Forum: Politik
Bahn-Streik: Ein Dank an die Lokführer
Getty Images

Wenn Manager "Personal abbauen", nehmen wir es hin. Wenn die Abhängigen für ihre Interessen kämpfen, herrscht Empörung. Der Bahnstreik ist kein Skandal - sondern ein Geschenk. Er erinnert uns an die Macht der Arbeitnehmer.

Seite 105 von 105
vogt70 06.05.2015, 13:46
1040. schön, wenn man diese Macht hat....

Ich sehe das ein wenig differenzierter, als viele hier. Auch wenn ich mir den Zorn und das Unverständnis einiger hier "verdiene", ich bin gegen diese Streiks.
Nicht dass ich Arbeitskampf schlecht finde, nur sollte dieses Mittel entweder allen zur Verfügung stehen, oder keinem. Schaut man sich die Millionen Arbeiter und Angestellten in kleinen und mittelständigen Betrieben an, die keine Gewerkschaft oder Betriebsräte im Rücken haben und für welche Löhne und Gehälter diese Arbeiten, so rücken die Forderungen der Gewerkschaften in ein anderes Licht. Hier sollte sich die Frage stellen, ob die Arbeiter (hier Lockführer) mehr Geld benötigen oder einfach der Tarifvertrag ausgelaufen ist und man mal wieder dran wäre. Ebenso die Kita-Erzieherinnen usw. .
Nicht dass ich deren Arbeit (auch die der Lockführer) nicht zu schätzen weiß, aber haben die mehr verdient, als ein Tischler- oder Bäckergeselle? Der Monteur auf der Baustelle kann nicht streiken. Da steht keine Gewerkschaft dahinter. Wenn der protestieren und streiken würde, könnte er seine Papiere nehmen. Der Lohnunterschied und die Sozialleistungen zwischen organisierten Arbeitnehmern und denen ohne Gewerkschaft, klaffen bereits jetzt zu weit auseinander. Wenn Tarifverträge geschlossen werden, so sollte das alle Arbeitnehmer betreffen und nicht nur die, die in Großunternehmen arbeiten. Es sollte eine Deckelung geben, der Tarifforderungen über einem gewissen Prozentsatz des Durchschnittsverdienstes verbietet.
Was hier derzeit passiert ist unverantwortlich. Was Überstundenregelungen und Arbeitszeiten betrifft, gerade wenn es um "Lenkzeiten" geht, so ist der Gesetzgeber in der Pflicht, Grenzen zu setzen und zu kontrollieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
redebrecht 06.05.2015, 13:57
1041. Macht der Arbeitnehmer?

Der Arbeitgeber sind wir, der Steuerzahler und die Fahrgäste. Die Bahn ist hochsubventioniert und viele Arbeitnehmer haben nur einen Arbeitsplatz, weil es politisch gewünscht ist, quasi eine ABM Massnahme.
Warum sind die Hemmungen am niedrigsten, die Forderungen am höchsten, wenn der Staat bestreikt wird? Weil der dumme Steurzahler gar nicht merkt, dass er gerade über den Tisch gezogen wird, die Zeche zahlen muss. Am Ende schimpft er nur auf die Schulden, die Gemeinde bis Staat, DIE Politiker machen, ohne zu merken, dass er selbst der Verursacher der Schulden ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
murrle01 06.05.2015, 14:30
1042. Als ehemaliger, beamteter Lokf...

der besser bezahlt wurde als die heutigen Kollegen, könnte mich das alles nicht mehr interessieren. Nur, wenn ich sehen wie meine, unsere Bahn von Betonköpfen, Nichteisenbahnern vergewaltigt und kaputt gemacht wird, dann trifft mich das bis ins Mark.
Und es sollte unbedingt erinnert werden, das mit den heutigen Zuständen KEIN ausreichender Nachwuchs zu bekommen sein wird. Die Arbeitsbedingungen mit den unmöglichsten Dienstzeiten, Feiertagen und Verantwortung bei mäßiger Bezahlung, bringt ganz sicher junge Leute nicht dazu, sich sozial in eine Isolierung zu begeben. Und das ist die Folge von den Arbeitszeiten. Verlust von Freundschaften, Familienbelastung (hohe Scheidungsrate usw.). Der nun schon große Personalmangel wird sich in den nächsten 3-4 Jahren noch extrem verstärken, durch normalen Altersabgang.
Die unabdingbare Folge: Es werden sehr viele Züge nicht mehr fahren können. Was das für die Wirtschaft in D. bedeutet, brauche ich wohl nicht lange erklären??
Wenn jetzt nicht die Weichen vernünftig gestellt werden, Herr Grube und Herr Weber, denn beerdigen Sie den Wirtschaftsstandort Deutschland. Denn ohne ausreichende Bahnkapazität geht es NICHT. Wenn Sie das nicht verstehen, sind Sie fehl am Platz!!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 105 von 105