die immer wieder zeigen sollen: Du bist als Frau minderwertig, du gehörst hier nicht her, du schaffst das sowieso nicht, warum kümmerst du dich nicht um deine Kinder. Das ist nochmal etwas anderes als die üblichen Machtspielchen und Kappeleien, die auch zwischen Männern ablaufen - zumindest eine andere Dimension davon. Diese Stiche pieksen in eine bestehende Wunde, weil wir Frauen meist zu Passivität erzogen worden sind (ja, auch von unseren Müttern), so dass es uns schwerfällt zu kontern. Obwohl wir durchaus dazu in der Lage wären. Aber selbst wenn wir kontern, wird das anders bewertet als bei unserem männlichen Gegenstück. Etwas übertrieben ausgedrückt: Ein emotionaler Mann gilt als authentisch, eine emotionale Frau eher als hysterisch. Ich stimme Ihnen zu: Ich will nicht geschont werden, weil ich eine Frau bin. Das ist Gleichberechtigung. Aber es wäre schön, wenn Männer UND Frauen dem weiblichen Geschlecht mehr zutrauen würden. Davon sind viele noch weit entfernt.
Zum Teil gebe ich Ihnen Recht. Aber was ist mit Männern in der Frauenwelt. Z.B. männlichen Kindergärtnern, denen Eltern nicht über den Weg trauen, da sie in ihm einen potentiellen Triebtäter sehen? Was mich an dieser ganzen Diskussion stört ist ihre Einseitigkeit. Deshalb halte ich sie für rückwärtsgewandt und sexistisch.

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mark.muc 04.06.2019, 11:02
185.

Anstatt darauf zu dringen, dass Frauen mehr verdienen, sollte man besser die Bereiche aufzählen, in denen zu wenig verdient wird und versuchen die Strukturen dort zu ändern. Es wäre sicherlich zu begrüßen, wenn z.B. Reinigungskräfte mehr Geld und mehr Anerkennung bekämen. Das dies dann vermutlich mehr Frauen als Männer beträfe ist wahrscheinlich so. Das würde Sie dann freuen, mir wäre das egal, weil ich alle Menschen gleich achte. Entsprechend bei Briefboten. Hier beträfe es wohl mehr Männer. Für mich kein irgendwie wichtiges Kriterium. Für Sie wohl schon. Würden Sie sich dann für die Briefboten weniger freuen? Der Fehler an dieser Art zu denken ist, daß man Individualrechte logisch mit Gruppenrechten gleichsetzt. Dies ist logisch falsch und politisch gefährlich. Beispiele in der Geschichte gibt es zuhauf.

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aras62 04.06.2019, 11:13
186. !

"Besondere Härten, wenn man weiblich ist" Dies konnte ich bei Nahles und kann es bei Baerbock nicht feststellen. Ganz im Gegenteil! Und das gepaart mit politischer Unfähigkeit!

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paule77 04.06.2019, 11:16
187.

Man sollte bei allen "besonderen Härten", die sie ertragen musste, "weil sie weiblich ist", nicht vergessen, dass Nahles überhaupt nur deswegen in diese Positionen gekommen ist, weil sie weiblich ist.

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karin_crime 04.06.2019, 12:39
188. Besonders weiblich oder besonders hart?

Es wird viel zu viel hinein interpretiert. Frau Nahles steht für eine Politik, die einen Zugewinn von 53 Cent als irrsinnige sozialdemokratische Leistung verkauft, auch wenn sie an anderer Stelle dafür 31 Cent kassieren muss. Im Bereich Arbeit und Soziales nicht immer von Sachverstand geleitet. Warum sie allerdings ein Ende mit Schrecken kreiert hat, ist letztlich nicht vollständig nachvollziehbar. Außer: Die Entscheidung ist weiblich determiniert. Ein Mann - Gabriel? - hätte einen vollständigen Abgang ohne äußeren Zwang niemals realisiert, dafür ist dere SPDtypische Postenklebstoff entschieden zu mächtig.

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det42 04.06.2019, 14:06
189.

Zitat von justus65
Das sind aber ganz schöne Luftbuchungen, die sie da vornehmen. Sie planen mit Technik, die noch nicht existiert. Ladestationen sind keine Speicher, sondern groß dimensionierte Steckdosen mit Abrechnungssystem. Letztendlich geht es um die Decarbonisierung der gesamten Gesellschaft (Industrie, Verkehr, Energieerzeugung), das bdeutet, dass es auch keine Gaskraftwerke mehr gibt, es sei denn sie produzieren das Gas aufwendig mit bescheidenem Wirkungsgrad mittels elektrischer Energie, die sie regenerativ erzeugt haben. Batteriespeicher sind umwelttechnisch wohl auch nicht der Hit. Deutschland ist rein flächenmäßig nicht in der Lage seinen Energiebedarf derart zu decken. Japan ist derzeit in Verhandlungen mit Australien, dass dort mittels regenerativ erzeugtem Strom Wasserstoff hergestellt wird und dieser dann nach Japan verschifft wird. Wir werden dafür wohl mit Nordafrika und Arabien verhandeln müssen. Diese Art den Energiebedarf zu decken wird teuer. Solange andere Arten billiger sind, wird ein Land das zu früh umstellt deindustrialisiert. Was dann hier los sein wird, das wollen sie und ich nicht erleben. Für manche Leute kommt der Strom immer noch einfach aus der Steckdose, die Kühe sind lila und scheiden die Milch im Tetrapack aus.
Natürlich können und werden Ladestationen Speicher beinhalten... bitte informieren. Es wird bald Standard sein, dass ein Puffer in Ladestationen sein wird... siehe Tesla oder mobile Ladestationen von VW mit 360 kWh. Die können auch prima neben Wohnblöcken für ein Lastmanagement plaziert werden, bestenfalls mit Photovoltaik überdacht, um auch diesen Strom zu puffern.

Gas wird als Zwischenlösung nötig sein, da regenerative Speicher noch zu teuer und bei den wenigen Regenrativen gar nicht auslastbar bzw. notwendig sind. Batteriespeicher kommen sowieso ins Haus und natürlich in das Auto, vielzählig... so vielzählig, dass man sie auch bidirektional nutzen sollte... und ganz genau, um superteures Ökogas oder Wasserstoff brauchen wir uns noch gar keine Gedanken machen, das steht frühestens 2030 an... aber auch nur, wenn wir bis dahin absurd viel Wind und Solar zugebaut haben.

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